Alle gleich: jeder anders anders als jeder andere
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Alle gleich: jeder anders anders als jeder andere

Spiele, Dialoge, Virtuosenstücke

  1. 124 Seiten
  2. German
  3. ePUB (handyfreundlich)
  4. Über iOS und Android verfügbar
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Alle gleich: jeder anders anders als jeder andere

Spiele, Dialoge, Virtuosenstücke

Über dieses Buch

Spiele, Dialoge und Virtuosen-Stücke: Ehe 2000, Der sittliche Antrag, Alle gleich: jeder anders, Eukalos (Pseudoplatonischer Dialog), Die Irren sind auch nicht mehr die einzig Normalen, Zum Freispruch verurteilt, Gespräche mit Emily, Gastspiel: "Die Blutspende"

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Information

Jahr
2020
ISBN drucken
9783752627114
eBook-ISBN:
9783752696622
Auflage
1
Thema
Drama

Alle gleich : jeder anders

Ein Spiel
Personen :
Ada
Max
Udo
Max: Sag mal ...
Udo: Mmmmh?
Max: Ach nichts.
Udo: Nein, nein, sprich dich ruhig einmal aus. Man muss sein Herz von Zeit zu Zeit jemandem ausschütten. Das erleichtert.
Max: Wer hat dir denn diesen Quatsch erzählt, mein Herz?
Udo: Die zwischenmenschlichen Beziehungen heute, ich meine ... die Entfremdung … Man lebt so bindungslos nebeneinander her ... alles so leer und … Man muss doch lernen, wieder miteinander zu reden. Max: Wir reden den ganzen Tag darüber, dass man wieder miteinander reden muss.
(Pause)
Udo: Sag mal, glaubst du, dass die anti-autoritäre Erziehung einen Originalitätsdruck auf Kinder ausübt?
Max: Was soll denn das nun wieder? Wir haben doch gar keine Kinder.
Udo: Ach, ja.
(Pause) .
Udo: Ich glaube, Russland braucht Ruhe an Westfront, seit es Schwierigkeiten mit China hat.
Max: Was faselst du da?
Udo: Na ja, es ist so still. Ich wollte etwas Atmosphäre hineinbringen.
Max: Hast du heute noch nicht onaniert?
Udo: Aber natürlich. Wieso?
Max: Weil du dich schon wieder mit diesem Quatsch beschäftigst. Beschäftigst!
Udo: Du willst nicht hinter die Dinge sehen.
Max: Hinter was?
Udo: Hinter uns z.B.!
Max: Was steckt hinter kleinen Jungen, die sich aufspielen und Schiss haben, man könnte dahinterkommen, dass ihre Schwänze für diese Welt viel zu klein sind.
Udo: Einige wollen das ändern.
Max: Die wollen nur ändern, dass sich heute alles so schnell ändert. Die nennen das alles Schwindel. Aber denen wird nur schwindlig. Die kommen nicht mehr mit. Die wollen einen Halt, also ein Halt! Die wollen zurück, wo es weich ist und warm und ganz leise.
Udo: Du meinst, hinter der revolutionären Vision von der Abschaffung des Existenzkampfes stecke ...
Max: Ich meine verdammt nochmal gar nichts. Du ... du ... Diskutierer du! Fick dich in den Arsch, aber halt endlich Ruhe! (Pause)
Udo: Sag mal ...
Max : Jaaa?
Udo: Sind wir nicht... ich meine ... manchmal etwas steril?
Max: S-t-e-r-i-l?
Udo: Na ja. Wir sitzen hier so unpersönlich herum, so ... so nichtssagend.
Max: Bin ich dir zu lahmarschig?
Udo: Sollten wir nicht etwas lebendiger, ein bißchen dynamischer, ich meine ... nicht wurzellos, aber ...
Max: Fängst du wieder ganz von vorn an? Sind wir uns in diesem Punkt nicht längst menschlich nahegekommen? Soll da denn ewig ...
Udo: Ich weiß, das Leben überlassen wir den Lesern, aber ...
Max: Na also. Basta.
(Pause)
Udo: Sag mal...
Max: Was ist denn jetzt schon wieder?
Udo: Sind wir nicht...
Max: Was sollen wir nicht sein?
Udo: Sind wir nicht manchmal genauso ordinär?
Max: Genauso waaas?
Udo: Woher wissen wir eigentlich, dass wir nicht genauso vulgär sind wie die anderen da draußen, letztlich? Vielleicht ist das der Grund, warum wir uns im Kreise drehen. Vielleicht ist es nur eine Frage des Niveaus.
Max: Oh, dieser Quatsch aus deinen Zeitschriften! All diese Klimmzüge, um doch noch ... der Anschluss an die, die ... und du mit ... mit hängender Zunge hinterher ...
Udo: Wir sind schließlich keine Klasse für uns. Ja, wenn wir ein klassisches Paar wären! Stolz und einsam!
Max: Willst du damit sagen, dass wir noch immer nicht unnatürlich genug sind?
Udo: Will ich.
Max: Kann sich der Mann auf der Straße in uns wiedererkennen?
Udo: Ich fürchte, ja.
Max: Du meinst wirklich, im Ernst...
Udo: Wir sind aus dem Leben gegriffen. Nimm dich z.B.: Man kann sich in dich einfühlen. Wir sind allgemeinmenschliche Probleme. Wir halten Spiegel vor. Wir ...
Max: Hör auf, ich kann nicht mehr. Wir sind anders als die anderen.
Udo: Die anderen sind anders als wir.
