
- 144 Seiten
- German
- ePUB (handyfreundlich)
- Über iOS und Android verfügbar
eBook - ePub
Über dieses Buch
Jahr für Jahr begleitet die Jahreslosung Christen aller Konfessionen. Der Vorsitzende der Deutschen Evangelischen Allianz, Ekkehart Vetter, schreibt über das Wort für 2019, "Suche Frieden und jage ihm nach" (Psalm 34,15), und zeigt, welche Schätze darin verborgen liegen. Dabei beleuchtet er nicht nur den biblischen Zusammenhang, sondern erzählt auch aus seinem Leben und zeigt nicht zuletzt ganz praktisch, was dieser Vers heute bedeuten kann. Ein Lesebuch zum Entdecken für ein ganzes Jahr, auch zum Verschenken hervorragend geeignet!
Häufig gestellte Fragen
Ja, du kannst dein Abo jederzeit über den Tab Abo in deinen Kontoeinstellungen auf der Perlego-Website kündigen. Dein Abo bleibt bis zum Ende deines aktuellen Abrechnungszeitraums aktiv. Erfahre, wie du dein Abo kündigen kannst.
Nein, Bücher können nicht als externe Dateien, z. B. PDFs, zur Verwendung außerhalb von Perlego heruntergeladen werden. Du kannst jedoch Bücher in der Perlego-App herunterladen, um sie offline auf deinem Smartphone oder Tablet zu lesen. Weitere Informationen hier.
Perlego bietet zwei Abopläne an: Elementar und Erweitert
- Elementar ist ideal für Lernende und Profis, die sich mit einer Vielzahl von Themen beschäftigen möchten. Erhalte Zugang zur Basic-Bibliothek mit über 800.000 vertrauenswürdigen Titeln und Bestsellern in den Bereichen Wirtschaft, persönliche Weiterentwicklung und Geisteswissenschaften. Enthält unbegrenzte Lesezeit und die Standardstimme für die Funktion „Vorlesen“.
- Pro: Perfekt für fortgeschrittene Lernende und Forscher, die einen vollständigen, uneingeschränkten Zugang benötigen. Schalte über 1,4 Millionen Bücher zu Hunderten von Themen frei, darunter akademische und hochspezialisierte Titel. Das Pro-Abo umfasst auch erweiterte Funktionen wie Premium-Vorlesen und den Recherche-Assistenten.
Wir sind ein Online-Abodienst für Lehrbücher, bei dem du für weniger als den Preis eines einzelnen Buches pro Monat Zugang zu einer ganzen Online-Bibliothek erhältst. Mit über 1 Million Büchern zu über 1.000 verschiedenen Themen haben wir bestimmt alles, was du brauchst! Weitere Informationen hier.
Achte auf das Symbol zum Vorlesen bei deinem nächsten Buch, um zu sehen, ob du es dir auch anhören kannst. Bei diesem Tool wird dir Text laut vorgelesen, wobei der Text beim Vorlesen auch grafisch hervorgehoben wird. Du kannst das Vorlesen jederzeit anhalten, beschleunigen und verlangsamen. Weitere Informationen hier.
Ja! Du kannst die Perlego-App sowohl auf iOS- als auch auf Android-Geräten nutzen, damit du jederzeit und überall lesen kannst – sogar offline. Perfekt für den Weg zur Arbeit oder wenn du unterwegs bist.
Bitte beachte, dass wir Geräte, auf denen die Betriebssysteme iOS 13 und Android 7 oder noch ältere Versionen ausgeführt werden, nicht unterstützen können. Mehr über die Verwendung der App erfahren.
Bitte beachte, dass wir Geräte, auf denen die Betriebssysteme iOS 13 und Android 7 oder noch ältere Versionen ausgeführt werden, nicht unterstützen können. Mehr über die Verwendung der App erfahren.
Ja, du hast Zugang zu Suche Frieden und jage ihm nach! von Ekkehart Vetter im PDF- und/oder ePub-Format. Aus unserem Katalog stehen dir über 1 Million Bücher zur Verfügung.
Information
[ Zum Inhaltsverzeichnis ]

[ Zum Inhaltsverzeichnis ]

»SUCHE FRIEDEN UND JAGE IHM NACH!«
Solche harmonischen Beziehungen sind schön, aber jeder Mensch kennt auch ganz andere Situationen. Unversöhnlichkeit, schwieriges Mit-, besser Gegeneinander, Vorwürfe, alte Geschichten, die immer wieder aufgetischt werden – die Liste möglicher Beziehungsstörungen ist lang.
