Eine Biographie Thomas Manns, die das Frühwerk in seiner Modernität in den Blick nimmt und dem starken Einfluss seines Bruders Heinrich nachgeht.Diese Biographie konzentriert sich auf die Modernität der frühen Werkel. Diese sind nicht stilistisch, aber inhaltlich modern, weil sie eine Welt mit Widersprüchen annehmen. Thomas Mann orientierte sich zunächst an seinem Bruder Heinrich, der sich stets um Modernität bemühte. Als Herausgeber der antisemitischen Zeitschrift »Das Zwanzigste Jahrhundert« wandte Heinrich sich jedoch einer konservativen Schreibart zu und missbilligte zudem Thomas` Homoerotik und Vorliebe für Schopenhauer. Thomas beteiligte Heinrich daraufhin nicht an der fiktionalisierten Familiengeschichte »Buddenbrooks« und löste damit einen heftigen Bruderzwist aus.In »Fiorenza« stellen die Dialoge die Modernität in Frage, ohne sie aufzugeben. Um 1905 problematisiert Mann in zahlreichen Werken verstärkt die Bürgerlichkeit, unter anderem in »Wälsungenblut« und »Königliche Hoheit«, einer Parodie der konstitutionellen Monarchie. »Der Tod in Venedig« stellt eine neue Epoche des Werkes Thomas Manns dar.Was Thomas Mann seinen Lesern […] gibt, sind Wörter, die sich zu Beispielen, Szenen, Bildern ordnen, für eine Weise, wie man in einer Welt lebt, die nicht von einem Schöpfergott ein für allemal geordnet […] wurde, sondern in einer modernen Welt voller Widersprüche.Herbert Lehnert

- 312 Seiten
- German
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Über dieses Buch
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Information
Anmerkungen
1 Peter Pütz: Der Ausbruch aus der Negativität. Das Ethos im Tod in Venedig. Thomas Mann Jahrbuch 1 (1988), 1. Das Thomas Mann Jahrbuch wird künftig in den Anmerkungen zitiert als TMJ mit Band (arabisch) und Seite.
2 Nietzsches Werke werden im Text zitiert als KSA nach Friedrich Nietzsche: Sämtliche Werke. Kritische Studienausgabe, hg. von Giorgio Colli und Mazzino Montinari, München: Deutscher Taschenbuch Verlag 1988, Bände und Seiten in arabischen Numerals.
3 Heinrich Mann: Briefe an Ludwig Ewers, 1889–1913, hg. von Ulrich Dietzel und Rosemarie Eggert, Berlin: Aufbau 1980. Diese Briefsammlung wird von jetzt ab in den Anmerkungen zitiert als: Briefe Ewers.
4 Das geht aus Thomas Manns Nachruf auf Michael Georg Conrad, dem Gründer der Zeitschrift hervor, GW X, 447–449 (1927). GW mit römischer Bandnummer bezeichnet Thomas Mann: Gesammelte Werke, S. Fischer 1960 und 1974. Siehe Peter de Mendelssohn: Der Zauberer. Das Leben des deutschen Schriftstellers Thomas Mann, hg. von Cristina Klostermann, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1996, 223–230, 256, künftig zitiet als Mendelssohn 1996, und Gerhard Stumpf: Michael Georg Conrad. Ideenwelt – Kunstprogrammatik – Literarisches Werk, Frankfurt a. M.: Peter Lang 1986, 75–88.
5 Heinrich Mann: Essays und Publizistik. Kritische Gesamtausgabe, hg. von Wolfgang Klein, Anne Flierl und Volker Riedel, Bielefeld: Aisthesis 2012 – wird fortgesetzt. Bd. I, 15–19. Dieser Band enthält Texte von Mai 1889 bis August 1904, erschien 2013 und wurde von Peter Stein herausgegeben. Der zweite Band dieser Ausgabe erschien 2012, Herausgeber war Manfred Hahn. Diese Ausgabe wird von jetzt an im Text zitiert als HMEP mit Band (römisch) und Seite.
6 Briefe Ewers, 202.
7 Briefe Ewers, 206.
8 Briefe Ewers, 295.
9 Briefe Ewers, 252.
10 Briefe Ewers, 54.
11 Briefe Ewers, 19.
12 Briefe Ewers, 109.
13 Karl Werner Böhm: Zwischen Selbstzucht und Verlangen. Thomas Mann und das Stigma Homosexualität, Würzburg: Königshausen & Neumann 1991, 108–113.
