
- 320 Seiten
- German
- ePUB (handyfreundlich)
- Über iOS und Android verfügbar
eBook - ePub
Über dieses Buch
Unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit, hat sich nach Ende des Kalten Krieges ein neuer West-Ost-Konflikt herausgebildet - die NATO gegen Russland -, der nun zu eskalieren droht.Von westlichen Politikern gibt es kaum Bemühungen, zu dessen Entschärfung beizutragen, im Gegenteil. Der Konflikt ist so gewollt, meint Wolfgang Bittner und belegt dies anhand vieler Beispiele - auch ganz aktueller.Der Nordatlantikpakt hat seine Bestimmung als Verteidigungsbündnis längst eingebüßt, so der Autor, und tritt heute als Aggressor auf: NATO-Osterweiterung, der Krieg gegen Jugoslawien, Anti-Russland-Propaganda, wirtschaftliche Sanktionen oder auch die drastische Erhöhung des Militärhaushalts.Das vorliegende Werk liefert eine Chronologie des Geschehens über mehr als ein Jahrhundert, analysiert die Hintergründe und zeigt auf, wie es zu dieser unheilvollen Entwicklung kommen konnte.
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Information
Anhang
Karl-Wilhelm Lange
Ein Brief nach Wolgograd, ehemals Stalingrad610
Hann. Münden, 3. Februar 2018
Liebe Valentina,
heute vor 75 Jahren kapitulierten die Reste der 6. Armee unter General Paulus in Stalingrad nach monatelangen schweren Kämpfen, bei denen auf beiden Seiten fast 500 000 Soldaten, Zivilisten – auch viele Kinder unter ihnen – ihr Leben verloren. Ich wäre heute gern bei Euch, unter den Zehntausenden gewesen, die sich zum Trauern und Gedenken in Wolgograd versammelt haben. Denn ich weiß um die Gefühle der Veteranen und Veteraninnen, die an diesem Tage nicht nur einen Sieg über die deutschen Aggressoren feiern, sondern sich auch an das Leiden, an das Sterben und den Tod erinnern, der keinen Unterschied machte zwischen Soldaten und Zivilisten, zwischen Frauen und Kindern und auch nicht zwischen Russen und Deutschen.
Du hast zahlreiche Briefe der jungen deutschen Soldaten aus dem Wolgograder Militärmuseum veröffentlicht, die, ihren sicheren Tod vor Augen, einen letzten Gruß an ihre Mutter richteten, Briefe, die die Heimat nicht mehr erreichten. Ihre Abschiedsworte klingen in ihrer Trauer, ihrem Mut und in ihrem Trost für ihre Mütter nicht anders als die Briefe ihrer russischen Kameraden, die ebenso unschuldig in diese Kämpfe gezogen waren und ihr Leben opferten, weil der militärische Befehl ihnen keine andere Wahl ließ.
Und ich erinnere mich an die vielen Gespräche mit russischen Generälen, Offizieren und einfachen Soldaten, die ihren deutschen Gegnern mit Respekt begegneten und ihnen die Hand zur Versöhnung reichten, weil sie sehr wohl zu unterscheiden wussten zwischen der faschistischen Führung unter Adolf Hitler und seiner Aggression gegen die Sowjetunion und den deutschen Soldaten und dem deutschen Volk.
Ich fühle mich an diesem Tag in tiefer Trauer Dir, den Wolgogradern und den Veteranen verbunden, erinnere mich an unsere Zusammenarbeit beim Bau der Soldatenfriedhöfe in Wolgograd/Rossoschka und bin dankbar für die Brücken der Versöhnung, die wir hier für unsere beiden Völker geschaffen haben, Brücken, auf denen wir uns – Alte und Junge – begegnen konnten, uns umarmten und gelobten, dass nichts und niemand uns jemals wieder von diesem Weg der Versöhnung, des Friedens und der Zusammenarbeit würde abbringen können.
Die Ansprache von Präsident Putin im Jahre 2001 vor dem Deutschen Bundestag, dessen Mitglieder ihm für diese große Rede zu den deutsch-russischen Beziehungen im gerade begonnenen 21. Jahrhundert stehend dankten, bildete den symbolischen Eckstein dieser neuen Friedensordnung zwischen unseren Völkern und für Europa. Für uns schien sich damals ein Traum zu erfüllen.
