Günter Herburger
eBook - ePub

Günter Herburger

ausgewählte Gedichte von Schrifstellern und Freunden

  1. 164 Seiten
  2. German
  3. ePUB (handyfreundlich)
  4. Über iOS und Android verfügbar
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Günter Herburger

ausgewählte Gedichte von Schrifstellern und Freunden

Über dieses Buch

Günter Herburger zeigt sich auch in den hier versammelten Gedichten/Texten als jemand, für den nur wenig endgültig ist. Ob er von Verwandten, Freunden und über politische Probleme spricht, oder ob er die maßlose Zerstörung als"Begradigung der Natur" bezeichnet: in all seinen Gedichten mischen sich Trauer und Hoffnung. Beklagt wird, was unwiederbringlich verging und abstirbt, verlangt wird, was noch zu erreichen ist. Sowohl "Sprachartisten" (Schriftsteller*innen) wie auch "Laien" (Leser*innen) wählten Gedichte/Texte für dieses Bändchen ausund schrieben einen Begleittextdazu; einige berichten auch von Begegnungen mit Günter Herburger.

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Information

Jahr
2020
ISBN drucken
9783751996976
eBook-ISBN:
9783752695830
Auflage
1
Thema
Poesía

Anja Röhl

Ich verliebte mich in Günter Herburger im Sommer 1968, als er im Hause meines Vaters, des Verlegers, K2R zu Besuch war. Ich war damals 13 Jahre alt. Die Liebe hielt mein ganzes Leben lang an und hat sogar seinen Tod überlebt. Im Gegensatz zu meinem Vater war dieser Mensch nicht zynisch, sondern echt, nicht böse, sondern sanft, er war nicht lustig auf Kosten anderer, sondern lachte zusammen mit ihnen.
Er beobachtete genau und interessierte sich für alles, was um ihn herum war. Seine Augen waren ein Phänomen, lachend und mitleidig waren sie, konnten neugierig fragend in einen hineintauchen, verführerisch und scheu zugleich, flehend, wie er in der letzten Stunde seines Todes ausgesehen hat. Immer hat man jedes seiner Gefühle in seinen Augen gesehen, sie waren ungeheuer offen, verletzlich und sie konnten schnell weinen und auch schnell, explodierend, lachen. Kinder insbesondere nahm er als gleichwertige Menschen wahr, er ehrte und achtete sie wirklich, er gab ihnen immer eine besondere Bedeutung. Er achtete auf ihre Gefühle und das tat er auch bei mir, dem fremden Kind, dem Scheidungskind, dessen Kummer dem seines eigenen Sohnes glich, auch einem Scheidungskind, das bestraft wurde, lebenslang, für die Fehler seiner Eltern und nun seinem Vater nicht mehr nah sein durfte, mit ihm nicht mehr das Badezimmer teilen, nicht mehr in sein Bett kommen, nachts, nicht mehr bei ihm wohnen und liegen und getröstet werden durch das Hämmern auf der Schreibmaschine. Er wunderte sich, schrieb er später, warum ich bei meinem Vater kein eigenes Zimmer zu haben schien, keinen Raum einnahm, eine Person war, die keine Rolle spielte, höchstens die eines Hausmädchens, eingeschüchtert und ohne jede Liebe. Ihn selbst, der seinen eigenen Sohn vergötterte, und seine unfreiwillige Trennung von seiner ersten Familie betrauerte, dauerte das und er sah mich genauer an und wandte sich mir fragend und ehrlich und mit großer Freundlichkeit und intensiv zu. Das war sehr besonders für mich und ich entflammte heimlich für ihn, so sehr, das ich es kaum verkraften konnte in diesem frühen Alter, in dem ich bei einem erwachsenen Mann ja gar keine Chance haben konnte. Ich schlief keine Nacht in den drei Tagen, wo er und sein Freund im Hause meines Vaters Ferien machten. Ich vergaß all meinen Kummer um meine verlorenen Geschwister, deren Aufenthalt ich damals nicht einmal kannte, ich wurde fröhlich und überschwänglich. Er nahm mich in dieser Zeit einmal mit zu einem Erwachsenenbesuch, da sprach er mit mir, wie zuseinesgleichen. Er erzählte, wie sehr er sich auch eine so große Familie wie diese Familie, die wir besuchten, wünsche, und wie sehr er unter der Trennung von seinem Sohn litt. Er weinte fast und zeigte dann auf Hillers Pfefferminzbonbons, die er zwecks Aufmunterung immer in seinem Auto, es war ein weißer kleiner VW Käfer, liegen hatte.
