Die immer mehr zunehmende Dynamik der Märkte verstärkt gleichzeitig den Druck auf eine perspektivisch ausgerichtete Entscheidungsbasis. Es geht darum sich schneller als die Konkurrenz auf das zukünftige Umfeld einstellen zu können, d.h. in Zeiten des schnellen Wandels wird Früherkennung immer mehr zum Königsweg: Gefahren und Risiken werden dadurch aufgespürt, bevor sie für das Unternehmen bedrohliche Folgen zeigen, Gelegenheiten/Potenziale können erfasst werden, bevor sie verlorengehen. Die Personenbilanz ist auf dem Weg zu einer zahlenmäßigen Erfassung inzwischen ein gutes Stück des Weges vorangekommen und hat hierfür auch praxistaugliche Instrumente, Verfahren und Software entwickelt. Diese ermöglichen es dem Personalcontrolling nicht nur, sich in einem hochkomplexen Wissensumfeld Wettbewerbsvorteile zu verschaffen, sie machen durch ihre gängige Zahlenwelt auch eine Nachvollziehbarkeit für außenstehende Dritte möglich. Gegenüber der üblichen Bilanzierung materieller Wirtschaftsgüter hätte das Instrumentarium der Personenbilanz bereits einen entscheidenden Vorteil: es werden auch die zwischen einzelnen Faktoren bestehenden Beziehungen hinsichtlich ihrer Wirkungsstärke und Wirkungsdauer sichtbar gemacht. Aus diesem ohne entsprechende Instrumente kaum durchschaubaren Beziehungsgeflecht lassen sich diejenigen Maßnahmen herausfiltern, die aufgrund ihrer hohen Hebelwirkung das größte Potential erwarten lassen. Es sollten möglichst die vorhandenen Wertstellungsprofile und Risikoneigungen der Entscheidungsträger erfasst werden. Dabei geht es auch um die Möglichkeiten zur Quantifizierung der einzelnen Risiken: obwohl fast immer eine Vorstellung existiert, was risikobehaftet ist, ist es ungleich schwieriger, dieses Risikobewusstsein im Detail mit konkreten, quantitativen Daten zu operationalisieren.

