Freiheit & die Angst davor
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Freiheit & die Angst davor

Der philosophische Ratgeber auf deinem Weg zur wahren Freiheit

  1. 268 Seiten
  2. German
  3. ePUB (handyfreundlich)
  4. Über iOS und Android verfügbar
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Freiheit & die Angst davor

Der philosophische Ratgeber auf deinem Weg zur wahren Freiheit

Über dieses Buch

»Freiheit & die Angst davor« ist der philosophische Ratgeber für all jene, die ein starkes Verlangen in sich spüren ein Leben in Erfüllung zu führen. Dieses freiheitliche Leben hat nichts mit äußerem Reichtum, Statussymbolen und glanzvollen Social-Media-Profilen zu tun. Wahre Freiheit kommt von innen und zeigt sich in deiner Wirklichkeit als Fülle von glücklichen Umständen und vielfältigen Freuden des schönen Lebens. Die Autorin Wiebke Tasch nimmt dich mit auf eine Reise durch die praktische Lebenshilfe der Philosophie und erklärt was Freiheit mit deiner persönlichen, emotionalen und geistigen Wahrnehmung zu tun hat. Die Angst als psychologisches Konzept wird verständlich erklärt und die Blockaden auf dem Weg zur eigenen Freiheit ausgemacht. Angst ist stets ein Widerstand allem Neuen und Unbekannten gegenüber. Haben wir erst deren Verwicklungen erkannt, können wir für unsere persönliche, emotionale und geistige Wahrheit eintreten und sie als Teil unserer Freiheit integrieren. Das Leben ist das, was du daraus machst. Dieser Ratgeber dient dir als treuer Begleiter auf deinem Weg zur wahren Freiheit.

Häufig gestellte Fragen

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I. Freiheit als Prinzip

1. Was ist Freiheit?

Der Begriff Freiheit wurde schon oft und viel verwendet. In der Französischen Revolution war Freiheit das Streben schlechthin. Ihre Parole lautete »Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit«.
In der deutschen Nationalhymne erklingt die erste Zeile »Einigkeit und Recht und Freiheit«.
»Leben, Freiheit und das Streben nach Glück« sind als Grundprinzipien in der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung verankert. Hundert Jahre später, als mit dem Ende des Bürgerkriegs auch die Sklaverei ihr Ende fand, galt diese Freiheitssuche allen Menschen, egal welcher Hautfarbe.
Im deutschen Grundgesetz wurde mit dem Ende des Naziterrors der erste Paragraf wie folgt formuliert: »Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit. […] Die Freiheit der Person ist unverletzlich.«
Wir sehen: Freiheit hatte schon immer einen ganz besonderen Stellenwert, besonders nach Zeiten des Absolutismus, der Gewalt und der Fremdbestimmung. Denken wir an die friedliche Revolution 1989 und die Befreiung des Ostens von der russischen Besetzung.
Wir leben heute in einer Zeit ohne totalitäre Fremdbestimmung. Die Freiheitsfrage ist auf staatlicher Ebene geklärt.
Wie sieht es im Persönlichen aus? Rechtlich dürfen wir uns frei entfalten. Aber tun wir das auch?
Jeder von uns versteht unter Freiheit etwas anderes. Für die einen ist Freiheit das Gefühl absoluter Wildheit, wie eine Motorradfahrt auf der Route 66 durch Amerika, oder sich ausnahmslos einer Leidenschaft hinzugeben, wie das Schreiben von Büchern.
Für die anderen liegt Freiheit darin, sich leisten zu können, was das Herz begehrt. Wieder andere sehen Freiheit in der Ortsunabhängigkeit und im Beruf, für manche liegt sie in der Partnerwahl, für viele in der Bewegungsfreiheit und Selbstbestimmung. Was ist es bei dir?
Wenn wir uns all die unterschiedlichen Konzepte von Freiheit anschauen, kommen wir zu einem wesentlichen Punkt zurück: Freiheit liegt in der Wahlmöglichkeit.
Wir alle fühlen uns frei, wenn wir die Möglichkeit zu wählen besitzen. Können wir aus zwei oder mehr Wegen wählen, ohne Limitation und Einschränkungen, fühlen wir uns frei.
Sind wir finanziell im Fluss und möchten gern an das Meer, steht es uns frei, wohin die Reise gehen wird – egal ob an die Oregon Coast, den Indischen Ozean, zum Great Barrier Reef oder an die Ostsee. Wir können uns für alle Möglichkeiten entscheiden. Darin liegt unsere Freiheit.
Ein Paradox ergibt sich dennoch daraus: Haben wir zu viele Wahlmöglichkeiten, stagnieren wir vor der Fülle an Angeboten und wählen letztendlich gar nichts mehr. Zu viel Auswahl macht unfrei.
Wir blockieren und gehen in den Widerstand, in Anbetracht der unübersichtlichen Menge an Aussichten und der Angst, das Falsche zu wählen.
Wir müssen für die Freiheit bereit sein, ansonsten er- und begreifen wir sie nicht. »Wie werden wir das?«, fragst du nun?
»Was hindert uns daran, uns all den Wahlmöglichkeiten zu stellen und uns das zu nehmen, was unserer persönlichen Freiheit entspricht?«
Das werden wir jetzt gemeinsam herausfinden!
Wir gehen nun auf eine kleine Reise der Freiheit und erkunden genau, woher sie kommt und was wir mit ihr tun können.
Wir beginnen mit der Geschichte der Freiheit als Wort und philosophisches Konzept.
Bist du bereit? Hast du alle Snacks und Getränke bei dir? Dann kann’s ja losgehen

