
eBook - ePub
Fotoprojekte mit Kindern und Jugendlichen
Praxiserprobte Ideen für die Fotopädagogik
- 390 Seiten
- German
- ePUB (handyfreundlich)
- Über iOS und Android verfügbar
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Fotoprojekte mit Kindern und Jugendlichen
Praxiserprobte Ideen für die Fotopädagogik
Über dieses Buch
Ziel dieses Buches ist es, Akteuren im schulischen und außerschulischen Bereich einen Werkzeugkasten an die Hand zu geben, um das Thema Fotografie in der Bildungsarbeit und in der Freizeitpädagogik kreativ und vielfältig einzusetzen. Dabei steht die praktische Medienarbeit im Vordergrund; einige Aspekte der Medienrezeption werden ebenfalls aufgegriffen. Die Autorinnen stellen Foto-Projekte und Workshopinhalte aus ihrer vielfältigen Arbeit vor, mit Tips und Hinweisen zur Projektdurchführung.
Häufig gestellte Fragen
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Information
1 Einleitung
1.1 Über dieses Buch
Ziel dieses Buches ist es, Akteuren im schulischen und außerschulischen Bereich einen Werkzeugkasten an die Hand zu geben, um das Thema Fotografie in der Bildungsarbeit und in der Freizeitpädagogik kreativ und vielfältig einzusetzen. Dabei steht die praktische Medienarbeit im Vordergrund; einige Aspekte der Medienrezeption werden ebenfalls aufgegriffen.
Pädagogische Konzepte für den Einsatz von Fotografie sind in der aktuellen medienpädagogischen Bildungslandschaft eher unterrepräsentiert. Dabei bietet die Arbeit mit digitaler Fotografie ein breites Spektrum an Möglichkeiten. Der niederschwellige Zugang und die inzwischen omnipräsente Verfügbarkeit der Technik rufen geradezu nach einem vermehrten und vielfältigen Einsatz in der schulischen und außerschulischen Bildungsarbeit und der Freizeitpädagogik.
Die Arbeit mit dem Medium Fotografie leistet einen Beitrag zur Vermittlung von Medienkompetenz, und ist inzwischen in den Bildungsplänen aller Schularten integriert. Mithilfe fotopädagogischer Übungen und Projekte lässt sich zudem ein Mehrwert generieren, der besonders im Bereich der sogenannten Schlüsselqualifikationen zum Tragen kommt. Teamarbeit und soziales Lernen, vorausschauendes und planendes Handeln, strukturierte Vorgehensweise, den Blick für das Wesentliche entwickeln, visuell kommunizieren zu können und eine visuelle Lesefähigkeit zu entwickeln („visual literacy“) sind nur einige der positiven Aspekte. Außerdem haben die digitalen Medien einen hohen Aufforderungscharakter, sind lebensweltnah und deshalb hoch motivierend. Die Teilnehmer sind in der Regel mit Begeisterung bei der Sache.
Durch die unmittelbare Rückmeldung des Ergebnisses auf dem Kameradisplay kann das eigene Handeln gezielt verändert werden, um bessere Bilder zu erzeugen. Die Möglichkeit zum Selbstausdruck sowie die Herstellung kreativer Produkte und deren Präsentation tragen zu Selbstwirksamkeitserfahrungen bei, die sich positiv auf die Persönlichkeitsentwicklung auswirken können. Besonders lernschwache Schüler oder Menschen mit Sprachdefiziten können sich visuell ausdrücken und dadurch ihre Gefühle und Sichtweisen ausdrücken und kommunizieren.
Die Autorinnen verfügen über eine langjährige Erfahrung in der pädagogischen Arbeit mit dem Thema Fotografie. Dr. Christel Rittmeyer hat mehr als fünf Jahre eine Foto-AG für Schülerinnen und Schüler mit psychischen Beeinträchtigungen aller Schulstufen und -formen an einer Schule für Kranke geleitet. Sie bearbeitete die Thematik außerdem im Rahmen ihrer Lehrtätigkeit an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg und hat drei Zeitschriftenbeiträge zur Thematik verfasst.
Sandra Tell entwickelt seit etwa fünfzehn Jahren foto- und medienpädagogische Bausteine und Projekte, z.B. für SchülerInnen und Pädagogik-StudentInnen an der Pädagogischen Hochschule Freiburg. Sie arbeitet als Medienpädagogin mit verschiedensten Zielgruppen und in den unterschiedlichsten Kontexten.
Aus dieser Praxisarbeit entstand die Idee, die gesammelten Erfahrungen in Buchform zugänglich zu machen.
Die vorhandenen Projekte und Ideen sind alle (teilweise vielfach) praxiserprobt. Viele Inhalte können Sie direkt umsetzen, mit kleinschrittigen Anleitungen und Tipps für Ihre Praxis. Einige Projekte dienen als Inspiration, um eigene ähnliche Projekte durchzuführen und bieten Beispiele aus der Praxis und methodische Hinweise.
