Über Philosophen, Ökonomen und sonstige G´scheite
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Über Philosophen, Ökonomen und sonstige G´scheite

  1. 142 Seiten
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Über Philosophen, Ökonomen und sonstige G´scheite

Über dieses Buch

Wieder einmal wagt sich der bekannte Autor Günter Schmieder an heikle Themen, indem er z. B. sagt, dass die Atombombenabwürfe über Hiroshima und Nagasaki ein Segen für die Menschheit waren oder dass er die Philosophie als brotlose Kunst betrachtet, dass der Kapitalismus die erfolgreichste gesellschaftliche Entwicklung ist oder dass es in der Frage der Flüchtlingsbewegung nur eine ablehnende Haltung der betroffenen europäischen Länder geben kann.Aber auch die anderen, in seinem neuesten Werk behandelten Themen werden sicher wieder auf unterschiedliche Meinungen stoßen.

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1) Wo wohnt Gott?

Wir Eltern mit Kindern haben alle schon die Erfahrung gemacht, dass wir, früher oder später, die Frage gestellt bekommen: „Wo eigentlich lebt der liebe Gott?“.
Und so wie Philosophen, Religionsgelehrte, ja die gesamte Menschheit auf diese Frage bisher keine zufriedenstellende Antwort geben konnten, hätten wir antworten können: „Im Himmel“, „im Paradies“, „im ewigen Leben“ oder „im Nirwana…“. Die Frage unserer Kinder wäre jedenfalls nicht zufriedenstellend beantwortet worden.
Denn hätten wir gesagt: „Im Himmel“ so wäre unweigerlich die nächste Frage gewesen: „Wie und wo befindet sich denn der Himmel?“. Und wieder hätten wir die Frage nur in einer neuen, eigenen Interpretation beantworten können.
Um trotzdem zu versuchen, näher an die Beantwortung dieser Fragestellung kommen zu können, habe ich versucht, nachfolgend die wesentlichen Inhalte der fünf Weltreligionen herauszukristallisieren - auch um Antworten zu finden auf die Frage: „Was geschieht mit uns, mit unserem Körper, unserer Seele und Energie nach dem Tod.
Wenn wir versuchen, aus dem Gedankengut der fünf Weltreligionen einige Gemeinsamkeiten herauszukristallisieren, dann fällt auf, dass sie alle das Streben nach dem Guten als Kernpunkt ihrer theologischen Gedanken betrachten.
Da sich die Philosophen noch immer nicht einig sind, ob der Mensch von Natur aus gut oder böse ist, scheint mir ein Ausflug in das Werk „Einführung in das Christentum“ des emeritierten Papstes, Joseph Ratzinger angebracht, in dem er versucht zu erklären, wo, aus seiner Sicht Gott zu finden ist aber auch wo nicht.
Im Kapitel: „Der Gott der Väter“ schreibt er:
„Die religiöse Erfahrung der Menschen entzündet sich immer wieder an heiligen Orten, an denen aus irgendeinem Grund dem Menschen das ganz Andere, das Göttliche, besonders fühlbar wird; eine Quelle etwa, ein mächtiger Baum, ein geheimnisvoller Stein oder auch ungewöhnliches Wilderfahrnis das sich irgendwo zutrug, können in dieser Weise wirksam werden. Dann besteht aber alsbald die Gefahr, dass dem Menschen der Ort, an dem er das Göttliche erfuhr und dieses selbst ineinander fließen, sodass er an eine besondere Anwesenheit des Göttlichen an jenem Ort glaubt, es anderswo nicht ebenso meint treffen zu können – der Ort wird zum heiligen Ort, zur Wohnstätte des Göttlichen.
Die örtliche Bindung des Göttlichen, die sich auf diese Weise ergibt, führt dann aber mit einer Art innerer Notwendigkeit auch zu dessen Vervielfachung.
Weil nicht nur an einem Ort, sondern an vielen sich Erfahrungen des Heiligen zuträgt, dieses aber jeweils auf den betreffenden Ort gedacht wird, kommt es zu einer Vielzahl von Ortsgottheiten, die damit zugleich zu Eigengottheiten der jeweiligen Räume werden.“
Mit dieser Aussage widersprechen sich sogar Päpste und sogar der spätere Papst Benedikt der im Jahr 2008 Lourdes besuchte und dadurch Lourdes zum heiligen Ort machte, also zur Wohnstätte des Göttlichen.
So ähnlich verhält es sich, wenn wir versuchen die Frage: “Wo wohnt Gott“ zu beantworten.
Dass aber durch die Unmöglichkeit zu erfahren wo Gott wohnt trotzdem die Existenz Gottes, in welcher Form auch immer, nicht in Frage gestellt wird, geht schon aus der Tatsache hervor wie viele intelligente, gebildete Menschen tief an Gott glaubten.
Ich will hier nur einige Beispiele nennen:
Kennedy, Adenauer, Martin Luther, Erasmus, J. S. Bach, Dietrich Bonhoeffer, Billy Graham und viele, viele mehr.
Da ja als Antwort, auch für diese klugen Menschen weder Himmel, Paradies, ewiges Leben oder Nirwana geeignet erscheint, bleiben somit lediglich abstrakte Überlegungen übrig wie:
Gott lebt in unserem Herzen und in unserem Geist.
Lassen Sie uns nun einen Blick werfen, wie die fünf größten Weltreligionen versuchen, eine Antwort zu finden auf die Frage:
„Wo wohnt Gott?“.