1.1 Woher stammt das Wort?

Was ist das Wesentliche an dem Wort Freiheit? »Warum ist es für uns Leser interessant, die originale Wortentstehung zu begreifen?«, wunderst du dich?
Das liegt in ihrem ursprünglich gegebenen Sinn. Denn durch diesen erhalten wir eine neue Sicht auf deren zugrundeliegende Bedeutung.
Das erlaubt uns wiederum, Rückschlüsse für uns und auf weitere zukünftige Denkanstöße zu ziehen.
Das Wort »Freiheit« wird aus dem Adjektiv »frei« gebildet. Im Indogermanischen hieß dieses »frei«, »nah« oder »bei« und hatte demnach einen räumlichen Bezug.
Freiheit ist somit etwas, das in der unmittelbaren Umgebung ist oder stattfindet. Anders gesagt: Alles, was in meinem nahen Umfeld ist, dient dazu, frei zu machen.
Hättest du das gedacht?
Eine weitere indogermanische Bedeutung für »Freiheit« finden wir in seiner Wurzel »fri«.
Diese bedeutet »Freund« und schließt eine Wesensgemeinschaft mit ein.
Ich und die anderen in einem nahen Umfeld sind demzufolge der Sinngehalt, den wir aus der indogermanischen Herkunft gewinnen.
Warum das für uns heute wichtig ist? Es wird spannend, wenn wir uns dazu später den Existenzialismus mit seinem Konzept der Freiheit anschauen.
Denn Freiheit kann nur mit anderen gelebt werden, laut Simone de Beauvoir.
Der germanische Ausdruck »fri Halsa« wird als »freier Hals« oder »jemand, dem sein Hals selbst gehört«, übersetzt.
Ich bin demzufolge frei, wenn ich in der Gemeinschaft von Freunden und Wesensverwandten frei sprechen und dadurch so sein kann, wie es meinem Selbst entspricht.
Aus dieser Interpretation unseres Freiheitsbegriffs entwickeln sich zwei Dinge:
Zum einen bezieht Freiheit immer das Umfeld mit ein. Dadurch findet das Freisein nur mit anderen statt: ich und die anderen – die anderen und ich.
In einer nahen Gemeinschaft sind wir somit imstande, uns gegenseitig Freiheit oder Knechtschaft zu schenken.
Zum zweiten wird der freie Hals aus der germanischen Deutung auch als freie Rede gedacht.
Derjenige, der in seiner Gemeinschaft das kommunizieren kann, was ihm entspricht, ist frei. Er (der Mensch) braucht die anderen, um seine Freiheit zu bestätigen.
Denn im Stillen wird jeder seine Meinung kundtun (und das mitunter vehement).
Doch wer in der Gemeinschaft nicht nach ihr handelt, ist im Grunde unfrei.
Denn die freien Gedanken kann niemand anderes wahrnehmen als das Ich, wenn sie nicht nach außen hin kommuniziert werden.
Die Gedanken sind frei und wir werden es, wenn wir sie mit anderen teilen.
So gibt es eine altbekannte philosophische Frage: Was ist das für ein Ton, wenn im Wald ein Baum fällt und niemand anwesend ist, der ihn wahrnehmen kann. Gibt es diesen Ton dann überhaupt?
Existiert ein Klang des Aufpralls, wenn keine Entität (Sein) unmittelbar existiert, um ihn zu hören? Gibt es diesen Ton, wenn niemand zuhört?
Die Antwort ist Nein! Es ist ja niemand da, der ihn hören kann und die Frequenz des Aufpralls wahrnimmt. Deswegen gibt es diesen Ton nicht, da zu jedem Sender ein Empfänger gehört.
Das gleiche Prinzip besteht in der Freiheit. Wir brauchen ein Gegenüber, um uns selbst zu bestätigen. Stellen wir uns zwei Menschen vor, die im Januar an der Bushaltestelle stehen.
Erst wenn der eine »Es ist aber kalt hier« äußert, wird der kalte Zustand durch den anderen bestätigt.
Wir brauchen die Gemeinschaft, um uns darin zu finden bzw. wiederzufinden.
Wir können erst mit und durch die anderen frei sein. Wir brauchen einen Empfänger, der unsere Sendung annimmt, so wie auch wir Empfänger für andere sind. Freiheit ist immer ein Wechselspiel und bedingt durch mich mit den anderen.
Das ist es, was Freiheit in seiner Begrifflichkeit bedeutet und wie dieses Wort entstand. Erstaunlich scheint, dass das Freisein nie allein gedacht werden kann, sondern immer in Bezug zu einem Gegenüber steht.
Hättest du gedacht, dass Freisein immer die anderen und das nahe Umfeld mit einschließt?
Unsere Reise der Freiheit geht nun weiter und wir schauen uns an, was die Philosophie über die Jahrhunderte hinweg dazu sagte.

