Der souveräne Mensch
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Der souveräne Mensch

Wie wir ADHS, Depressionen und Kriege überwinden

  1. 300 Seiten
  2. German
  3. ePUB (handyfreundlich)
  4. Über iOS und Android verfügbar
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Der souveräne Mensch

Wie wir ADHS, Depressionen und Kriege überwinden

Über dieses Buch

Was wird die Zukunft bringen? Wie kann es weitergehen mit der Spezies Mensch?Fragen wie diese sind brandaktuell und dennoch keineswegs neu. Inhalt dieses Buches ist eine gesellschaftliche Bestandsaufnahme mit grundlegender Analyse, an deren Ende eine Chance auf Heilung besteht: die Rückkehr zur Mitte, zu seelischer und geistiger Ausgewogenheit, zu einem Leben in Frieden. Die Mittel dazu sind denkbar einfach und dennoch schwer zu erreichen: Sie liegen im Abbau und Vermeiden innerer Anspannungen, den Ursachen von Konflikten und vielen Erkrankungen. Voraussetzung ist die Rückgewinnung innerer Sicherheit und Freiheit durch das Erfüllen elementarer menschlicher Bedürfnisse nach Verbundenheit und Autonomie. Dies kann jedoch nur gelingen, wenn wir bereit sind, die heutigen Strukturen unserer Gesellschaft grundsätzlich zu hinterfragen.Die derzeitige Corona-Krise spielte zum Zeitpunkt der Fertigstellung (Dezember 2019) noch keine besondere Rolle und bleibt bei der Betrachtung außen vor. Auffällig sind jedoch Muster und Parallelen zu anderen Themen im Buch, die einen differenzierteren Blick auch auf die heutige Situation ermöglichen.

Häufig gestellte Fragen

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1. Aniegen des Buches

Erkenntnisse gleichen manchmal Geburtswehen. Machtvoll drängen sie ins Bewusstsein und läuten einen Wandel ein, bedeuten Anfang und Ende zugleich; sie beenden – vorläufig – einen Prozess des Reifens und bilden den Ausgangspunkt für etwas Neues. Bedeutende Veränderungen werden nicht beschlossen, sie werden geboren.
Wir befinden uns in einer Phase des Übergangs und niemand weiß, wohin die Reise gehen wird. Weltweite Herausforderungen und Auseinandersetzungen werfen elementare Fragen auf: Was kommt auf uns zu? Wie wird sich unser Leben gestalten, die Zukunft der Kinder und Enkelkinder? Wird sich die Kluft zwischen Arm und Reich weiter vergrößern? Werden kommende Generationen über den gleichen Lebensstandard verfügen, wie wir ihn heute kennen, und ist dieser wert, gehalten zu werden?
Wohin führt uns die Politik? Wie gehen wir künftig miteinander um, wie mit anderen Völkern, mit Lebewesen und Ressourcen? Was hat uns zu denen gemacht, die wir heute sind?
Das vorliegende Buch steht für die Überzeugung, dass ein lebenswertes Morgen möglich ist, dass wir grundsätzlich in der Lage sind, den Herausforderungen unserer Zeit intelligent und wach zu begegnen, sie vor allem auch zu meistern – was jedoch ausschließt, in all unserem Handeln fortzufahren wie bisher.
So wie Krankheiten erforscht werden, um Medikamente und Therapien entwickeln zu können, ist es ebenfalls von herausragender Bedeutung, gesellschaftliche Fehlentwicklungen aufzuspüren, ihnen nachzugehen und ihre Ursachen zu ergründen: Im Erkennen von Vorgängen liegt die Chance, wichtige Schaltstellen neu zu justieren, Korrekturen vorzunehmen, Fehler und Missstände zu beseitigen und ihr Entstehen künftig gar zu verhindern. Wenn wir also wissen wollen, was schiefläuft und wie Dinge grundsätzlich besser zu gestalten sind, wird es notwendig sein, zunächst den Weg zurückzuverfolgen, den wir und unsere Vorfahren gegangen sind, und dabei die Gründe zu erforschen, die in die gewählte Richtung geführt haben. Erst anschließend, wenn wir über dieses Wissen verfügen, werden wir in der Lage sein, brauchbare Ideen zu entwickeln, um das Morgen positiv zu gestalten.
Dieses Buch ist somit ein Plädoyer für die Selbstbestimmung. Ihm ist nicht weniger als die Revitalisierung unserer Fähigkeiten, unseres Selbstverständnisses sowie unserer eigenen Orientierung und Verortung auf die Fahnen geschrieben. Erklärtes Ziel ist ein Umsteuern in der Gesellschaft, eine neue Befähigung, um heutigen und künftigen Herausforderungen selbst und bewusst zu begegnen und der gesellschaftlichen Entwicklung eine neue Dynamik zu verleihen; ein wesentlicher (wenn auch nicht der einzige) Aspekt auf diesem Weg wird sein, Eltern in die Lage zu versetzen, das Verhältnis zu ihren Kindern neu zu gestalten und somit Menschen zu ermöglichen, ihre angelegten Potenziale frei zu entfalten, denn die Qualität der Kindheitsphase entscheidet im Wesentlichen über das Funktionieren oder Scheitern einer Gemeinschaft.
Es ist abzusehen, dass dieses Vorhaben kein Selbstläufer werden wird, da der größte Gegner der Selbstbestimmung das Streben nach Macht ist, das ausnahmslos alle Bereiche unserer Gesellschaft durchsetzt. Um uns von diesem Einfluss befreien zu können, ist es notwendig, zunächst das Wesen der Macht1 zu verstehen:
  • Macht ist nicht identisch mit Führung.
  • Macht verdrängt die Möglichkeit und Notwendigkeit von Konsensbildung.
  • Machtstreben erwächst aus dem Verlangen, eigene (empfundene) Machtlosigkeit zu kompensieren und beruht auf dem Verlust von Vertrauen.
  • Machtstreben hat grundsätzlich zum Ziel, eigene Interessen gegenüber anderen durchzusetzen.
Im weiteren Verlauf des Buches wird es häufig um Bedürfnisse gehen, die mit unserer Entwicklung einhergehen. Diese sind oft erschreckend wenig anerkannt, werden unterschätzt, missachtet und unterdrückt. Um hiervon ein präzises Bild zu erhalten, wird im Folgenden die Bedürfnisbefriedigung von der Ersatzbefriedigung unterschieden (vgl. Kap. 6).
Auch stehen Bedürfnisse ganz allgemein in Konkurrenz zu den Notwendigkeiten, die sich aus der Bewältigung unseres Alltags ergeben. Strukturell gesehen spielen diese eine erhebliche, häufig ausschlaggebende Rolle. In der zugrundeliegenden Betrachtung finden sie jedoch wenig Berücksichtigung, da es zunächst darum gehen wird, grundlegende Funktionsweisen aufzudecken und zu verdeutlichen. Erst in einem zweiten Schritt werden dann Überlegungen anzustellen sein, auf welche Weise Bedürfnisse und Erfordernisse unter den gegebenen Umständen in Einklang gebracht werden können, ob das überhaupt möglich ist und was eine Antwort hierauf in der Konsequenz bedeutet.

