
- 104 Seiten
- German
- ePUB (handyfreundlich)
- Über iOS und Android verfügbar
eBook - ePub
Über dieses Buch
Fehlzeiten sind ein Tabuthema, um das viele Führungskräfte einen Bogen machen: Es macht Ärger, kostet Zeit, ist zu persönlich, "krank ist krank" - und manchmal fehlen auch einfach die Worte.Dieses Handbuch zeigt, was Führungskräfte für echte Anwesenheit tun können. Sie finden hierin Tipps zu Themen wie: Blaumacher-Verdacht, psychische Erkrankungen, Azubi-Fehlzeiten u.v.m.Dieses Handbuch zur erfolgreichen Bewältigung schwieriger Situationen ergänzt den Ratgeber "Gesund Führen: Das Handbuch" der Autorin. Es ist zugleich Teil des Fehlzeiten-Programms von do care!®
Häufig gestellte Fragen
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Information
Teil 1
Häufige Kurz-Abwesenheiten
in den Griff bekommen
in den Griff bekommen

TEIL 1 – ZUSAMMENFASSUNG


Blaumacher-Entlarvungsgespräche führen wollen,
Vorwürfe machen, die Krankmeldung persönlich nehmen,
beleidigt reagieren, dem Menschen aus dem Weg gehen


Die Krankmeldung regeln – für alle ohne Ausnahme
- mit Gesprächsleitfaden zur Einführung
Die Bettkanten-Entscheidung beeinflussen
- Denken Sie an Ihre eigene Bettkanten-Entscheidung:
- Bei welchen Fragen spielen Sie eine Rolle? Tun Sie‘s!
- Schaffen Sie ein anwesenheitsförderndes Klima.
- Signalisieren Sie, dass Sie Fehlzeiten mitbekommen.
Willkommensgespräche führen – mit allen und immer
- Nicht zulassen, dass sich Ärger aufstaut. Ins Gespräch!

„Schön, dass Sie wieder da sind, XY!“ (immer)
„Hatte es mit der Arbeit zu tun?“ (nach Krankheit)
„Ist noch Schonung nötig?“ (nach Krankheit)
„Das und das ist in der Zwischenzeit passiert“ (immer)
- Niemand ist gern krank. Zeigen Sie: Sie kümmern sich.
- Bitte Vorsicht mit „Pappenheimern“! (Bsp.: MS-Kranke)
Potenzielle Blaumacher einfangen
- mit Gesprächsleitfaden: was dürfen Sie fragen?
- Ansteckung („Domino-Effekt“) verhindern
© Dr. Anne Katrin Matyssek
Zeigen und sagen Sie deutlich:
Sie haben Fehlzeiten und Menschen im Blick.
Und beides ist Ihnen wichtig.
So nicht: Typische Fehler bei Kurz-Erkrankungen
Jemand hat öfter mal montags oder freitags gefehlt und seltsame Gründe genannt (Vorsicht: Als Führungskraft haben Sie kein Anrecht auf Nennung der Diagnose – danach sollten Sie also nicht fragen). Man sucht Ursachen.
Blaumacher-Entlarvungsgespräche führen und Vorwürfe machen: Ein Fehler.
Man erhöht den sozialen Druck: „Ihre Fehlzeit war blöd für uns alle“ (hey, das weiß der Mitarbeiter!). Typische Reaktion im Kopf des Mitarbeiters: „Der meint, ich bin absichtlich krank! Der unterstellt mir, ich wäre gar nicht krank gewesen! Wie unverschämt! Beim nächsten Kopfweh bleib ich daheim!“
Die Krankmeldung persönlich nehmen und beleidigt reagieren: Ein Fehler.
Schon ist ein Kränkungs-Rache-Kreislauf in Gang gesetzt. Mehr zur Frage, was Sie mit Ihrem Ärger tun können, lesen Sie auf der nächsten Seite. An dieser Stelle sei bereits gesagt: Wer die Krankmeldung persönlich entgegennimmt, reagiert seltener beleidigt – einfach weil er im Kontakt ist.
Dem Menschen aus dem Weg gehen: Ein Fehler.
Dass man Mitarbeitende, die sich häufig kurz krank melden, nicht so gern mag wie die anderen, ist übrigens leider normal. Das läuft selten bewusst ab. Es ist wichtig, dass Sie sich diesen normalerweise unbewussten Vorgang bewusst machen und dem Menschen nicht aus dem Weg gehen (das wäre die instinktive Reaktion: Wen man nicht mag, dem geht man aus dem Weg).
Dauerhaft den Kontakt meiden – das geht gar nicht als Führungskraft.
Gehen Sie in Kontakt! Das ist mein ganz ernst gemeinter Tipp für Sie, wenn Sie merken, dass Sie ein Team-Mitglied nicht gern mögen (auch unabhängig von Fehlzeiten). Bemühen Sie darum, das Team-Mitglied näher kennenzulernen! Nur dann kann die Antipathie verschwinden und Sympathie an ihre Stelle treten. Wie das geht? Das wissen Sie schon: Indem Sie bewusst Ausschau halten nach Dingen, die bei Ihnen beiden ähnlich sind.
DER do care!®-TIPP:
Achten Sie darauf, ausnahmsweise Ihrem Bauchgefühl entgegen zu handeln, wenn Sie merken, dass Sie jemanden, der oft kurz fehlt, nicht (mehr) so gern mögen. Das ist gesünder für Sie und Ihren Ärger.
Wohin mit Ihrem Ärger?
„Der ist nicht da, der mag mich
nicht, also mag ich den auch nicht“
Wie ist das bei Ihnen? Erschreckend häufig reagieren Führungskräfte auf eine Krankmeldung beleidigt. Das abwesende Team-Mitglied gefährdet ja ihre Ziele. Es ist, vereinfacht gesagt, als Gefahr oder Bedrohung einzustufen.
Manchmal scheint auch die eigene Rolle gefährdet.
Das führt zu Gedanken wie: „Der traut sich was! Wenn der mich wirklich respektieren würde, wäre der nicht so oft krank!“ Diese Gedanken sind unsinnig, das ist vielen Führungskräften bewusst. Trotzdem reagieren viele abweisend im Kontakt mit Häufig-Fehlenden.
Und sie gehen dem Kontakt aus dem Weg statt ihn zu suchen.
Kennen Sie das von sich? Dann lassen Sie sich noch einmal ein bisschen entlasten. Denn wie gesagt: Es ist total normal, dass man häufig-fehlende Team-Mitglieder nicht mehr ganz so gern mag wie die anderen oder wie früher. Aber es ist wichtig, dass Sie sich dies bewusst machen und eben genau deshalb bewusst den Kontakt suchen statt ihn zu meiden.
Fehlzeiten sind ärgerlich, aber kein aggressiver Akt.
Auch wenn es vorkommen kann, dass Beschäftigte sich rächen wollen für eine vorangegangene Kränkung. Aber wenn Sie das vermuten, ist es erst recht Zeit für ein Gespräch – so wie im Fall-Beispiel auf der nächsten Seite.
Nicht den Ärger runterschlucken, sondern Willkommensgespräche führen!
DER do care!®-TIPP:
Nehmen Sie Fehlzeiten nicht persönlich. Wenn Sie Ärger spüren: Ausatmen, Muskeln entspannen; vermuten, dass er krank war, und sich klarmachen, dass niemand gern krank ist; rein ins Gespräch!
Häufige Kurz-Abwesenheiten
Das Wichtigste ist, dass der Mitarbeiter merkt: Der Führungskraft ist sein Fehlen aufgefallen, und es ist ihr nicht egal.

