
- 204 Seiten
- German
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eBook - ePub
Über dieses Buch
Im Jahre 1831 schuf der große deutsche Märchensammler Ludwig Bechstein ein Meisterwerk der sogenannten Schauerromantik: Er dichtete eine völlig neue Geschichte zu dem bekannten Totentanz des Hans Holbein d. J.. In einem dichterischen Erzählstrang wird von einem Pilger berichtet, der von alters her durch die Welt zieht, und jeden Menschen von dieser abberuft. Der Pilger ist niemand anderes als der Tod...
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Information

1.
DIE SCHÖPFUNG.
Der Weltenkönig rief aus Nacht das Licht,
Gehorsam trat es vor sein Angesicht.
Er rief die Sonnen fern und nah,
Und Sonnen standen strahlend da.
Er rief den Cherubim und Seraphim,
Die schwebten her, und sanken hin vor ihm,
Anbetend demutvoll und tief
Ihn, den Allmächtigen, der sie berief.
Gott aber war im ew’gen Lichtes Schein,
War bei den Cherubim und Seraphim allein;
Er sah die Sonnen tönend Kreise drehn,
Doch das war schon Jahrtausende geschehn,
Und einsam war der Herr. Vor ihren goldnen Stühlen
Lag knieend noch der Engel Schar,
Und ihre Harfen rauschten wunderbar,
Gott aber wollte neue Vaterfreuden fühlen.
Und durch die Himmel donnerte sein Werde!
Das jubelten die Sphären alle nach,
Das jauchzte durch der Engel Harfenschlag,
Und unter’m Äther wölbte sich die Erde.
Das jüngste Kind der ew’gen Schöpfermacht
Lag schlummernd noch im stillen Schoß der Nacht,
Wie Rosen ruhn in grüner Knospen Hülle;
Da weckte sie des Lichtes Fülle.
Von Gottes Vaterkuß war eine Welt erwacht. –
Der Weltenkönig flog von seinem Wolkensitze
Herab auf einem siebenfarbnen Blitze;
Der Allerbarmer stand in Edens Wonnetal,
Und – wurde Mensch zum erstenmal.
Der ganze Himmel mit der Engelschar
Zur Erde sanft herabgesunken war,
Und grüßte sie, und hielt, gleich einem lieben Gast,
Die blühende Gestalt umfaßt.
Und Leben, Leben quoll aus allen Räumen,
Es jubelte von Edens grünen Bäumen,
Belebte Lüfte rauschten durch die Wipfel,
Lebend’ges Grün umarmte starre Gipfel,
Lebendig sprang aus hartem Fels die Quelle,
Es kos’t und murmelte der Bäche Silberwelle;
Und Leben scherzte fröhlich in der Flut,
Und Leben wiegte sich in Sonnenstrahlenglut.
Der Herr war Mensch geworden, königlich
Stand er, ein Bild, das keinem Bilde glich.
Zum Himmel schlug er auf den Vaterblick;
Sein Strahlenantlitz lächelt Engeln Glück.
Es spiegelt zauberhaft, wie im Kristall
In Gottes Vaterauge sich das All.
Da schuf der Herr, der ewig Gnadenreiche,
Ein Wesen, daß es seinem Bilde gleiche,
Sein Hauch belebte weichen Ton.
So ward der Mensch, und atmete das Leben;
Zur Wohnung ward der Erdball ihm gegeben,
Des Gottesgeistes und des Staubes erstem Sohn. –
Der erste Mensch, zum heitern Sein erwacht,
Sah um und neben sich der jungen Schöpfung Pracht;
Den Schattenhain, die bunte Blumenflur,
Das Leben rings der frohen Kreatur,
Und hob die Arme hoch mit kindischem Verlangen,
Die Sonne, wie die Wolken zu umfangen.
Der Vater sprach: „Du sollst der Erde Herrscher sein,
Doch einsam nicht, gleich mir, und nicht allein;
Ich will dir die Gefährtin bringen!“ –
Wie Schlummerbanden nun den ersten Mann umfingen,
Erweckte Gott das Weib, der Schöpfung Meisterstück,
Und segnend trat der Herr von seinem Werk zurück.
Das Weib, erwachte unbewußt,
Und wollte sinken an des Schöpfers Brust,
Zum Unnahbaren kindlich hingezogen;
Doch wie die Blicke himmelaufwärts flogen,
Da schien sein Bild in lichten Ätherhöh’n,
– Es war die Sonne – strahlenhell zu stehn.
Und wie geblendet sie die Blicke senkt,
Und ahnungsvoll des Daseins Wonnen denkt,
Sieht sie den Mann, der schlummereingewiegt
So hehr und schön an ihrer Seite liegt,
Auf grünen Kräutern an des Waldes Saum,
Und träumt des jungen Lebens ersten Traum;
Da weilt auf ihm ein sehnsuchtvoller Blick;
Ihn liebte Gott, und gab im Schlummer ihm das Glück.


2.
DIE VERBOTNE FRUCHT.
Der Lebensbaum des Paradieses blühte
In wunderreicher Pracht; des Weltenschöpfers Güte
Streut’ allen Schmuck auf seine junge Welt.
Die Tiere waren traulich schon gesellt,
Und lagerten im kühlen Waldesschatten,
Und streiften über die smaragdnen Matten,
Und sangen froh im grünen Blätterzelt. –
Wie nun die Neugeschaffne sinnend stand,
Und ansah den Verwandten unverwandt,
Da regte sich in ihr ein süßer Trieb,
Sie fühlte schon: der Schläfer war ihr lieb.
Sie tritt ihm...
Inhaltsverzeichnis
- Der Totentanz
- Inhaltsverzeichnis
- 1. Die Schöpfung
- 2. Die verbotne Frucht
- 3. Das verlorne Paradies
- 4. Geburt und Tod
- 5. Triumpf der Todesengel
- 6. Der Papst
- 7. Der Kaiser
- 8. Der König
- 9. Der Kardinal
- 10. Die Kaiserin
- 11. Die Königin
- 12. Der Bischof
- 13. Der Kurfürst
- 14. Der Abt
- 15. Die Priorin
- 16. Der Graf
- 17. Der Domherr
- 18. Der Richter
- 19. Der Anwalt
- 20. Der Ratsherr
- 21. Der Prädikant
- 22. Der Weltgeistliche
- 23. Der Mönch
- 24. Die Nonne
- 25. Die Greisin
- 26. Der Arzt
- 27. Der Sterndeuter
- 28. Der Wucherer
- 29. Der Kaufmann
- 30. Der Schiffer
- 31. Der Ritter
- 32. Der Edelmann
- 33. Der Greis
- 34. Die Braut
- 35. Fürst und Fürstin
- 36. Die Gräfin
- 37. Der Krämer
- 38. Der Pflüger
- 39. Das Kind
- 40. Der Krieger
- 41. Die Spieler
- 42. Die Schlemmer
- 43. Der Schalksnarr
- 44. Der Räuber
- 45. Der Blinde
- 46. Der Fuhrmann
- 47. Der Bettler
- 48. Das Gericht
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