
- 116 Seiten
- German
- ePUB (handyfreundlich)
- Über iOS und Android verfügbar
eBook - ePub
Über dieses Buch
In diesem Bühnenspiel geht es um die Freundschaft.Krieg hat einen langen Arm. Im Zentrum der dramatischen Erzählung stehen die Schicksale von zwei jungen Männern - einem Tschetschenen und einem Russen, beide Deserteure wider Willen. Nahe der Frontlinie treffen sie im Wald aufeinander - einer von ihnen braucht Hilfe, der andere bringt es nicht übers Herz, einen Menschen in Not allein zu lassen. So bahnt sich zwischen den beiden Feinden eine Freundschaft an. Gemeinsam fliehen sie ins Ausland, aber das Grauen des Krieges verfolgt sie bis ans Ziel ihrer Flucht. Die Freundschaft hilft ihnen, zu überleben. Die Autorin erklärt, dass jegliche Ähnlichkeit mit realen Personen oder Ereignissen rein zufällig ist.
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Information
Szene 1
Zimmer im Flüchtlingsheim. Ahmed sitzt auf einem der vier Betten. Er liest laut und langsam aus dem Deutschlehrbuch.
Ahmed:
„Guten Tag! Wie geht es Ihnen? Danke! Es geht mir gut!“
Ivan kommt. Er hat ein abgetragenes kleines Akkordeon in der Hand.
Ahmed:
„Was hast du denn da? Wo hast du die Ziehharmonika her?“
Ivan:
„Ich habe ein Schwimmbad bei den Österreichern gereinigt.
Dann wollten sie, dass ich auch im Keller aufräume. Sie wollten dieses Instrument wegwerfen.
Ahmed:
„Haben sie dich für die Arbeit bezahlt? Oder ist das deine Bezahlung?“
Ivan:
„Sie haben mir fünfundzwanzig Euro gegeben.“
Ahmed:
„Für wie viele Arbeitsstunden?“
Ivan:
„Das ist nicht wichtig. Es ist besser, als gar nichts.“
Ivan nimmt eine Tafel Schokolade aus der Tasche und gibt sie Ahmed. Ahmed packt die Schokolade gierig aus und gibt Ivan die Hälfte davon zurück.“
Ivan:
„Nein, danke. Meine habe ich unterwegs gegessen.“
Ivan nimmt zwei Zehner aus der Tasche und gibt sie Ahmed.
Ahmed (verlegen):
„Nein. Danke. Das ist nicht notwendig, das sind deine.“
Ivan:
„Red‘ keinen Blödsinn! Wir sind doch Brüder!“
Ahmed:
„Also, gut. Danke. Scheiße...“
Ivan:
„Scheiße, Scheiße! Aus welchem Wörterbuch hast du das Wort?“
Ivan setzt sich auf das Bett und versucht, auf dem Akkordeon zu spielen.
Ivan (verstimmt):
Ich weiß nicht, wie ich das wieder stimmen kann.“
Ahmed:
„Ich bin auch verstimmt.“
Ivan:
„Warum denn?“
Ahmed:
„Die Trauer macht mich fertig. Ich vermisse meine Mutter.
Und noch mehr vermisse ich mein Mädchen. Sie hat mich wohl schon vergessen.“
Ivan:
„Nein, wenn die Liebe echt ist, hat sie dich nicht vergessen.“
Ahmed:
„Und dein Mädchen?“
Ivan:
„Ich habe keines. Eine aus unserem Dorf hat mir gefallen, aber sie geht mit einem anderen.“
Ahmed:
„Hm … Dann ist sie eine Närrin.“
Ivan:
„Nein, sie ist keine Närrin. Ich bin ein Dummkopf.“
Ivan spielt ein wenig, dann hält er abrupt inne.
Ivan:
„Hör zu, Ahmed, warum hast du mich damals nicht getötet? Wir waren doch Feinde. Das heißt, wir haben gegeneinander gekämpft.“
Ahmed (antwortet nicht sofort):
„Du wolltest meine Brüder nicht töten, warum sollte es mir anders gehen?“
Ivan:
„Ja… Kadyr hätte sich von nichts abhalten lassen.“
Ahmed:
„Richte nicht über Kadyr. Seine Geschichte ist anders. Er hat seine ganze Familie verloren. Eine russische Bombe…“
Szene 2
Es klopft an der Tür. Dmitrij kommt herein.
Ivan (fröhlich):
„Wo kommst du denn her? Hat man dich auch entlassen?“
Dmitrij:
„Ja, natürlich! Ich bin doch aus politischen Gründen hier!
Und das ist wahr! Ich werde nie jemanden für dumm verkaufen. Ich weiß, dass andere viele Geschichten erfinden, um hier bleiben zu dürfen. Ich sage nur die Wahrheit!“
Ivan (lachend):
„Ahmed und ich sind auch politische Flüchtlinge.“
Dmitrij (bissig, aber auch fröhlich):
„Was gibt es da zu lachen?“
Ahmed:
„Hast du auch einen Platz hier im Wohnheim bekommen?“
Dmitrij:
„Ja, im vierten Stockwerk. Wie ist hier das Futter?“
Ivan:
„Es geht. Kann man essen. Besser als gar nichts. Ein Dach über dem Kopf ist auch etwas. Wir verdienen schwarz ein wenig dazu. Heute habe ich ein Schwimmbad gereinigt.“
Dmitrij:
„Ja, vierzig Euro Taschengeld reicht nicht einmal für Zigaretten.“
Ivan:
„Wir, Dsimitryj, so nennt man dich im Weißrussland, nicht wahr, rauchen nicht mehr. Beide gleichzeitig aufgehört.“
Dmitrij (neidisch):
„Ihr macht alles zusammen! Ich kann aber nicht. Ich habe ein paar Mal versucht, hab‘ es aber nicht geschafft.“
Ahmed:
„Was ist mit den anderen Kameraden?“
Dmitrij:
„Meinst du Kadyr und Bacha?“
Ahmed:
„Ja. Und die anderen. Scheiße!“
Dmitrij:
„Kadyr und Bacha wurden auch entlassen. Ich weiß nicht, wo sie einen Platz bekommen haben. Vielleicht irgendwo… Du weißt doch, wie man hier die alleinstehenden Burschen behandelt. Familien haben es gut, sie kriegen alles und das sofort auf dem Silbertablett. Aber wenn du jung und ein Mann bist, glaubt jeder, du bist ein Dieb.“
Ahmed:
„Was ist mit Mikola?“
Dmitrij:
„Mikola wurde in einen Zug gesetzt und nach Hause geschickt. Zuerst wollten sie ihn in ein Flugzeug verfrachten, er hat aber so ein Theater gespielt! Er ist wirklich ein echter Künstler! Als ob er eine Panikattacke bekam, als ob er sich wirklich fürchtete, in ein Flugzeug zu steigen.“
Ahmed:
„Vielleicht hat er sich wirklich gefürchtet?“
Dmitrij:
„Blödsinn! Er hat uns selber erzählt, er wolle, dass man ihn in den Zug setzt. Dann würde ein Polizi...
Inhaltsverzeichnis
- Personen der Handlung
- Inhaltsverzeichnis
- Akt I
- Akt II
- Impressum