Ärgern Sie sich manchmal über die niedrigen Zinsen oder unpersönliche Behandlung in Ihrer Bank? Sie würden das gerne ändern, aber es fehlt Ihnen an Alternativen? Dann ist dieser Ratgeber genau richtig für Sie. Sie lesen, worauf Sie achten müssen und wie Sie künftig bessere Ergebnisse erzielen. Ihr Geld braucht diesen Ertrag und Sie können dafür sorgen.

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33 Geheimnisse, die Ihnen Ihre Bank zum Thema Geldanlage nicht verrät
...und wie Sie dennoch eine sinnvolle Geldanlage für sich finden.
- 120 Seiten
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33 Geheimnisse, die Ihnen Ihre Bank zum Thema Geldanlage nicht verrät
...und wie Sie dennoch eine sinnvolle Geldanlage für sich finden.
Über dieses Buch
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Information
1. Einlagensicherungsfonds
Schlachten wir gleich eine „heilige Kuh“: den Einlagensicherungsfonds.
Was ist der Einlagensicherungsfonds?
Der Fonds besteht seit 1998 und ist eine freiwillige Einrichtung des Bundesverbandes deutscher Banken. Die ersten 100.000 Euro Guthaben bei einer Bank werden anderweitig abgesichert, nämlich durch die gesetzliche Sicherung der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken. Der Einlagensicherungsfonds gilt also nur für höhere Beträge als 100.000 Euro.
Problematisch könnte sein, dass der Bankkunde im Falle einer Bankeninsolvenz selbst gar keinen Rechtsanspruch auf Leistungen des Einlagensicherungsfonds hat (z. B. BGH-Urteil vom 18.03.2008 XIZR454/06).
Den meisten Bundesbürgern ist dieses Instrument erst durch die Finanzkrise bekannt geworden. Gerade die Verbraucherschützer und Hermann-Josef Tenhagen, ehemaliger Chefredakteur der Zeitschrift Finanztest, haben nach der Lehman-Insolvenz jede Talkshow im Deutschen Fernsehen dazu genutzt darauf hinzuweisen, dass Sie als Kunde unbedingt darauf achten müssen, dass Ihre Bank Mitglied im Einlagensicherungsfonds ist. Nur dann sei Ihr Geld auch im Falle einer Insolvenz der Bank bei Beträgen von über 100.000 Euro wirklich abgesichert.
Somit ist die Aussage, dass Geld nur dann sicher sei, wenn Ihre Bank Mitglied im Einlagensicherungsfonds ist, zwar irgendwie richtig und gleichzeitig völliger Unsinn. Warum ist das so? Gemäß den Statuten des Einlagensicherungsfonds, nachzulesen unter www.bankenverband.de, müssen die Banken einen Betrag von 0,6 Prozent ihrer Einlagen als Umlage an den Einlagensicherungsfonds leisten. Bis zum Jahr 2014 erhielt jeder Bankkunde eine Sicherheit in Höhe von 30 Prozent des haftenden Eigenkapitals der jeweiligen Bank.
Die erste Aufälligkeit sind die neuen Regeln, die man still und heimlich aufstellte und die kein Verbraucherschützer bisher in einer Talkshow verbreitet hat, nämlich dass diese Sicherung zusammengestrichen wird. So gelten künftig folgende Grenzen: Bis zum 31.12.2019 werden noch 20 Prozent abgesichert, bis zum 31.12.2024 nur noch 15 Prozent und ab 1.1.2025 werden für jeden Kunden nur noch 8,75 Prozent des haftenden Eigenkapitals garantiert. Da darf man doch mal die Frage stellen, warum.
Aber selbst wenn man den ursprünglichen Wert von 30 Prozent betrachtet, muss man sich doch Folgendes fragen: Wenn der Einlagensicherungsfonds für jeden Kunden 30 Prozent des Eigenkapitals der Bank garantiert, was passiert, falls eine Bank mehr als vier reiche Kunden hat? Und noch eine Frage ist an dieser Stelle interessant: Nirgendwo findet man eine Angabe darüber, wie groß der Fonds überhaupt ist, das heißt, wie viel Geld hier vorhanden ist.