1.2 Die Philosophie der Freiheit

In der Philosophie unterscheidet man zwischen einer positiven und einer negativen Freiheit. Im negativen Sinne geht man von der Freiheit von etwas aus.
Hier ist der Mensch frei von äußeren Zwängen, Nöten und Begrenzungen im Außen. Frei von allen negativen Umständen, die uns in unserem Sosein beschränken.
Wir erleben diese Freiheit frei von Krieg, Gewalt, Missbrauch, Kontrollen, Repressionen, Kerkern und vielen Gräueltaten mehr. Sie ist negativ, da sie uns lediglich von den lebensfeindlichen Umständen fernhält.
Sie beinhaltet nicht das Glück, das wir durch den Wind in unseren Haaren spüren, wenn wir auf einem Hügel stehen und den Blick über die weite Landschaft schweifen lassen – wenn wir uns eben ganz frei für etwas entschieden haben.
Dieses Frei-von-etwas-Sein schließt das Außen mit ein und entspricht dadurch der indogermanischen Wortherkunft. Erinnern wir uns: Freiheit findet mit anderen statt.
Die Bewohner in den Poleis (Gemeinden) im alten Griechenland waren frei in ihrem Sein, denn sie waren keine Sklaven.
Doch ein Barbar, was lediglich »der Fremde« in der griechischen Sprache bedeutet, war unfrei, da er (meistens) ein Sklave war.
So ist die Freiheit von etwas immer in Bezug zu den Beschränkung im Außen und mit den äußeren Begebenheiten zu betrachten und aus diesem Grund negativ. Denn ich habe mich nicht aktiv für diese Freiheit entschieden.
Im positiven Freiheitsgedanken ist der Mensch frei zu etwas, wobei das aus dem Lateinischen stammende Wort »positiv« »gesetzt« oder »platziert« bedeutet.
Stellung beziehen wir somit, indem wir eine Position wählen. Wir entscheiden uns für etwas. Wir haben die Freiheit zu wählen – diese Freiheit hatte der Sklave im alten Griechenland nicht.
Im negativen Freiheitsdenken verneinen wir die unwürdigen Umstände. Der positive Bezug schließt unsere Handlungsmacht mit ein und ermutigt uns, einen Ausdruck in unseren Entscheidungen und unserem Tun zu finden.
Wir wählen frei, etwas zu sein. Wir haben die Freiheit zu re-agieren. So haben wir die Macht, unseren Beruf zu wählen, einen Ort, an dem wir leben möchten, unseren Partner und im Grunde unser Sosein.
In dieser positiven Definition übernehme ich das erste Mal Verantwortung für mich, definiere mich zu etwas hin und grenze mich dementsprechend von etwas ab. »Definieren« kommt übrigens auch aus dem Lateinischen und enthält im Kern das Wort »fin« – das Ende.
»De fin« bedeutet von einem Ende ausgehend. Der Ausdruck beschreibt eine Grenzziehung.
Indem ich mich zu etwas hinbewege, beispielsweise durch meine Zielsetzung, grenze ich mich automatisch von meinem Startpunkt ab.
Dieser positive Freiheitsbegriff schließt zum ersten Mal das Individuum aus seiner Gemeinschaft aus und geht dem individuellen Willen nach.
Indem ich meine Umstände wähle, entscheide ich mich gegen alle anderen realisierbaren Möglichkeiten. Ich habe gleichzeitig immer die Wahl, neue Umstände zu wählen und aus den alten Habits herauszutreten.
Dadurch trage ich Verantwortung. Das sind weitere sehr wichtigen Säulen der Freiheit: das Tragen der Verantwortung und die Wahl der Neuentscheidung.
Wir können zusammenfassend sagen, dass individuelle Freiheit die Voraussetzung für gesellschaftliche Prozesse darstellt.
Erst indem der Einzelne sich zu seiner Freiheit hinbewegt, hilft er der Gemeinschaft, eine Freiheit von etwas weg zu realisieren. Gleichzeitig kann sich der Einzelne erst dann zu etwas frei Gewähltem hinbewegen, wenn er frei von etwas, wie äußeren Zwängen durch Krieg, Hunger oder Verwüstung, ist.
Wir sehen: Beide Konzepte bedingen ...

Inhaltsverzeichnis

  1. Hinweise
  2. Inhaltsverzeichnis
  3. Vorwort
  4. I. Freiheit als Prinzip
  5. II. Angst als Widerstand
  6. Impressum