
- 97 Seiten
- German
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Über dieses Buch
Alexandre Dumas' Werk 'Pascal Bruno' ist ein Meisterwerk der französischen Literatur des 19. Jahrhunderts. Das Buch erzählt die fesselnde Geschichte von Pascal Bruno, einem jungen Idealisten, der sich inmitten der politischen Unruhen und Intrigen des Ancien Régime befindet. Mit seinem typischen Schreibstil, der voller lebendiger Dialoge und detailreicher Beschreibungen ist, entführt uns Dumas in die Welt des revolutionären Frankreichs. 'Pascal Bruno' zeichnet sich durch seine tiefgreifende Charakterentwicklung und die politischen Themen aus, die geschickt in die Handlung eingewoben sind. Dumas zeigt sein Talent, historische Ereignisse mit fiktiven Geschichten zu verweben und den Leser in den Bann zu ziehen.
In dieser bereicherten Ausgabe haben wir mit großer Sorgfalt zusätzlichen Mehrwert für Ihr Leseerlebnis geschaffen:
- Eine prägnante Einführung verortet die zeitlose Anziehungskraft und Themen des Werkes.
- Die Synopsis skizziert die Haupthandlung und hebt wichtige Entwicklungen hervor, ohne entscheidende Wendungen zu verraten.
- Ein ausführlicher historischer Kontext versetzt Sie in die Ereignisse und Einflüsse der Epoche, die das Schreiben geprägt haben.
- Eine Autorenbiografie beleuchtet wichtige Stationen im Leben des Autors und vermittelt die persönlichen Einsichten hinter dem Text.
- Eine gründliche Analyse seziert Symbole, Motive und Charakterentwicklungen, um tiefere Bedeutungen offenzulegen.
- Reflexionsfragen laden Sie dazu ein, sich persönlich mit den Botschaften des Werkes auseinanderzusetzen und sie mit dem modernen Leben in Verbindung zu bringen.
- Sorgfältig ausgewählte unvergessliche Zitate heben Momente literarischer Brillanz hervor.
- Interaktive Fußnoten erklären ungewöhnliche Referenzen, historische Anspielungen und veraltete Ausdrücke für eine mühelose, besser informierte Lektüre.
Information
Thema
LiteraturX
Inhaltsverzeichnis
Dem seiner Geliebten gegebenen Versprechen gemäß, hatte der Fürst von Carini befohlen, den Verurteilten von Messina nach Palermo zu bringen, und Pascal Bruno war mit großer Verstärkung von Gendarmerie in das Gefängnis der Stadt gebracht worden, welches hinter dem Palazzo-Reale gelegen war, und an das Irrenhaus grenzte.
Am zweiten Tage gegen Abend ging ein Priester in seinen Kerker hinab, als er den Mann Gottes eintreten sah, stand Pascal auf, weigerte sich indessen, zwar höflich, zu beichten, der Priester drang in ihn, aber Nichts vermochte Pascal zu bestimmen, diesen religiösen Act zu vollziehen. Als der Priester sah, dass er diese Hartnäckigkeit nicht zu überwinden vermöchte, fragte er ihn um die Ursache derselben.
— Die Ursache ist, sagte Bruno zu ihm, dass ich keine Gotteslästerung begehen will . . .
— Wie das, mein Sohn?
— Ist nicht die erste Bedingung einer guten Beichte nicht allein das Geständnis seiner eigenen Verbrechen, sondern auch noch das Vergessen der Verbrechen anderer?
— Ohne Zweifel, und es wäre keine vollkommene Beichte.
— Nun denn! sagte Bruno, ich habe nicht vergeben; meine Beichte wird daher falsch sein, und ich will keine falsche Beichte ablegen . . .
— Wäre es nicht vielmehr, sagte der Priester, dass Sie so ungeheure Verbrechen zu gestehen haben, dass Sie fürchten, Sie möchten die Gewalt der menschlichen Erlassung überschreiten? Beruhigen Sie sich, Gott ist barmherzig, und es ist immer da Hoffnung vorhanden, wo Reue vorhanden ist.
— Indessen, mein Vater, wenn zwischen Ihrer Absolution und dem Tode ein böser Gedanke in mir aufstiege, und ich nicht die Kraft hätte ihn, zu überwinden . . .
