Kapitel 1
Der Bibel entstammende Sprichwörter
Spruch 1:
Mir steht das Wasser bis zum Hals
Psalm 69, Vers 2
Die Experten streiten sich darüber, ob die extremen Wetterlagen bei uns an der Erderwärmung liegen oder nicht. Tatsache ist jedenfalls, dass Überschwemmungen, wie 2017 in Westmecklenburg, immense Schäden anrichten.
In den vergangenen Jahrzehnten wurden etwa 550 bis 600 Liter Niederschlag im Jahr auf einen Quadratmeter gemessen und 2017 war es bereits fast die doppelte Menge mit 1054 Litern in Melkof. Die Ernteverluste waren fatal. Das wird in den kommenden Jahren nicht besser, sondern eher noch schlechter. Der Boden ist nach solchen Regenfällen mit Wasser so gesättigt, dass kaum mehr etwas versickern kann.
Den Menschen in Westmecklenburg steht das Wasser nach solchen sintflutartigen Regenfällen buchstäblich bis zum Hals. Doch nicht nur die Bauern sind hart betroffen. Auch Privathaushalte haben in diesem Teil Mecklenburgs immer wieder mit überfluteten Kellern zu kämpfen. Zum Teil wird mit Eimern und Schneeschaufeln versucht zu verhindern, dass das Mauerwerk der Häuser nachhaltig beschädigt wird, da Pumpen in Baumärkten überall vergriffen sind.
Mit einem Generalentwässerungsplan versuchen die betroffenen Gemeinden seit 2017 Vorkehrungen gegen Überflutungen, vernässte Flächen und volllaufende Keller zu treffen, damit den Bürgern nicht jedes Jahr »das Wasser bis zum Hals« steht.
Das Buch der Psalmen, oder auch Psalter genannt, ist eines der Weisheits- bzw. Lehrbücher des Alten Testaments. Es handelt sich um eine Sammlung von 150 Psalmen, also Gebeten und Liedern, die aus 5 Teilen besteht.
Der 69. Psalm stammt von David und ist mit der Überschrift »In Anfechtung und Schmach« überschrieben. David beginnt mit den Worten: »Gott, hilf mir. Denn das Wasser geht mir bis an die Kehle.«
Davon leitet sich das Sprichwort ab: »Mir steht das Wasser bis zum Hals.« Um die Tragweite dieser Aussage zu erkennen, müssen wir den Psalm in seiner Gesamtheit sehen.
Deshalb wird er hier wörtlich wiedergegeben: »Gott, hilf mir. Denn das Wasser geht mir bis an die Kehle. Ich versinke in tiefem Schlamm, wo kein Grund ist; ich bin in tiefe Wasser geraten, und die Flut will mich ersäufen. Ich habe mich müde geschrien, mein Hals ist heiser. Meine Augen sind trübe geworden, weil ich so lange harren muss auf meinen Gott. Die mich ohne Grund hassen, sind mehr, als ich Haare auf dem Haupt habe. Die mir zu Unrecht feind sind und mich verderben wollen, sind mächtig. Ich soll zurückgeben, was ich nicht geraubt habe. Gott, du kennst meine Torheit, und meine Schuld ist dir nicht verborgen. Lässt an mir nicht zuschanden werden, die deiner harren, Herr, Herr Zebaoth. Lässt an mir nicht schamrot werden, die dich suchen, Gott Israels. Denn um deinetwillen trage ich Schmach, mein Angesicht ist voller Schande. Ich bin fremd geworden meinen Brüdern und unbekannt den Kindern meiner Mutter; denn der Eifer um dein Haus hat mich gefressen und die Schmähungen derer, die dich schmähen, sind auf mich gefallen. Ich weine bitterlich und faste, und man spottet meiner dazu. Ich habe einen Sack angezogen, aber sie treiben ihren Spott mit mir. Die im Tor sitzen, schwatzen von mir und beim Zechen singt man von mir. Ich aber bete zu dir, Herr, zur Zeit der Gnade; Gott, nach deiner großen Güte erhöre mich mit deiner treuen Hilfe. Errette mich aus dem Schlamm, dass ich nicht versinke, dass ich