Müde, schwach, unkonzentriert, gebläht, ständig erkältet?Ein Qi-Mangel, sei es von Magen, Milz, Lunge, Herz oder ganz allgemein, ist nach der Traditionellen Chinesischen Medizin ein sehr häufiges Muster. Um das Qi zu stärken, ist die richtige Ernährung extrem wichtig.Dieses Buch gibt den Lesern alles an die Hand, was sie brauchen, um einem Qi-Mangel im Alltag zu begegnen: eine kurze Beschreibung der Symptome, eine leicht verständliche Erklärung der wichtigsten Richtlinien für Ernährung und Lebensweise, übersichtliche Listen mit der Klassifizierung aller wichtigen Nahrungsmittel, eine detaillierte Beschreibung der geeigneten chinesischen Küchenheilkräuter und viele ebenso einfache wie schmackhafte Rezepte, um das Qi zu stärken.

- 264 Seiten
- German
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Über dieses Buch
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Information
Teil 1
Theorie
Qi brauchen wir immer
Die Ratschläge und Rezepte in diesem Buch kann man natürlich immer dann einsetzen, wenn ein eindeutiger Qi-Mangel vorliegt. Die besten Methode, um einen solchen zu bestätigen, ist sicherlich eine Befundung nach der TCM, basierend auf einer Befragung und der Befundung von Zunge und Puls. Was aber kannst Du tun, wenn Du nicht sicher bist, ob tatsächlich ein Qi-Mangel vorliegt?
Zunächst einmal solltest Du dann das folgende Kapitel aufmerksam durchlesen, denn es beschreibt, wie die unterschiedlichen Qi-Mangel-Muster sich bemerkbar machen und kann Dir eine grobe Befundung ermöglichen. Aber unabhängig von den Mustern eines Qi-Mangels ist das Stärken des Qi praktisch immer von Vorteil. Die wenigen Ausnahmen werden im Folgenden beschrieben. Es handelt sich um die einzigen Situationen, in denen man mit dem Stärken des Qi vorsichtig sein sollte, da hier eine stark Qi tonisierende Ernährung zu einer Verschlimmerung führen kann. Über diese drei Situationen hinaus aber ist es praktisch immer und auch ohne eine entsprechende exakte Befundung nach der TCM angesagt, das Qi zu stärken, denn ein starkes Qi brauchen wir alle und jederzeit. Qi und Blut sind die beiden grundlegenden nachgeburtlichen Substanzen. Sie werden Tag für Tag verbraucht und müssen immer wieder aufgefüllt werden. Verbrauchtes Qi zu ersetzen ist wohl meist der dringlichste Grund dafür, dass wir essen.
Eine ausreichende Versorgung mit Qi bedeutet, dass alle aktiven Prozesse im Körper optimal ablaufen können: die Atmung, der Kreislauf, die Verdauung, das Immunsystem, das Denken, jede Art von körperlicher Aktivität. Qi können wir deshalb nie zu viel bekommen. Es gibt in der TCM kein Störungsmuster, das von einem Übermaß an Qi herrührt. Im Prinzip kann man also sagen, dass eine Qi tonisierende Ernährung mit den drei im Folgenden beschriebenen Ausnahmen für alle Menschen ratsam ist, ganz ohne Unterscheidungen.
Die folgenden Ratschläge und Rezepte zum Stärken des Qi sind demnach eine Art Grundlage für eine gesunde, ausgeglichene Ernährung. Dies gilt allerdings so nicht für alle Richtungen in der TCM-Ernährung. Eine Yang tonisierende Ernährung etwa kann zu Hitze führen, eine Feuchtigkeit ausleitende kann Blut und Yin erschöpfen, eine Feuer klärende kann das Yang verletzen. Während viele Richtlinien also nur bei einer entsprechenden Indikation und möglichst auf Grund einer Befundung nach der TCM eingesetzt werden sollten, gilt dies nicht für eine Ernährung, die das Qi stärkt. Eine Qi stärkende Ernährung ist eine Art Joker, der praktisch immer gespielt werden kann. Das Qi zu stärken ist ebenso sinnvoll bei Menschen, denen es so gut geht, dass keine Störungsmuster sich klar genug abzeichnen, wie bei Menschen, denen es so schlecht geht, dass nicht mehr klar auszumachen ist, worauf bei der Ernährung vor allem zu achten ist.
