Tipps für Eltern von A bis Z
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Tipps für Eltern von A bis Z

Ein kleines Erziehungsratgeber-Lexikon

  1. 156 Seiten
  2. German
  3. ePUB (handyfreundlich)
  4. Über iOS und Android verfügbar
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Tipps für Eltern von A bis Z

Ein kleines Erziehungsratgeber-Lexikon

Über dieses Buch

Die Tipps für Eltern von A bis Z bringen auf den Punkt, worauf es in der Erziehung von Kindern ankommt.Für Eltern, die nicht mehrere Bücher zu verschiedenen Themen lesen wollen, sondern das Wesentliche zur Erziehung in einem Taschenbuch.Empfehlenswert auch für alle, die mal Eltern werden wollen oder in Ausbildung oder Beruf mit Erziehungsfragen zu tun haben.

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Information

Jahr
2014
ISBN drucken
9783735747174
eBook-ISBN:
9783735713209

Sauberkeit

Kinder haben Spaß daran, sich auch mal schmutzig zu machen. Das hat damit zu tun, dass so elementare Dinge des Lebens und der Natur wie Erde und Wasser besonders in seinen Mischformen Kindern besonders viel Spaß machen: mit Erde, Matsch und nassem Sand können Kinder wunderbar bauen, in Regenpfützen toll stapfen und spritzen. Auch saftig grünes Gras oder bunte Farben beispielsweise von Beeren hinterlassen ebenso leicht ihre Spuren auf der Kleidung der Kinder. Wenn Eltern all das als Ausdruck der Lebensfreude ihres Kindes verstehen, werden sie die dadurch entstehende Mehrarbeit bei der Wäsche leichter in Kauf nehmen.
Manche Eltern haben Sorge davor, dass Kinder, die mit Schmutz in Berührung kommen und damit eventuell auch mit Krankheitserregern, davon krank werden könnten. Erwiesen ist gerade das Gegenteil: Kinder, die viel draußen in der Natur spielen und dabei auch mit einer Vielzahl von Erregern in Berührung kommen, aktivieren dadurch ihr eigenes Immunsystem, stärken ihre Abwehrkraft und sind damit in der Regel gesünder als andere Kinder. Zudem bilden Kinder, die viel draußen in der Natur spielen, erheblich besser ihre sensorischen und motorischen Fähigkeiten aus. Bewegung auf natürlichem, unebenem Gelände, Klettern auf Bäumen, Graben im Sand oder in der Erde fordern alle Sinne und Muskeln des Kindes und fördern auf diese Weise seine Gesundheit. Ermahnungen für Kinder, sich nicht schmutzig machen zu dürfen, sind in diesem Sinne nicht nur Spaßverderber für das Kind, sondern beeinträchtigen ihre gesunde Entwicklung.
Eine gesundheitliche Beeinträchtigung kann auch durch zu häufiges Baden gegeben sein. Einmal wöchentliches Baden ist gesünder für das Immunsystem der Haut als ein tägliches Bad. Natürlich sollte sich ein Kind jeden Tag waschen und morgens und abends die Zähne gründlich putzen.
Tipp: Ein Kind, das Spaß am Leben hat, macht sich gerne mal schmutzig. Übertriebene Reinlichkeit führt nicht zu mehr, sondern zu weniger Gesundheit.