— So würde die Frucht Ihrer Beichte verloren sein, sagte der Priester.
— Es ist daher unnütz, dass ich beichte, sagte Pascal, denn dieser böse Gedanke wird in mir aufsteigen.
— Können Sie ihn nicht aus Ihrem Geiste verbannen? Pascal lächelte.
— Er ist es, der mich leben lässt, mein Vater; glauben Sie, dass ich mich ohne diesen höllischen Gedanken, ohne diese letzte Hoffnung der Rache als ein öffentliches Schauspiel für diese Menge hätte fortschleppen lassen? Nicht doch, ich würde mich bereits mit der Kette erdrosselt haben, welche mich fesselt. Ich war dazu in Messina entschlossen, ich stand im Begriffe, es zu tun, als der Befehl angekommen ist, mich nach Palermo zu bringen. Ich habe mir gedacht, dass Sie mich hätte wollen sterben sehen.
— Wer?
— Sie.
— Aber wenn Sie so ohne Reue sterben, so wird Gott ohne Barmherzigkeit sein.
— Mein Vater, auch Sie wird ohne Reue sterben, denn Sie wird in dem Augenblicke sterben, wo Sie am wenigsten darauf gefasst sein wird; auch Sie wird ohne Priester und ohne Beichte sterben, auch Sie wird wie ich Gott ohne Barmherzigkeit finden, und wir werden mit einander verdammt sein.
In diesem Augenblicke trat ein Kerkermeister ein.
— Mein Vater, sagte er, die Trauerkapelle ist eingerichtet.
— Beharren Sie in Ihrer Weigerung, mein Sohn? sagte der Priester.
— Ich beharre darin, antwortete Bruno ruhig.
— Dann werde ich die Totenmesse, die ich für Sie lesen will, nicht durch längeres in Sie Dringen verschieben; außerdem hoffe ich, dass der Geist Gottes Sie heimsuchen und Ihnen bessere Gedanken eingeben wird, während Sie dieselbe anhören.
— Das ist möglich, mein Vater, aber ich glaube es nicht.
Die Gendarmen traten ein, banden Bruno los, führten ihn in die Kirche des heiligen Franz von Sales, welche sich dem Gefängnisse gegenüber befindet, und die hell erleuchtet war, dort sollte er dem Gebrauche gemäß die Totenmesse hören und die Nacht im Gebete zubringen, denn die Hinrichtung war für den folgenden Tag Morgens acht Uhr festgesetzt. Ein eiserner Ring war an einem Pfeiler des Chores befestigt, Pascal wurde an diesen Ring mit einer Kette geschlossen, welche ihm den Leib umschlang, die aber indessen hinlänglich lang war, dass er die Schwelle des Geländers erreichen konnte, wo die Gläubigen niederknieten, um das heilige Abendmahl zu empfangen.
In dem Augenblicke, wo die Messe begann, brachten die Krankenwärter des Irrenhospitals einen Sarg, den sie mitten in die Kirche stellten; er enthielt die Leiche einer im Laufe des Tages verstorbenen Wahnsinnigen, und der Direktor hatte gemeint, der Toten die Wohltat der Messe angedeihen zu lassen, welche für den gelesen wurde, der zum Tode ging. Außerdem war das für den Priester eine Ersparnis an Zeit und an Mühe, und da diese Einrichtung Jedermann recht war, so erlitt sie nicht die geringste Schwierigkeit. Der Messner zündete zwei Kerzen, die eine an dem Kopfe, die andere an dem Fuße des Sarges an, und der Gottesdienst begann, Pascal hörte ihm voller Andacht zu.
Als er beendigt war, ging der Priester zu ihm hinab, fragte ihn, ob er in besserer Stimmung sei, aber der Verurteilte antwortete ihm, dass trotz der Messe, welche er gehört hätte, trotz der Gebete, mit denen er sie begleitet, seine Gesinnungen des Hasses immer noch dieselben wären. Der Priester meldete ihm, dass er am folgenden Tage um sieben Uhr Morgens zurückkehren würde, um ihn zu fragen, ob eine Nacht der Einsamkeit und der Andacht in einer Kirche und dem Kreuze gegenüber nicht einige Veränderung in seinen Racheplänen hervorgebracht hätte.