Dazu noch ein paar Zahlen: Laut der letzten Statistik aus dem Jahre 2012 betrug das Geldvermögen der privaten Haushalte über 4,9 Billionen Euro. Davon sind über 40 Prozent in Sparbüchern, Tagesgeld & Co deponiert. Das sind über zwei Billionen Euro. Glauben Sie allen Ernstes, dass auch nur ein Bruchteil von zwei Billionen Euro wirklich im Einlagensicherungsfonds liegt? Und wie wertvoll ist eine Garantieleistung, wenn der Garantiegeber das, was garantiert werden soll, gar nicht hat? Was ist eine solche Garantie aus Ihrer Sicht noch wert? Fragt man beim Bankenverband einmal nach, wie hoch das Kapital nun tatsächlich ist, erhält man die Antwort, dass diese Information „vertraulich“ sei. Wie kann das sein? Es geht doch um das Sicherheitsgefühl der Menschen und um deren Vermögen. Würde das Sicherheitsgefühl möglicherweise Schaden nehmen, wenn man wüsste, wie gering dieser Fonds nun tatsächlich mit Kapital ausgestattet ist? Ist das vielleicht der Grund?
Alternativ dazu stelle man sich vor, eine deutsche Versicherungsgesellschaft solle ein Risiko absichern. Die Gesellschaft muss genau darlegen, wie sie das Risiko bezifert und mit welchen Mitteln sie im Zweifel in der Lage ist, die Schadenszahlung vorzunehmen. Das Bundesaufsichtsamt würde es wohl kaum zulassen, wenn die Versicherung bei der Prüfung der Zahlungsfähigkeit schreiben würde, diese Angabe sei „vertraulich“.
Es ist mir unbegreiflich, dass man auf der einen Seite immer wieder auf die Sicherheit des Einlagensicherungsfonds hinweist, ohne das mit einfachen Zahlen zu belegen, wie real diese Sicherheit ist. Die Regierung und die Verbraucherschützer haben in den Monaten nach der Lehman-Insolvenz ein solches Medienfeuerwerk abgeschossen, dass alleine der Begriff des Einlagensicherungsfonds jedem Anleger bekannt ist. Obwohl es diesen Einlagensicherungsfonds schon zehn Jahre gab, hatte zuvor nie ein Kunde davon Kenntnis genommen oder danach gefragt.
Das Problem ist also, dass nur mit der Einrichtung eines solchen Fonds noch keine Sicherheit geschaffen ist. Zunächst einmal muss Geld angesammelt werden. Das ist angesichts der relativ kurzen Zeit und angesichts der riesigen Summen an Kundeneinlagen bei deutschen Banken eine große Herausforderung. Vielleicht sind auch deswegen die Informationen zu den tatsächlichen Sicherheiten streng geheim.
Aber auch andere Aspekte spielen eine Rolle: Wir mussten in der Folge der Bankenkrise erleben, dass eine Kettenreaktion ausgelöst wurde. Schwankt ein Unternehmen, dann kommen die anderen ebenfalls sehr schnell ins Straucheln. Im Krisenfall wird es deswegen nicht ein einzelnes Institut geben, welches gerettet werden muss, sondern gleich eine große Anzahl. Das bedeutet, dass auch eine entsprechend große Geldmenge zur Verfügung gestellt werden muss.
Gehen wir also bestenfalls davon aus, dass der Einlagensicherungsfonds tatsächlich die gesamten 2 Billionen Euro an Vermögen hat und diese aufgrund mehrerer Bankeninsolvenzen auszahlen würde. Was würde Ihrer Meinung nach passieren? Nur mal zum Vergleich: 2 Billionen Euro sind das Volkseinkommen aller Menschen und Unternehmen der Bundesrepublik Deutschland im Jahr (Angaben des Statistischen Bundesamtes vom 25.08.2015). Können Sie sich vorstellen, dass dies eine Auswirkung auf die Preise hätte, wenn plötzlich derart viel Geld „auf den Markt“ geworfen werden würde? Was könnten Sie sich dann von diesem Geld noch kaufen?
Das sind weder schöne noch angenehme Gedanken, mit denen ich Sie hier konfrontiere. Aber nur weil es nicht gut klingt, ist es noch lange nicht falsch.
Der Einlagensicherungsfonds ist eine gute Hilfe, wenn ein einzelnes Unternehmen wegen individueller Fehler in die Krise gerät. Dann können die umstehenden Banken helfen und den Kunden die Einlagen immer noch auszahlen. Geht es jedoch um gravierende Probleme des Systems, dann ist kein Fonds in der Lage, dies auszugleichen. Man muss sich dessen bewusst sein, um am Ende nicht vom schönen Schein geblendet zu werden.
Ich bin nicht der Meinung, dass das Bankensystem und damit Ihre gesamten Einlagen gefährdet sind und die Banken gerade kurz vor der Insolvenz stehen. Doch sollte man von der Idee abkommen, dass hier eine reale Sicherheit besteht. Diese ist nicht vorhanden. Als Versprechen schon, in der Realität jedoch leider nicht.
