Rückkehr zum Urvertrauen
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Rückkehr zum Urvertrauen

Die Frage nach Gott in der weiblich werdenden Welt

  1. 108 Seiten
  2. German
  3. ePUB (handyfreundlich)
  4. Über iOS und Android verfügbar
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Rückkehr zum Urvertrauen

Die Frage nach Gott in der weiblich werdenden Welt

Über dieses Buch

Gewaltige Umbrüche finden fast unbemerkt in unserer Gesellschaft statt. Wenn man sie identifiziert, zeigt es sich, dass der Vorgang als die bisher letzte Transgenderisierung der Menschheit bezeichnet werden kann. Wandlungen dieser Art haben auch unsere Religiosität beeinflusst.Die Frage nach Gott hat sich in den letzten Jahrhunderten gewandelt und auch die Art, wie wir zu Gott stehen. Es handelt sich keineswegs um eine Abkehr von Gott, eher um eine Individualisierung unseres Verhältnisses zu Gott. Unsere Vorstellungen von Gott haben sich gewandelt Der Glaube jedoch sagt, Gott sei unwandelbar. Nur scheinbar ein Widerspruch.

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Information

Jahr
2020
ISBN drucken
9783752670370
eBook-ISBN:
9783752698435

Die weiblich werdende Welt

Was hat es nun mit dem Weiblich-Werden der Welt und den Transgenderisierungen der Menschheit auf sich? Es geht darum, dass seit einiger Zeit in immer stärkerem Maß weibliche Denkschemata benutzt werden als männliche. Das Weibliche ist das Passive, Dunkle, Gefühlsmäßige, Unbewusste, Intuitive, Empfangende, Anmutige, Sich-Hingebende; das Männliche ist das Aktive, Helle, Rationale, Bewusste, Planvolle, Erobernde, Grobe, Kontrollierende. Beim Gedanken an Gott tritt nun im Zuge des Weiblich-Werdens die rationale Erklärung hinter der intuitiven Erfahrung zurück.
Das gegenwärtige Weiblich-Werden der Menschheit lässt sich ganz einfach aus der Wandlung unserer Welt erklären. In den frühen Kulturen sorgten die Männer für die lebensnotwendigen Dinge, unterwarfen die Umwelt; die Frauen kümmerten sich um die Wohnstätte, verrichteten Handlangerdienste. Damals richtete man sich nach den Männern.
Heute ist die ganze Welt kultiviert, sie ist eine einzige Wohnstatt geworden. In ihr kennen sich die Frauen besser aus. In Zukunft werden wir uns ihre Fähigkeiten zum Vorbild nehmen müssen.
Man kann sagen, die Menschheit wird weiblich – eine Transgenderisierung des kollektiven Unbewussten. Dieses Geschehen aus der Psychologie des Kollektivs zu erklären, ist nicht ganz so einfach, aber es ist möglich (Liegener, 2017a,b,c, 2018, 2019a,b, 2020).
Eine Möglichkeit dazu ist, von einer Krise auszugehen, mit der die Menschheit seit dem Beginn der Neuzeit konfrontiert war.
Die Krise begann grob gesagt etwa ab 1500, wurde aber erst nach und nach virulent. Mit der kopernikanischen Wende und der Reformation fiel zwar der Startschuss, aber die geistigen Auswirkungen traten nur verzögert ans Licht.
Vorausgegangen war das Zeitalter der Entdeckungen. Im darauffolgenden Umbruch hatte die Menschheit den Wechsel von der Eroberung der fernen Welt hin zur Kultivierung ihrer nächsten Umwelt, also ihrer Heimat, vollzogen. Für die Eroberungen waren seit je her die Männer zuständig, für die nähere Umwelt, früher die Höhle, waren es die Frauen.
Was geschah in diesem Zusammenhang mit der Psyche des Kollektivs? Die Menschheit hatte neue Erkenntnisse gewonnen, mit denen sie nicht so leicht fertig wurde. Durch die kopernikanische Wende hatte der Mensch erkennen müssen, dass er nicht mehr den Mittelpunkt der Welt darstellte, wie es die Bibel ihm gestützt auf den Bericht von Schöpfung dargestellt hatte. Sein Ausgeliefertsein an das unermessliche Weltall traf ihn als eine unerwartete Einsicht und gleichzeitig wurde die Allmacht der Religion, bisher sein Rettungsanker, in Frage gestellt.
Die psychische Situation der Menschheit in der nun folgenden männlichen Erwachsenenphase war durch starke Mutterbindung und einen fehlenden Vater geprägt. Die Natur, verkörpert durch die Große Mutter, hatte ihn hervorgebracht und erzogen. Ein Vater schien zunächst nicht in Sicht zu sein. Das charakterisiert einen Muttersohn (Pilgrim, 1986, Liegener, 2016a, 2016b, 2017a). In diesem Szenario pflanzt die Mutter dem Sohn die Ziele ein, die sie selbst nicht verwirklichen kann. Im konkreten Fall: Die Natur bestimmte nicht mehr alles, ließ stattdessen ihren Sohn die Kontrolle in vielen Bereichen übernehmen.
Der Muttersohn wird von der Mutter gelenkt, weil der Vater fern ist. Trotzdem sehnt er sich nach einem Vater. Er will haben, was ihm fehlt. Daher suchte sich die Menschheit einen Vater und fand ihn in einem väterlichen Gott. Der Monotheismus entstand. Dieser väterliche Gott war in der gegebenen psychischen Situation dem Sohn fern. In manchen Religionen durfte nicht einmal Gottes Name ausgesprochen werden.