1.2 Arbeit mit dem Buch
Der vorliegende Band ist als Praxisbuch mit konkreten Anleitungen konzipiert. Das Buch hat Modulcharakter, so dass Sie auch Projektideen umsetzen können, ohne das gesamte Buch durchzuarbeiten. Falls an anderer Stelle grundlegende Inhalte aus anderen Kapiteln vorausgesetzt werden, gibt es einen entsprechenden Verweis.
Aus dem Buch lassen sich sowohl Bausteine für eine Didaktik der Fotografie im klassischen Sinne einer Fotoschule entnehmen (Schulung der Wahrnehmung, Bildgestaltung und Bildaufbau…), als auch innovative Ideen und Einzelbausteine, die sich auch für die Integration in andere Projekte oder Unterrichtseinheiten eignen.
Unsere Motivation ist es, eine Vielfalt fotopädagogischer Ideen für den Einsatz in schulischer und außerschulischer Bildungsarbeit aufzuzeigen. Dabei ist es uns wichtig, dass viele unserer Projekte ohne aufwändige technische Ausrüstung durchgeführt werden können - lediglich für einige Ideen sind Spiegelreflexkameras oder ähnlich ausgestattete Kameramodelle erforderlich. Viele Projekte lassen sich genauso gut mit dem Smartphone, einem Tablet oder einer Kompaktkamera durchführen.
Die Bausteine und Projekte sind teilweise ohne fotografische Vorkenntnisse umsetzbar, für einige sind Kenntnisse z.B. von der Arbeit mit Blendeneinstellungen oder Belichtungszeit von Vorteil - alle erforderlichen Schritte werden aber in der Beschreibung oder in separaten Info- und Arbeitsblättern erklärt.
Bezüglich der Bildbearbeitung gibt es verschiedene Möglichkeiten, welche Programme/Apps benutzt werden können. Für kleine Arbeiten bieten sich viele verschiedene Apps, sowie online-Programme an, es können auch kostenlose PC-Programme benutzt werden. Hinweise finden Sie in den entsprechenden Kapiteln. Für die didaktische Heranführung an komplexere Bildbearbeitungswerkzeuge und Arbeitsabläufe haben wir uns für die kostenlose, frei verfügbare Software GIMP entschieden. Sie ist sehr leistungsfähig und nach einer kurzen Übungsphase auch selbständig nutzbar (vgl. Richter 2012).
Die Übungen und Projekte sind in der Regel mit Hinweisen auf die Zielgruppe versehen, sowie mit Angaben zum Schwierigkeitsgrad.
In den fünf Kapiteln geht es im Einzelnen um:
Teil 1: Einführung
Angaben zu den Autoren und der Konzeption sowie eine didaktische Einführung in die Fotografie, die deren Relevanz aus pädagogisch-psychologischer Perspektive aufzeigt.
Teil 2 – Methoden
In diesem zweiten Teil geht es um einige wesentliche übergreifende Aspekte der praktischen Arbeit: Wie kann ich einsteigen – wie finde ich Ideen – wie arbeite ich zum Thema Bildrezeption – wie setze ich die Thematik Bildgestaltung konkret um.
Kapitel 3 – Rechtliche Aspekte
Auf diesen Seiten geht es um wesentliche gesetzliche Aspekte des Fotografierens, die für Fotografieren allgemein und speziell das Fotografieren in schulischen bzw. didaktischen Zusammenhängen relevant sind.
Teil 4 – Fotoprojekte
Kapitel drei ist das „Herzstück“ des Buches. Hier geht es um konkrete Projekte, die mit unterschiedlichen Voraussetzungen und unterschiedlicher Ausrüstung durchgeführt werden können. Informationen zum Alter der Schüler sowie der Schwierigkeit sowie Angaben zu dem, was bei dem jeweiligen Thema vorausgesetzt wird, erleichtern dem Leser die Orientierung und die Übertragung auf die eigene Praxis.
Thematisch geht es bei den Fotoprojekten zunächst um den Bereich der Bildgestaltung, danach das Porträt, anschließend um Makrofotografie, danach werden Projekte zur experimentellen Fotografie vorgestellt, sowie Projekte zum Thema Zeit, Bewegung „einfangen“ und Bewegungseindruck im Bild erzeugen, Projekte zum Thema öffentlicher und sozialer Raum, Dokumentation, Kunstprojekte, Medienkritik und Medienanalyse sowie Fotoprojekte im Übergang zum filmischen Arbeiten.