Allerdings genügt das Qi alleine nicht. Damit wir gesund bleiben, will auch die Yin-Wurzel genährt werden. Die beste Lösung in allen unklaren Fällen ist deshalb eine Ernährung, die gleichzeitig das Qi stärkt und das Blut nährt. Und auf Grund des Tages- und Nachtrhythmus empfiehlt es sich, das Qi besonders in der ersten Tageshälfte zu stärken und an das Blut dann mehr in der zweiten Tageshälfte zu denken.
Hier mit Vorsicht
Es gibt drei Situationen oder besser gesagt drei Muster, bei denen man mit dem Stärken des Qi trotz allem vorsichtig sein sollte. Es braucht selbstverständlich auch in diesen Situationen ausreichend Qi, man sollte aber darauf achten, dass man das Qi nicht zu stark und nicht zu plötzlich vermehrt, weil sich ansonsten die entsprechenden Symptome verschlimmern können.
- Bei einer starken Leber-Qi-Stagnation: je mehr Qi vorhanden ist, desto stärker spürbar werden die Symptome der Stagnation. Übertreibt man es mit dem Stärken des Qi, so fühlt sich die oder der Betroffene noch nervöser und angespannter als vorher, im schlimmsten Fall so, als würde es sie/ihn von innen her zerreißen.
- Beim Vorhandensein von viel Feuchtigkeit: praktisch alle Qi stärkenden Nahrungsmittel haben einen süßen Geschmack und sehr viele wirken befeuchtend. Dies gilt vor allem für solche mit einem exzessiv süßen Geschmack und dann, wenn sie nicht ausreichend umgewandelt werden. In einem gewissen Maße können alle Qi stärkenden Nahrungsmittel vorhandene Feuchtigkeit vermehren, wenn sie im Übermaß gegessen werden. Im biomedizinischen Sinne denken wir daran, dass der süße Geschmack (ohne den beim Stärken des Qi nichts läuft) praktisch immer mit Kalorien einhergeht und so Übergewicht vermehren kann. Deshalb sollte man bei Feuchtigkeit und Übergewicht mit dem Stärken des Qi etwas vorsichtiger sein und besonders darauf achten, Qi und Yang auch ausreichend zu aktivieren.
- Bei akuten Erkrankungen, die durch das Eindringen eines äußeren Störfaktors bedingt werden: hier denken wir vor allem an eine Erkältung, eine Grippe oder andere akute Infektionskrankheiten, wie zum Beispiel Kinderkrankheiten. Die TCM lehrt, dass eine gezielte Tonisierung des Qi in diesen Situationen manchmal statt des körpereigenen, „geraden“ Qi auch den eingedrungenen Störfaktor stärken kann, ihn „nach innen zieht“ und so die Erkrankung verschlimmert. Insbesondere alle Qi tonisierenden Heilkräuter sind während einem akuten Infekt zu vermeiden, obschon sie vorher und nachher dank ihrer immunstärkenden Wirkung sehr nützlich sind.
Die Qi-Mangel-Muster
Allgemeiner Qi-Mangel
Das chinesische Wort Qi hat viele Bedeutungen, unter anderem Kraft, Energie. Jede aktive Tätigkeit braucht und verbraucht Qi. Nach anstrengender körperlicher oder geistiger Aktivität, bei der viel Qi verbraucht wurde, fühlt man sich müde, schlapp, unkonzentriert und hungrig. Dieser Zustand entspricht im Prinzip einem allgemeinen Qi-Mangel. Ein solcher allgemeiner Qi-Mangel ist allerdings kein pathologischer Zustand, sondern gehört zum ganz normalen, alltäglichen Auf und Ab der Kräfte. Der Körper verlangt dann nach Nahrung und Ruhe, um die verbrauchten Ressourcen wieder aufzubauen. Ein gesunder Organismus kann einen solchen physiologischen allgemeinen Qi-Mangel durch Nahrungsaufnahme, Rasten und Schlafen in wenigen Stunden bzw. einem oder wenigen Tagen beheben.