Selbst Möglichkeiten entscheiden und gestalten: zwei

Eltern machen es sich in der Erziehung oft unnötig schwer. In der guten Absicht, das Beste für ihr Kind zu wollen, streben sie die vermeintlich beste Lösung für ihr Kind an. Dabei geraten sie dann leicht in eine kämpferische Auseinandersetzung mit ihrem Kind, da ein Konflikt zwischen dem Willen des Kindes und dem Willen der Mutter oder des Vaters entsteht.
Ein Kind merkt schnell, was Eltern wollen und dass es nicht das ist, was es selbst will. Erwachsene sind in der mächtigeren Position aufgrund einer Vielzahl von Faktoren: Größe, Kraft, Erfahrung, Geld usw. Das Kind hat aber ein gesundes Streben, eigene Wege zu gehen und damit Autonomie und Ich-Stärke zu entwickeln. Auch ist es nützlich für das Kind im weiteren Verlauf seines Lebens, sich selbst und seine eigenen Gefühle, Wünsche und Bedürfnisse wahrzunehmen. Das ist sogar sehr zentral für eine gute seelische Entwicklung und Gesundheit.
Was also tun, um sowohl den gesunden kindlichen Bedürfnissen einerseits und den Absichten der Eltern andererseits gerecht zu werden?
Das ist gar nicht so schwer, wie es zunächst den Anschein hat und doch für viele Eltern sehr ungewöhnlich.
Eltern können ihrem Kind im Rahmen der Möglichkeiten, Grenzen und des eigenen Erlaubnisspielraumes zwei Alternativen zur Auswahl anbieten, aus denen es sich frei eine Möglichkeit auswählen darf. Das erfordert von den Eltern lediglich einige Kreativität, ändert die psychische Situation für das Kind aber grundlegend. Es fühlt sich nicht von den Eltern bestimmt, sondern darf zwischen zwei Möglichkeiten entscheiden. Es darf gestalten. Und es ist gedanklich sofort mit der Abwägung dieser zwei Möglichkeiten beschäftigt. In der Regel wird es sich diese unverhoffte Entscheidungsmöglichkeit nicht mehr nehmen lassen und für eine Möglichkeit davon entscheiden. Und die Eltern haben in kürzester Zeit gemeinsam mit ihrem Kind vieles gleichzeitig erreicht: eine stressfreie Problem- bzw. Konfliktlösung, ein meistens entspanntes, oft sogar stolzes Kind aufgrund der eigenen Gestaltung, das eine neue Portion Selbstbewusstsein getankt hat und nicht zuletzt zufriedene und auch entspannte Eltern.
Ein Beispiel: Die Eltern sind der Ansicht, dass trotz des schlechten Wetters noch frische Luft für die Familie wichtig ist, das Kind hat wenig Lust rauszugehen. Dann können die Eltern dem Kind beispielsweise die Wahl zwischen einer kleinen Fahrradtour oder einem sportlichen Spiel im Garten oder im Park anbieten.
Tipp: Eltern können ihrem Kind im Rahmen der Möglichkeiten, Grenzen und des eigenen Erlaubnisspielraumes zwei Alternativen zur Auswahl anbieten, aus denen es sich frei eine Möglichkeit auswählen darf.

Selbst-bewusst-sein

Natürlich ist es wunderbar, etwas gut zu können, Fähigkeiten zu haben oder einfach nur stark zu sein mit Muskelkraft. Ein Kind strebt zumeist nach solchen Stärken und träumt davon, zum Beispiel mal eine Sängerin oder ein Fußballspieler (oder auch ein Sänger oder eine Fußballspielerin) zu werden. Das sind schöne Ziele, für die es sich lohnt, sich anzustrengen, zu üben und zu trainieren. Denn Ziele treiben voran und sind somit der Treibstoff des Ehrgeizes. Kinder haben noch ihre ganz altersgemäßen Größenphantasien, dass mal etwas Großartiges aus ihnen wird. Was bei Kindern in dieser Hinsicht noch angemessen ist, wäre bei einem Erwachsenen jedoch schon merkwürdig. Wenn die Achtjährige ein Lied trällert und erzählt, dass sie mal Sängerin werden möchte, ist es vermutlich bezaubernd und nett. Sollte eine 30-jährige, die nur halbwegs gut singen kann, noch von einer Gesangskarriere träumen, würden wir uns zumindest wundern.
Was ist der Unterschied? Der Unterschied hat mit dem Selbstbewusstsein (im Wortsinn: Selbst-bewusst-sein) zu tun. In der Entwicklung vom Kind zum Erwachsenen bilden wir unser Selbstbewusstsein. Durch die liebevolle Begleitung der Eltern und deren lobende, aber auch realistische Rückmeldungen lernt das Kind und die (und der) Jugendliche sich selbst immer besser kennen und lernt dabei auch seine Stärken und Schwächen genauer kennen. Das erworbene Selbstbewusstsein bedeutet nicht einen hohen Selbst-Wert an sich, sondern eine realistische Selbsteinschätzung, die jedoch Selbstsicherheit und Selbstvertrauen mit sich bringt. Denn nur wer sich selbst gut kennt und sich selbst richtig einschätzen kann, kann sich selbst sicher sein, sich selbst vertrauen und verirrt sich so nicht im Leben. Zumeist wirkt eine angemessene Selbsteinschätzung auch auf andere sympathischer als eine Selbstüberschätzung. Die positive Resonanz von anderen kann dann gemeinsam mit dem Selbstbewusstsein zu einer guten Selbstachtung führen.
Tipp: Was wirkliches Selbst-bewusst-sein ausmacht, ist (im Wortsinn) sich seiner selbst bewusst zu sein. Sich selbst gut zu kennen und einschätzen zu können, ist eine sehr nützliche Stärke.