Er leistete sich keinerlei sexuelle Anmache oder Übergriffigkeit, wie es andere aus dem Freundeskreis meines Vaters bereits getan hatten, sogar mein Vater selbst, für den das Alter 12,13 der größte Anreiz war, wie er mir nicht aufhören konnte mitzuteilen. Günter dagegen nutzte meine Gefühle, die er vielleicht spürte, nicht aus. Es gab seinerseits nicht mal eine Ahnung meiner Gefühle für ihn. Und wenn, schrieb er mir später, wäre ein Kind für ihn absolut tabu gewesen.
Ich sah ihn dann zunächst nicht wieder, denn bald darauf verkrachte er sich mit meinem Vater. Aber ich war erfinderisch. Um mit ihm in Kontakt zu kommen, ließ ich mir von Helga seine Adresse geben und schickte ihm ein ganzes Paket mit Dr. Hillers Pfefferminzbonbons-Rollen, dazu legte ich einen Zettel: Die Gute-Laune-Schachtel.
Belustigt und gar nicht verwundert schrieb er zurück, er werde nun wie eine Rakete durch seine Zimmerdecke fliegen und immer bei bester Laune bleiben. Von da an schrieb ich ihm ab und zu. Er antwortete freundlich, originell, witzig und einfühlsam. Auf meine Probleme, die ich ihm manchmal auch und nur in größter Verzweiflung schilderte - ich hatte zu der Zeit ein akutes Hüftleiden, sollte operiert werden, war sehr allein, bekam keinen Besuch im Krankenhaus, nicht von meinem Vater, nicht von meiner Mutter, ließ er sich immer ein, er gab Ratschläge, war nett. Er schrieb meinem Vater sogar, er solle gefälligst seine Tochter besuchen. Ich lebte viele Jahre, bis zu meinem 18. Geburtstag in der Glut der damals unbemerkt und unbeachtet entfachten Liebe zu einem Menschen, von dem ich nur eine winzige, im Grunde gar keine Ahnung hatte.
Ich hatte ein Foto von ihm aus einer Zeitung ausgeschnitten, ich schaute es mir unter der Bank in der Schule an, Stromstöße durchzuckten mich. Auf Kindergeburtstagen wälzte ich mich schreiend und lachend auf dem Boden, wenn ich sein Bild heimlich anschaute. Ich schöpfte viel Kraft aus diesem Gefühl. Der Mensch hatte mich bezaubert, und seine so ohne Hintergedanken gegen mich geübte Freundlichkeit hatte mich, die ich durch ewiges Alleinsein und durch die Kälte meiner Eltern, wie ausgehungert nach Liebe war, gänzlich für ihn eingenommen. Mit 18 besuchte ich ihn, weil ich mich einer Freundin eröffnet hatte und die mir dazu riet, „damit es vorbei ginge“.
Da hatte er grade geheiratet. Das Verliebtheits-Gefühl schien weg zu sein. Wir unterhielten uns ruhig, sachlich, nett. Er kochte Urschlammpfanne, zusammen mit einem hübschen Jungen, der war sein Sohn und doch nicht seiner, wie ich erfuhr. Der Sohn seiner Frau. Ein weiches Gesicht mit langen, in braunen Schulterwellen um sein Gesicht herum fließenden Haaren. Es war eine angenehme Familienatmosphäre. Die Frau war sehr schön, schlank, dunkelhaarig, selbstbewusst. Sie diskutierte heftig mit mir. Danach war ich ruhig und ging den Flur lang zur Wohnungstür, er brachte mich hin. Zum Abschied drückte er meine Hand auf eine ganz bestimmte Weise, er schaute mich an, es war ungeheuer einnehmend. Er sagte, dass wir uns bestimmt bald mal wiedersehen würden. Das war Zuviel. Die Treppe sprang ich schon h...

Inhaltsverzeichnis

  1. Hinweise
  2. Jürgen Klingel | Siegfried Späth
  3. Günter Herburger
  4. Inhaltsverzeichnis
  5. Mirko Bonné
  6. Oswald Burger
  7. Dietmar Dath
  8. Gerd Holzheimer
  9. Jürgen Klingel
  10. Karlheinz Kluge
  11. Susanne Lang
  12. Dr. Wolfgang Proske
  13. Anja Röhl
  14. Hermann Schleicher-Rövenstrunck
  15. Siegfried Späth
  16. Jürgen-Peter Stössel
  17. Anthimos Toupheksis
  18. Jan Wagner
  19. Gesamtwerk von Günter Herburger
  20. Impressum