Die sogenannte Jahreslosung, die uns im Jahr 2019 begleitet, ist unter besonders gefährlichen und druckvollen Lebensumständen entstanden: »Suche Frieden und jage ihm nach!« (Psalm 34, 15). Hier wird angedeutet, dass Frieden in Beziehungen erstens keine Selbstverständlichkeit und zweitens auch nicht leicht zu erreichen ist.
Der Satz ist uralt, er stammt von dem bedeutendsten König Israels, von David, und steht im Gebetbuch der Bibel, den Psalmen. Eine kurze Skizze von Davids Lebenssituation soll helfen, diesen Satz in den Kontext seines Lebens einzuordnen: David wurde bereits als Teenager, für ihn und seine Familie völlig unerwartet, durch den Propheten Samuel zum künftigen König über das Volk Israel gesalbt. Die Inthronisierung ließ aber noch auf sich warten.
Unterdessen blieb David dem noch amtierenden König Saul treu ergeben. Er kämpfte mit den Soldaten Sauls gegen die Feinde Israels und besiegte sogar den allseits gefürchteten Philister Goliath. Nach einiger Zeit wurde König Saul jedoch eifersüchtig auf den jungen Kriegshelden, bedrohte ihn und versuchte mehrmals, ihn zu töten. Weil David in seiner Heimat nicht mehr sicher leben konnte, floh er ins Land seiner Feinde. Er erreichte die Philisterstadt Gat und begegnete dort Achisch, dem König von Gat.
Die Philister begriffen, wen sie hier vor sich hatten. Darum warnten die Hofbeamten den König: »Ist das nicht David, der Anführer der Israeliten, für den sie tanzten und sangen: ›Saul hat tausend Mann erschlagen, David aber zehntausend‹?« (1. Samuel 21, 12; Hfa).
David wurde klar, dass er womöglich vom Regen in die Traufe geraten war! Aus Angst um sein Leben stellte er sich vor Achisch wahnsinnig. Er schlug wild um sich, kritzelte wirres Zeug auf die Torflügel und ließ Speichel in seinen Bart laufen.
Der König reagierte genervt und fuhr seine Leute an: »Hab ich zu wenig Wahnsinnige, dass ihr diesen herbrachtet, bei mir zu toben?« (1. Samuel 21, 16).
Mithilfe dieser List gelang es David, der Rache der Philister zu entgehen. Und in einem gewissen Zeitabstand dazu entstand dann der Lob- und Dankpsalm 34, in dem David in Vers 1 auf dieses Geschehen Bezug nahm.1
In dem gesamten Psalm wird deutlich, dass David mittlerweile sonnenklar war: Nicht seine eigenen Ideen und Tricks hatten sein Leben bewahrt, sondern allein Gott hatte ihn aus dieser und anderen heiklen Situationen befreit. »Da ich den Herrn suchte, antwortete er mir und errettete mich aus aller meiner Furcht« (Psalm 34, 5).
Obwohl David noch relativ jung war, hatten Nachstellungen, Todesdrohungen und Kriegserfahrungen sein Leben bereits stark geprägt. In König Saul hatte er einen eifersüchtigen, im Ernstfall blutrünstigen und machtbesessenen Gegner, der bereit war, über Leichen zu gehen, wenn es seinem Machterhalt diente.
Doch auch an Davids eigenen Händen klebte schon Blut. Den als unbesiegbar geltenden Philister Goliath hatte er mit einer Schleuder getötet und ihm dann mit dessen Schwert den Kopf abgeschlagen. So sehr ihm seine Mit-Soldaten zujubelten, so sehr muss ihm dieses Ereignis unter die Haut gegangen sein. Einen Menschen enthaupten – das ist mit das Brutalste, was man sich vorstellen kann. Und David war kein mit allen Wassern gewaschener, kriegserfahrener Soldat, sondern ein junger Schafhirte, der jüngste von acht Brüdern.
Mag sein, dass es ein Moment der Besinnung war, in dem er den Psalm 34 betete und niederschrieb. Nach all den Kriegswirren, Todesdrohungen und Fluchterfahrungen kam er ein wenig zur Ruhe und verfasste ein Lob-und-Dank-Lied auf die Güte und Treue Gottes.
Eingebettet in dieses Lob Gottes sind einige Sätze einer betenden Selbstreflexion: »Wer ist’s, der Leben begehrt und gerne gute Tage hätte? Behüte deine Zunge vor Bösem und deine Lippen, dass sie nicht Trug reden. Lass ab vom Bösen und tue Gutes; suche Frieden und jage ihm nach!« (Psalm 34, 13-15).