Sexualität

Bei kaum einem anderen Thema sind viele Eltern so unsicher wie bei der Sexualität und der sexuellen Entwicklung der Kinder und Jugendlichen. Das muss nicht schlecht sein, denn dadurch sind Eltern ihren Kindern gegenüber zurückhaltender als bei anderen Themen. Die natürliche Scheu, die mit dem Thema Sexualität verbunden ist, ist gut, um alles, was mit der sexuellen Entwicklung zu tun hat, langsam, behutsam und respektvoll anzugehen. Nicht gut ist es, wenn Grenzen überschritten werden, wenn jemand noch gar nicht so weit ist, jemand gedrängt wird, etwas zu tun, was sie oder er gar nicht möchte. Diesen grundsätzlichen Gedanken können Eltern ihren heranwachsenden Kindern vermitteln, damit diese in der Lage sind, in dieser Hinsicht gut auf sich selbst aufzupassen. Das eigene Tempo und die Selbststeuerung der Kinder und Jugendlichen sind für die Sexualität maßgeblich. Wenn erste sexuelle Erfahrungen im Jugendalter mit Unfreiwilligkeit verbundene Erfahrungen sind, kann das für lange Zeit traumatisierend sein und die sexuelle Erlebnisfähigkeit in hohem Maße beeinträchtigen. Deshalb ist genauso wichtig wie eine sexuelle Aufklärung über Körperlichkeiten und Verhütungsmethoden die erlernte Haltung der Freiwilligkeit und damit verbunden das Recht auf Abgrenzung, das heißt, Nein sagen und über sich selbst bestimmen zu dürfen. Wer mit diesen Maximen aufwächst, kann auch der Konkurrenz unter Jugendlichen besser widerstehen, wonach möglichst frühe sexuelle Erfahrungen Jugendliche vermeintlich besser positioniert auf dem Markt der Eitelkeiten, jedoch auf Kosten angemessener sexueller Erfahrungen.
Ein nicht zu unterschätzendes Problem für die sexuelle Entwicklung stellen zudem die vermarkteten Erotik- und Porno-Industrie-Filme dar, die hauptsächlich von männlichen Konsumenten angesehen werden, auch bereits in jüngerem Alter. Das zentrale Thema dabei ist, dass Sexualität darin überwiegend so dargestellt wird, wie sie idealerweise nicht sein sollte, nämlich mechanisch und seelenlos. Insbesondere die weibliche Sexualität wird zumeist in entwürdigender und unrealistischer Weise gezeigt. Derart präsentierte Sexualität kann über lange Zeit eine erbärmliche Prägung auf das Sexualverhalten junger Männer und Frauen haben – und das ist sehr schade für ein so wichtiges Thema wie die Sexualität.
Tipp: Die natürliche Scheu, die mit dem Thema Sexualität verbunden ist, ist gut, um alles, was mit der sexuellen Entwicklung zu tun hat, langsam, behutsam und respektvoll anzugehen. Das eigene Tempo und die Selbststeuerung der Kinder und Jugendlichen sind für die Sexualität maßgeblich.