- 37 Seiten
- German
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Über dieses Buch
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Information
1 Personalbilanz bündelt Potenziale
Trotz zahlreicher Einzelaktivitäten im Zusammenhang mit dem
Zukunftsrohstoff „Wissen“ gibt es oft noch Lücken, die eine
bestmögliche Ausschöpfung der in ihm steckenden
Entwicklungspotentiale behindern. Insbesondere fehlt vielfach noch
ein in sich schlüssiges Konzept bzw. Instrument, mit dem sich alle
Einzelkomponenten des Intellektuellen Kapitals vollständig und mit
einheitlicher Systematik abbilden lassen. Eine der Hauptursachen,
warum der Rohstoff „Wissen“ trotz seines rasant steigenden Anteils
an der Herstellung heutiger Produkte und Dienstleistungen bislang
so wenig sicht- und greifbar gemacht wurde, liegt in der
komplizierteren Bewertung und Messung immaterieller sogenannter
„weicher“ Faktoren begründet.
Die Personenbilanz ist auf dem Weg
zu einer zahlenmäßigen Erfassung inzwischen ein gutes Stück des
Weges vorangekommen und hat hierfür auch praxistaugliche
Instrumente, Verfahren und Software entwickelt. Diese ermöglichen
es der Personalentwicklung nicht nur, sich in einem hochkomplexen
Wissensumfeld Wettbewerbsvorteile zu verschaffen, sie machen durch
ihre gängige Zahlenwelt auch eine Nachvollziehbarkeit für
außenstehende Dritte möglich. Gegenüber der üblichen Bilanzierung
materieller Wirtschaftsgüter hätte das Instrumentarium der
Personenbilanz bereits einen entscheidenden Vorteil: es werden auch
die zwischen einzelnen Faktoren bestehenden Beziehungen
hinsichtlich ihrer Wirkungsstärke und Wirkungsdauer sichtbar
gemacht. Aus diesem ohne entsprechende Instrumente kaum
durchschaubaren Beziehungsgeflecht lassen sich diejenigen Maßnahmen
herausfiltern, die aufgrund ihrer hohen Hebelwirkung das größte
Potential erwarten lassen.
2 Träger von Fähigkeiten und Besitzer von Erfahrungen
Menschliche Arbeit wird zunehmend als Quelle für betriebliche
Wertschöpfung erkannt, sie ist jedoch nicht von den Personen, die
sie leisten, zu trennen.
Vgl. u.a.
http://www.xinxii.de/controller-blick-auf-die-personalperspektive-p-328863.html
Die Ressource "Humankapital" weist eine Reihe charakteristischer
Merkmale auf. Die kleinste Einheit des Wissensmanagements ist das
Individuum als Träger von Fähigkeiten und Besitzer von Erfahrungen.
Häufig ist der Organisation nur ein Teil dieser Fähigkeiten (z.B.
Ausbildung, Sprachkenntnisse) bekannt. Diese bekannten Daten bilden
aber nur einen Teil der Mitarbeiterfähigkeiten ab: wer die
Fähigkeiten der Mitarbeiter nicht kennt, verpasst die Gelegenheit,
sie zu nutzen (mangelnder Zugriff auf internes Expertenwissen).
Vgl. u.a.
http://www.xinxii.de/personalcontrolling-ist-auch-wissensmanagement-p-329345.html
Erfolg hängt zuerst immer von Mitarbeitern ab: diesen
ist wichtig, dass sie sich ernst genommen und gerecht behandelt
fühlen. Als Mitarbeiter sind sie dann motivierter, engagierter und
fester in das Unternehmen eingebunden. Sie fühlen sich auch für den
Erfolg verantwortlich. Menschen in Organisationen sind keine
passiven Gestaltungsobjekte, sondern Träger von Zielen,
Bedürfnissen, Wertvorstellungen und der Möglichkeit des
(re-)aktiven Handelns, was sich u.a. in der Aversion gegenüber
(zusätzlicher) Steuerung und Kontrolle manifestiert.
Vgl. u.a.
http://www.xinxii.de/qualifikation-und-wissen-p-333813.html
3 Erfolg = Summe richtiger Entscheidungen
Scanning mit 360-Grad-Suchverfahren
Die Frühwarninstrumente müssen informations- und datenmäßig sehr
eng sowohl mit der eigenen strategischen Ausrichtung als auch mit
der externen Unternehmensumwelt verknüpft werden. Es müssen auch
schwache Signale, d.h. nur unscharf strukturierte Informationen,
herausgefiltert werden. Mögliche kritische Ereignisse sind meist
das Ergebnis eines längeren Prozesses, der lange Zeit vorher oft
nur durch schwache Signale auf sich aufmerksam zu machen
beginnt:

Mit der Methode des Scannings werden wie mit einem
„strategischen Radar“ quasi mit einem 360-Grad-Suchverfahren
bestimmte Raster im Umfeld nach schwachen Signalen abgetastet. Hat
man mit diesem Scanning schwache Signale empfangen, die Hinweise
auf kritische Ereignisse sein könnten, schließt sich im zweiten
Schritt ein Monitoring an. Hierbei handelt es sich um einen
analytischen Diagnoseprozess, um zusätzliche und tiefergreifende
Informationen zum dem georteten Signal dazugewinnen zu können:

Die Methode der „leading indicators“ versucht mögliche Nachteile
rein statistischer Verfahren dadurch zu umgehen, indem „Anzeiger“
Informationen über Ereignisse aufnehmen und dann in Signale
umsetzen sollen. Die jeweils als Frühwarnindikatoren ausgewählten
Beobachtungsfelder müssen flexibel an sich ändernde
Rahmenbedingungen angepasst werden.