1 Definition nach Max WEBER: "Macht bedeutet jede Chance, innerhalb einer sozialen Beziehung den eigenen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen, gleichviel worauf diese Chance beruht" (vgl. M. Weber 1972, S. 28; http://www.olev.de/m/macht.htm). Im Gegensatz zur Macht über Andere beziehen sich im Folgenden aufgeführte Begriffe wie „Ohnmacht“ und „Selbstermächtigung“ stets auf eine Macht über sich selbst.

2. Die Welt, in der wir leben:
Wie wir sie als Kinder sahen

Wenn wir sagen: „Früher war die Welt noch in Ordnung“, dann erinnern wir uns oft – vielleicht auch nur unbewusst – an Orte und Momente, in denen wir als Kinder glücklich waren. Vielleicht beschwören wir vor unserem geistigen Auge die Momente der Harmonie, in denen wir in kindliches Spiel versenkt waren, auf Entdeckungsreisen gingen oder beim Kuchenbacken süße Teigreste aus Rührschüsseln naschen durften; eine versunkene Welt, in der vielleicht nicht immer alles gut war, der jedoch ein Zauber innewohnte, eine Unbefangenheit, die heute längst verflogen ist. Das Verschwinden dieses Zaubers im Laufe der Zeit akzeptieren wir wie eine Art Naturgesetz, als etwas, das zum Erwachsenwerden dazugehört. Doch wie gerechtfertigt ist diese Annahme?
Kinder, die ihre Umgebung erkunden, Staudämme bauen oder fasziniert Entenküken bei ihrem ersten Ausflug beobachten, befinden sich ganz im Einklang mit ihrer Natur. In Momenten wie diesen agieren sie in geschützter, angstfreier Atmosphäre und aus sich selbst heraus: Sie bewegen sich in einem Raum von Sicherheit und Freiheit. Indem sie beobachten, nacheifern, sich ausprobieren etc. stillen sie Bedürfnisse, mit denen sie – evolutionär bedingt – zur Welt gekommen sind. Auch als Erwachsene kennen wir dieses Gefühl, wenn wir einer Beschäftigung nachgehen, die uns gefällt: Wir arbeiten konzentriert, vertiefen uns, alles ist im Fluss. Theoretisch – und auch ganz praktisch – ist dieser Zustand also auch im Erwachsenenalter noch möglich. Doch woran liegt es, dass er in der Regel selten geworden ist und kaum noch etwas mit unserem Alltag zu tun hat?