2. Sparbuch und Tagesgeldkonto
Das gute alte deutsche Sparbuch: Man dachte zur Jahrtausendwende schon, man könne es getrost abschaffen, weil jeder sich binnen kürzester Zeit selbst mit einer paar Aktienkäufen zum perfekten Geldstrategen entwickeln konnte. Beratung war scheinbar auch nicht relevant − und so hatten das gerade in Mode gekommene Internet und die neuen Online-Banken ihre ersten Erfolge.
Mit dem Zusammenbruch des Neuen Marktes und dem Absturz des DAX von 8000 Punkten auf etwas über 2300 saß der Frust bei den meisten Neuanlegern tief. Nachdem während der vorangegangenen Monate in jeder Bar abends die neuesten Börsentipps gehandelt wurden, hieß es dann „Bleib mir bloß weg mit Aktien“ und es gab nur noch einen Fluchtinstinkt – in Richtung Sparbuch und Tagesgeldkonto. Und genauso verhielt es sich nach der Lehman-Pleite im Jahr 2008 und dem Beginn der Finanzkrise, auch hier stieg die Anzahl der Sparbücher rapide an.
Was passierte da? Im Frühjahr 2003 erfolgte zum ersten Mal seit Jahrzehnten wieder ein regelrechter Run auf die Sparbücher, während der DAX auf den Tiefststand von 2300 Punkten fiel. Viele Menschen wollten die berühmten letzten 10.000 Euro retten, die ihnen jetzt noch verblieben waren. So lösten viele ihre Depots auf und gaben das Geld bei der Bank oder Sparkasse ab. Dumm nur: Vier Jahre später waren aus den 10.000 Euro auf dem Sparbuch im besten Falle gerade mal knapp 11.000 Euro geworden. Hätte man das Geld beispielsweise in einen Fonds für Deutsche Aktien investiert, wären aus den 10.000 Euro bereits wieder rund 35.000 Euro geworden.
Für einen guten Anlageberater gibt es bestimmte Ausschlusskriterien, wenn es um die Auswahl guter Produkte geht. An erster Stelle steht das Problem einer sehr geringen Verzinsung. Aber das ist ja nur die eine problematische Seite von Sparbuch und Tagesgeldkonto. Ein anderer Nachteil − insbesondere des Sparbuchs − ist die geringe Flexibilität. Meist sind nur 3000 Euro frei verfügbar, jeder höhere Betrag hat eine Kündigungsfrist von drei Monaten. Dabei ist es heute sicherlich schon skurril, einen solchen Vertrag aus dem letzten Jahrtausend abzuschließen. Als Kinder haben wir noch stolz unser Sparbuch gehütet, um es am Weltspartag mit ein wenig zusammengespartem Geld zur Bank zu tragen und dann inklusive Zinseintrag auf den neuesten Stand zu bringen. Heute wird selbst dies online und mit einer Scheckkarte abgewickelt.
Aber zurück zum Inhalt: Wenn Sie heute bei Google den Begriff „Tagesgeldkonto“ eingeben, dann werden Ihnen rund 630.000 Treffer angezeigt. Davon ist das Meiste Werbung oder es sind Vergleichsseiten wie „Finden Sie die besten Tagesgeldkonditionen!“.
Diese Angebote enthalten oft diverse Mängel. Da gilt das Angebot häufig nur noch zwei Wochen, während Sie ihr Geld vielleicht erst in drei Wochen frei bekommen, um es dann einzahlen zu können. Die genannten Zinsen sind meist nur für drei Monate garantiert und danach deutlich niedriger. Die Konditionen gelten zudem häufig nur für einen Betrag von 10.000 Euro, danach fallen die Konditionen teilweise um bis zu 90 Prozent. Oder die schlimmste aller Varianten, nämlich Koppelgeschäfte. Dann erhalten Sie einen um bis zu 2 Prozent höheren Tagesgeldzinssatz, wenn Sie einen mindestens gleich hohen Betrag in einen Investmentfonds investieren, für den Sie erst einmal 5 Prozent Ausgabe-Aufschlag zahlen müssen. Da können Sie sich die Zinsen auch gleich selbst auszahlen, das wird billiger.
