Die verschiedenen Konfessionen
Alle Christen glauben an Jesus, wie oben beschrieben, können aber unterschiedlichen Konfessionen bzw. verschiedenen Kirchen angehören. Es gibt auch Gruppen, die sich zu überkonfessionellen Organisationen zusammenschließen. Dazu zählt z. B. der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK).
Zu dem ÖRK haben sich z. B. Anglikaner, orthodoxe Gemeinden und freie Kirchen zusammengeschlossen. Die katholische Kirche ist zwar nicht als Mitglied des ÖRK erfasst, arbeitet aber eng mit dieser Organisation zusammen. Der ÖRK verfolgt das Ziel, Christen mit unterschiedlichen Konfessionen miteinander zu verbinden. Zum ÖRK gehören ca. 350 Kirchen. Neben der Vereinigung von Christen unterschiedlicher Glaubensrichtungen möchte der ORK Not leidende Menschen unterstützen und sich für die von Gott geschaffene Umwelt einsetzen.
Die Gottesdienste haben je nach Konfession unterschiedliche Abläufe. Es werden je nach Konfession verschiedene Sakramente gegeben. In fast allen Konfessionen besuchen die Christ*innen nicht nur die Sonntagsmesse oder den Gottesdienst, sondern begegnen sich auch zwischendurch in Bibelkreisen (auch Hauskreise genannt) und Gebetskreisen, um den Glauben praktisch werden zu lassen und zu vertiefen.
DIE RÖMISCH-KATHOLISCHE KONFESSION
Der katholischen Konfession gehören in der ganzen Welt ca. 1,1 Milliarden Menschen an. Der Papst in Rom steht der katholischen Kirche an oberster Stelle vor und wird als "Stellvertreter Jesu" anerkannt. "Katholisch" kommt von dem griechischen Begriff "katholikós" und wird mit "allumfassend" übersetzt.
Die Katholiken glauben an den dreieinigen Gott und nehmen als Glaubensgrundlage die Bibel und weitere Schriften. Durch die Beichte werden die Gläubigen von ihren Sünden befreit. Neben Gott verehren die Katholiken die Jungfrau Maria und viele Heilige. In der katholischen Kirche kann man bis zu sieben Sakramente empfangen: Taufe, Beichte, Erstkommunion, Firmung, Eheschließung, Weihe, Krankensalbung. Diese Sakramente sollen zeigen, dass Gott die Menschen ihr ganzes Leben begleitet.
Bei der Taufe trägt die zu taufende Person ein weißes Taufgewand. Vor der Taufe wird sie selbst, oder wenn sie noch ein kleines Kind oder Baby ist, die Eltern/Taufpaten gefragt, ob die Taufe stattfinden soll. Anschließend gießt der Pfarrer dreimal Wasser über den Kopf des Täuflings. Zum Schluss bekommt die gesamte Gemeinde mitsamt Täufling, Angehörigen und Pat*innen den kirchlichen Segen.
Während der Beichte können die Katholiken bei einem Pfarrer ihre Fehler zugeben und mit seiner Hilfe Gott um Vergebung bitten. Der Pfarrer muss die Schweigepflicht einhalten, darf das Gesagte nicht weitergeben.
Die Erstkommunion ist ebenfalls ein Sakrament, das katholische Kinder meistens ab der dritten Klasse empfangen. Oft findet dieses Fest am Sonntag nach Ostern statt. Weil die Menschen im frühen Christentum auch bei der Taufe weiße Gewänder trugen, wird dieser Sonntag "weißer Sonntag" genannt. Heutzutage finden die Erstkommunionen aus zeitlichen Gründen auch an anderen Sonntagen statt.
Eine gewisse Zeit vor der ersten Kommunion werden die Kinder von Mitarbeitern aus der Kirche zusammen mit anderen Kindern auf die Kommunion vorbereitet, damit sie sich mit dem Thema Glauben näher beschäftigen und auch lernen, warum sie zur Kommunion gehen. Die Kommunionsfeier findet während einer Sonntagsmesse statt. In dieser Messe erhalten die Kinder zum ersten Mal die Hostie (Leib Christi). Nach der Messe feiern Familien mehr oder weniger ausladend die Kommunion des Kindes mit reichlich Geschenken.