Fall-Beispiel: „Die Tricks der Blaumacher“
Ein Vorgesetzter, seit fünfzehn Monaten in dieser Position tätig, hat einen Mitarbeiter, der häufig immer gerade dann fehlt, wenn Not am Mann ist. Eines Tages entdeckt er in einer Zeitschrift einen Artikel zum Thema "Die Tricks der Blaumacher". Der Artikel enthält u.a. eine Liste von Erkrankungen, die auch der Mitarbeiter schon oft als Erklärung für seine Fehlzeiten angegeben hat. Der Vorgesetzte schneidet die Liste aus und legt sie dem Mitarbeiter kommentarlos ins Fach.
Was kann hier helfen?
- nach jeder Abwesenheit (auch nach Urlaub / positiven Anlässen) ins Willkommensgespräch gehen, damit sich keine Wut aufstauen kann
- das Verhalten klar ansprechen: „Mir ist aufgefallen, dass Sie sich wiederholt wegen verschiedener Beschwerden krankgemeldet haben“
- keine Vorwürfe machen und stattdessen Ich-Aussagen treffen: "Krank ist krank, aber für mich ist das blöd, wenn ich kurzfristig umplanen muss"
- nach Verbesserungsvorschlägen für die Zukunft fragen, für beide Seiten: „Was können wir tun, damit sich das nicht wiederholt?“
Was in diesem Fall sonst noch wichtig ist:
Die Führungskraft hat kein Anrecht auf die Nennung einer Diagnose. Sie sollte auch nicht beleidigt sein, falls sie die Diagnose nicht erfährt. Es gibt keine Blaumacher-Entlarvungstricks. Lassen Sie sich nichts erzählen. Man kann nicht von außen in Menschen hineinschauen. Das ist anmaßend. So ein Gespräch verläuft nur dann vorwurfsfrei und stressfrei, wenn die Führungskraft nicht innerlich vor Wut kocht – das schafft sie nur, indem sie immer (!) zeitnah Willkommensgespräche führt (siehe nächste Seite). Nach mehreren Wiederholungen kann man auch – in Absprache mit der Personalabteilung! – überlegen, eine Attestpflicht ab dem 1. Tag einzuführen.
Das Willkommensgespräch nutzen – Es sind nur 4 Schritte
Und 2 davon nach jeder Abwesenheit. Damit es normal wird, mit Ihnen zu sprechen; damit Sie nicht als „Kontroletti“ rüberkommen; damit Mitarbeitende merken, dass ihre Abwesenheit Ihnen aufgefallen ist; damit sie merken, dass Anwesenheit für Sie ein Thema ist.


Das Willkommensgespräch ist das Allheilmittel …
... zur Senkung von Fehlzeiten, vor allem bei häufigen Kurz-Abwesenheiten. Und es unterscheidet sich, wie Sie gesehen haben, maßgeblich vom Rückkehrgespräch. Das sogenannte Kranke...
Inhaltsverzeichnis
- Hinweise
- Inhaltsverzeichnis
- Vorwort der Autorin
- Teil 0: Wenn Sie sich rechtfertigen müssen …
- Teil 1: Häufige Kurz-Abwesenheiten in den Griff bekommen
- Teil 2: Langzeit-Abwesenheiten in den Griff bekommen
- Teil 3: Fehlzeiten bzw. Produktivitätseinbußen durch Präsentismus in den Griff bekommen
- Teil 4: Fehlzeiten vorbeugen und selbst gesund bleiben
- Anhang: Schnell-Tipps: Formulierungen für 20 Situationen
- Über die Autorin – und weitere Materialien
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