Jeder wünscht sich ein erfülltes Leben, jeder hat gern »gute Tage«. Doch David begreift, dass diese guten Tage auch mit eigener Investition zusammenhängen. Dazu empfiehlt er erstens: Rede nichts Böses und Falsches. Zweitens: Lass ab vom Bösen und tue Gutes, und schließlich drittens: Suche Frieden, suche Shalom, und jage ihm nach.
[ Zum Inhaltsverzeichnis ]

SHALOM! - VIEL MEHR ALS »GUTEN TAG!«
Mit Shalom! begrüßt und verabschiedet man sich in Israel. Am Shabbat sagt man Shabbat Shalom!. Allerdings ist Shalom viel mehr als eine Begrüßungsformel. Dieser Friedensgruß geht weitaus tiefer als ein freundliches »Hallo!« oder »Guten Tag!«. Die Bedeutung im Hebräischen ist wesentlich breiter, als es unser deutsches Wort Frieden zum Ausdruck bringt.
Ursprünglich bedeutet Shalom »Vervollständigung«. Es beschreibt umfassendes Wohlergehen in allen meinen Lebensbereichen – körperlich, psychisch, sozial und auch geistlich. Es ist ein optimaler Zustand des Friedens mit mir selbst und anderen. Im Hebräischen fragt man, wenn man wissen will, wie es jemandem geht: Ma shlomcha – wie ist dein Shalom, wie ist dein Wohlbefinden? In diesem Wort schwingen Gesundheit, Sicherheit, Frieden, Unversehrtheit und Ruhe mit.
Allerdings betrifft der Shalom nicht nur den Einzelnen, sondern fragt auch nach dem kollektiven, dem sozialen und gesellschaftlichen Wohlergehen – wohl wissend, dass es in der Regel nicht eines ohne das andere gibt. In einer jüdischen Enzyklopädie wird von Shalom als »lebensfördernder Geordnetheit der Welt« gesprochen.
Shalom in diesem Sinne ist untrennbar mit Vertrauen auf Gott, den Schöpfer und Erhalter der Welt, verbunden, durch den man versöhnt mit sich selbst und mit anderen sein kann. Die Gottesbeziehung verhilft zu einem dankbaren Blick in die Vergangenheit (»Vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat!«), schenkt Lebenszufriedenheit in der Gegenwart und lässt den Menschen hoffnungsvoll in die Zukunft schauen.
Wenn David uns nun dazu auffordert, diesen Shalom zu »suchen«, ja, ihm »nachzujagen«, dann geht es hier offensichtlich um viel mehr als unser eigenes Glück. Denn wer sich für Shalom einsetzt, hat niemals nur sich selbst im Blick. Sondern er konzentriert sich auch auf das Wohlbefinden des Nächsten, erklärt dies zur Priorität und wird alles in seinen Kräften Stehende tun, damit der Shalom Gottes im kompletten Lebensumfeld gefördert wird.
Wie wir das ganz praktisch tun können, wird je nach unserem persönlichen Umfeld und Einflussbereich immer etwas anders aussehen. Doch ganz gleich, ob wir Mütter oder Väter, Reinigungskräfte, Ärzte, Lehrer, Geistliche, Handwerker, Firmeninhaber oder Politiker sind – wir alle haben einen Einflussbereich, wo wir im Vertrauen auf Gott unseren Shalom ausbreiten sollen.
[ Zum Inhaltsverzeichnis ]

RADAPH - EIN STARKES WORT FÜR FRIEDLICHES HANDELN
Die Kombination von Shalom und radaph (»nachjagen«) eröffnet ein hochinteressantes Bedeutungsspektrum. Frieden suchen, sich um Frieden bemühen – das sind Verben, die uns im Zusammenhang mit »Frieden« durchaus vertraut sind. Auch Friedensverhandlungen begegnen uns auf politischer Ebene immer wieder. Aber dem Frieden nachjagen?
Das hebräische Wort radaph ist ein starkes Wort, das die gängigen deutschen Bibelausgaben mit »nachjagen« übersetzen. Eine Textübertragung wie die Hoffnung für alle formuliert in diesem Sinne durchaus korrekt: »Setzt euch unermüdlich und mit ganzer Kraft für den Frieden ein!«
Ein Kommentator des biblischen Textes sieht die Ursprungsbedeutung von radaph in der Vorstellung einer Verfolgungsjagd, in der man jemanden oder etwas unbedingt erreichen will. Deshalb wird dieses Wort oft in kriegerischen Zusammenhängen verwendet: Feinde jagen hinter einem her (Josua 2, 16) oder umgekehrt. Pharao jagte beispielsweise hinter den Israeliten her, als sie vor dem Roten Meer standen (2. Mose 14, 4).