Teil 5 – Links und Literatur
In der Literaturliste wird die Literatur aufgeführt und teilweise kommentiert, die in diesem Buch verwendet wurde. Die Links sollen es ermöglichen, sich ohne viel Aufwand zu einzelnen Aspekten im Internet kundig zu machen, fotografische Communities kennen zu lernen und die erwähnten Werkzeuge auszuprobieren.Außerdem befinden sich im Anhang eine Regelsammlung zur Bildgestaltung und die Bildnachweise sowie technische Infos zu einzelnen Fotos aus dem Buch.
1.3 Pädagogisch-psychologische Aspekte des Fotografierens
Das Fotografieren ist aus verschiedenen Gründen besonders geeignet, Kinder und Jugendliche, vor allem auch solche mit Entwicklungsrisiken, zu unterstützen. Ein Grund ist, dass alle kreativen Verfahren eine Möglichkeit zum Selbstausdruck bieten. Ein zweiter Grund sind besonders der Fotografie als medialem Ausdrucksmittel innewohnende Eigenschaften wie leichte Zugänglichkeit und Zusammenfallen von Produktion und Produkt, wie weiter unten ausführlicher aufgezeigt wird.
Mit allen bildnerischen Aktivitäten kann das verbale Verhalten begleitet, unterstützt, verstärkt und vor- sowie nachbereitet werden. Ästhetische Aktivitäten können zum einen die sprachtragenden Funktionen (Wahrnehmung, Motorik, Soziabilität, Kognition und Emotion) unterstützen (domainunspezifische Wirkung). Darüber hinaus kann mit kreativen Aktivitäten die Sprache auf allen vier Sprachebenen gefördert werden (phonetisch-phonologische, semantisch-lexikalische, morphologisch-syntaktische und kommunikativ-pragmatische Ebene) (vgl. Quiram-Jurkiewicz und Rittmeyer 2012). Die Wirksamkeit, die auf die vier Sprachebenen bezogen ist, wird als domainspezifisch bezeichnet.
Bildnerische Verfahren sind darüber hinaus eine eigenständige Form des Ausdrucks und der Kommunikation. Sie sind ein besonderer Modus der Dialogizität (vgl. Kirchner 2006 und Uhlig 2006), der auch noch in rudimentärer Form verstanden werden kann.
„In Bildern können Gefühle kodiert werden, auch unbewusste (Angst, Hass, Aggression). Dadurch ermöglichen sie einen individuellen Ausdruck auf symbolischer Ebene, der selbst dann, wenn er elementar, rudimentär ist, im Prinzip noch verstanden werden kann.“ (Wichelhaus 1995, S.74).
Wie die Malerei und z. B. das plastische Gestalten ist auch die Fotografie eine symbolische Sprache (vgl. Craig 2009, S.25). Mit Fotografien kann man etwas ausdrücken, was nur schwer in Worte zu fassen ist. Für Menschen mit Schwierigkeiten in der Kommunikation können Fotos die Bedeutung einer neuen, umfassenden Sprache gewinnen.
Wenn der Ausdruck von Vorstellungen, Gefühlen oder (visuellen) Erfahrungen mit verbaler Sprache nicht möglich ist, können Fotografien anstelle verbaler Beschreibungen verwendet werden. Wie bestimmte Wörter in der verbalen Sprache ist es in der Fotografie beispielsweise sehr gut möglich, ein Foto als eine Metapher zu verwenden.
Durch die Darstellung von emotional Bewegendem kann etwas auf den Punkt gebracht, ausgedrückt, dadurch Distanz geschaffen und zugleich auch eine neue Einsicht und Einstellung gegenüber dem Dargestellten gewonnen werden.
Das Medium Fotografie bietet darüber hinaus die Gelegenheit zu individuellem Ausdruck. Fotografie ist eine Sprache, bei der es kein richtig oder falsch gibt und die einen unmittelbaren Zugang zu inneren Bildern mit all ihren Gefühlsqualitäten ermöglicht (vgl. Wellemeyer 2006, S.51).
Eine weitere Besonderheit der Fotografie ist ihre leichte Zugänglichkeit (vgl. Craig 2009, S.21). So ist das Aufnehmen eines Fotos mit weniger Angst vor dem Versagen behaftet als beispielsweise die Anwendung anderer kreativer Verfahren wie z. B. ein Bild malen oder ein Musikinstrument spielen.
Ein weiterer Vorteil des Fotografierens ist, dass Prozess und Produkt zusammenfallen. Der Prozess ist sehr konkret erfahrbar Das Produkt ist außerdem seit der Entwicklung der Sofortbildkamera und mehr noch der Digitalkamera sofort greifbar und noch dazu inzwischen auch annähernd kostenlos. Wegen dieser Eigenschaft ist die Fotografie übrigens auch ideal für Menschen, die Konzentrationsprobleme haben oder denen es schwer fällt, sich an Informationen zu erinnern und diese in eine Reihenfolge zu bringen. Außerdem ist die Fotografie bei gering ausgeprägter Frustrationstoleranz und Ausdauer geeigneter als beispielsweise Malen oder Zeichnen.