Natürlich haben insbesondere die Tagesgeldkonten eine Daseinsberechtigung. Sie bieten einen Zins und eine hohe Verfügbarkeit. Sie sollten jedoch nur die notwendigen Reserven hier parken. Solche Klassiker wie eine größere Autoreparatur bei gleichzeitigem Ersatz der Waschmaschine, die immer im falschen Moment kaputt geht. Beträge, die hierfür notwendig sind, die sollten Sie auf diese Art und Weise in Reserve haben. Das sind je nach Einkommen und eigenem Sicherheitsgefühl vielleicht Beträge von 5000 Euro bis 10.000 Euro.
Ich bin immer wieder erstaunt, dass auch wir Anfragen nach Tagesgeldkonditionen bekommen. Die Menschen vergleichen die Zinssätze für Tagesgeldkonten tatsächlich sehr intensiv, was man auch an den vielen Vergleichsportalen erkennen kann. Haben Sie sich einmal gefragt, wie wichtig eigentlich eine solche Information ist? Wenn Sie heute ein Angebot erhalten für ein neues Konto mit 0,5 Prozent Zinsen anstatt 0,2 Prozent, die Sie auf Ihrem aktuellen Konto erhalten, dann klingt das sehr verlockend. Viele sind dann bereit, das Konto zu wechseln, wenn auch die Bank im Einlagensicherungsfonds ist. Aber ab wann lohnt es sich wirklich?
Wenn auf Ihrem Tagesgeldkonto 25.000 Euro liegen, dann erhalten Sie bei 0,2 Prozent 50 Euro Zinsen im Jahr. Bei einem Zins von 0,5 Prozent sind es hingegen schon 125 Euro. Haben Sie Ihren Freibetrag bereits ausgeschöpft, beträgt die Differenz nach Steuern gerade mal 55,20 Euro im Jahr. Im Monat also 4,60 Euro. Dabei ist die Differenz von 0,3 Prozent im Beispiel schon sehr hoch. Dafür verwenden einige jedoch Stunden am Computer, um alle Vergleiche zu erfassen, füllen Formulare aus, gehen zur Post, weil sie sich mittels Post-ID bei dem neuen Institut identifizieren müssen. Sie müssen das alte Konto kündigen, werden dabei vielleicht noch mehrfach von einem Call-Center angerufen, dass Sie zur Kündigungsrücknahme bewegen will und so weiter. Steht dieser Aufwand wirklich im richtigen Verhältnis zu dem Ertrag?
Je größer Ihr Vermögen ist, desto eher müssen Sie natürlich auf jeden 0,1 Prozentpunkt achten. Aus diesem Grund empfehle ich nur die oben genannten Beträge auf diese Art und Weise als Reserve zu parken. Größere Summen benötigen andere Alternativen.
3. Überraschung: Es gibt noch Zinsen!
Im November 2014 meldeten die ersten Banken sogenannte Negativzinsen für Sparguthaben. Kunden, die mehr als 500.000 Euro auf dem Konto haben, müssen für die Hinterlegung des Geldes Gebühren bezahlen, anstatt Zinsen zu erhalten.
Auch die Fondsgesellschaften zahlen mittlerweile für ihre Guthaben. Man muss sich das einmal vorstellen, wie sich das auf einen Fonds mit einem Volumen von 5 Mrd. Euro auswirkt, der 15 Prozent als sogenannte Cash-Quote hält. Da gehen plötzlich tausende Euro als Gebühren an die Bank, anstelle einer Auszahlung von Zinsen. Eine völlig neue Welt.
Gleichzeitig gilt der Satz aus der Überschrift dieses Kapitels: Ja, es gibt noch Zinsen – nur nicht bei der Bank. Um dies zu verstehen, muss man sich die wirtschaftlichen Zusammenhänge vor Augen führen. Der Wirtschaftskreislauf funktioniert, vereinfacht dargestellt, wie folgt: Menschen geben der Bank das Geld, diese vergibt Darlehen an die Wirtschaft, diese wiederum stellt – dadurch finanziert – Produkte her und verkauft diese, wodurch Menschen beschäftigt werden, Einkommen beziehen und Steuern zahlen können. Die Unternehmen zahlen Zinsen an die Bank und diese zahlt Zinsen an die Kunden aus, die zuvor das Geld investiert haben.
Nun ist es so, dass nach der großen Finanzkrise 2008/2009 die Unternehmen weltweit wieder gutes Geld verdienen. Die Banken, die das Geld vergeben, verdienen auch alle wieder gut. Nur der einfache Kunde bekommt vom großen Kuchen im Moment einfach nichts mehr ab. Die EZB (Europäische Zentralbank) flutet die Märkte mit Geld, was zur weiteren Absenkung des Zinsniveaus führt. Davon profitieren in erster Linie die Staaten, die die größten Schuldner von allen sind.