Bruno blieb allein. Nun versank er in ein tiefes Sinnen. Sein ganzes Leben zog wieder seit den Jahren der ersten Kindheit, wo man sich zu erinnern beginnt, vor seinen Augen vorüber; erforschte und sann vergebens darüber nach, was er wohl getan haben konnte, um das Schicksal zu verdienen, das seine Jugend erwartete. Er fand nichts, als einen kindlichen und frommen Gehorsam gegen die Eltern, welche der Herr ihm gegeben hatte. Er erinnerte sich dieses zuerst so ruhigen und so glücklichen väterlichen Hauses, das plötzlich, ohne dass er noch die Ursache davon wusste, ein Aufenthalt voller Tränen und Leiden geworden war; er erinnerte sich des Tages, wo sein Vater mit einem Dolche ausgegangen, und voller Blut zurückgekehrt war, er erinnerte sich der Nacht, während welcher der, dem er das Leben verdankte, verhaftet worden war, wie er es jetzt war, in welcher man ihn als Kind in eine Trauerkapelle geführt hatte gleich der, in welcher er jetzt eingeschlossen war, und des Momentes, wo er in dieser Kapelle einen wie er gefesselten Mann fand. Es schien ihm, als ob es ein verhängnisvoller Einfluss, ein launischer Zufall, eine siegreiche Überlegenheit des Bösen über das Gute wäre, welche so Alles in seiner Familie zum Bösen geführt hätten. Nun begriff er nichts mehr von den Verheißungen von Glückseligkeit, welche der Himmel den Menschen macht; er forschte vergebens in seinem Leben nach dem Erscheinen der so sehr gepriesenen Vorsehung, und, indem er dachte, dass ihm vielleicht in diesem feierlichen Augenblicke etwas von diesem ewigen Geheimnisse offenbart werden würde, stürzte er sich mit der Stirn gegen den Boden, und beschwor Gott aus aller Macht seiner Seele, ihm die Lösung dieses schrecklichen Rätsels zu geben, eine Ecke des geheimnisvollen Schleiers zu lüften, und sich ihm wie ein Vater oder wie ein Tyrann zu zeigen. Diese Hoffnung war eitel, Alles blieb stumm, ausgenommen die Stimme seines Herzens, welche dumpf wiederholte: Rache! Rache! Rache! . . .
Nun dachte er, dass der Tod vielleicht beauftragt sei, ihm zu antworten, und dass zu diesem Zwecke der Offenbarung eine Leiche zu ihm gebracht worden wäre, so sehr ist es wahr, dass der geringste Mensch aus seinem eigenen Dasein den Mittelpunkt der Schöpfung macht, glaubt, dass Alles sich an sein Wesen knüpft, und dass seine armselige Person der Pfeiler ist, um den sich das Weltall dreht. Er erhob sich daher wieder langsam, weit finsterer und weit bleicher über seinen Kampf mit seinen Gedanken, als über seinen Kampf mit dem Schafotte, und wandte die Augen nach der Leiche; es war die eine Frau.
