Echt stark motiviert!
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esm. - emotionales Stressmanagement

  1. 116 Seiten
  2. German
  3. ePUB (handyfreundlich)
  4. Über iOS und Android verfügbar
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esm. - emotionales Stressmanagement

Über dieses Buch

Beispiele von Ann, Bert, Celia und Darius zeigen knapp und anschaulich, welche Auswirkungen positiver, negativer und emotionaler Stress auf unsere körperliche und geistige Leistungsfähigkeit haben. Regina Knöpfel hat mit esm. einen Weg zur Lösung von emotionalem Stress entwickelt, der Ihnen in herausfordernden Situationen zu mehr Sicherheit verhilft. Sie coacht seit bald 20 Jahren die unterschiedlichsten Menschen in deren individuellen Veränderungsprozessen, berät Führungskräfte und Führungsgremien von Unternehmen und führt die Knöpfel Life Consulting AG.

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Information

Jahr
2016
ISBN drucken
9783741210457
eBook-ISBN:
9783738680171
Auflage
1

Emotionaler Stress im Sinne des esm.

Emotionaler Stress zeigt sich in einem Ungleichgewicht zwischen Wollen und Können. Zur Erläuterung ein Beispiel von Ann: Sie war sich grundsätzlich sicher, dass sie gut genug Auto fahren kann. Wenn sie Fahrstunden genommen hat, fuhr sie fehlerfrei. Dachte sie aber an die Situation der praktischen Fahrprüfung, wurde sie innerlich unsicher. Dabei wollte sie sich gerne während der Fahrprüfung gleich sicher fühlen wie sonst beim Auto fahren und sich entsprechend gleich verhalten. Das gelang ihr aber nicht und so haderte sie mit sich.