Aber es sind die vielen kleinen Geldanleger und Sparer, die der Bank das Geld leihen, die dieses Geld wiederum weiterverleihen kann. Und ausgerechnet diejenigen, die als Basis für den finanziellen Erfolg dienen, ausgerechnet diejenigen werden als letztes Glied in der Kette schlechter gestellt. Das ist zutiefst ungerecht.
Man stelle sich folgende Situation vor: Die Bank erhält von vielen verschiedenen Kunden insgesamt 100.000 Euro, wofür sie diesen je 1 Prozent Zinsen verspricht. Dieses Geld kann sie jetzt in Form eines Kredits an ein Unternehmen weitergeben. Dafür erhält die Bank 4 Prozent Zinsen.
Frage: Wie hoch ist der prozentuale Ertrag der Bank hier? Die meisten sagen im Beratungsgespräch sofort: 3 Prozent. Leider ist das falsch. Denn das eine Prozent Zins ist für die Bank ein Einkaufspreis und die 4 Prozent sind ein Verkaufspreis für das Geld. Das Geld ist die Ware, die hier mit den Zinsen bezahlt wird. Wenn ein Lebensmittelladen etwas für 1 Euro einkauft, um es dann für 4 Euro weiterzuverkaufen, dann ist der Ertrag 3 Euro, aber dies sind keine 3 Prozent. Die Mathematiker unter Ihnen haben es schon ausgerechnet: Es ist ein Aufschlag von 300 Prozent! Der Ertrag für die Bank hat sich vervierfacht.
Was ändert sich für die Bank, wenn diese Ihnen mitteilt, dass sie den Zins aufgrund des allgemeinen Markttrends auf 0,5 Prozent absenken müsse? Der Ertrag steigt nun (von 0,5 Prozent auf 4 Prozent) auf das Achtfache des Einsatzes! Die Bank kalkuliert somit eine Gewinnspanne von 700 Prozent! Übrigens aus Ihrem Geld.
Wir wollen hier die Banken nicht generell schlecht machen. Banken müssen Geld verdienen und das auskömmlich. Denn wenn sie es nicht tun, leiden alle darunter − das haben wir während der Finanzkrise deutlich erlebt. Nur darf man dabei aus unserer Sicht die Menschen nicht vergessen. Die Menschen, die als „kleine“ Kunden der Bank das Geld zur Verfügung stellen, welches diese nutzt, um ihre Geschäfte zu machen. Und es geht aus unserer Sicht nicht an, dass ausgerechnet diese Kunden derart von dem Ertrag, der durch ihr Geld erwirtschaftet wird, ausgeschlossen werden. Das haben sie nicht verdient.
Der Punkt ist ja der: Das Geld wird verdient. Auch heute noch. Die Unternehmen und Banken auf dieser Erde verdienen alle wieder gutes Geld. Und das ist doch auch gut, schließlich können nur so die deutlich gestiegenen Gehälter, die wir zuletzt sehen konnten, auch bezahlt werden. Es darf nur aus unserer Sicht nicht sein, dass allein Banken und Unternehmen Geld verdienen und ausgerechnet diejenigen, die ihnen das Geld dafür zur Verfügung stellen, davon nichts meh...
Inhaltsverzeichnis
- Inhaltsverzeichnis
- Vorwort
- 1. Einlagensicherungsfonds
- 2. Sparbuch und Tagesgeldkonto
- 3. Überraschung: Es gibt noch Zinsen!
- 4. Bausparen
- 5. ETFs
- 6. Zertifikate
- 7. Investmentfonds
- 8. AGB der Banken
- 9. Verlust von Eigentum
- 10. Kleinkredite
- 11. Provisionen
- 12. Schufa
- 13. Inflation
- 14. Rendite
- 15. Sicherheit
- 16. Altersvorsorge
- 17. Baufinanzierung
- 18. Sondertilgung
- 19. Riester-Rente
- 20. Bruttobeitragsgarantie
- 21. Basis- oder Rürup-Rente
- 22. Betriebliche Altersversorgung
- 23. Lebensversicherung
- 24. Gold
- 25. Unternehmerische Beteiligung
- 26. Genussrechte
- 27. Nachrangdarlehen
- 28. Beratungsprotokoll
- 29. Verbraucherzentralen
- 30. Immobilien als Kapitalanlage
- 31. Das Finanzamt – die Suche nach Steuerspar-Objekten
- 32. Ethik und Moral
- 33. Finanzberater 3.0
- Resümee
- Impressum
Häufig gestellte Fragen
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