
- 408 Seiten
- German
- ePUB (handyfreundlich)
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eBook - ePub
Über dieses Buch
Therapeutisches Puppenspiel wird hier als Methode vorgestellt, mit der auch "sprachlose" Menschen ihre Geschichte auf der Puppenbühne mit Hilfe des Therapeuten erzählen können. Für Praktiker aller heilpädagogischen und psychotherapeutischen Arbeitsbereiche bietet das Buch eine vertiefte theoretische Einführung und eine umfassende Darstellung der praktischen Arbeitsmöglichkeiten von der erforderlichen Aussstattung bis zur möglichen Vorgehensweisen mit Kindern und Erwachsenen. Viele Beispiele aus der kindertherapeutischen Arbeit mit zahlreichen Abbidungen veranschaulichen die Methode.
Häufig gestellte Fragen
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Information
1. Therapeutisches Puppenspiel - Versuch einer Definition
1.1. Puppen – Spielzeug der Menschheit
Puppen sind wohl das älteste Spielzeug, das in der Kulturgeschichte der Menschheit überliefert ist. Ganz zu Beginn, – noch bevor sie zum Spielzeug wurden, – waren sie Grabpuppen, Ahnenfiguren und sich daraus entwickelnde Haus- und Schutzgötter. Auch Fetische, Fruchtbarkeits- und Zauberpuppen, Opferfiguren und andere magische Verkörperungen und Vertreter des Menschen sind aus dem Altertum bekannt. (1) Vor allem diese frühen Figuren haben häufig nur entfernte Ähnlichkeit mit dem, was wir heute als Puppe identifizieren würden. Sie sind meist nur in ihrer Andeutung Mensch: Holzgeschnitzte Puppen, Puppen aus Stroh, Wolle oder Lumpen usw. Sie aber regen in besonderem Maße unsere Phantasie an, gerade weil (2) sie ein Abbild des Menschen sind; - ein Abbild, in das viel hineingedacht werden kann an Persönlichkeit, Charakter und Verhaltensweisen. Das heißt: Eine Puppe ist wie ein Mensch - aber eben auch so, wie wir diesen Menschen (gerade jetzt) gerne hätten.
Ihr wesentliches Merkmal ist:
Die Puppe widerspricht uns nie. Sie muss das sein, was wir wollen.
Puppen sind somit ein sehr besonderes Spielzeug: Nicht wirklich Objekt und nicht wirklich Subjekt. Sie können lange unbemerkt in einer Sofaecke abgelegt werden und erwachen erst, wenn sie dann gebraucht werden, von einem Augenblick zum anderen zum Leben; – ein Leben, das ihnen das spielende Kind einhaucht. So sind sie auf eine völlig andere Weise Begleiter des Menschen als die Geschwister, das Haustier oder anwesende Erwachsene.
Als „Übergangsobjekt“ (3) für die Zeit, in der die Mutter noch nicht sicher innerlich präsent ist, geben sie Sicherheit, schützen vor Angst und gehören zur Entwicklung des Kindes untrennbar dazu. Selbst später, wenn sie als Mutter-Ersatzobjekt nicht mehr gebraucht werden, können sich viele Menschen bis ins Erwachsenenalter hinein nicht von ihnen trennen, denn sie verlieren ihre beruhigende Wirkung nicht. Auch bei hochbetagten und/ oder dementen Menschen behalten sie ihre Bedeutung. Hier finden wir sie als „Kindersatz“ vor allem bei hochbetagten Frauen. So werden Puppen zu einem Teil von uns selbst, und sie helfen bei der Suche nach uns selbst. Wir finden sie in allen Kulturen der Welt, und sie eignen sich psychodynamisch gesehen als ideale Projektionsfläche für die gesamte Breite der Gefühlspalette: Von inniger Liebe und Zuneigung bis hin zu Ablehnung und Strafe müssen sie alle Gefühle aushalten, die ihr Besitzer ihnen gibt. Denn: Puppen sind willenlos und müssen sich ihrem Schöpfer oder dem, der sie belebt, unterwerfen in ihrem Sein. Man kann sie, – ohne Konsequenzen fürchten zu müssen, – beschimpfen, und Geheimnisse sind bei ihnen gut aufgehoben. Wir „lassen die Puppen tanzen“ oder entziehen ihnen das Leben, indem wir sie loslassen und sie leblos in sich zusammenfallen müssen. Puppen werden besessen und die Besitzer verfügen über sie: Kinder verstümmeln sie und werfen sie weg oder küssen und herzen sie. Puppen werden wunderbar bekleidet, oder ihnen werden die Haare ausgerissen. Sie sind jedem Impuls ausgesetzt und fangen überschießende Affekte wunderbar auf. Die Puppe ist ein Ding und doch kein Ding. Jede Stimmung, jede Wirklichkeit erschafft die Puppe neu. Wichtig dabei ist, dass sie alle Impulse aufnehmen muss – aber selbst keine abgeben kann. Sie steht immer zur Verfügung und muss stellvertretend Enttäuschungen und Verletzungen aufnehmen, die der Mensch vorher erdulden musste.
