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Kraftvoll beten
Über dieses Buch
Jeder betet. Aber niemand findet es einfach. Wir alle brauchen ein wenig Hilfe. Wie kann mein Gebet kraftvoll werden?
Seit über zwanzig Jahren sammelt Pete Greig Erfahrungen mit der weltweiten 24-7-Gebetsbewegung.
Schwierige Umstände im persönlichen Leben sind der Grund, weshalb er sich intensiv mit der Frage nach nicht erhörtem Gebet beschäftigt.
Hier gibt er uns anhand des Vaterunsers einen Überblick über die wesentlichen Aspekte des Betens und hilft, von der Theorie zur Praxis zu finden.
Eine angenehm lesbare, tiefgehende und umfassende Hinführung zum Thema.
Häufig gestellte Fragen
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Information
Thema
Theology & ReligionThema
ReligionSCHRITT 1: RUHE
Entschleunigung und Fokus
Seid still und erkennt, dass ich Gott bin.
(Psalm 46,11 L)
(Psalm 46,11 L)
Um anfangen zu können, muss man aufhören. Um voranzukommen, müssen wir innehalten. Dies ist der erste Schritt zu einem tieferen Gebetsleben: Leg deine Wunschliste weg und warte. Sitz still. Schweige. Sei ganz da in Raum und Zeit, sodass sich deine abgelenkten Sinne in Gottes ewiger Gegenwart sammeln können. Schweigen und Stille bereiten Geist und Seele darauf vor, von einem Ort des größeren Friedens, des Glaubens und der Anbetung aus zu beten. Tatsächlich ist das an sich schon eine wichtige Form des Gebets.

3: Entschleunigung und Fokus
Wie man still wird vor Gott

Alle Probleme der Menschheit wurzeln
in der Unfähigkeit des Menschen,
schweigend allein in einem Zimmer zu sitzen.
(Blaise Pascal, Pensées)1
in der Unfähigkeit des Menschen,
schweigend allein in einem Zimmer zu sitzen.
(Blaise Pascal, Pensées)1
Die menschliche Seele ist wild und scheu. Der Psalmist vergleicht sie mit einem Hirsch, der nach frischem Wasser lechzt.2 Die keltische Volkstradition stellte sie als edles und scheues Wild dar. Der Lärm des Lebens verschreckt sie, sie weigert sich, auf Kommando hervorzukommen wie manches sklavisch ergebene, gezähmte Haustier. Aber wenn wir still sind, zeigt sie sich, neugierig und quicklebendig.
Wie im Leben hat auch im Gebet alles seine Zeit, „Schweigen und Reden“ (Pred. 3,7). Wenn wir den, der im „leisen Säuseln“ spricht, besser verstehen wollen, müssen wir uns mit der Stille anfreunden.3 Wenn wir die Gegenwart dessen zu Gast haben wollen, der sagt: „Seid still und erkennt, dass ich Gott bin“, müssen wir selbst präsenter sein.4 Wir erwarten, dass er mit Donnerstimme spricht, aber meistens flüstert er. Wir erwarten, dass er in Nagelstiefeln kommt, aber er geht auf Zehenspitzen und versteckt sich in der Menge. Wir erwarten, dass er außergewöhnlich ist, aber er kommt „als unser Leben verkleidet“ zu uns.5
Man beginnt also das Beten am besten damit, dass man aufhört zu beten. Innehält. Still wird. Seine Gebetsliste aus der Hand legt und Gott seine Agenda überlässt. Genügend lange nicht mehr zu Gott spricht, um das Wunder zu erahnen, wer er wirklich ist. Dass man still ist vor dem Herrn und auf ihn wartet.6
* * *
Wenn ich, als unsere Söhne noch ziemlich klein waren, nach einer mehrtägigen Reise wieder nach Hause kam, wurde ich manchmal von ihrem Geschrei begrüßt: „Dad, hast du mir was mitgebracht?“, oder: „Dad, Danny will nicht teilen!“, oder sogar: „Dad, was gibt’s zum Abendessen?“
„Schön, dass ihr mich so vermisst habt!“, rief ich dann in Richtung Kinderzimmer. „Nimmt mich vielleicht auch mal wer in den Arm?“ Ich wollte, dass sie zuerst anerkannten, dass ich wieder da war, bevor sie mich mit Bitten bombardierten. Sie sollten mich anschauen und einfach sagen: „Willkommen zu Hause, Daddy!“
In gewisser Weise hält es Jesus auch so in den ersten Zeilen des Vaterunsers. Bevor wir mit einer langen Liste loslegen mit all dem, was wir brauchen – das tägliche Brot, Vergebung der Sünden, Befreiung vom Bösen –, sollen wir, so sagt er, innehalten, Gott liebevoll mit „Unser Vater“ und ehrerbietig mit „Geheiligt werde dein Name“ ansprechen.