a) Das Christentum

Die heute weltgrößte Religion, das Christentum mit 2,3 Milliarden Anhängern, ist aus dem Judentum mit einer über 3000 Jahre währenden Entwicklungsgeschichte hervorgegangen.
Das Judentum ist somit eine der ältesten monotheistischen Religionen.
Das wichtigste Symbol des Christentums stellt das Kreuz dar, welches den Kreuzestod Jesu symbolisiert.
Mit der Geburt von Jesus Christus vor ca. 2000 Jahren - bis zu diesem Zeitpunkt galt auch für die späteren Christen das Alte Testament als Grundlage ihrer Religion - kam es zur Spaltung, denn die Juden erkannten Jesus Christus nicht als den erwarteten Messias an, sondern sie sahen in Jesus nur einen, der damals zahlreichen Wanderprediger.
Sie konnten und wollten Jesus nicht als den erwarteten Messias anerkennen.
Auch argumentierten sie, dass Jesus nicht der Sohn Gottes sein konnte, da Gott nie ein Menschenopfer gefordert und auch nicht angenommen hätte.
Somit galt und gilt für die Juden bis heute, dass der Messias erst noch kommen wird.
Mit dem Erscheinen von Jesus begann eine neue Zeitrechnung die sich im Neuen Testament widerspiegelte.
Innerhalb des Christentums gibt es fünf Hauptgruppen: Die römisch-katholische Kirche, die orthodoxen Kirchen, die protestantische Kirche, die anglikanischen Kirchen und die Pfingstbewegung.
Seit der Entstehung der christlichen Kirche gab es zwei Brüche.
Im Jahr 1054 kam es zwischen der römisch-katholischen Kirche im Westen und den östlich orthodoxen Kirchen zu einem endgültigen Zerwürfnis. Einer der Hauptgründe hierfür war, dass bis 330 n. Chr. Rom die Hauptstadt des römischen Reiches und Sitz des Papstes war. Als jedoch im Jahr 330 n. Chr. Kaiser Konstantin die Stadt Byzanz, das heutige Istanbul das später ihm zu Ehren in Konstantinopel umbenannt wurde zur zweiten Hauptstadt neben Rom ausrief, da kam es zu Spannungen die schließlich in einem Auseinanderbrechen der beiden Kirchen mündete. Auch Fragen der Glaubensauslegung, z.B. was den Stellenwert des Heiligen Geistes betraf, führten dann im Jahr 1054 zum endgültigen Bruch.
Die zweite, große Spaltung im Christentum begann mit Luthers Thesenanschlag in Wittenberg im Jahr 1517 und mündete 1519 in die Gründung der reformierten Kirche. Der Ursprung der Gründung der protestantischen Kirche begann jedoch schon im Jahr 1501 in der Person von Martin Luther. In tiefer Nacht ist ein Mann unterwegs als ein riesiges Gewitter aufzieht. Als er von einem Blitz zu Boden geschleudert wird, erfasst ihn Todesangst und er schreit: „Anna, hilf! Lässt du mich am Leben, so will ich Mönch werden“. Und tatsächlich überlebt Martin Luther der erst kurz vorher sein Jurastudium erfolgreich abgeschlossen hatte in dieser Nacht das Gewitter unversehrt.
In der Folge fühlte sich Luther an sein Gelübde gebunden, er trat in den Stift der Eremiten ein und wurde Mönch. Luther nahm sein Mönchsein so ernst, dass er an sich, am Menschsein, zweifelte, da er glaubte, dass am jüngsten Tag kein Mensch, auch er nicht, vor Gott würde bestehen können. Später erkannte Luther, und da kamen ihm die ersten Zweifel an den Lehren der Kirche, dass Gott kein mitleidloser, strafender Gott ist, sondern, dass Gott mit all seiner Güte bereit ist, den Menschen von seinen Sünden zu erlösen. Im Jahr 1505 trat Luther ins Kloster ein, begann in Wittenberg ein Theologiestudium und promovierte zum Doktor der Theologie. Ein einschneidendes Erlebnis erfuhr Luther im Jahr 1510 anlässlich einer Reise nach Rom, wo er dort den Sittenverfall hautnah erlebte. Auch die von der Kirche praktizierte Ablasszahlung mit der hauptsächlich der Bau des Petersdoms finanziert wurde, passte nicht zu Luthers Verständnis von Gerechtigkeit.