14 Briefe Ewers, 106.
15 Die Gesellschaft 6 (1890), 1663. Inhaltsangabe in Dieter Kafitz: Heinrich Mann und der deutsche Naturalismus, in: Heinrich Mann Jahrbuch 13, 1995, 23.
16 Briefe Ewers, 195.
17 Briefe Ewers, 195.
18 Katia Mann: Meine ungeschriebenen Memoiren, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1974, 35. Siehe auch Mendelssohn 1996, I, 134 und Kurt Martens in Die Gebrüder Mann, in: Leipziger Tageblatt vom 21. März 1906, TMJ 3, 243. Martens beschreibt das Bruderverhältnis in den Jugendjahren so: »[…] schon als Knaben vereinsamt und verbittert, selbst gegeneinander abweisend und wortkarg, blieb jeder für sich angewiesen auf seine Beobachtungen und Reflexionen.« Martens’ Quelle waren Gespräche mit Thomas Mann.
19 Briefe Ewers, 183. Bahrs Essay Die neue Psychologie erschien zuerst in der kurzlebigen österreichischen Zeitschrift Moderne Dichtung, dann in: Die Überwindung des Naturalismus (Zur Kritik der Moderne, 1890). Ein weiterer Band Die Überwindung des Naturalismus (1891) enthält Die neue Psychologie. Abdruck in: Gotthart Wunberg (Hg.): Das Junge Wien. Österreichische Literatur- und Kunstkritik 1887–1902, Tübingen: Niemeyer 1976. Siehe dazu: Jens Rieckmann: Aufbruch in die Moderne: Die Anfänge des Jungen Wien, Königstein: Athenäum 1985.
20 Heinrich Mann: Novellen I, hg. von Volker Riedel, Berlin: Aufbau Verlag 1978 (= gesammelte Werke, Bd. 16 /17), 5–54. Diese Ausgabe wird von jetzt an zitiert als Heinrich Mann Novellen I oder II. Siehe Manfred Dierks: Heinrich Mann und die Psychologie. Zum Frühwerk, in: Heinrich Mann Jahrbuch 12, 1994, 131–155.
21 Paul Bourget: Essais de psychologie contemporaine, Paris: Librairie Plon 1883, 24–28. Künftig zitiert als Bourget, Essais. Eine deutsche Übersetzung (Psychologische Abhandlungen über zeitgenössische Schriftsteller, Minden: Bruns) erschien erst 1903.
22 Bourget, Essais, 24–28.
23 Bourget, Essais, 59–76. – Zur Entwicklung des Begriffes siehe Hans Rudolf Vaget: Der Dilettant, Jahrbuch der deutschen Schillergesellschaft 14, 1970, 131–158.
24 Bourget, Essais, 60 f.
25 Bourget, Essais, 294–308.
26 Um der leichteren Lesbarkeit willen wende ich grundsätzlich, auch in Zitaten, die jetzt übliche Rechtschreibung an, wenn immer der ursprüngliche Sinn der Aussage gewahrt bleibt; das heißt, nur dann nicht, wenn die alte Schreibung einen eigenen Ausdruckswert hat.
27 Aus einem Tagebuch von 1893 abgedruckt in: Sigrid Anger: Heinrich Mann 1871–1950. Werk und Leben in Dokumenten und Bildern, Berlin: Aufbau 1971, 55 f.
28 Eigentlich Christiane von Breden, geborene Fr(i)ederik. Ihre Lyrik behandelt naturalistische Themen in naturalistischem Stil.
29 Heinrich Mann, Novellen I, 27.
30 Heinrich Mann, Novellen I, 19 f.
31 Heinrich Mann, Novellen I, 33 f.
32 Heinrich Mann, Novellen I, 50.
33 Heinrich Mann, Novellen I, 51.
34 Heinrich Mann, Novellen I, 17.
35 Heinrich Mann, Novellen I, 53.
36 Friedrich Pfäfflin / Ingrid Kussmaul: S. Fischer Verlag: Von der Gründung bis zur Rückkehr aus dem Exil [Ausstellungskatalog], Marbach: Deutsche Schillergesellschaft 1985, 116.
37 Die Große Kommentierte Frankfurter Ausgabe der Werke Thomas Manns wird in arabischen Ziffern zitiert. Hat der jeweilige Band einen Kommentarband, werden Text- und Kommentarband als römisch I und II bezeichnet. Hier handelt es sich um den Abdruck der Vorschriften des Senators für die Testamentvollstrecker in dem Kommentarband zu Buddenbrooks.