Das Gebet kann leicht zu einer Fortsetzung meiner allzu häufig hektischen Lebensweise werden. Abgelenkt und getrieben komme ich in den Vorhof des Königs – ohne mich darauf einzustellen, ohne Einleitung, ohne langsamer zu werden oder meine Augen zu ihm zu erheben, um seinem Blick zu begegnen. Aber die Weisen lehren uns, dass wahres Gebet nicht so sehr etwas ist, was wir sagen oder tun; es ist etwas, was wir werden. Nicht Transaktion, sondern Beziehung. Und deshalb beginnt das Gebet damit, dass wir ihn, zu dem wir kommen, angemessen begrüßen.
Das Gleichnis vom rasenden Windhund und dem wilden Hundefresser-Stuhl
Eines sonnigen Morgens erlebte die malerische, kopfsteingepflasterte Hauptstraße von Guildford ein außergewöhnliches Spektakel: Ihre beschauliche Ruhe wurde vom lauten Jaulen eines Hundes und einem seltsamen, metallischen Scheppern jäh durchbrochen. Ein Windhund kam um die Ecke geschossen, den langen Schwanz zwischen die Beine geklemmt. Inmitten von schreienden Passanten raste er hin und her, fast verrückt vor Angst, unerbittlich verfolgt von einem dieser billigen Bistrostühle aus Chrom. Der Stuhl, der am anderen Ende der Hundeleine hing, wirkte ganz wie ein lebendiges Wesen, wie eine tänzelnde Schlange, die hinter dem entsetzten Hund herjagte, ihn anfiel und biss. Vielleicht saß der Besitzer noch im Café, wartete in aller Unschuld auf sein Frühstück und ahnte nichts von der verzweifelten Situation seines vierbeinigen Freundes. Eine Bewegung muss schuld gewesen sein, dass der Stuhl ruckte, weshalb der Hund aufsprang, weshalb der Stuhl hüpfte, weshalb der Hund losjagte, weshalb der Stuhl einen Satz machte, weshalb der Hund jaulte, weshalb die Passanten schrien, weshalb der Hund immer hektischer raste, unablässig verfolgt von diesem schauerlichen Stück Metall und all diesen schreienden Fremden, die ihn zu packen versuchten. Je schneller er rannte, desto wilder wurde der metallische Verfolger, desto höher sprang er, desto härter schlug er auf, desto lauter knallte und schepperte und klapperte er auf dem Kopfsteinpflaster. Soweit ich weiß, ist der Hund noch heute auf der Flucht.
Wir alle können leben wie dieser rasende Windhund. Von irrationalen Ängsten getrieben und orientierungslos, von ganzen Rudeln blutdürstiger Bistrostühle verfolgt, viel zu panisch, um einfach stehen zu bleiben. Und so spricht Gott mit fester Stimme in die Disharmonie des menschlichen Tuns. Der Meister gebietet dem Geschöpf: „Sitz!“ Jesus tadelte den Sturm. „Er lässt mich lagern“, wie es der berühmte Psalm ausdrückt [im Englischen in Form einer Anweisung: „He makes me lie down“, A. d. Ü.]. Und natürlich fällt es uns extrem schwer zu gehorchen. Tun wir es jedoch, dann rückt alles wieder in die richtige Perspektive, aus Schreckgespenstern werden wieder Bistrostühle.
Wie kommt es, dass so viele Leute heute das Einfache am Marathonlauf attraktiv finden, Langstreckenradsport betreiben oder angeln? Angeln ist nach wie vor das beliebteste Hobby in Großbritannien. Dass so viele Achtsamkeit, Yoga und den Kult der Entrümpelung praktizieren? (Ironischerweise sind gerade diese schlichten Dinge heute alles Multimillionen-Dollar-Geschäfte.) Warum ziehen wir uns Abend für Abend das Netflix-Angebot rein, ohne groß darüber nachzudenken, und sehen im 7-Uhr-34-Zug nach Waterloo unverwandt auf unsere Smartphones wie Mönche auf Ikonen? Wir scheinen uns immer mehr zu Aktivitäten hingezogen zu fühlen, die den ständigen Anforderungen der Welt Einhalt gebieten und uns zwingen, ein paar Ewigkeits-Momente lang die Konzentration auf eine einzige, einfache Sache zu richten. Hot-Yoga? Tetris? Ein Seeufer in strömendem Regen? Egal was – Hauptsache, es bringt diese nervtötenden Bistrostühle zur Ruhe.
