Hibbdebach bis Dribbdebach
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Hibbdebach bis Dribbdebach

222 Stadtteilbeinamen und -klischees von Applebeach bis Zickzackhausen

  1. 132 Seiten
  2. German
  3. ePUB (handyfreundlich)
  4. Über iOS und Android verfügbar
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Hibbdebach bis Dribbdebach

222 Stadtteilbeinamen und -klischees von Applebeach bis Zickzackhausen

Über dieses Buch

Im Buch werden für 45 Städte in Deutschland, Europa und der Welt vorhandene Stadtteilbeinamen aufgelistet und ihre Entstehung erklärt, vom 'Land der aufgehenden Sonne', bis 'Ellenbogenhausen'. Auf Stadtteile, die international als Synonym für gewisse Eigenschaften von Stadtvierteln gelten, wie die Bronx, Montmartre und Kreuzberg wird speziell eingegangen. Ein Buch für alle, die sich für Großstädte und ihre Stadtteile interessieren.

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Information

Jahr
2019
ISBN drucken
9783839110225
eBook-ISBN:
9783732212354

1. Stadtteilbeinamen Deutschland

1.1 Berlin und östliche Bundesländer

Vermischtes zu Stadtteilen verschiedener Städte
Halle-Neustadt
Halle-Neustadt wird von der Bevölkerung auch HaNeu, beziehungsweise Hanoi genannt. Das zu DDR Zeiten als Stadt der Chemiearbeiter gegründete Halle-Neustadt war erst Stadtteil von Halle (welches so vernachlässigt wurde, dass die Bewohner sagten ‚Ruinen schaffen, ohne Waffen‘), wurde 1967 dann zur eigenständigen Stadt und schließlich 1990 wieder nach Halle eingemeindet.
Rostock-KTV
Die Kröpeliner-Tor-Vorstadt in Rostock wird oft einfach zu KTV abgekürzt.
Potsdam-Babelsberg
Babelsberg hieß ursprünglich Nowawes. Doch der aus dem Tschechischen kommende Name - hier hatte Friedrich II. einst böhmische Weber ansiedeln lassen - der bis 1938 selbstständigen Stadt klang den Nazis zu undeutsch. Nowawes wurde deshalb 1938 in Babelsberg umbenannt. 1939 verschwand der neue Stadtname dann schon wieder, denn Babelsberg wurde nach Potsdam eingemeindet.
Jena-Lobeda
Die Kirchengemeinde im Jenaer Stadtteil Lobeda lockt mit dem Motto: Lebe hier, lobe da.
Studenten singen übrigens: In Jene lebt sich´s bene.
Berlin
Stadtviertel Spitzname/Verballhornung
Adlershof Ahof
Charlottenburg Charlottengrad (historisch)
Hohenschönhausen Hohenschönweitdraußen
Karlshorst Dahlem des Ostens
Köpenick Waschküche Berlins (einst)
Kreuzberg X-Berg, Klein-Istanbul
Lankwitz LA
Märkisches Viertel Merkwürdiges Viertel
Nord-Neukölln Kreuzkölln
Oberschöneweide Oberschweineöde
Prenzlauer Berg Prenzelberg
Reinickendorf R-Dorf
‘36 brennt, 61 pennt.’
Berlin, die Hauptstadt der Spitznamen, weist etliche originelle Stadtviertelbeinamen und -verballhornungen auf. Oberschöneweide, Ortsteil des Bezirks Treptow-Köpenick, wird in Berlin auch Oberschweineöde genannt, Hohenschönhausen wegen seiner peripheren Lage auch Hohenschönweitdraußen und das Märkische Viertel wird zum Merkwürdigen Viertel. In anderen Fällen verkürzt der Berliner Volksmund Stadtviertelnamen, so Reinickendorf zu R-Dorf, Adlershof zu Ahof, Lankwitz zu LA und Kreuzberg zu X-Berg. Angesichts hoher türkischer Bevölkerungsanteile gibt es den Witz, der Stadtteil müsste bald in Halbmondberg umbenannt werden. Zu Mauerzeiten war Kreuzberg in die Postzustellbezirke SO 36 und SW 61 aufgeteilt. SO 36 galt als das eigentliche alternative Kreuzberg, mit vielen aus Westdeutschland zugewanderten jungen Aussteigern, während SW 61 gesetzter war. Deshalb gab es den Spruch ‚36 brennt, 61 pennt‘. Nach der Wende wurde der Prenzlauer Berg zum Szeneviertel. Dort haben die einst jungen Zuwanderer mittlerweile Familien gebildet, Nachwuchs stellt sich ein. Wegen des Kindersegens wird das Viertel mittlerweile Pregnancy Hill (oder Pregnant Hill) genannt.