Wie wir die Welt heute erleben

Viele von uns haben nur noch selten Zugang zu dieser Welt. Unser Alltag sieht meistens anders aus, die Arbeit ist eher geprägt von Notwendigkeiten als von Leidenschaft. Wer überhaupt noch eine Berufung in sich verspürt, opfert sie nicht selten früher oder später auf dem Altar des Realismus, der Sicherheit vorzugsweise denen gewährt, die sich seinem Diktat beugen – eine Sicherheit, die gleichbedeutend ist mit finanzieller Sicherheit. Geschenkt wird hier nichts.
Wenn wir uns derzeit intensiver mit dem beschäftigen, was Unbehagen bereitet und uns nach früher sehnen lässt, stellen wir bald fest, dass es um weit mehr geht als um ein gesellschaftliches Unwohlsein: Die täglichen Nachrichten sind oft negativ, es scheint nicht viel Gutes in der Welt zu geben, statt dessen Kriege und Attentate, einen Verlust an Sicherheit bei steigender Ungerechtigkeit, wohin man auch sieht. Und wir ahnen: Das betrifft nicht nur die Welt weit draußen, auch für uns stimmen die Dinge nicht, selbst wenn Arbeitslosen- und Konjunkturzahlen sich bemühen, ein anderes, positiveres Bild zu zeichnen.
Die gute Nachricht ist: Wenden wir den Blick, dann können wir beobachten, wie sich neben der Zunahme von Frust, Angst und Gewalt auch eine Gegenbewegung entwickelt. Immer mehr Menschen engagieren sich weltweit in verschiedensten Projekten, beginnen sich zu vernetzen, ergründen und testen Ideen und Visionen für eine lebbare Welt. Sie suchen nach Wegen, um Kriege und Kämpfe zu überwinden, und erproben enkeltaugliche Modelle für ein gemeinsames, friedliches Leben.
Ein Leben in Frieden – naive Träumerei, sagen die Einen. Für Andere handelt es sich um eine Utopie im besten Sinne: weit entfernt, aber durchaus erreichbar. Auf dem Weg dorthin ist sicher vieles zu klären, zum Beispiel die Frage: Warum stolpern wir, selbst wenn wir in bester Absicht handeln, regelmäßig über unsere eigenen Füße? Warum ist es so schwierig, Frieden zu halten, sobald wir nicht einer Meinung sind oder gar Konflikte auftreten? Ist dauerhafter Frieden tatsächlich unmöglich?
Für einen Zeitraum von rund zwei Millionen Jahren2 war die Entwicklung des Menschen eine Erfolgsgeschichte: Wir haben überlebt.3 Doch seit vergleichsweise kurzer Zeit, seit wenigen Jahrtausenden, schreiten Veränderungen in einem rasanten Tempo voran. Dabei sind komplexe Gesellschaften entstanden sowie ein technischer Fortschritt, der begleitet wird von einem stetigen Verlust der Menschen an Selbstbestimmung, Vertrauen und Frieden. Vor diesem Hintergrund steht heute die Frage im Raum, wie es weitergehen kann mit der Spezies Mensch.
Im Laufe der Evolution haben wir uns eine Überlebensstrategie zu eigen gemacht, die im Wesentlichen auf zwei Säulen fußt: der Fremdsicherung und der Eigensicherung. Das bedeutet: Bis wir Menschen in der Lage sind, bestmöglich zur Sicherung des eigenen Überlebens sowie auch zum Überleben unserer Gemeinschaft beizutragen, sind wir auf eine „Fremd“-Sicherung durch unsere Eltern und andere Mitglieder der Gemeinschaft angewiesen. Auch während anderer Phasen im Laufe des Lebens benötigen wir vermehrt die Hilfe anderer Menschen, z. B. bei Krankheit oder im Alter. Diese Doppelstrategie der Fremd- und Eigensicherung macht uns zu sozialen Individuen. Daraus ergibt sich, dass wir grundsätzlich mit einem Bedürfnis nach Sicherheit und Freiheit geboren werden: Das Erfüllen dieser Erwartungen ist Voraussetzung zur Ausbildung menschlicher Souveränität, eines inneren Gleichgewichts zwischen Verbundenheit und Autonomie (mehr dazu später). Die Folge ist: Je besser entwickelt wir sind, desto vitaler und entspannter gehen wir durchs Leben. Bedingt durch die gesellschaftlichen Strukturen unserer Zeit, wird diesem Aspekt jedoch nur sehr unzureichend Beachtung geschenkt.
Eine Besserung ist vorläufig nicht in Sicht, im Gegenteil: Die heutige Frauenbewegung treibt ein weiteres Auflösen mütterlicher Verbundenheit kontinuierlich voran mit dem Ziel, Frauen aus Abhängigkeiten sowie einer häuslichen Isolation zu befreien. Hierbei entpuppt sich die vielbeschworene Vereinbarkeit von Familie und Beruf jedoch häufig als Versuch, gegenläufige Ansprüche unter einen Hut zu bringen. Vor allem Frauen sind oft gezwungen zu entscheiden, ob sie sich beruflichen oder den Interessen ihrer Kinder widmen – eine Entwicklung, die vor allem Stress produziert, da jede Entscheidung für eine der Seiten zulasten der anderen geht. Doch stehen sich die Bedürfnisse von Müttern und Kindern tatsächlich unvereinbar gegenüber?
Bei der Suche nach Antworten sind wir gut beraten, herauszufinden, worin die Ursachen liegen für das Auftauchen der meisten unserer Probleme. Erst eine tiefgreifende Analyse wird helfen, diesen Teil des menschlichen Werdegangs zu verstehen und Fehlentwicklungen aufzuspüren – die unbedingte Voraussetzung, um Probleme wirksam ausräumen bzw. ausheilen zu können, anstatt sie immer wieder aufs Neue zu bekämpfen.