Singen und musizieren

Die Zeiten ändern sich. Das ist eine Binsenweisheit. Bei diesem Thema fällt die Veränderung besonders auf. Noch vor wenigen Jahrzehnten haben Familien mangels der Medien-Präsenz heutiger Zeit viel häufiger gemeinsam gesungen und musiziert. Wenn Großeltern erzählen, erfahren wir noch manchmal davon. Und in alten Filmen ist das gut zu beobachten. Volkslieder und auch Wanderlieder für die Wege draußen waren Allgemeingut, das fast jeder kannte. Auch gesungene Gute Nacht-Lieder für Kinder waren eine Selbstverständlichkeit. Heute sind sie eine Rarität. In manchen Familien gibt es stattdessen eine Gute Nacht-CD. Die genannten Liederarten haben ihren Bekanntheitsgrad weitgehend verloren.
Da die Faszination des Singens und auch des Musizierens jedoch nach wie vor in den Menschen schlummert, bahnen sich diese Bedürfnisse wohl neue Wege und kombinieren sich mit neuen Zeitgeist-Aspekten des Medien-Zeitalters. Die in sämtlichen Medien vielfach präsentierten Stars der Pop-Musik bilden die Idole ab, denen Kinder und Jugendliche in Gesang, Musik und auch Aussehen nacheifern können. Aber erst die grassierenden Talente-Shows auf vielen Kanälen suggerieren Kindern und Jugendlichen und nicht selten auch ihren Eltern die allgegenwärtige Möglichkeit, dass eine Karriere als Sängerin oder Musiker unmittelbar bevorstehen könnte. Der gute Effekt davon ist, dass auch Kinder und Jugendliche wieder viel mehr singen als noch zuvor. Der eher zweifelhafte Effekt davon ist, dass die Kinder- und Jugendwelt voller Möchtegern-Stars ist, von denen die meisten viel weiter davon entfernt sind, als sie annehmen. Das führt zuweilen dazu, dass sich andere über deren Ambitionen amüsieren, was zuweilen auch den Charakter von Mobbing unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen annimmt. Es ist schön, wenn Eltern gemeinsam mit ihren Kindern entdecken, wie viel Spaß es macht zu singen und zu musizieren und welche entspannende Wirkung damit verbunden ist. Der positive gesundheitliche Effekt des Singens und Musizierens ist zweifellos vorhanden. Die Förderung eines Kindes darin, Gesangsunterricht zu nehmen oder ein Musikinstrument lernen zu können, sollten Eltern stets so gestalten, dass der Spaß an der Musik im Vordergrund steht.
Tipp: Gemeinsam mit Kindern singen und musizieren macht Spaß, entspannt und ist gesund.

Sinn-volle Erziehung

Ein Kind fragt, warum die Sonne scheint. Ein zweites will wissen, was es bedeutet, wenn Eltern sich scheiden lassen. Und ein drittes fragt, was passiert, wenn ein Mensch stirbt. Kinder wollen so viel wissen. Vieles davon hat mit Bedeutungen zu tun, mit den Fragen, warum etwas so ist, wie es ist, mit Fragen nach dem Sinn von Ereignissen und Vorgängen. Kinder sind voller Interesse und Neugier. Nahezu alles, was mit dem Leben und der Welt zu tun hat, wollen sie wissen. Sie wollen alles verstehen. Es ist schade, wenn ein Kind dann – und das passiert leider gar nicht so selten – als Antwort zu hören bekommt: “Frag’ nicht so viel!” Oder Kinder werden für ihre kindlichen Fragen nur belächelt, erhalten aber keine Antwort.
Zweifellos sind viele Fragen von Kindern gar nicht so leicht zu beantworten. Kinder fordern ihre Eltern in wichtigen Fragen des Lebens. Nicht selten sind das Fragen und Themen, mit denen sich die Mutter oder der Vater noch gar nicht so sehr beschäftigt haben. Eltern sind da dann nicht nur mit ihrem eigenen Wissen gefordert, sondern auch in ihrer Authentizität, in ihrer Ehrlichkeit und Wahrhaftigkeit. Eine wunderbare Möglichkeit ist es, sich gemeinsam mit dem Kind auf die Suche zu machen, die Frage zu beantworten. Voraussetzung dafür ist, das Kind mit seiner Frage ernst zu nehmen und dem Kind mit seinem wichtigen Anliegen Zeit einzuräumen. Und dann kann der Erwachsene gemeinsam mit dem Kind in Fachbüchern, in Lexika, in Kinderbüchern oder im Internet nachsehen und nach Antworten suchen. Kinder werden den Eltern dankbar dafür sein, wenn sie mit ihren Fragen nicht alleine gelassen, sondern von den Eltern dabei begleitet werden. Und sie werden neugierig und sinnbegierig bleiben, weil sie merken, dass es sich lohnt, den Dingen auf den Grund zu gehen und sie verstehen zu wollen.
Eine Besonderheit ist, wenn Kinder entdecken, dass nicht nur das Leben, sondern auch unsere Sprache voller versteckter Bedeutungen ist, dass sie oft sinn-voll ist, so dass zum Beispiel der Wortschatz wirklich ein Schatz ist.
Und was ist, wenn ein Kind gerade mal wieder so eine bedeutsame Frage hat, der Vater aber gerade kocht und die Mutter ein spannendes Fußballspiel sieht? Dann sollten die Eltern ihre sinnvolle Merkfähigkeit trainieren und so bald wie möglich auf ihr Kind zugehen und die sinn-volle Zeit nachholen. Es wäre sonst schade um eine solche kostbare Frage.
Tipp: Kinder fragen nach den Bedeutungen, nach dem Warum und nach dem Sinn. Eltern sollten die Kinder mit ihren Fragen ernst nehmen.

