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Die Schönheit des Evangeliums
Wie Jesus uns Gott vor Augen stellt
- German
- ePUB (handyfreundlich)
- Über iOS und Android verfügbar
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Über dieses Buch
Vergibt Gott nur, wenn Blut fließt? Straft Gott mit Naturkatastrophen? Und wie steht er eigentlich zum Thema Krieg? - Ein herausforderndes Werk über das Wesen Gottes, das mit verbreiteten falschen Vorstellungen aufräumt. Unerschrocken und nah am Leser werden dessen (vielleicht uneingestandene) Fragen auch für theologische Laien verständlich beantwortet.
Häufig gestellte Fragen
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Information
Teil III
„Zorn Gottes“ umdeuten






10
Liebe und Zorn als Zustimmung
Der Herr, der Gott Israels, sprach zu mir: „Nimm diesen Kelch, den ich dir reiche! Er ist gefüllt mit meinem Zorn. Gib allen Völkern, zu denen ich dich sende, davon zu trinken!“
Jeremia 25,15
Parabel: Zorn als Wettkampf im Hammerwerfen
Wir beginnen diesen Teil über das Umdeuten von „Gottes Zorn“ mit der Parabel von einem echten Erlebnis aus meiner Kindheit. „Gottes Zorn“ ist wie ein Wettkampf im Hammerwerfen. Als ich klein war, sprach mein Vater eine ernste Warnung aus: „Niemals“, so sagte er zu mir, „niemals darfst du einen Hammer in die Luft werfen!“ Anscheinend hielt er dieses Verbot für einen guten und in väterlicher Liebe erteilten Rat. Für mich war es eine verlockende Herausforderung, ein unwiderstehlicher Anreiz und eine Regel, die danach schrie, gebrochen zu werden. Mein Nachbar Dougie und ich (damals etwa sieben) mopsten uns jeder einen väterlichen Hammer und wetteiferten, wer ihn am höchsten werfen konnte. Nicht schräg nach vorn, sondern senkrecht nach oben. Vielleicht habe ich gewonnen – der arme Dougie war jedenfalls Verlierer. Mein Hammer, der weit in die Höhe fuhr, prallte beim Herunterfallen nämlich direkt auf seinen Schädel. Überall Blut. Gebrüll. Ich rannte nach Hause, sperrte alle Türen zu und versteckte mich in meinem Zimmer. Kurz darauf klingelte das Telefon (Dougies Mutter) und wir alle rasten in das Krankenhaus, wo die Ärzte schon dabei waren, Dougies Kopf zusammenzunähen – ohne die Wohltat einer Narkose. Auch hier – Gebrüll.
Es entging mir nicht, dass der meiner Sünde innewohnende „Zorn“ sehr großen Schmerz verursachte, sowohl für Dougie als auch für mich, obwohl mein Vater ausschließlich mit Lieben und Trösten reagierte. Der „Zorn“ enthielt und forderte auch keinerlei aktive Strafe. Ich hatte nicht das Gefühl, dass mein Vater Dougie mit dem Hammer schlug, weil er mit mir zusammen ungehorsam gewesen war. Auch als Dougs Vater meinen Freund festhielt, während der Chirurg nähte, dachte ich nicht, dass sie sich an uns rächten. Der „Zorn“ unserer Väter war eine selbstverschuldete Erfahrung: dass wir ihre liebevolle Fürsorge abgewiesen und empfangen hatten.
Schlimmer als jede Strafe war, dass ich mit ins Krankenhaus gehen und Dougies Schreien anhören musste. Das konfrontierte mich mit dem Schmerz, den ich verursacht hatte, und erlaubte mir nicht, den Kopf in den Sand zu stecken und mich voller Selbstvorwürfe in meinem Zimmer zu verkriechen. Es trug auch wesentlich dazu bei (viel besser als Prügel), dass ich nicht nur meinen Ungehorsam zugab, sondern mich mit meinem Opfer versöhnte. Ich frage mich, ob dieses Ereignis nicht vielleicht der Wahrheit des „großen und schrecklichen Tages“ beim Jüngsten Gericht des Herrn nahekommt.
Widerwärtiger Zorn
Die Bibel beschreibt göttliche Gewalt und den Zorn Gottes oft im Extrem – so widerwärtig, dass viele Bibelleser solche Texte lieber meiden und ihr Vorhandensein schließlich vergessen. Ich denke an Klagelieder 2, wo wir den weinenden Propheten Jeremia sehen, der sich „die Augen fast ausweint“ und „den der Schmerz überwältigt“, dem „das Herz bricht“ (Vers 11). Er beobachtet die Belagerung Jerusalems und sieht die Leichen der Alten und kleinen Kinder in den Straßen liegen – Tod durch Verhungern und Schwert überall. In 2,20 und 4,10 beschreibt er Frauen, die so verzweifelt sind in ihrem Überlebenskampf, dass sie schließlich ihre eigenen Babys kochen und essen! Wer ist für diese Gräuel verantwortlich? Jeremia sagt: Gott. In Jeremias Klageliedern sehen wir den Zorn Gottes in all seiner Heftigkeit!
Wie um alles in der Welt können wir solchen Horror, diesen Monstergott, mit dem aufopfernden, radikal vergebenden, barmherzigen und geduldigen Gott in Einklang bringen, der in und durch den Herrn Jesus Christus offenbart ist? Nachdem wir unsere „Kreuz“-Theologie einigermaßen detailliert entwickelt haben, können wir jetzt beginnen, sie kreativ in diesem ganzen Buchteil anzuwenden, den ich mit „Gottes Zorn umdeuten“ überschrieben habe.