Hilarion Petzold beschreibt diesen Prozess folgendermaßen: „Der Mensch braucht Puppen, und wo er sie verloren, weggelegt, vergessen hat, erschafft er sich neue Figuren, Bilder, Marionetten. Es ist das Wesen der Puppe, erschaffen zu sein. Sie macht den Menschen zum Schöpfer, der in immer neuen Versuchen der Gestaltung sich selbst zu finden hofft und in immer neuen Animationen den Puppen Leben zu geben sucht, denn ihre endgültige Beseelung würde das Rätsel des Lebens und die Schrecken des Todes auflösen.“ (4)
Dabei können die Puppen sehr unterschiedlich aussehen und als Puppe im Grunde kaum (mehr) erkennbar sein. Dazu einige Beispiele:
- Auf einem Foto des Fotografen David Seymour von 1948 (5) sehen wir zwei kleine offenbar sehr arme Mädchen von ca. drei Jahren. Eines von ihnen hat eine Puppe im Arm, die es zärtlich an sich schmiegt. Eine Puppe? Es handelt sich um einen Puppentorso – nur mit Beinen, ohne Füße, ohne Kopf und Arme; – für dieses Kind aber Inbegriff eines Liebesobjekts, dem es all seine Zärtlichkeit schenkt.
- Von einer Reise in die jordanische Wüstenstadt Petra hat mir jemand eine Puppe mitgebracht, die dort von Nomadenfrauen verkauft werden. Es handelt sich um eine etwa handgroße Figur, Lumpen im Inneren, von einem bunten Stoff umwickelt. Am Kopfende ist ein kleiner Ausschnitt von der Wicklung freigelassen, so dass der Eindruck eines von einem Kopftuch umrandeten Gesichts entsteht.
- In einem Buch über Puppen (6) ist eine Puppe aus Ostbrasilien abgebildet: Es handelt sich um einen Palmblattschaft ohne Andeutung eines Kopfes, aber durch Wachsbrüste und einen Gürtel aus gefärbten Pflanzenfasern unzweideutig als Frau zu erkennen.
Solche Puppen in völlig offenen Gestaltungsformen, ohne eine Zuordnung von Eigenschaften, regen in besonderem Maße unsere Fantasie und Vorstellungskraft an. Allerdings sind derartige rudimentäre Puppen z. B. aus Stoff, einer Wurzel oder einem Holzstück und ohne Augen in unserer Kultur heute eher selten geworden. Meist deuten wenigstens zwei Augen ein Gesicht an. Sie sind für uns das wichtigste Detail an einer Puppe, denn sie verleihen ihr Leben. Das erstaunt uns nicht, wenn wir wissen, dass die Augen der Eltern das Erste sind, was ein Säugling scharf sehen kann und wir alle also unsere ersten Erfahrungen mit der Welt aus den Augen der Eltern „ablesen“. (7)
Heute haben wir Puppen aus Stoff, Wachs, Porzellan, Papiermaché, Celluloid, Weich- und Hartplastik, und sie haben in der Regel nicht nur Augen, sondern sprechen auch in ihrer Gestaltung unterschiedliche Bedürfnisse an. Sie laden ein zum Schmusen und Liebhaben; zum „Alltag nachspielen“, indem eigene Lebenserfahrungen an und mit ihnen wiederholt, eingeübt oder bewältigt werden. Als Playmobilfigur laden sie sogar Jungen in der Phase der Geschlechtsidentitätsentwicklung zum Rollenspiel als Feuerwehrmann, Chirurg, Ritter oder Polizist ein.
Unabhängig von Materialeigenschaften und Ausstattung entsteht hier zwischen Puppe und Mensch ein intermediärer Raum (8), den der spielende Mensch gestaltet. Er sieht in der Puppe, was er sehen will und kann. Und macht mit ihr, was er machen möchte. Ganz gleich, ob er sie nun liebt oder hasst.