Gesellschaft im Wandel

Vor Einsetzen der industriellen Revolution gegen Ende des 18. Jahrhunderts lebten die Menschen Europas über lange Zeiträume hinweg in vorwiegend dörflichen Strukturen, die von der Landwirtschaft geprägt waren. Die Güter des täglichen Bedarfs, ob Brot, Gemüse, Kleider, Schuhe, Hufeisen, Geschirr oder Körbe, wurden größtenteils vor Ort und in Handarbeit erstellt, wobei sich auch der Hilfe von Tieren, allen voran Ochsen und Pferde, sowie der Naturkräfte bedient wurde.4 Die sogenannte agrarische Gesellschaft war die letzte, bei der zwischen den Bereichen Wohnen, Arbeiten und Gemeinschaft noch nicht wie heute unterschieden wurde, sondern diese größtenteils eine Einheit bildeten.
Mit Einführung der Maschinen im Zuge der industriellen Revolution wurde bald menschliche Arbeitskraft im großen Umfang freigesetzt, da die Warenproduktion maschinell sehr viel schneller erfolgen konnte als in Handarbeit. Darüber hinaus wurden weiterhin landwirtschaftliche Flächen privatisiert, die bisher als dorfgemeinschaftlicher Besitz der Allgemeinheit zur Verfügung gestanden hatten (lat. privare: abtrennen, berauben). Die Folge: Immer mehr Kleinbauern verloren Weideflächen, die sie zur Viehfütterung benötigten, darüber hinaus standen kaum mehr Wälder zur Verfügung, die ihnen Brennholz und Material zur Herstellung ihrer Werkzeuge lieferten (Auflösung der Allmenderechte). Handwerker und Bauern...

Inhaltsverzeichnis

  1. Über die Autorin
  2. Inhaltsverzeichnis
  3. Motto
  4. 1. Anliegen des Buches
  5. 2. Die Welt, in der wir leben: Wie wir sie als Kinder sahen
  6. 3. Die Friedensformel
  7. 4. Angeborene Bedürfnisse, Erwartungen und Bestrebungen
  8. 5. Die menschliche Tragödie: Verlauf einer Fehlentwicklung
  9. 6. Die unmittelbaren Folgen des Missachtens kindlicher Bedürfnisse
  10. 7. Stressreaktionen: Kämpfen, Fliehen, Erstarren
  11. 8. Ausbildung psychischer Resilienz
  12. 9. Vier Gründe für das Unterdrücken von Bedürfnissen
  13. 10. Die Kontinuumgesellschaft
  14. 11. Die Suche nach Gerechtigkeit
  15. 12. Überlegungen
  16. 13. Irrtümer der Ökonomie: Die real existierende Marktwirtschaft
  17. 14. „Rechts“ gegen „links“: Warum der Kampf absurd ist
  18. 15. Die Legende vom segensreichen Wirtschaftswachstum
  19. 16. Wie neuronale Botenstoffe unser Verhalten steuern
  20. 17. Substanzbasierte Ersatzbefriedigungen
  21. 18. Stand der Dinge – und wie es weitergehen kann
  22. 19. Das unterschätzte Erbe der Hexenverfolgung
  23. 20. Unsere Zukunft ist (auch) eine Frage der Bildung. Doch welcher?
  24. 21. Aussichten
  25. 22. Der Weg in die Zukunft
  26. 23. Die Rückeroberung der Souveränität
  27. 24. Zu guter Letzt …
  28. Abbildungsverzeichnis
  29. Impressum