Gott versteht unser tiefes Bedürfnis nach Stille, Ordnung und der Freiheit, nicht die letzte Verantwortung zu tragen, denn so hat er uns geschaffen: für ein einfaches, in Zeitabschnitte gegliedertes, friedliches Leben. Er selbst ruhte und richtete den Sabbat ein. Jeden lädt er ein, innezuhalten: „Seid still und erkennt, dass ich Gott bin.“7 Das lateinische Wort für dieses „Seid still“ lautet vacate – es ist genau das Wort, von dem unser Wort Vakanz (unbesetzter Arbeitsplatz) oder das englische Wort für Ferien, vacation, kommen. Mit anderen Worten: Gott lädt uns ein, frei zu nehmen, Urlaub zu machen, zu entspannen, Freizeit zu genießen, denn in diesem Kontext ist seine Gegenwart erfahrbar. Vielleicht könnten wir den Vers so umschreiben: „Warum nimmst du nicht einmal frei vom Gott-Spielen und lässt mich zur Abwechslung Gott sein?“
DU MUSST STILLE UND EINSAMKEIT SUCHEN,
ALS HINGE DEIN LEBEN DAVON AB,
DENN IN GEWISSER WEISE IST ES TATSÄCHLICH SO.
ALS HINGE DEIN LEBEN DAVON AB,
DENN IN GEWISSER WEISE IST ES TATSÄCHLICH SO.
Eugene Peterson sagt, „die grundlegende Entscheidung des Lebens ist selten, wenn überhaupt je, ob man an Gott glaubt oder nicht, sondern ob man ihn anbetet oder mit ihm konkurriert“.8 Einer der Hauptunterschiede zwischen dir und Gott ist, dass Gott nicht meint, er wäre du! In den Momenten der Stille zu Beginn einer Gebetszeit liefern wir uns Gott aus, beenden unsere Konkurrenz zu ihm, verabschieden uns von unserem Messiaskomplex und hören auf, die Welt retten zu wollen. Wir geben die Erwartung auf, dass sich alles um unsere Vorlieben dreht; wir richten unsere Prioritäten wieder auf den Herrn aus und erkennen mit einem Seufzer der Erleichterung an, dass er die Zügel in der Hand hält und nicht wir. Erstaunlicherweise dreht sich die Erde ganz prima auch ohne unser Dazutun. Langsam richten sich unsere zerstreuten Gedanken mehr auf die Mitte aus. Die Bistrostühle kommen endlich zur Ruhe.
Sela
Das Wort sela erscheint 71-mal in den Psalmen, dem hebräischen Gebetbuch. Vielleicht war es eine technische Anweisung für die, die den Psalm aufsagten, oder für die Musiker, die ihn spielten, aber keiner weiß wirklich mit Sicherheit, was es ursprünglich bedeutete oder warum es da steht. Wahrscheinlich handelte es sich um eine Anweisung, „innezuhalten“ und die Bedeutung der gebeteten Worte zu „wägen“.
Wann immer möglich, versuche ich zu Beginn einer Gebetszeit Sela zu praktizieren, indem ich ein paar Minuten still dasitze (oder manchmal laufe), ohne irgendetwas zu sagen oder zu tun. Das geht natürlich am besten in einer ruhigen Umgebung, aber auch in einem überfüllten Zug lässt sich Ruhe finden, ebenso am Schreibtisch in einem geräuschvollen Büro und erst recht unbeobachtet in der modernen Einsiedlerklause: einer Toilette. Vor dem Beten still innezuhalten hilft uns, unsere zerstreuten Gedanken zu sammeln und uns mit Herz und Verstand auf die Anbetung vorzubereiten.
Hast du ein Smartphone, dann stelle es jetzt am besten auf Flugmodus. So beugst du nicht nur Unterbrechungen vor, sondern übst auch dein Gehirn im Ausschalten von Ablenkungen, sodass du stärker präsent bist, wann und wo auch immer du dich im Gebet Gott zuwendest.
Vor Beginn innezuhalten klingt simpel – kaum ein eigenes Kapitel wert –, aber es ist selten einfach. Ohne Ausnahme rebelliert mein Inneres gegen Stille aller Art. Der Windhund rast. Die Versuchung, mich kopfüber auf meine Gebetsliste zu stürzen, ist fast unwiderstehlich. In der ungewohnten Stille treten tyrannische Forderungen und Ablenkungen auf wie eine Blaskapelle, die in meinem Schädel herummarschiert. Ein Augustinermönch beschreibt das einprägsam als das „innere Chaos in unserem Kopf – wie eine wilde Cocktailparty, bei der wir uns wie der verlegene Gastgeber vorkommen“.9
Ich kann nicht genug betonen, wie wichtig es für dein geistliches, mentales und körperliches Wohlbefinden ist, dass du lernst, das unablässige Geschwätz der Welt täglich ein paar Minuten ...
Inhaltsverzeichnis
- Cover
- Hinweise
- Titel
- Impressum
- Widmung
- Motto
- Über das Buch
- Inhaltsverzeichnis
- Vorwort
- Wie man dieses Buch in ein paar Minuten liest
- Einführung: Wie man dieses Buch am besten nutzt
- Wie man nach dem Muster P.R.A.Y. betet
- GEBETS-VORBILDER
- Schritt 1: Pause – Ruhe
- Schritt 2: Rejoice – Freude
- Schritt 3: Ask – Bitte
- Schritt 4: Yield – Hingabe
- Endnoten
- Weiterführende Lektüre
- Dank