Maßnahmen gegen Vitamin-D-Mangel
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung gibt an, dass wir pro Tag circa 20 Mikrogramm Vitamin D benötigen. Unter diesem Wert besteht ein Mangel und alle Werte, die im einstelligen Bereich liegen, zeugen von einer starken Unterversorgung.
Erwachsene nehmen circa 2-4 Mikrogramm täglich über die Ernährung auf (Vitamin D2), den Rest können wir über die Sonneneinstrahlung (Vitamin D3) selbst produzieren.
Ich werde Ihnen nun ein paar Tricks und Tipps mit auf den Weg geben, die sie sofort und zukünftig anwenden können, um einem Mangel entgegen zu wirken. Beginnen wollen wir mit der körpereigenen Synthese.
VITAMIN-D-EIGENSYNTHESE
Als allererstes sollten Sie Ihren eigenen Hauttyp bestimmen, um herauszufinden, wie lange Sie sich ungeschützt in der Sonne aufhalten können, ohne einen Sonnenbrand zu entwickeln. Wenn Sie nicht wissen, was für ein Hauttyp Sie sind, dann lesen Sie bitte den folgenden Einschub, ansonsten können Sie diesen Schritt gerne überspringen.
Den eigenen Hauttyp bestimmen
Wenn man den eigenen Hauttyp bestimmen will, sollte man wissen, dass diese grob in vier verschiedene Hautkategorien unterteilt werden. Dafür betrachten wir die Haarfarbe, Augenfarbe, Sommersprossen, die ursprüngliche Hautfarbe (ungebräunt, sieht man zum Beispiel gut in der Innenseite der eigenen Arme), wie schnell man einen Sonnenbrand bekommt und wie hoch der jeweilige Bräunungsgrad ausfällt.
Kleiner Tipp: nehmen Sie sich einen Stift und kreuzen Sie die jeweils passenden Antworten an. Dort wo Sie die meisten Kreuze gesetzt haben, können Sie sich Hauttypmäßig einordnen und wissen so um Ihre jeweilige Eigenschutzzeit in der Sonne.
Typ eins hat meist Haare mit einem Rotstich, die Augenfarbe ist hellblau und es sind sehr viele Sommersprossen vorhanden. Die ursprüngliche Hautfarbe ist sehr hell, sie bekommen schnell einen Sonnenbrand und sind eigentlich nie braun.
Typ zwei hat eher blonde Haare, die Augenfarbe variiert zwischen blau und grün und es sind viele Sommersprossen vorhanden. Die Hautfarbe ist in ungebräuntem Zustand hell, sie bekommen schnell einen Sonnenbrand und werden nur leicht gebräunt.
Typ drei hingegen ist brünett, die Augenfarbe variiert zwischen braun und grau, Sommersprossen sind eher wenige vorhanden, die ursprüngliche Hautfarbe ist mittel. Sie bekommen nur selten einen Sonnenbrand. Durch den Sonnenschein werden sie mittel gebräunt.
Typ vier hast meist schwarze Haare und die Augenfarbe ist dunkelbraun. Sommersprossen sind keine vorhanden und die Hautfarbe ist im ungebräunten Zustand eher dunkel. Sie bekommen kaum einen Sonnenbrand, sondern werden stark gebräunt.
Die Eigenschutzzeit ist die Zeit, die wir ungeschützt in der Sonne verbringen können, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen. Sie beträgt für Typ eins höchstens fünf bis zehn Minuten, für Typ zwei zehn bis zwanzig Minuten, für Typ drei zwanzig bis dreißig Minuten und für Typ vier dreißig bis vierzig Minuten. Danach sollte eine Sonnencreme mit einem entsprechenden Lichtschutzfaktor benutzt werden (Typ 1 LSF 40 oder 50+, Typ 2 LSF 25-40, Typ 3 LSF 20-25, Typ 4 LSF 10-20).
Wenn Ihr Hauttyp zwischen zwei Kategorien variiert, nehmen Sie einfach die Differenz, zum Beispiel läge zwischen Hauttyp eins und zwei die Eigenschutzzeit bei zehn Minuten.
Die UV-B-Strahlung nutzen
Nachdem Sie nun ihre Eigenschutzzeit berechnet haben, halbieren Sie sie bitte um die Hälfte. Sind Sie zum Beispiel Hauttyp vier, dürfen Sie bedenkenfrei bis zu vierzig Minuten in die Sonne. Die vierzig Minuten halbieren Sie und sind bei zwanzig Minuten.