Doch heute, am 75. Jahrestag der Schlacht von Stalingrad, stehen wir vor den Trümmern dieses allzu kurzen Traums, mitten in einem neuen Kalten Krieg, der allein den Interessen der USA/NATO dient und die Kräfte der Versöhnung, des Friedens und der Zusammenarbeit zwischen Russland und Deutschland durch Hochrüstung, durch Manöver an der Grenze zu Russland sowie durch wirtschaftliche Sanktionen zu zerstören versucht.
Trotz alledem, liebe Valentina, wollen wir nicht verzweifeln, sondern an unserem Traum festhalten und mit allen Kräften dafür arbeiten, dass die Kräfte des Friedens und der Versöhnung den Sieg erringen werden über diese aus den Tiefen der Hölle wieder hervorgestiegenen Gespenster der Vergangenheit. Zu dieser beharrlichen Arbeit verpflichten uns die Erinnerung an die Schlacht und die Soldatenfriedhöfe in Stalingrad, das Gedenken an die Millionen Opfer des Großen Vaterländischen Krieges und unsere Verantwortung für die jungen Menschen in unseren Völkern, die unser politisches Wirken zu Recht eines Tages vor allem daran messen werden.
In Freundschaft und Verbundenheit sowie mit herzlichen Grüßen an alle Freunde in Wolgograd
Dein Karl-Wilhelm
Willy Wimmer
Brief an den Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier611
Jüchen, 13. Dez. 2018
Sehr geehrter Herr Bundespräsident,
am 7. Dezember 2018 berichtete dpa um 10.58 Uhr aus der chinesischen Metropole Chengdu, daß Sie sich vor Studenten für die Achtung der Menschenrechte und des Regelwerks der Vereinten Nationen eingesetzt hatten. Den chinesischen Zuhörern und ihrer Regierung wird ebenso wenig wie den Deutschen entgangen sein, daß wegen der erklärten und exekutierten Politik der jeweiligen Bundesregierungen seit dem völkerrechtswidrigen Krieg gegen die Bundesrepublik Jugoslawien derartige Aussagen aus dem Munde deutscher Amtsträger noch nicht einmal Schall und Rauch sind.
Der ehemalige deutsche Bundeskanzler, Herr Gerhard Schröder, hat öffentlich und freimütig eingeräumt, daß er mit seiner Zustimmung zum NATO-Krieg gegen die BR Jugoslawien Völkerrecht gebrochen habe. Das von Ihnen in China so hoch gepriesene Regelwerk der Vereinten Nationen hat durch die erklärte Politik einer Bundesregierung einen irreparablen Schaden davongetragen und die Welt dem »westlichen Faustrecht« ausgeliefert. Ein Blick in die eigene Verfassung, das deutsche Strafrecht und das Soldatengesetz hätte deutlich machen müssen, mit Maßregelungen anderer Völker und Staaten zurückhaltend zu sein.
Diese »Politik der schiefen Ebene«, die unser Land abstürzen läßt, sehen wir eben...
Inhaltsverzeichnis
- Cover
- Über den Autor / Über das Buch
- Titel
- Impressum
- Keinen Krieg!
- Zitate
- Inhaltsverzeichnis
- Vorbemerkung
- Chaos, Kriege, Kriegsvorbereitungen
- Deutsche Außenpolitik
- Der Einfluss der US- und NATO-Netzwerke
- Fake News und Kriegspropaganda
- Eine weitere Stufe der Eskalation
- Die westliche Front gegen Russland
- Britisch-amerikanische und französische Imperialpolitik und Erster Weltkrieg
- Versailler Vertrag, Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg
- Deutschland, Kolonie der USA: In der Nachkriegszeit wurden die Weichen gestellt
- Die Interventions- und Sanktionspolitik der USA
- Im Fadenkreuz des US-Imperiums
- Die Ukraine: destabilisiert, geplündert, zerrüttet
- Die Krim-Separation von 2014
- Langzeitstrategie und unipolarer Anspruch der USA
- Russland am Pranger
- Überwachung, Inquisition, Bellizismus und Dekadenz
- Hure Politik
- Die neuere Entwicklung
- Resümee und Schlussfolgerungen
- Anhang
- Bildquellen
- Weitere Infos