Neben diesen spezifischen Möglichkeiten kann sich Fotografieren auf die psychischen Funktionen Gedächtnis; Selbst-Achtung, Sozialverhalten, persönliche Weiterentwicklung und Entwicklung einer Freizeitbeschäftigung positiv auswirken. Craig macht in ihrem zwischenzeitlich auch ins Deutsche übertragenen Buch für die einzelnen Aspekte gut geeignete, leicht umsetzbare und auch auf Schüler übertragbare Aktivitätsvorschläge.
1.4 Zum Entwicklungsstand der Fotopädagogik und Fotodidaktik
Der großen Verbreitung von Fotos im Alltag besonders von Kindern und Jugendlichen steht eine Vernachlässigung der konzeptionellen aktiven Medienarbeit in Pädagogik und Didaktik gegenüber. An vielen Schulen ist Equipment kaum vorhanden. Hier betonen wir nochmals, dass die Ausrüstung in den von uns vorgeschlagenen Projekten in vielen Fällen keine tragende Rolle spielt, auch wenn sicher an einigen Stellen bestimmte Funktionen der Kamera oder eine spezielle App notwendig sind.
Im Moment wird viel über das Konzept „bring your own device“ oder BYOD diskutiertalso darüber, ob und wie der Einsatz privater Geräte in Projekten oder im Unterricht stattfinden kann sofern versicherungsrechtliche (Haftpflicht) und datenschutzrechtliche Aspekte (Recht am Bild wenn Personen mit fremder privater Kamera fotografiert werden) berücksichtigt werden.
Der Datenschutz ist auch ein Grund dafür, dass viele Projekte nicht im Internet veröffentlicht werden, und so viel fotopädagogische Arbeit im halböffentlichen Raum stattfindet.
Nur wenige Werke der Fachliteratur befassen sich monographisch mit einer Begründung und Möglichkeiten der Umsetzung fotopädagogischer Arbeit. Hier ist an erster Stelle eine Publikation von Holzwarth (2011) zu nennen, die Prinzipien fotografischer Arbeit beschreibt und sich auf 34 Seiten mit Fotografie Projekten für Kinder und Jugendliche befasst.
Ein weiteres Werk ist das Buch „Fotografieren macht Schule“ von Monica Beurer aus dem Jahre 2006, das im Einzelnen gute Hinweise für die Umsetzung gibt, aber keinen Leitfaden liefert, mit dem über einen längeren Zeitraum fotopädagogische Kompetenzen systematisch aufgebaut werden können.
Auf der theoretischen Ebene haben Holzbrecher und Schmolling in mehreren (2004 und 2006) wichtige Beiträge zu einer Begründung der Fotopädagogik geleistet. Zudem hat Holzbrecher (2013) in Fotografie – Bildungsmedium und Forschungsperspektive, Zeitschrift MedienPädagogik Themenheft Nr. 23: Visuelle Kompetenz (S. 2) als wesentliche Funktion der Fotografie die „Entschleunigung der Wahrnehmung“ herausgestellt.
Dem kommt eine immer größere Bedeutung in einer Welt des immer schneller, immer kürzer, immer neuer, immer flüchtiger bei.
Mit unserem Buch sollen nun Projekte und Praxismodule für die konkrete Anwendung in der schulischen und außerschulischen Bildungsarbeit vorgestellt werden, und damit den Akteuren im pädagogischen Feld handlungsorientierte Bausteine an die Hand gegeben werden. Dieser Band schlägt die Brücke zwischen klassischen fotopädagogischen Bausteinen und neuen Ideen im Bereich der Grundlagen digitaler Fotografie.
In diesem Buch werden Basisprojekte für den Einsatz der Fotografie in der Bildungsarbeit gezeigt. Wir hoffen, in einem weiteren Band weitere innovative Projektideen vorstellen zu können- besonders im Bereich des künstlerischen Ausdrucks, der freizeitpädagogischen Arbeit und multimedialer Ideen. Auch das Thema Bildrezeption, das in theoretischer Form bereits im Band „Bildrezeption und Bildverstehen“ (Marotzki und Niesyto (Hrsg.) 2006) aufgegriffen wird, bietet in Verbindung mit der Betrachtung des Jugendlichen Selbstausdrucks mittels Fotografie noch weitere Anwendungsbeispiele in der Arbeit mit Jugendlichen.
2 Methoden
2.1 Einstiege und erste Fotografierübungen
2.1.1 Übung...
Inhaltsverzeichnis
- Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 2. Methoden
- 3. Foto und Recht
- Teil II
- Impressum