Diese Praktiken nahm Luther anschließend zum Anlass, um erstmals gegen die, seiner Meinung nach Verdrehung des Evangeliums aufzubegehren und somit keinen Geringeren als den Papst herauszufordern.
Im Jahr 1517 stellte Luther seine 95 Thesen dem Erzbischof von Mainz und anderen Bischöfen und Gelehrten vor.
Nachdem Luther im Jahr 1518 ein Exemplar seiner 95 Thesen an Papst Leo X und den Bischof von Brandenburg geschickt hatte nahm die Diskussion in der Kirche ein derartiges Ausmaß an, dass sich die Kirche gegen Luther nur dadurch wehren konnte, indem sie ein Verfahren gegen ihn einleitete und er schließlich wegen Ketzerei angeklagt und verurteilt wurde. Da inzwischen offiziell nach ihm gefahndet wurde, begab sich Luther auf die Flucht und landete schließlich in Wittenberg. Auf der Wartburg, wo er schließlich Unterkunft fand, betätigte sich Luther in den Folgejahren vor allem mit schriftstellerischen Tätigkeiten, unter anderem der Übersetzung der Bibel.
Daneben verfolgte er ohne Unterlass die Durchsetzung seiner Thesen, was z. B. im Mai 1521 dazu führte, dass das Zölibat von mehreren Priestern gebrochen wurde und diese in Wittenberg heirateten.
In den Folgejahren musste sich Luther mit vielen Gegnern an seiner Reformidee aus allen Gesellschaftsschichten auseinandersetzen.
Luthers Protestantismus war jedoch nicht mehr aufzuhalten und verbreitete sich über ganz Europa.
Neueste Entwicklungen in den christlichen Kirchen:
Nachdem die Kirche seit Jahrhunderten getrennt ist, in den protestantischen Teil und die Orthodoxe Kirche, besteht nun seit Längerem ein Interesse aller Beteiligten nicht mehr das Trennende, sondern das Gemeinsame zu suchen.
So werden heute schon wieder weltweit ökumenische Gottesdienste gehalten oder aber, wie 1989, ein Friedenstreffen organisiert, das selbst von Papst Johannes dem Zweiten besucht wurde. Und auch zwischen der katholischen und der orthodoxen Kirche kam es mit der 14. Vollversammlung im Jahr 2016 zu zaghaften, ersten gemeinsamen Schritten in Richtung Wiedervereinigung. Erneut unterstrichen wurde dieses Bemühen auch durch einen Besuch von Papst Franziskus beim Heiligen Synod der Bulgarisch-Orthodoxen Kirche von Bulgarien im Jahr 2019.
Die christlichen Kirchen leiden in den letzten Jahren unter dramatischem Mitgliederschwund. Mehrere Gründe scheinen hierfür verantwortlich zu sein. So sind, insbesondere Christen der jüngeren Generation in Deutschland, abgeneigt weiter eine dur...

Inhaltsverzeichnis

  1. Widmung
  2. Inhaltsverzeichnis
  3. 1. Wo wohnt Gott?
  4. 2. Gesichter der Moral
  5. 3. Meditation
  6. 4. Burnout
  7. 5. Sollten wir Little Boy und Fat Man dankbar sein?
  8. 6. Überlegungen zum Dasein
  9. 7. Charles Darwin
  10. 8. Brauchen wir die Philosophie?
  11. 9. Was ist Glück?
  12. 10. Kapitalismus Olé
  13. 11. Ich bitte darum, die Grenzen des Wachstums zu ignorieren
  14. 12. Ist die Globalisierung gut oder schlecht?
  15. 13. Gibt es eine Kollektivschuld?
  16. 14. Flüchtlinge go home?
  17. 15. Wie frei ist die Malerei?
  18. Weitere Veröffentlichungen Des Autors Günter Schmieder
  19. Impressum