Wichtige Voraussetzung ist dabei die Fähigkeit zur Identifikation und bei jungen Kindern im Vorschulalter auch die Fähigkeit zum magischen Denken, was zur Folge hat, dass wir als außen stehende Beobachter nie so ganz sicher sein können, wie belebt das Kind in seiner Fantasiewelt die Gegenstände tatsächlich erlebt. Deshalb ist Vorsicht geboten. Hans Zulliger beschreibt dazu sehr anschaulich das folgende Beispiel: „Wir sehen ein Kind mit einem Holzscheit spielen. Es hat es in Lumpen gewickelt, es spricht mit ihm, es lässt sich – durch seinen eigenen Mund – vom Scheit mitteilen, was dieses will, möchte und denkt. Es hält mit ihm Zwiesprache, reicht ihm Essen und Trinken, bettet es in eine Kartonschachtel als „Wiege“ usw. Und wir sagen lächelnd: „Das Kind nimmt das Scheit für seine Puppe – es phantasiert das Holzstück in eine Puppe um und spielt mit ihr – und dies entspricht dem anthropomorphisierenden Denken nach Kinderart!“ Wir irren. Das Scheit ist nicht ‚an Stelle‘ der Puppe, es ist nicht einmal nur ‚die‘ Puppe: Es ist das Kind des Kindes, und was es mit dem Scheite treibt, ist viel mehr als das, was uns Erwachsenen ein ‚Spiel‘ bedeutet. Das mit dem Scheit spielende Kind hält das, was wir als sein ‚Spielzeug‘ auffassen, für sein lebendiges Kind, das es pflegt. Nur dann, wenn wir dies begriffen haben, können wir uns in das ‚spielende‘ Kind einfühlen und eindenken und verstehen, dass es um sein Scheit Tränen der bittersten Trauer weinen, höchste Freude und tiefstes Herzeleid empfinden kann. Man nehme dem Kinde sein ‚Kind‘ weg und werfe es in den Ofen – man wird erschrocken sein über die Reaktion des (wirklichen) Kindes! Wir haben einen glatten Mord begangen – und unser Kind fühlt in starrem Erschrecken, wozu wir fähig sind und – was es selber von unserer Seite her erwarten könnte!“ (9)
Natürlich wird heute kaum mehr ein Kind in unserer westlichen Welt ein Holzscheit für eine Puppe nehmen. Dafür wird es womöglich mit Industrieprodukten versorgt, die der Fantasie weit weniger Spielraum lassen. Das Prinzip aber bleibt gleich: Die Puppe ist ein lebendes Wesen. Sie spürt Schmerz und Leid wie Du und ich! Und: Was ihr geschieht, kann auch mir geschehen! Das lässt begreifen, warum Kinder (und gar nicht einmal nur die ganz Kleinen) oft so abgrundtief verzweifelt sind, wenn ihren Lieblingen etwas zustößt oder wenn sie gar – Gott behüte! – verloren gehen!!!!
1.2. Theaterpuppen – ihre Geschichte und ihre Möglichkeiten
Leider hat die deutsche Sprache ein Problem, die oben beschriebenen Puppen von den Puppen, die im Puppentheater auftreten, zu unterscheiden. Im Englischen oder Französischen ist das einfacher: Hier wird zwischen doll und puppet bzw. zwischen la puppée und la marionnette auch sprachlich unterschieden. Im Deutschen hat sich in den letzten Jahren der Begriff „Figur“ für die Theaterpuppe eingebürgert. Da das in meinen Augen jedoch auch nicht ganz korrekt ist, wird im Folgenden weiterhin der Begriff Puppe verwendet, der von nun an alle Puppen meint, in die man hineinschlüpfen kann, um eine Rolle zu übernehmen. Das reicht vom kleinen Fingerpüppchen - über die Hand- oder Stabpuppe - bis hin zur Großfigur und Marionette.
Theaterpuppen üben auch deshalb eine besondere Faszination aus, da der Mensch als Zuschauer sich ihrem besonderen Zauber auf der Bühne kaum entziehen kann.