Der Sinn der Firmung liegt darin, dass die Jugendlichen, die demnächst gefirmt werden sollen, sich noch mal mit ihrem christlichen Glauben auseinandersetzen, ihm neu zustimmen und ihn stärken wollen. Im Alter zwischen dem 15. und 17. Lebensjahr können die jungen Menschen gefirmt werden. Wie bei der Erstkommunion werden sie in Jugendgruppen auf die Firmung vorbereitet, können sich über ihren Glauben untereinander austauschen.
Ein vorher ausgesuchter Text aus der Bibel soll den Firmling durch sein Leben begleiten. Damit die Firmung stattfinden kann, muss der Firmling getauft sein. Während der Firmung zeichnet der Bischof dem Kind mit dem Finger ein Kreuz auf die Stirn. Diese Zeichnung wird mit einem besonderen Salböl durchgeführt. Während dessen sagt der Bischof zu dem Firmling: "Sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist.".
Der Bund der Ehe zeigt, wie eine Beziehung zwischen Jesus und der Gemeinde ist. Bevor ein Paar kirchlich getraut wird, sollte es sich bewusst machen, dass die Eheschließung vor Gott endgültig ist und nicht aufgelöst werden sollte. Zwei andere Aspekte, die für die Trauung wichtig sind, sind zum einen die Bereitschaft beider Partner, sich jeweils für den anderen einzusetzen und für sie/ihn zu sorgen und andererseits offen für die Familiengründung zu sein. Während der Eheschließung sind Trauzeugen dabei. Sie sollen nicht nur die Heirat bezeugen können, sondern auch das Ehepaar begleiten und ihm insbesondere bei Schwierigkeiten und Problemen beistehen.
Diakone, Priester und Bischöfe werden geweiht, weil sie einen besonderen Dienst in der katholischen Kirche übernehmen. Die Weihe kann nicht wieder rückgängig gemacht werden. Die Weihung eines Diakons ist seit 1965 eigenständig und nicht mehr wie früher die Vorstufe zum Priesteramt. Die Kandidaten für das Amt des Diakons dürfen verheiratet oder unverheiratet sein. Wenn die zukünftigen Diakone in ihr Amt eingeweiht werden, legen sie sich auf den Boden.
Mit dieser Handlung möchten sie sich Gott komplett zur Verfügung stellen. Sie versprechen, dem Bischof zu gehorchen, bescheiden zu leben und Ehelosigkeit (für Unverheiratete). Der Bischof legt während der Weihung den Kandidaten seine Hände auf und betet für sie. Anschließend umarmt der Bischof den Kandidaten und nimmt ihn so in das neue Amt als Diakon auf. Nach dem Eintritt in die Kirche, zusammen mit dem Bischof und den Paten, sagen die zu weihenden Kandidaten den Satz "Hier bin ich" und zeigen so ihre Bereitschaft zur Weihe. Nach dem Singen des »Heilig-Geist-Hymnus« legen sich die Kandidaten auf den Boden und sprechen ein Gebet.
Während der Weihe legt der Bischof ihnen die Hände auf. Danach werden den frisch geweihten Priestern ihre Priesterkleidung angelegt, die Hände gesalbt und ihnen Kelch und die Schale mit Hostien überreicht. Bischöfe werden geweiht, indem ihnen mindestens drei andere Bischöfe die Hände auflegen und sie damit segnen. Danach erhalten die neuen Bischöfe eine Salbung des Kopfes sowie Ring, Mitra, Stab und das Buch mit den Evangelien.
Das letzte Sakrament ist die Salbung kranker Menschen. Früher wurde diese Salbung nur kurz vor dem Sterben des Menschen durchgeführt. Die sterbende Person sollte mit dieser so genannten "letzten Ölung" von seinen Vergehen erlöst werden. Heute kann die Krankensalbung mehrmals gespendet werden. Sie soll die Patienten stärken und sie ebenfalls von Sünden befreien.
Im katholischen Glauben finden derzeit verschiedene Entwicklungen statt. Im Mai 2019 fand eine Streikwoche unter dem Namen Maria 2.0 statt. Die ...