Die ausgerechneten zwanzig Minuten sollten Sie das Gesicht, die Hände und die Arme ohne Sonnencreme (wir erinnern uns: ab einem LSF 15 kann nur noch wenig Vitamin D produziert werden) und ohne Kleidung täglich draußen in die Sonne halten, um für eine ausreichende Vitamin-D-Eigensynthese zu sorgen. Dabei bitte unbedingt die errechnete Zeit einhalten, um Sonnenbrände, die das Hautkrebsrisiko steigern, zu vermeiden
Dieser Tipp wirkt allerdings nur, wenn die Sonne genug UV-B-Strahlung abgibt. Sonst kann man sich noch so viel Mühe geben, es wird einfach kein Vitamin D produziert.
Aber woher weiß man denn ob die UV-B-Strahlung ausreichend Energie abgibt? Zum Glück habe ich für Sie auch für dieses Problem einen einfachen Trick herausgesucht.
UV-B-Strahlung – der richtige Winkel
Wie bereits erwähnt, befindet sich Deutschland zwischen dem 47. Und 55. Breitengrad. Die Strahlkraft der Sonne ist somit von den Jahreszeiten abhängig. Die Eigensynthese von Vitamin D kann nur zwischen März und Oktober stattfinden und dies auch nur, wenn man sich bei Sonnenschein draußen aufhält.
Aber auch, wenn die Sonne scheint, ist die UV-B-Strahlung nicht immer stark genug, um die Vitamin-D-Bildung anzuregen. Die Sonne muss nämlich höher als 45 Grad stehen, sonst funktioniert die Bildung weder im Winter noch im Sommer.
UV-B-Strahlung ist zwar an sich energiereich, doch dennoch so schwach, dass sie von der Atmosphäre absorbiert wird, sobald sie unter dem 45 Grad Winkel liegt, da dann der Winkel des Durchtritts länger ist. Kurz gesagt: die Strecke, die die UV-B-Strahlung zurücklegen muss, ist länger, sie verbraucht viel Energie und wird beim Durchtritt von der Atmosphäre absorbiert, da sie nicht mehr stark genug ist. Was durchkommt ist nur die UV-A-Strahlung, die im schlimmsten Fall noch einen Sonnenbrand verursacht, ohne dem Körper etwas Gutes getan zu haben.
Meine Damen und Herren, seien wir einmal ehrlich zu uns selbst, die meisten Menschen können heutzutage nichts mehr mit einem 45-Grad-Winkel anfangen. So ging es mir natürlich auch. Ich habe mich für Sie nach einer praktischen Lösung umgeschaut und zum Glück auch eine gefunden. Es gibt, wie so oft im Leben, einen einfachen Trick, um das Problem zu lösen. Dafür machen Sie Folgendes:
- Die einzige Voraussetzung ist, dass es Sommer ist und die Sonne scheint (sonst wird ja sowieso kein Vitamin D produziert)
- Um zu schauen, ob die Sonne gerade stark genug ist, um Vitamin D zu produzieren, stellen wir uns mit dem Rücken zur Sonne. Dann betrachten wir den Schatten, den wir vor uns werfen
- Wenn der Schatten, den Sie werfen, länger ist, als Sie groß sind, steht die Sonne unter dem 45-Grad-Winkel und Sie sind momentan nicht in der Lage dazu, Vitamin D zu produzieren
- Ist der Schatten aber kürzer, als Sie groß sind, steht die Sonne über dem 45-Grad-Winkel und der Vitamin-D-Eigensynthese steht nichts mehr im Wege. Sie können getrost die Tricks anwenden, die ich Ihnen weiter oben vorgestellt habe
So können Sie im Sommer jederzeit selbst schauen, ob Sie gerade Vitamin D produzieren oder nicht.
Das Gute dabei ist, dass der Körper in der Lage dazu ist, Vitamin-D-Reserven im Fett- und Muskelgewebe anzulegen, auf die dann im Winter zurückgegriffen werden kann. Also lohnt es sich wirklich, die oben genannten Tipps zu befolgen. Je mehr der Körper im Sommer Vitamin D produzieren und einlagern kann, desto höher ist sein Schutz im Winter.
Ausgenommen davon sind leider die bereits erwähnten Risikogruppen. Aber was kann man tun, wenn man zum Beispiel ein...