Max: Also sind wir anders als wir selbst.
Udo: Also sind wir die anderen.
Max: Rede ich wirklich, wie denen der Schnabel gewachsen ist?
Udo: Wie ihr V-Mann. Ganz ohne V-Effekt.
Max: Wie soll ich denn reden, ohne dass es jemandem gleich, warm ums Herz wird, weil man es ihm so richtig gibt? Ohne dass jeder gleich denkt, da oben liegt endlich mal einer, der unsere Sprache spricht.
Udo: Gehobener! Mehr von oben herauf!
Max: Soll ich schmeicheln? Bestätigen? Verklären?
Udo: Noch viel gehobener.
Max: Nicht mehr sagen, wie es ist?
Udo: Nein. Heb sie höher, als sie wollen!
Max: Schöner, als die es gern hätten?
Udo: Jaja. Ihr Hals …
Max: ist mein Elfenbeinturm. Ihr Becken …
Udo: ist voll durstigen Wassers. Ihre Augen …
Max: sind das Fett auf der Suppe, die wir auslöffeln. Ihre Haare …
Udo: haben wir auf den Zähnen. Ihre Brust …
Max: ist der Korb, den sie gibt. Ihre Füße …
Udo: sind Plancksche Wirkungsquanten.
Ihre Schenkel …
Max: sind verschenkt. Ihr Rücken …
Udo: ist verrückt. Ihr Geschlecht …
Max: ist ausgestorben. Ihr Arsch …
Udo: ist hinterweltlerisch.
Max: Es geht nichts über diese Frau.
Udo: Nur wir.
(Gelächter)
Max: Je mehr wir Künstler werden, desto weniger steht er uns.
Udo: Wo bleibt sie denn heute?
Max: Sie kommt wie immer.
Udo: Bist du verrückt? Heute kommt es mal anders.
Max: Was täten wir, wenn sie einmal nicht käme?
Dann wären wir ganz schön aufgeschmissen, was?
Udo: Au je!
Max: Aber sie erwartet ja, dass wir sie erwarten.
Udo: Was würden wir ohne sie machen?
Max: Machen?! Was machen wir denn mit ihr?
Udo: Hast du dich heute vorbereitet?
Einen Plan oder so?
Max: Ich lasse die Dinge an mich herankommen, du kennst mich ja. Ich lege mich nie fest, ich bleibe flexibel, ich halte mich offen fürs Neue, ich habe kein vorgefasstes Schema, ich bin ...
Udo: Nanana.
Max: Du, du bist natürlich bis an die Zähne präpariert. Egal, was kommt, du sagst dein Sprüchlein auf und wartest auf unsere Stichworte.
Udo: Können wir uns eigentlich schon leisten, sie zu verletzen? Ich meine, ernstlich!
Max: Um Gottes willen. Dann geht sie weg, und wir gehen unter. Es ist noch zu früh.
Udo: Es ist immer zu früh. Aber sie braucht es, dass wir sie brauchen. Das wurmt sie ganz ungemein.
Max: Wie lange, schätzt du, brauchen wir sie noch?
Udo: Keine Ahnung. Sie runzelt die Stirn, und du verbringst dein Leben damit, dich und sie für dieses Stirnrunzeln zu entschädigen, das dir wahrscheinlich nicht einmal galt.
Max: Warum können wir uns nicht einmal gegen sie verbünden?
Udo: Du weißt, dass wir das nie geschafft haben. Sie hält dir den kleinen Finger hin, und du vergisst meine Hand.
Max: Beim letzten Mal bist du auf sie hereingefallen. Du hast so getan, als hättest du das Interesse an ihr verloren. Das hat sie so gereizt, bis sie ganz reizend zu dir war. Das hast du genossen.
Udo: Na und, sie konnte es sich leisten, sofort damit aufzuhören, als sie das merkte. Und sie konnte mich nur fallenlassen, um bei dir anzufangen. Um keine Leere aufkommen zu lassen.
Max: Wir streiten uns schon vorher. Dabei haben wir diesen Vorsprung vor ihr.
Udo: Wir reagieren einfach nicht, wenn sie ruft:
„Wer kommt zuerst in meine Arme?“ Abgemacht?
Max: Weißt du noch, wie du zu mir sagtest: Vater, ich zerstöre deine Frau, dann sind wir beide ungestört?
Udo: Das ist so lange her. Erinnerst du dich, dass sie zu mir sagte: Mein Sohn, ich erschlage deinen Vater, dann sind wir beide allein?
Max: Das ist noch länger her. Was wir nicht schon alles versucht haben!
Udo: Es dauert schon so lange. Was sie nicht schon alles versucht hat. Ich glaube, es ist Zeit, dass du von deiner Reise zurückkehrst.
Max: Ach, immer diese Reise. Kann ich nicht gleich hiergeblieben sein?
Udo: Das ist gegen die Regeln, das weißt du.
Max: Aber die Wiedersehensfreude lassen wir
diesmal weg.
Udo: Meinetwegen.
(Max verlässt das Zimmer und kehrt mit einem Koffer zurück. Inzwischen hat Udo leichtes Make-up aufgelegt)
Udo: Wie war's?
Max: Das stand doch in meinem Brief. Lass das jetzt.
Udo: Welcher Brief? Ich habe seit Tagen nicht im Kasten nachgesehen.
Max: Bleib! Der ist jetzt überholt, ich bin doch da. Oder brauchst du ...

Inhaltsverzeichnis

  1. Inhaltsverzeichnis
  2. Motto
  3. Ehe 2000
  4. Der sittliche Antrag
  5. Alle gleich : jeder anders
  6. Eukalos (Pseudoplatonischer Dialog)
  7. Die Irren sind auch nicht mehr die einzig Normalen
  8. Zum Freispruch verurteilt
  9. Gespräche mit Emily
  10. Gastspiel : „Die Blutspende“
  11. Impressum