Pascal schauderte, ohne zu wissen warum; er suchte die Gesichtszüge [In Italien stellt man die Tobten mit entblößtem Antlitze aus; erst in dem Augenblicke, wo man die Leiche in die Erde hinabsenkt, nagelt man den Deckel des Sarges zu.] dieser Frau zu erkennen, aber eine Ecke des Leichentuches war über ihr Gesicht herabgefallen und verschleierte es. Plötzlich erweckte eine instinktmäßige Erinnerung in ihm das Andenken an Theresa, an Theresa, die er seit dem Tage nicht wiedergesehen, an welchem er mit den Menschen und mit Gott gebrochen hatte; Theresa, welche wahnsinnig geworden war, und die seit drei Jahren das Irrenhaus bewohnte, aus welchem dieser Sarg und diese Leiche kamen; an Theresa, seine Verlobte, mit welcher er sich vielleicht an dem Fuße des Altares wiederfand, wohin sie zu führen er so lange gehofft hatte, und wo sie sich nun durch einen bitteren Hohn des Schicksals wieder zusammenfanden, sie gestorben, und er bereit, zu sterben. Ein längerer Zweifel war ihm unerträglich, er schritt auf den Sarg zu, um sich von der Wirklichkeit zu versichern; aber plötzlich fühlte er sich bei der Mitte des Körpers zurückgehalten: das war seine Kette, die nicht lang genug war, dass er die Leiche erreichen konnte, und die ihn an seinen Pfeiler gefesselt zurückhielt, er streckte die Arme nach ihr aus, aber es fehlten einige Fuß, um sie zu erreichen. Er suchte, ob er nicht in dem Bereiche seiner Hand irgend etwas fände, mit dessen Hilfe er diese Ecke von Schleier zurückschlagen könnte, aber er sah nichts, er erschöpfte allen Atem seiner Brust, um dieses Grabtuch zu lüften, aber dieses Grabtuch blieb regungslos wie eine Marmorfalte. Nun wandte er sich mit einer unmöglich zu schildernden Regung innerer Wut um, ergriff seine Kette mit beiden Händen, und versuchte durch einen Ruck, in welchem er alle Kräfte seines Körpers sammelte, sie zu brechen; die Ringe waren fest aneinander genietet, die Kette widerstand. Nun bedeckte der kalte Schweiß ohnmächtiger Wut seine Stirn; er kehrte um, setzte sich an den Fuß eines Pfeilers, ließ seinen Kopf in seine Hände sinken und blieb regungslos, stumm wie die Statue der Mutlosigkeit, und als der Priester am folgenden Morgen zurückkehrte, fand er ihn in derselben Stellung wieder.
Heiter und ruhig, wie es einer Sendung des Friedens und seinem Amte der Versöhnung geziemte, schritt der Mann Gottes auf ihn zu; er glaubte, dass Pascal schliefe, und legte ihm die Hand auf die Schulter; Pascal erbebte und erhob den Kopf.
— Nun denn! mein Sohn, sagte der Priester, sind Sie bereit, zu beichten? ich bin bereit, Sie zu absolvieren . . .
— Ich werde Ihnen sogleich antworten, mein Vater, aber zuvor erweisen Sie mir einen letzten Dienst, sagte Bruno.
— Welchen? Sprechen Sie.
Bruno stand auf, nahm den Priester bei der Hand, und führte ihn nach dem Sarg, dem er sich selbst so weit näherte, als es ihm seine Kette gestattete, indem er ihm hierauf die Leiche zeigte, sagte er zu ihm:
— Mein Vater, wollen Sie die Ecke des Leichentuches aufheben, welche mir das Gesicht dieser Frau verbirgt?
Der Priester erhob die Ecke des Leichentuches; Pascal hatte sich nicht geirrt, diese Frau war Theresa. Er betrachtete sie einen Augenblick mit unendlicher Traurigkeit, hierauf gab er dem Priester einen Wink, das Leichentuch zurückfallen zu lassen. Der Priester gehorchte.
— Nun denn mein Sohn, sagte er zu ihm, hat der Anblick dieser Frau Ihnen fromme Gedanken eingeflößt?
— Diese Frau und ich, mein Vater, antwortete Bruno, waren geboren, um glücklich und unschuldig zu sein, Sie hat sie meineidig, und mich zum Mörder gemacht; Sie hat uns, diese Frau auf dem Wege des Wahnsinnes, und mich auf dem der Verzweiflung an das Grab geführt, in das wir beide heute hinabsteigen werden . . . Möge Gott ihr verzeihen, wenn er es kann; aber ich, ich verzeihe ihr nicht! In diesem Augenblicke traten die Wachen ein, welche Pascal zu holen kamen, um ihn nach dem Schafott zu führen.