errettet werde vor denen, die mich hassen, und aus den tiefen Wassern; dass mich die Flut nicht ersäuft und die Tiefe nicht verschlingt und das Loch des Brunnens sich nicht über mir schließe. Erhöre mich, Herr, denn deine Güte ist tröstlich; wende dich zu mir nach deiner großen Barmherzigkeit und verbirg dein Angesicht nicht vor deinem Knechte, denn mir ist Angst; erhöre mich eilends. Nahe dich zu meiner Seele und erlöse sie, erlöse mich um meiner Feinde Willen. Du kennst meine Schmach, meine Schande und Scham; meine Widersacher sind dir alle vor Augen. Die Schmach bricht mir mein Herz und macht mich krank. Ich warte, ob jemand Mitleid habe, aber da ist niemand, und auf Tröster, aber ich finde keine. Sie geben mir Galle zu essen und Essig zu trinken für meinen Durst. Ihr Tisch werde ihnen zur Falle, zur Vergeltung und zum Strick. Ihre Augen sollen finster werden, dass sie nicht sehen, und ihre Hüften lass immerfort wanken. Gieß deine Ungnade über sie aus, und dein grimmiger Zorn ergreife sie. Ihre Wohnstatt soll verwüstet werden, und niemand wohne in ihren Zelten. Denn sie verfolgen, den du geschlagen hast, und reden gern von dem Schmerz dessen, den du hart getroffen hast. Lässt sie aus einer Schuld in die andere fallen, dass sie nicht kommen zu deiner Gerechtigkeit. Tilge sie aus dem Buch des Lebens, dass sie nicht geschrieben stehen bei den Gerechten. Ich aber bin elend und voller Schmerzen. Gott, deine Hilfe schütze mich. Ich will den Namen Gottes loben mit einem Lied und will ihn hoch ehren mit Dank. Das wird dem Herrn besser gefallen als ein Stier, der Hörner und Klauen hat. Die Elenden sehen es und freuen sich, und die Gott suchen, denen wird das Herz aufleben. Denn der Herr hört die Armen und verachtet seine Gefangenen nicht. Es lobe ihn Himmel und Erde, die Meere mit allem, was sich darin regt. Denn Gott wird Zion helfen und die Städte Judas bauen, dass man dort wohne und sie besitze. Und die Kinder seiner Knechte werden sie erben, und die seinen Namen lieben werden darin bleiben.«
Spruch 2:
Der verlorene Sohn
Lukas, Kapitel 15, Vers 11 - 32
Der 17jährige Lennox war ein Kind aus gutem Hause. Da seine Eltern millionenschwere Unternehmer waren, lebte er in Saus und Braus. Er ging nicht mehr zur Schule, feierte ständig Party, konsumierte Drogen, lebte sexuell freizügig, und beging einige Jugendsünden, bis ihn sein Vater vor die Tür setzte und den Geldhahn zudrehte. Nur seine Mutter steckte ihm heimlich etwas zu, damit er nicht hungern musste.
Wie jeden Abend, seit er in Hamburg lebte, ging Lennox ins Spielcasino, ging zu einem der Automaten und spielte ein paar Runden. Nachdem er alles, was ihm seine Mutter gegeben hatte, verspielt hatte, erinnerte er sich an die Zeit, in der alles anders war. Damals lebte er als wohlhabender Sohn eines erfolgreichen Bauunternehmers und hätte sich niemals Sorgen um Geld machen müssen.
Er belog seine Mutter und gab vor, in Hamburg studieren zu wollen, doch in Wahrheit verzockte er sein ganzes Geld.
Lennox ging mit leeren Taschen vom Casino nach Hause, wo sein Vermieter schon auf ihn wartete mit der Kündigung wegen seinem Mietrückstand.
Da Lennox die Miete nicht bezahlen konnte, war er gezwungen, Hamburg zu verlassen und zu seinen Eltern nach Köln zurück zu kehren. Ohne ein Ticket gekauft zu haben, stieg er in den nächsten Zug und schloss sich in der Zugtoilette ein.
In Köln angekommen kling...