Auch Puppenspiele sind schon sehr alt: In der Antike waren sie eine kultische Zeremonie, - im Frühmittelalter Träger der Zauberwirklichkeit. Im Spätmittelalter waren sie Gottesdienst und christliches Spektakulum. Als Sinn- und Abbild des Menschen dienten die Puppen immer einer magischen Verkörperung, und die Puppenspiele dienten Kultzwecken. Platon z.B. verglich den Menschen mit einer Marionette in der Hand - mit dem Menschen selbst in der Hand der Götter - und seine Leidenschaften mit den Fäden, die ihn ziehen. (10)
Frühe Bildzeugnisse von Puppentheater finden sich in mittelalterlichen Handschriften: Auf einer Abbildung aus dem Jahr 1344 ist eine mit Stoff verkleidete Miniaturbühne zu sehen, auf der sich zwei Handpuppen bewegen, von denen eine offenkundig die andere mit einem Stock verprügelt. Auf einer noch älteren Abbildung aus dem Jahr 1170 sind rechts und links von einem Tisch zwei Menschen zu erkennen, die zwei mit Schwertern kämpfende Ritter an einer Art an den Hüften der Puppen befestigten Seile bewegen. (11)
Erst im Zuge der Reformation wurde das Puppenspiel säkularisiert und wurde zum dramatischen Theater „en miniature“. Denn ursprünglich war Puppentheater nichts anderes als eine Miniaturausgabe der großen Bühne, und die Spieler (damals meistens Marionettenspieler) hatten das Bestreben, ihre Puppen möglichst der menschlichen Realität anzugleichen. Wichtig für die heutige Bedeutung des Puppentheaters und die Auswirkung auf mehrere Kindergenerationen ist aber vor allem die weitere Entwicklung. Mit Ausnahme weniger Marionettenbühnen war Puppenspiel nämlich nicht „hoffähig“ und die Puppenspieler somit immer gesellschaftliche Außenseiter. Das führte dazu, dass immer mehr Bühnen mit den billigeren und einfacheren Handpuppen zu Wanderbühnen wurden und vor dem so genannten einfachen Volk spielten und dadurch auch andere Themen entwickelten. Der Kasper als die Figur, die mit „Volkes Stimme“ sprach, wurde zum Hauptvertreter dieser Gattung. Das ging so weit, dass auch heute Handpuppenspiel immer noch mit Kasperle-Theater gleich gesetzt wird. Und da der Kasper aus seiner Tradition heraus ein ziemlich wilder Geselle ist, der laut schreiend, fluchend und rüpelnd über die Bühne stolpert, reduzierten sich etliche Kasperstücke zunehmend auf diese Inhalte. Das „Seid ihr alle da?“, mit dem er seine Zuschauer zur Aufmerksamkeit aufruft, ist auch für die allermeisten Kinder noch heute zum Synonym für Puppenspiel geworden – und damit leider häufig zum Synonym für Bühnenkrawall. Der Kasper, der eigentlich eine äußerst vitale und rebellische archetypische Figur ist, ist im Laufe der Jahre in vielerlei Hinsicht „heruntergekommen“. Einerseits zum Jahrmarktskasper, wo er von vielen schlechten Bühnen nur noch zum Krawallmachen missbraucht wurde und andererseits zum Verkehrs- oder Zahnkasper, der den Kindern auf spaßhafte Weise das richtige Verhalten im Verkehr beibringen wollte. Dabei hat er aber oft seine Klatsche mit dem moralischen Zeigefinger verwechselt und auf diese Weise natürlich auch schlechtes Theater dargestellt. Leider ist es das, was die meisten Kinder kennen und natürlich auch versucht sind, so wieder zu geben, wenn sie selbst „Kasperle-Theater“ spielen. Die elfjährige Kerstin und die siebenjährige Laura haben mir das einmal in folgendem Gedicht verdeutlicht:
Ich kenn ein kleines Kasperhaus
der Kasper schaut zum Fenster raus.
Da kommt de...
Inhaltsverzeichnis
- Inhaltsverzeichnis
- Vorwort und Dank
- 1. Therapeutisches Puppenspiel - Versuch einer Definition
- 2. Menschenbild, Ethik und Erkenntnismodell - eine Annäherung
- 3. Exkurs I - Ein Fallbeispiel oder: Wie sieht therapeutisches Puppenspiel in der Praxis aus?
- 4. Persönlichkeits- und Entwicklungsmodell nach C.G. Jung
- 5. Exkurs II - Märchen und ihre Bedeutung für das Therapeutische Puppenspiel
- 6. Symbole im Therapeutischen Puppenspiel
- 7. Therapeutisches Puppenspiel - für wen?
- 8. Exkurs III - Therapeutisches Puppenspiel mit Jugendlichen: Drei Fallbeispiele
- 9. Die Rolle und Aufgabe des Therapeuten im Therapeutischen Puppenspiel
- 10. Die Ausstattung für das Therapeutische Puppenspiel
- 11. Das Schöpfen eigener Figuren
- 12. Geschichten erfinden und spielen
- 13. Die Kraft der Figuren
- Verweise
- Anhang
- Internetadressen
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