Ein allgemeiner Qi-Mangel gilt nur dann als pathologisch, wenn er chronisch wird und unabhängig von Anstrengung oder fehlender Nahrungsaufnahme auftritt. Als Ursachen dafür kommen unter anderem eine Unterfunktion derjenigen Funktionskreise in Frage, die für die Produktion von Qi zuständig sind (Milz, Lunge, unterstützend auch die Niere), außerdem eine ungünstige Ernährung oder chronische, zehrende Erkrankungen.
Zeichen und Symptome:
- Blässe von Gesicht und Zunge, da das Blut vom Qi nicht ausreichend transportiert wird
- Müdigkeit, Abgeschlagenheit, auch unabhängig von geistiger oder körperlicher Anstrengung auftretend, aber durch Anstrengung immer spürbar verstärkt; generell im Laufe des Tages zunehmend
- Kurzatmigkeit, weiche Stühle und Blähungen (streng genommen einem Qi-Mangel von Lunge bzw. Milz zuzuschreiben)
Milz-Qi-Mangel
Ein Milz-Qi-Mangel ist ein sehr häufiges Muster. Die Ursachen liegen oft in der ererbten Konstitution oder haben mit einer lange anhaltenden ungünstigen Ernährung zu tun. Ein Mangel an körperlicher Bewegung und übermäßiges Denken oder Grübeln können das Milz-Qi zudem schwächen. Bei Kleinkindern und älteren Menschen ist eine Schwäche des Milz-Qi bis zu einem bestimmten Grad physiologisch.
Zeichen und Symptome:
- Blässe von Gesicht und Zunge, eventuell leicht gelblicher Teint der Haut (v.a. an Händen und Füßen sichtbar)
- Müdigkeit, Abgeschlagenheit
- rasches Ermüden der Muskulatur bei körperlicher Anstrengung, geringe Ausdauer der Muskeln
- große Anstrengung bei geistiger Arbeit, unklarer Kopf, Konzentrationsschwäche, Konzentration nur über kurze Zeiträume
- stetiges Kreisen der Gedanken, Neigung zum Grübeln
- weiche, ungeformte Stühle, eventuell auch nur im Abgang, in schlimmen Fällen chronischer Durchfall, aber meist ohne drängenden Stuhlgang
- Gefühl von Fülle oder Dehnung im Bauch, nicht im Oberbauch, sondern um den Nabel und unterhalb des Nabels, eventuell auch sichtbares Anschwellen des Bauchs
- eventuell Flatulenz, viele Winde, nicht unbedingt sehr übelriechend
- Müdigkeit nach dem Essen, besonders stark oft bei kohlenhydratreichen Speisen; die Verdauung wird als kräfteraubend wahrgenommen und nicht als Quelle von Kraft
- zeitweise starke Lust auf kohlenhydrathaltige oder süße Speisen (zum Beispiel Kekse, Kuchen, Brot, Nudeln; die Lust auf Schokolade hängt dagegen meist mit anderen Störungsmustern zusammen)
Das Milz-Qi sinkt ab
Dieses Muster wird einem Milz-Qi-Mangel untergeordnet. Die Symptome hängen dementsprechend häufig von einem schwachen Milz-Qi ab, allerdings kann das Muster sich manchmal durchaus auch unabhängig von einem Milz-Qi-Mangel zeigen, also auch dann, wenn die Milz in Bezug auf alle anderen Funktionen keine Schwäche zeigt. Die Ursachen für ein übermäßiges Absinken des Milz-Qi können dieselben sein, die wir bereits beim Milz-Qi-Mangel genannt haben. Außerdem spielt oft die Gewohnheit eine Rolle, über längere Zeit zu stehen, vor allem wenn dies in einem entspannten Zustand geschieht, also ohne dabei zu gehen oder anderweitig in Bewegung zu sein. Ein langsames und schrittweises Absinken des Milz-Qi kann im Alter als physiologisch gelten.