XII
Inhaltsverzeichnis
Der Himmel war prachtvoll, die Luft klar und durchsichtig; Palermo erwachte wie zu einem Feste; man hatte den Schulen und den Seminarien Ferien gegeben, und die ganze Bevölkerung schien in der Straße Toledo versammelt, durch welche der Verurteilte in ihrer ganzen Länge kommen musste, um sich von der Kirche des heiligen Franz von Sales, in welcher er die Nacht zugebracht hatte, nach dem Marineplatz zu begeben, wo die Hinrichtung stattfinden sollte. Die Fenster der ersten Stockwerke waren mit Frauen besetzt, welche die Neugierde zu einer Stunde aus ihrem Bette gelockt, zu welcher sie gewöhnlich noch schlummerten; man sah gleich Schatten in ihren vergitterten Galerien [In Palermo, wo die Nonnen sich nicht unter die weltlichen Feste mischen können, nehmen sie indessen mit den Augen daran Teil. Jedes ein wenig reiche Kloster hat gewöhnlich einen ersten Stock auf der Straße Toledo gemietet; von diesen vergitterten Fenstern aus, wohin sie sich auf unterirdischen Gängen begeben, die zuweilen eine Viertelstunde lang sind, und die das Kloster mit dem gemieteten Haus in Verbindung sehen, sehen die frommen Klausnerinnen den heiligen und profanen Festen zu.] sich die Nonnen der verschiedenen Klöster von Palermo und seiner Umgebung bewegen, und auf den platten Dächern der Stadt wogte gleich einem Kornfelde die dichtgedrängte Bevölkerung. An der Tür der Kirche fand der Verurteilte den mit zwei Maultieren bespannten Karren; ihm ging die Brüderschaft der weißen Büßer voraus, von denen der erste das Kreuz, und die vier letzten den Sarg trugen, und denen der Henker zu Pferd mit einer roten Fahne in der Hand folgte; hinter dem Henker kamen seine beiden Gehilfen zu Fuß; dann endlich schloss hinter den Gehilfen eine andere Brüderschaft schwarzer Büßer den Zug, welcher zwischen einer doppelten Reihe von Bürger- und Liniensoldaten heranzog, während auf den Seiten, in Mitte der Menge, Männer in langen grauen Gewändern, den Kopf mit einer, für die Augen und den Mund durchlöcherten Kapuze bedeckt, dahin eilten, in der einen Hand eine Schelle, und in der andern einen Geldbeutel haltend und milde Gaben sammelnd, um die Seele des noch lebendigen Verbrechers aus dem Fegefeuer zu befreien. Übrigens hatte sich unter dieser ganzen Menge das Gerücht verbreitet, dass der Verurteilte nicht hätte beichten wollen, und dieses Widerstreben gegen alle angenommenen religiösen Ideen gab diesen Gerüchten von einem, zwischen Bruno und dem Feinde des Menschengeschlechtes geschlossenen höllischen Bündnisses noch mehr Gewicht, das sich seit seinem Eintritt in die Laufbahn verbreitet hatte, die er so rasch und so thatenreich durchwandert, ein Gefühl des Entsetzens schwebte daher über dieser ganzen neugierigen, aber stummen Bevölkerung, und keine Verwünschung, kein Schrei, kein Murren störten die Grabgesänge, welche die weißen Büßer hören ließen, die die Spitze des Zuges bildeten, und die schwarzen Büßer, welche ihn beschlossen. Hinter diesen Letzteren, und in dem Maße, als der Verurteilte in der Straße Toledo weiter kam, schlossen sich die Neugierigen dem Zuge an, und begleiteten ihn nach dem Marineplatz; was Pascal anbelangt, so war er der einzige, welcher in Mitte dieser aufgeregten Bevölkerung vollkommen ruhig schien, und er blickte die ihn umgebende Menge ohne Demut, wie ohne Prahlerei und wie ein Mann an, der, indem er die Pflichten der Personen gegen die Gesellschaft, und die Rechte der Gesellschaft gegen die Personen kennt, nicht bereut, die einen vergessen zu haben, und sich nicht beklagt, dass sie die andern rächt.
Der Zug hielt einen Augenblick lang auf dem Platze der Vier Cantons an, welcher den Mittelpunkt der Stadt bildet, denn es hatte sich eine solche Menschenmenge auf den beiden Seiten der Straße Cassero zusammengezogen, dass sie die Linie der Truppen durchbrochen, und die Mitte des Weges so gesperrt hatte, dass ...
Inhaltsverzeichnis
- Einführung
- Synopsis
- Historischer Kontext
- Autorenbiografie
- Pascal Bruno
- Analyse
- Reflexion
- Unvergessliche Zitate
- Notizen
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