4 Strukturen der Gegenwart und mögliche Störereignisse der Zukunft
Zukunft = vorweggenommene Gegenwart: da Strategien immer Zukunft
sind, ergibt sich hieraus die Frage nach Mess- und
Quantifizierbarkeit von Zukunft. Zukunft beinhaltet aber auch immer
die Komplexität mit zahlreichen finanziellen und nichtfinanziellen
Aspekten. Zukunft entwickelt sich in Prozessketten aus dem Heute,
d.h. zur Quantifizierung von Zukunft müssen die in diese Zukunft
führenden Prozessentwicklungen und deren Ursachen analysiert
werden, d.h.: durch Messung der früher gelegenen Faktoren die
Zukunft der später folgenden Faktoren messen. Um eine
Wahrscheinlichkeit zu ermitteln, verknüpft ein Entscheider jedes
Ereignis mit einer Eintrittsmöglichkeit zwischen 0 und 1, d.h: ein
Ereignis ist umso wahrscheinlicher, je mehr seine
Wahrscheinlichkeit sich dem Wert 1 annähert.

Bild1127
In der Geschäftswelt ist jede Art
der Entscheidungsfindung immer auch ein Abwägen von Chancen und
Risiken. D.h. es gilt die Formel: Erfolg = Summe
richtiger Entscheidungen.
Während in den Strukturen der Gegenwart Störereignisse meist
noch keine Rolle spielen, nehmen mit zunehmender Erweiterung dieses
Zukunftstrichters gleichzeitig die Ungewissheit von Informationen
und damit auch die Unsicherheit hinsichtlich des Eintreffens von
Voraussagen zu. Dabei müssen für komplizierte Strukturen in der
Abfolge der Prozessketten die zwischen ihnen bestehenden
Zusammenhänge vom Entscheider definiert und transparent gemacht
werden:

5 Tsunami-Effekt kopierter Personal-Auswahlkriterien
Das Band zu den individuellen Leistungen und Fähigkeiten eines Managers ist oft so locker, dass es kaum noch wahrnehmbar ist, manchmal gibt es überhaupt keines. Wenn beispielsweise der Vorstand eines Konzern innerhalb eines Jahres Millionenbeträge im hohen zweistelligen Bereich einstreichen darf. Und das nur aufgrund von Finanzspekulationen und Wetten, d.h. ohne Zusammenhang mit realwirtschaftlichen Leistungen. In einem System, in dem Man...
Inhaltsverzeichnis
- 1 Personalbilanz bündelt Potenziale
- 2 Träger von Fähigkeiten und Besitzer von Erfahrungen
- 3 Erfolg = Summe richtiger Entscheidungen
- 4 Strukturen der Gegenwart und mögliche Störereignisse der Zukunft
- 5 Tsunami-Effekt kopierter Personal-Auswahlkriterien
- 6 Planungskompetenz Fremdbild- und Eigenbildanalyse
- 7 Planungskompetenz komplexe Kaufentscheidungsprozeduren
- 8 Planungskompetenz Reputationsmanagement
- 9 Planungskompetenz Kundenwahrnehmung
- 10 Planungskompetenz Frühwarninformationen
- 11 Planungskompetenz Marktausschöpfung
- 12 Planungskompetenz Bestimmung Wettbewerbsposition
- 13 Planungskompetenz Konkurrenzanalyse
- 14 Planungskompetenz Berechnung Kaufkraftkennziffern
- 15 Planungskompetenz Branchenanalyse
- 16 Planungskompetenz Kundenverhalten
- 17 Planungskompetenz Umfeldbeobachtung
- 18 Planungskompetenz Economic Value Added EVA-Konzept
- 19 Planungskompetenz Return on Capital Employed (ROCE)
- 20 Planungskompetenz Potenzialanalyse
- 21 Planungskompetenz Außenorientierung der Unternehmensplanung
- 22 Planungskompetenz Kundenwertbezogene Strategie
- 23 Planungskompetenz Servicequalität und Durchlaufzeit
- 24 Planungskompetenz Qualitäts-Reifegrad Konzept
- 25 Planungskompetenz der Ressource "Zeit"
- 26 Ideenmanagement und Erfahrungsaustausch
- 27 Kritische Risikoschwellen
- 28 Konzept der Vorsichtslinie
- 29 Dem Absturz einer "worst-case"-Insolvenz vorbeugen
- 30 Offensiv oder defensiv agieren ?
- 31 Option, um sich Zeit kaufen zu können
- Impressum
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