Das Umdeuten von Zorn
ist der Deutungsprozess, durch den wir seinen „Zorn“ als Metapher für Gottes Zustimmung zu den Folgen der Sünde erkennen (Überlassen), auch wenn der Text die Ereignisse so beschreibt, als ob Gott aktiv zu gewalttätiger Vergeltung provoziert worden wäre (Strafe um der Strafe willen).

In diesem Kapitel werden wir die Begriffe von Gottes Zustimmung verwenden, um das Problem des „Zorns“ anzusprechen. Diesen Interpretationsprozess nenne ich zwar Zorn umdeuten*, ich habe aber keinesfalls die Absicht, das Wort „Zorn“ aus dem biblischen Text herauszuradieren, als ob es da nicht wäre oder nicht sein sollte. Ganz und gar nicht; in der populären English Standard Version taucht es über 200 Mal auf. Vielmehr nimmt uns die Bibel selbst auf eine fortschreitende, kreuzförmige Pilgerreise mit, vom primitiven buchstäblichen Verständnis von Zorn, wo Gott so aussieht, als rauche er vor Wut und reagiere gewalttätig, hin zu einem metaphorischen Verständnis von Zorn, in dem Gott den selbstzerstörerischen Konsequenzen unserer eigensinnigen Ablehnung zustimmt – uns ihnen überlässt. Weil Liebe ist, wie sie ist, wird und kann der Gott in Kreuzesgestalt uns nicht zum Gehorsam zwingen. Gott gewährt uns die Würde (und die Unbequemlichkeit), herauszufinden, wo wir jeweils selbst am Ende sind. An dem Punkt werden wir uns bereitwillig der Gnade in die Arme werfen. In der Bibel lautet das Kürzel für diesen Prozess „Zorn“. Dieser Prozess ist in Schriften wie den Klageliedern poetisch dargestellt.
Klagelieder
Zwischen den Zeilen dieses Trauergedichtes von Jeremia lesen wir, wie die Israeliten selbst Zerstörung über sich gebracht haben. Willkürliche Entscheidungen hatten dieses Leiden verursacht. Ziemlich buchstäblich war das böse Imperium Babylon – nicht Gott per se – gekommen, um Jerusalems Bewohner auszulöschen und die Stadt in Schutt und Asche zu legen. Aber du brauchst gar nicht zwischen den Zeilen zu lesen; lies die Zeilen selbst. Aus Jeremias Perspektive hatte Gott diese Katastrophe über sie gebracht. Wenn wir die Verben in Kapitel 2 (E) überfliegen, sehen wir Folgendes:
Vers 1:


Inhaltsverzeichnis
- Cover
- Titel
- Impressum
- Inhaltsverzeichnis
- Vorwort von Brian Zahnd
- Einleitung: Die Absicht dieses Buches
- Teil I – Was ist Gott?
- Teil II – Der „Kreuz“-Gott
- Teil III – „Zorn Gottes“ umdeuten
- Anhang – Weitere Stimmen, die Christus mehr entsprechen: Ausgewählte Kostbarkeiten über die Kenosis
- Anmerkungen
- Glossar
- Danksagungen
- Über den Autor
- Stimmen zum Buch