Innere Konflikte und Überzeugungen

Ann hatte einen Konflikt zwischen dem, was sie von sich erwartete und dem, was tatsächlich bei ihr an automatischen Reaktionen ablief. Sie formulierte ihre Erwartungen an sich: „Ich sollte während der praktischen Prüfung ruhig bleiben und so gut Auto fahren können wie während der Fahrstunden.“ Automatisch spielte sich in ihr folgende Erkenntnis ab: „Ich fühle mich unfähig, gut Auto zu fahren, wenn der Fahrprüfer mit im Auto sitzt. Es ist, als wäre ich vorher nie Auto gefahren.“
Ann wusste nicht, aus welchen Gründen das so war, und das ist typisch. Im Gegensatz zu den emotionalen Reaktionen auf einen Stressor kann beim emotionalen Stress oft eben nicht bewusst die Ursache und/oder eine Erklärung für die emotionale Belastung benannt werden. Das liegt meist darin begründet, dass die Ursache sehr weit zurück liegt und wir uns nicht daran erinnern. Hinzu kommt, dass wir – falls wir uns erinnern – die Ursache aus aktueller Sicht meist gar nicht mehr als „schlimm“ einordnen und diese deshalb nicht in Betracht ziehen.
Gehen wir weiter im Beispiel von Ann. Auf dem folgenden Bild wurde sie bereits zum zweiten Mal zur praktischen Prüfung aufgeboten. Bei dieser Prüfung hat sie eine rote Ampel überfahren. Der Fahrlehrer konnte es – wie Ann – nicht fassen.
Abbildung 29: Schon wieder schief gegangen
Was war geschehen? Sie hat seinerzeit die theoretische Prüfung ohne Fehler bestanden. Ann hatte etliche Fahrstunden absolviert und ihr Fahrlehrer hat sie vor sechs Wochen bereits ermutigt, sich zur praktischen Prüfung anzumelden.
Bis dahin war sie sehr zufrieden mit ihren Leistungen und fühlte sich sicher. Doch plötzlich schoss ihr durch den Kopf, ob sie wirklich genügend praktische Erfahrungen gesammelt hatte, als er ihr damals vorschlug, die Fahrprüfung anzugehen.
Da sie ihn als Fachmann in dieser Angelegenheit angesehen hat, ist sie seinem Rat gefolgt und hat sich zur Prüfung angemeldet. Sie hat die Prüfung nicht bestanden und war traurig, weil sie so gerne selbst am Steuer eines Autos sitzen wollte. Der Fahrlehrer hat ihr gesagt, es käme gelegentlich vor, dass jemand trotz vorheriger guter praktischer Umsetzung am Prüfungstag durchfällt. Das beruhigte sie zunächst.
Im späteren Gespräch erläutert er ihr ihre Fehler: Sie hätte den Rechtsvortritt einmal nicht gewährt. Darauf hatte sie der Prüfer auch aufmerksam gemacht. Anschliessend sei sie dann an einen Fussgängerüberweg gekommen. Dort habe sie gebremst, sei weiter gefahren, habe erneut gebremst und sei letztlich unsicher weiter gefahren, ohne die Fussgänger die Strasse überqueren zu lassen.
Zu Beginn waren die Fussgänger weit genug vom Strassenrand entfernt gewesen und sie hätte zügig weiterfahren sollen. Auch ein Anhalten wäre durchaus korrekt gewesen, da zu ahnen war, dass die Fussgänger die Strasse überqueren wollten.
Durch ihre zweimaligen Bremsmanöver sind die Fussgänger in der Zwischenzeit am Strassenrand angekommen und haben damit gerechnet, dass sie anhalten würde. Nun hätte sie sogar anhalten müssen. Durch ihr Verhalten hatte sie aber sowohl die Fussgänger als auch den nachfolgenden Verkehr massiv irritiert.
Abbildung 30: Unsicherheit in einer Prüfungssituation
Ann kam sich wie eine Idiotin vor und das Erlebte stimmte sie nachdenklich. Sie hatte vorher bei ihm in den Fahrstunden völlig souverän das Auto gesteuert und er hat zuletzt praktisch nichts mehr kritisiert und nie eingreifen müssen.
Der Fahrlehrer hatte nach der ersten Prüfung mit ihr eine weitere Fahrstunde vereinbart. In der Fahrstunde hatte er sie wiederholt sehr gelobt. Er war weiterhin der Auffassung, dass sie die praktische Prüfung aufgrund ihrer Leistungen problemlos bestehen würde. Wieder versuchte er sie zu ermutigen, sich für die Prüfung anzumelden. Als sie ihm dieses Mal sogar sagte, sie fühle sich unsicher und nicht genügend vorbereitet, betonte er, er könne aufgrund seiner Erfahrung sicher und gut beurteilen, dass sie soweit sei und die Prüfung das nächste Mal bestimmt erfolgreich bestehen würde.
Sie meldete sich also nochmals zur praktischen Prüfung an und das Ergebnis sahen wir bereits zu Beginn des Unterabschnitts in der Abbildung 29. Warum hatte Ann nun zweimal bei der praktischen Prüfung versagt? Sie wollte unbedingt selbst Auto fahren, aber ihr Erfahrungsgedächtnis betrachtete die Fahrprüfung aus unerklärlichen Gründen als „gefährlich“. Offenbar hat die Situation sie an etwas erinnert, das in früheren Zeiten zu einem extrem grossen Stress geführt hat – zumindest aus damaliger Sicht. Vor der Wiederholung einer solchen Situation hat Anns Erfahrungsgedächtnis versucht, sie durch entsprechende Warnsignale zu bewahren.
Ann hat sich zum zweiten Mal entgegen ihrer gefühlten inneren Überzeugung zu einer Handlung überreden lassen, zu der sie von sich aus nicht bereit war. Sie fühlte sich unsicher, wenn sie daran dachte, und gemäss späteren Schilderungen ging in ihr folgendes vor:
Abbildung 31: Der Selbstgesprächskreislauf, der den inneren Konflikt aufzeigt
Es ist schwierig, nachträglich darüber zu urteilen, ob sie sich besser gefühlt hätte, wenn sie dabei geblieben wäre, sich nicht zur praktischen Prüfung anzumelden, wie ihr Gefühl ihr das signalisiert hat.
Oft ist daran ein weiterer „Stressor“ geknüpft, der mit der vorgeprägten Persönlichkeit in einen Zusammenhang zu setzen ist. Ein Beispiel kann sein:
Abbildung 32: Ein destruktiver Selbstgesprächskreislauf verhindert das Gefühl erfolgreichen Handelns
Das Beispiel zeigt auf, dass Ann sich in dieser Situation für oder gegen ihre innere Haltung hätte entscheiden können – sie hätte sich in beiden Varianten erfolglos gefühlt.