Zeichen und Symptome:
- es können Zeichen und Symptome eines Milz-Qi-Mangels vorhanden sein
- Vorfall (Prolaps) eines Organs, besonders von Magen, Gebärmutter, Anus oder Vagina
- chronischer Durchfall, weitestgehend unabhängig davon, was gegessen wird
- übermäßiger Vaginalausfluss
- starker und häufiger Harndrang, nicht unbedingt mit viel Urin
- ein Gefühl von Schwere oder ein nach unten ziehendes Gefühl im Unterbauch
Das Milz-Qi kann das Blut nicht halten
Auch dieses Muster wird einem Milz-Qi-Mangel untergeordnet. Wie beim vorhergehenden Muster können die Symptome häufig von einem schwachen Milz-Qi abhängen, aber sich manchmal durchaus auch unabhängig von einem Milz-Qi-Mangel zeigen. Die Ursachen für die Unfähigkeit des Milz-Qi, das Blut zu halten, sie dieselben, die wir bereits beim Milz-Qi-Mangel genannt haben. Außerdem spielen bei diesem Muster die Konstitution und das Alter eine wichtige Rolle.
Zeichen und Symptome:
- es können Zeichen und Symptome eines Milz-Qi-Mangels vorhanden sein
- Blutungen unterschiedlicher Art, sowohl in das Gewebe (z.B. Petechien, Blutergüsse) als auch aus den Körperöffnungen (Nasenbluten, Blut in Stuhl oder Urin, blutende Hämorrhoiden)
- verlängerte oder übermäßige Regelblutungen, spotting (spärliche Blutungen zwischen zwei Regelblutungen)
- generell sind die Blutungen eher schwach und das Blut kann relativ hell sein
Magen-Qi-Mangel
Ein Magen-Qi-Mangel kann eine Folge eines allgemeinen Qi-Mangels sein und lässt sich häufig bei insgesamt schwachen oder älteren Menschen beobachten. Oft ist er auch eine Spätfolge von Essstörungen oder übertriebenen und wiederholten Diäten. Der Einsatz von Säureblockern dämpft das Magen-Qi und kann es über längere Zeit auch anhaltend schwächen.
Zeichen und Symptome:
- verminderter Appetit, vor allem morgens auffallend wenig Appetit
- Völlegefühl im Oberbauch (Magengegend), während oder sehr bald nach einer Mahlzeit einsetzend, dadurch eventuell keine Aufnahme von ausreichenden Mengen an Nahrung
- langsame Entleerung des Magens, relativ lange Verweildauer der Speisen im Magen, nach einer ordentlichen Mahlzeit lange weder Hunger noch Appetit
- zu wenig Magensäure
Lungen-Qi-Mangel
Ein Lungen-Qi-Mangel ist häufig die unmittelbare Folge von akuten Atemwegserkrankungen und kann sich in diesen Fällen nach einiger Zeit von selbst bessern. Bei Rauchern gehört immer auch ein Qi-Mangel der Lunge mit ins Bild, der aber meist von anderen Mustern dieses Funktionskreises begleitet oder über...
Inhaltsverzeichnis
- Inhalt
- Vorwort
- Teil 1
- Die Qi-Mangel-Muster
- Qi-Mangel und …
- An die Quellen des Qi
- Der süße Geschmack
- Besonders wertvoll
- Die erste Tageshälfte
- Das Qi unterstützen
- Bewegung und Aktivität
- Einzelne Muster
- Geeignete Kochmethoden
- Die Klassifikation der Nahrungsmittel
- Geeignete und ungeeignete Nahrungsmittel
- Besondere Zutaten
- Teil 2
- Getränke
- Suppen
- Frühstück und kleine Mahlzeiten
- Große Mahlzeiten
- Süßes
- Literatur
- Stichwortverzeichnis
- Verzeichnis der Nahrungsmittelklassifikationen
- Verzeichnis der Rezepte
- Impressum
Häufig gestellte Fragen
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