Doch die Objekte dieses Nachjagens können im Alten Testament auch etwas ganz anderes sein: Man kann der Erkenntnis des Herrn (Hosea 6, 3; ELB) nachjagen. Die Sprüche Salomos kritisieren den, der nichtigen Dingen nachjagt (12, 11). Und wir werden aufgefordert, der Gerechtigkeit (Sprüche 15, 9) und der Güte (Sprüche 21, 21) nachzujagen.
Die Bibel beschreibt mit radaph also eine intensive, leidenschaftliche Bewegung mit dem klaren Ziel, etwas unbedingt erreichen zu wollen. Radaph beinhaltet, dass wir unsere Bemühungen auf ein wichtiges Ziel fokussieren. Und dieses Ziel ist der Shalom Gottes.
Ich empfinde die Kombination von Suchen und Nachjagen wie ein Crescendo in der Musik. Suchen ist noch etwas eher Normales, fast Alltägliches, wenn auch zielgerichtet. Aber nun setzt das Crescendo ein. Der Zuhörer spürt: Die Musik steigert sich, wird eindringlicher, lauter, steuert auf einen Höhepunkt zu.
Die Intensität, in der der Shalom Gottes angestrebt wird, steigert sich also immens: Jage Gottes Shalom nach, diesem umfassenden Wohlbefinden der Menschen deines Lebensumfeldes. Investiere in ihre Lebenszufriedenheit. Trage deinen Teil zu ihrem Wohlergehen bei, und vertraue Gott, dass er nicht nur deinen Shalom im Blick hat, sondern auch die »lebensfördernde Geordnetheit« deines Lebensumfeldes.
Der mit der Heiligen Schrift vertraute Bibelleser hat diesen Sechs-Wort-Satz – unsere Jahreslosung für 2019 – vermutlich schon manches Mal gelesen oder gehört. Wir sind auf eilige Zustimmung beim Lesen getrimmt. Wie kann man auch gegen eine solche Aussage sein? Und schon geht es weiter im Text.
Doch die bisherigen Überlegungen machen deutlich, dass die Herausforderungen dieses kurzes Satzes vermutlich doch weitaus größer sind, als man beim schnellen Lesen wahrnimmt. Wenn Shalom so viel umfasst, wenn radaph eine solche Leidenschaft und Zielgerichtetheit beschreibt, stellt sich dann nicht die Frage nach den Prioritäten unseres Lebens? Und investieren wir eigentlich in das, was bei Gott Priorität hat?
Nun lesen wir heute diesen Psalm und diesen Satz als Menschen, die von dem Davidssohn Jesus Christus wissen. Verändert sich die Perspektive auf die Jahreslosung 2019 aus der Sicht des Neuen Testaments?
[ Zum Inhaltsverzeichnis ]

FRIEDEN IN PERSON
Frieden, so lehrt die gute Nachricht von Jesus Christus, beginnt mit einer Hinkehr, einer Bekehrung zu ihm, dem Friedensstifter. Jesus Christus ist unser Friede, wie Paulus es in dem Brief an die Epheser formuliert (s. Epheser 2, 14). Durch die Bekehrung zu ihm geschieht etwas Entscheidendes: »Da wir nun gerecht geworden sind durch den Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch unsern Herrn Jesus Christus« (Römer 5, 1).
Frieden mit Gott ist zunächst einmal etwas sehr Persönliches, aber dieser Frieden soll sich in allen unseren Lebensbereichen und -zusammenhängen auswirken. Er hat neben unserem ganz privaten Leben auch Bedeutung für das soziale Miteinander unserer Gesellschaft, für politische und wirtschaftliche Entscheidungen.
Wenn Gott mir seinen Shalom schenkt, soll ich selbst Friedensstifter werden, überall da, wo ich Einfluss habe. Dies gilt für meinen Beruf, für mein klein- oder auch großfamiliäres Umfeld, meine Nachbarschaft, mein ehrenamtliches Engagement und sogar in der Frage, wo ich am Wahltag mein Kreuz mache. Was dient, was fördert den Shalom Gottes?
Leider ist das Wort Frieden von uns Christen weitgehend in den privaten Lebensbereich verbannt worden. Ja, natürlich sollen wir mit den Menschen unseres direkten Lebensumfeldes Frieden halten. Aber viele betrachten es als eine Mischung aus Se...
Inhaltsverzeichnis
- Umschlag
- Haupttitel
- Impressum
- Inhalt
- Über den Autor
- Einleitung
- 1. Unter der Lupe – ein herausfordernder Text
- 2. In die Praxis – wann und wie Frieden keine Theorie bleibt
- Anmerkungen
- Leseempfehlungen