Emotionaler Stress entsteht aufgrund von Lernerfahrungen

Die Entwicklungsgeschichte eines emotionalen Stresses beginnt häufig in sehr jungen Jahren und zeigt zunächst nur die Entstehung einer automatischen Reaktion auf einen Stressor. Wir haben in einem ersten Schritt etwas erlebt, das uns als funktionierendes Verhalten in einer emotional wichtigen Situation nützlich war. Wir haben die Situation damals erfolgreich überstanden und so konnte sich das erlernte Verhalten einprägen. – Sie erinnern sich an die Strasse zwischen den Nervenzellen zu Beginn des Comics.
Schauen wir uns das rückblickend für Ann an, so ergab sich eine solche Situation im Alter von 8 Jahren. Bert war 5 und hatte zu Weihnachten von Onkel Eduard, der für ein paar Tage zu Besuch war, eine Carrera-Rennbahn bekommen. Sie wurde sofort aufgebaut; Bert und alle Männer haben unter viel Gelächter damit gespielt. Ann fühlte sich ausgeschlossen. Sie wollte ebenfalls mitspielen, aber Onkel Eduard und ihr Vater haben gelacht und gesagt, das sei doch nichts für sie.
Am nächsten Morgen, als alle noch schliefen, hat Ann im Wohnzimmer geübt, ein solches Auto zu steuern. Es hat ihr Spass gemacht und nach einiger Zeit konnte sie es sehr gut. Nach dem Abendessen fragte sie erneut, ob sie mitspielen dürfte. Sie wollte dazu gehören und sagte, sie könne das Auto sicher steuern. Onkel Eduard sagte, er werde in dem Fall mit ihrem Vater gemeinsam Schiedsrichter sein. Sie sollte gegen Bert ein Rennen fahren.
Sie hatte gehofft, sie würden einfach mit ihr spielen und sie an ihrem Spass teilhaben lassen. Nun fühlte sie sich sehr unsicher und „zur Schau gestellt“. Ann machte vor Aufregung alles falsch und die anderen haben sich sehr amüsiert. Sie konnte sich plötzlich an nichts von dem erinnern, was sie am Morgen noch geübt und gut gekonnt hatte – es war für sie, als hätte sie es nie gekonnt. Schliesslich musste sie weinen, weil sie annahm, Onkel Eduard und ihr Vater würden sie auslachen.
Abbildung 33: Ann, weinend vor einer Carrera-Rennbahn, die neuronale Verbindung im Gehirn bildet sich
Die Meinung ihres Vater war Ann sehr wichtig und sie hatte ihn und Onkel Eduard, den sie sehr mochte, mit ihren Fähigkeiten beeindrucken wollen. Am Ende fühlte sie sich nun noch stärker ausgeschlossen und nahm sich vor, nie mehr in eine solche Situation zu geraten.
Abbildung 34: Nie wieder!!!
Die Verbindung aus Situation und Emotion wurde bei ihr neuronal so intensiv gespeichert, dass jede neue Situation, die Ann daran erinnert, mit dem damals funktionierenden „Überlebensmuster“ beantwortet wird. Das wurde auch noch aufrecht erhalten, als sie sich an diese Situation, die sie im Alter von 8 Jahren erlebte, längst nicht mehr erinnerte.
Nun kommt etwas ins Spiel, das sehr interessant ist, und unsere Lernmechanismen für unser Leben aufzeigt: In sämtlichen vergleichbaren Situationen, in denen wir das Verhaltensmuster erneut anwenden, wird auch unsere damalige Wahrnehmung wieder lebendig. Mit jeder Verhaltenswiederholung in neuen, aber ähnlichen Situationen erhält unser erlerntes Verhaltensmuster mehr zusätzliche Informationen. Was unser Gehirn als ähnlich empfindet, entscheidet unser Hirnstamm und schüttet Stresshormone aus. Die Neuronen produzieren eine dazu passende automatische Reaktion. Und jedes Mal, wenn wir einen Teil dieser gespeicherten Informationen in e...

Inhaltsverzeichnis

  1. Motto
  2. Inhaltsverzeichnis
  3. Persönliches Vorwort
  4. Einleitung
  5. Darf ich vorstellen: Die Comic-Familie
  6. Stressoren und Stress im aktuellen Verständnis
  7. Emotionaler Stress im Sinne des esm
  8. esm. – emotionales Stressmanagement®
  9. Fachliche Ausführungen
  10. Dankbarkeit in alle Richtungen
  11. Das Team
  12. Literatur und Grundlagen
  13. Impressum

Häufig gestellte Fragen

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