Während sich der Prenzlauer Berg immer mehr verbürgerlicht und auch Kreuzberg sich zunehmend gentrifiziert, wandelte sich in den letzten Jahren das nördliche Neukölln zum Szeneviertel. Hier siedeln sich immer mehr Galerien und Künstler an. Wegen seiner Ähnlichkeit zum früheren Kreuzberg wird Nordneukölln bereits Kreuzkölln genannt. Die Berliner Programmzeitschrift Tip nannte Nordneukölln im März 2010 die ‚Lower East Side‘ Berlins. Neukölln insgesamt gilt, besonders außerhalb Berlins, jedoch immer noch als Problemviertel mit hohem Anteil schlecht integrierter Migranten und steht beinahe schon für das deutsche Äquivalent zur Bronx. Interessanterweise hieß Neukölln früher Rixdorf und wurde extra umbenannt, um seinen schlechten Ruf abzuschütteln. Als Rixdorf, wie Neukölln bis 1912 hieß, war der Ort eine selbstständige Vorstadt von Berlin und Inbegriff frivoler Unterhaltung (‚in Rixdorf ist Musike‘). Acht Jahre nach der Umbenennung wurde Neukölln nach Großberlin eingemeindet.
Weil hier viele vor dem Kommunismus geflüchtete russische Exilanten wohnten (es gab sogar russische Tages- und Wochenzeitungen) hatte Charlottenburg in den 1920er Jahren den Beinamen Charlottengrad.
Im Zweiten Weltkrieg wurde Berlin durch seine Lage tief im Binnenland später bombardiert als westdeutsche Städte. Doch ab März 1944 flogen Bomber Angriff auf Angriff und vor allem westliche Stadtteile wurden zerstört. Charlottenburg kam zu dieser Zeit zum Spitznamen Klamottenburg. Das aus dem Rotwelschen stammende Wort Klamotte stand früher für einen zerbrochenen Ziegelstein und hatte noch nicht die weiteren Bedeutungen wie heute. Trümmerberge hatten deshalb nach dem Weltkrieg öfters den Spitznamen Mont Klamott. Weitere Spitznamen als Folgen der Bombardierung waren Trichterfelde (für Lichterfelde), Steht nix (Steglitz) und Wimmersdorf (Wilmersdorf). Andere wenig zerstörte Viertel im Westen blieben Maßstab gutbürgerlicher Stadtteile. So wird Karlshorst als das Dahlem des Ostens bezeichnet, Frohnau als das Zehlendorf des Nordens.
Im Osten Berlins siedelten sich einst in der gewässerreichen Vorstadt Köpenick zahlreiche Betriebe an, die die Wäsche aus Berlin reinigten. Köpenick hatte deshalb einst den Spitznamen Waschküche Berlins.
Mit der Schaffung von Groß-Berlin im Jahre 1920 kamen Stadtgebiete zu Berlin, die so weit von der inneren Stadt entfernt waren, dass sie im Berliner Jargon mit jwd bezeichnet wurden,(‚jannz weit draußen‘). JWD ist auch der Vorort Wandlitz, zu DDR-Zeiten Wohnort zahlreicher SED-Funktionäre. Da sie Dienstfahrzeuge der Marke Volvo fuhren, hatte Wandlitz in Ostberlin den Spitznamen Volvograd. Auch der Stadtteil Pankow wurde mit dem DDR-Regime assoziiert, so in Udo Lindenbergs Song ‚Sonderzug nach Pankow‘. Im Herzen Berlins an der Spree liegt das in den 1980ern wieder aufgebaute Nikolaiviertel, zu DDR-Zeiten auch ‚sozialistisches Disneyland‘ genannt.
Dresden
Stadtteil Beiname, Verballhornung
Blasewitz Goldstaubviertel
Friedrichstadt Topflappenviertel
Cotta Frosch-Co...

Inhaltsverzeichnis

  1. Inhaltsverzeichnis
  2. Vorwort
  3. 1. Stadtteilbeinamen Deutschland
  4. 2. Stadtteile Österreich, Schweiz
  5. 3. Stadtteilbeinamen Europa
  6. 4. Stadtteilbeinamen Welt
  7. 5. Synonymstadtviertel
  8. 6. Klein...
  9. 7. Stadtteile und Zahlen
  10. 8. Grenzlinien und Gefälle
  11. 9. Essen und Trinken
  12. Anhang
  13. Weitere Informationen
  14. Impressum

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