38 Bemerkung des Herausgebers Volker Riedel zu Apart in: Heinrich Mann, Novellen I, 677.
39 Thomas Mann: Essays, hg. von Hermann Kurzke und Stephan Stachorski, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1993–1997, VI, 160 f. Diese Ausgabe wird von jetzt an im Text zitiert als Essays, die sechs Bände in römischen Zahlen.
40 Ein Kapitel im zweiten Band von Schopenhauers Die Welt als Wille und Vorstellung. Arthur Schopenhauer: Sämtliche Werke, hg. von Wolfgang Freiherr von Löhneysen, Stuttgart: Cotta 1968, II, 590–651.
41 Diese Ausgabe wird von jetzt an in den Anmerkungen zitiert als: Schopenhauer mit Band ...
Inhaltsverzeichnis
- Umschlag
- Titel
- Inhalt
- Vorsatz
- Heinrich Mann verlässt die Kaufmannswelt
- Heinrich Mann missachtet den angehenden Schriftsteller-Bruder
- Heinrich Mann »überwindet« den Naturalismus
- Heinrich Manns »Haltlos«
- Des Vaters Tod und Testament
- Die Brüder kommen sich näher: »Der Frühlingssturm!«
- Tarnende Sprache: »Zweimaliger Abschied«
- Schopenhauer und Nietzsche
- Richard Wagner
- Sexualpsychologie
- Die Briefe an Otto Grautoff I
- Selbstbildung
- Der Lehrer Brandes
- Heinrich Manns Roman »In einer Familie« und Thomas Manns »Gefallen«
- Studien
- Maximilian Hardens Zeitschrift »Die Zukunft«
- Brüderlicher Austausch: Heinrich Manns »Das Wunderbare« und Thomas Manns »Der Wille zum Glück«
- Heinrich Manns konservative Neigungen
- Die Zeitschrift »Das Zwanzigste Jahrhundert«
- »Jüdischen Glaubens«
- Weiter an der Geldquelle
- Thomas Manns Beiträge zur Zeitschrift »Das« »Zwanzigste Jahrhundert« und deren Ende
- »Der Bajazzo«
- »Der kleine Herr Friedemann«
- »Der Tod«
- Wieder in Italien: »Enttäuschung«, »Luischen«, »Tobias Mindernickel«
- Buddha und die Welteinheit
- Die Briefe an Otto Grautoff II
- »Buddenbrooks«: Die Konzeption des Familienverfalls
- Heinrich Mann und die Konzeption
- Anregungen und Einflüsse für »Buddenbrooks«
- Der Glaube hilft nicht mehr gegen den Tod
- Die Macht des Geldes
- Tony Buddenbrook
- Die Bürger-Rolle Thomas Buddenbrooks
- Der »Brüder«-Streit und die Neurasthenie
- Das Schulkapitel
- Hanno Buddenbrook
- Opposition gegen den Kapitalismus, aber kein historischer Roman
- »Buddenbrooks« in Selbstinterpretationen
- In inimicos
- Wieder in München – 1898
- Romantische Märchen und Geschichten
- »Der Kleiderschrank« und »Gerächt«
- Freundschaften
- »Der Weg zum Friedhof«
- Beziehungen: Heinrich Mann, Paul Ehrenberg, Richard Schaukal
- Die Briefe an Otto Grautoff III
- »Tristan«
- Florenz, Mary Smith, Mitterbad
- »Die Hungernden«
- Die Adelaide-Episode für den Gesellschaftsroman »Die Geliebten« oder »Maja«
- »Ein Glück«
- Herman Bang
- »Tonio Kröger«
- »Das Wunderkind«
- Bleibende Spannung zwischen den Brüdern
- Heinrich Manns »Die Jagd nach Liebe« und der Briefwechsel darüber
- Heinrich Manns »Fulvia«, Thomas Manns »Gabriele Reuter«: zwei Begriffe von Freiheit
- Savonarola-Studien
- »Gladius Dei«
- »Fiorenza«
- »Beim Propheten«
- Die Freundschaft mit Otto Grautoff erkaltet nach Thomas Manns Heirat
- 1905: »Schwere Stunde« und »Wälsungenblut«
- Ausblick auf spätere Werk-Perioden
- Literatur
- Personenregister
- Anmerkungen
- Impressum
Häufig gestellte Fragen
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