Sorge

Im Sorgerecht für ein Kind steckt viel drin, viel Recht und viel Sorge. Ein Kind zu haben und es zu lieben, bedeutet, sich um das Kind zu sorgen und für das Kind zu sorgen. Es ist normal, dass Eltern sich Sorgen machen, wenn ein Kind krank ist, und dann dafür sorgen, dass es wieder gesund werden kann. Falls Eltern nicht in diesem Sinne für ein Kind sorgen, verletzen sie das Sorgerecht und können das Sorgerecht auch verlieren.
Die Sorge um ein Kind ist sehr umfassend. Sie bezieht sich auf die Gesundheit, die Ernährung, die Kleidung, das Glück, die Entwicklung, die Kontakte des Kindes und vieles mehr. Sorge bedeutet, in vielen Aspekten für das Kind da zu sein, auf es zu achten. Und ein Kind spürt natürlich, ob es umsorgt wird oder nicht. Und es wird traurig sein, falls es spürt, dass es nicht umsorgt wird. Vielleicht entwickelt es bei einem Mangel an erlebter Sorge andere Fähigkeiten, zum Beispiel Zähigkeit oder Kampfkraft. Ein Stück vom Glück geht jedoch zumindest zunächst verloren, wenn ein Mangel an Sorge vorliegt.
Nicht selten ist die Sorge um ein Kind auch eng verknüpft mit Erwartungen an das Kind, zum Beispiel wenn Eltern ein bestimmtes Verhalten erwarten. Auch das spürt ein Kind in der Regel. Manchmal ist die Verknüpfung mit der Erwartung daran zu merken, dass bei Eltern der Ärger oder die Wut überwiegt, wenn ein Kind Anlass zur Sorge gibt, zum Beispiel bei zu spätem Nachhausekommen. Es gibt aber auch Situationen, in denen der Ärger in der Aufregung die Sorge zunächst nur überdeckt und darunter die tiefe Sorge der Eltern versteckt ist, die dann auch noch zum Vorschein kommt. Wichtig ist, dass Kinder die manchmal versteckte Sorge der Eltern entdecken, damit sie sicher sein können, dass sie ihren Eltern nicht gleichgültig sind und auch nicht nur eine Zielscheibe für Ärger und Wut der Eltern darstellen. Die Sorge der Eltern ist wie ein Schutzschirm für die Kinder. Sie ist überlebensnotwendig.
Die Sorge ...

Inhaltsverzeichnis

  1. Über das Buch
  2. Über den Autor
  3. Inhaltsverzeichnis
  4. Vorwort
  5. Anfassen, erfassen und begreifen
  6. Bewegung und Sport
  7. Ehrlichkeit und Authentizität
  8. Feste feiern
  9. Geschwister
  10. Hilfen für Eltern
  11. Kinder- und Jugendschutz
  12. Langeweile
  13. Mädchen und Jungen
  14. Natur
  15. Offene Wunden
  16. Pubertät
  17. Raum und Heim
  18. Sauberkeit
  19. Taschengeld
  20. Verhandeln statt anordnen
  21. Welt
  22. Zeit
  23. Nachwort
  24. Impressum

Häufig gestellte Fragen

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