Die tragische Situation des Muttersohnes ist bekannt (Pilgrim, 1986, Liegener, 2017a). Da der Muttersohn sich zur Erfüllung der ihm von der Mutter anvertrauten heiligen Aufgaben berufen fühlt, hält er sich für etwas Besonderes, entwickelt sich zum Narzissten. Geformt von seiner Mutter weist er weibliche Züge auf, die im Kontrast zur Fassade der Männlichkeit stehen. Zerrissen von diesem Konflikt neigt der Muttersohn zur Selbstzerstörung. Dazu trägt auch bei, dass er seine überhöhten Ziele nicht erreichen kann, aber andererseits ein Scheitern nicht verkraften kann. Lieber gibt er sich auf. Er ist zum Untergang verurteilt.
So auch im Fall der Menschheit in ihrer Muttersohnähnlichkeit: Durch die Krise seit dem Beginn der Neuzeit wurde der Muttersohn in seiner narzisstischen Selbstüberschätzung erschüttert. Die Psyche der kollektiven Menschheit geriet in eine Existenzkrise. Das ist im Prinzip die Situation des Scheiterns des Muttersohnes, die zu seiner Selbstaufgabe führt.
Entstanden aus einer geistigen Entwicklung musste die Krise eine innere Krise sein. Infolgedessen kam es zu einer inneren Reaktion, zu einer Art Selbstaufgabe, wenn auch nur zu einer partiellen. Der Muttersohn gab seine männliche Identität auf. Die weibliche Seite der Menschheit begann, das Ruder zu übernehmen. Das ist nicht ungewöhnlich. Spontane Geschlechtsumwandlungen zur Erhaltung der Art sind aus dem Tierreich bekannt.
Die Frage, die sich hier stellt, ist, ob diese Geschlechtsumwandlung auch vom praktischen Standpunkt nachvollziehbar ist. Hat eine Frau oder ein Mann die größeren Chancen in einer Krise? Mit anderen Worten: Es wäre zu klären, ob die passive (weibliche) oder die aktive (männliche) Verhaltensweise in Überlebenssituationen erfolgreicher ist. Die Frage wurde schon oft gestellt.
Zunächst: Männer kämpfen bei Gefahr, Frauen laufen weg. Deshalb haben Männer den kräftigeren Körperbau und Frauen die längeren Beine.
Genauer: Der Mann kämpft in solchen Situationen seinen Kampf, egal ob sinnlos oder nicht. Sprichwörtlich geworden ist für ihn „der Kampf, den er nicht gewinnen kann“. Der Mann bestreitet ihn mit einem gewissen Stolz. Er entspricht seiner Genderrolle. Der Mann fühlt sich dabei wie John Wayne im Western: „Ein Mann muss tun, was ein Mann eben tun muss.“
Frauen sind da flexibler. Sie neigen dazu, vor der Gefahr zu fliehen oder zu resignieren. Das Resignieren hört sich für Männer nicht nach einer Option an, ist aber in der Natur eine durchaus zulässige Strategie, die das Überleben ermöglichen kann. Man braucht allerdings Dulderqualitäten. Erdulden ist eine weibliche Stärke.
Was verspricht mehr Erfolg?
Äsop argumentierte in seiner Fabel vom Frosch im Milchkrug zugunsten des scheinbar aussichtslosen Kampfes: Der in den Milchkrug gefallene und vom Ertrinken in der Milch bedrohte Frosch strampelt so lange, bis die Milch verklumpt und er herausspringen kann.
Die Evolution, unbestechliche Auswerterin der statistischen Chancen, hat indes anders entschieden: In ausweglosen Situationen stellen sich die Tiere der realen Welt tot. Der Mensch schüttet bei Nahtoderfahrungen Endorphine aus, die ihn sich wohlfühlen lassen und lethargisch machen. Man könnte von einer Gnade Gottes sprechen, die dem Menschen den Tod erleichtert. Gott hätte, wenn es so wäre, einen Weg gewählt, der sich wissenschaftlich erklären lässt. Die simple Erklärung ist, dass sich in der Evolution die Resignation als die erfolgversprechendere Strategie durchgesetzt hat.
Sich weiblich zu verhalten, verspricht also die besten Chancen beim Überlebenskampf der Menschheit (Liegener, 2017c, S. 37-40). Das heißt, die Evolution hat das kollektive Unbewusste so entwickelt, dass es in Gefahrensituationen, die das Kollektiv betreffen, die Transgenderisierung von männlich zu weiblich favorisiert.
Hierbei ist die Existenzangst nur der Auslöser. Kollektivpsychologisch gesehen liegt die Gefahr tiefer, nämlich in der drohenden Selbstzerstörung des Muttersohnes. Dies ist eine Gefahr, die das kollektive Unbewusste sehr wohl spürt. Es handelt dementsprechend, ohne das Bewusstsein zu involvieren.
Soviel zum Prinzip. Es lässt sich aber auch in der Praxis beim Menschen beobachten. Frauen haben in Krisen die größere Widerstandskraft als Männer. Die Evolution hat sie ihnen geschenkt, um die Tortur der Geburt zu überstehen. Diese weibliche Resilienz wurde jetzt gebraucht und mobilisiert. Die entsprechende spontane Transgenderisierung der Menschheit zu einer weiblichen Identität ermöglicht tatsächlich das Überleben der Menschheit. Die entstehende Muttertochter ist psychisch wesentlich stabiler als der Muttersohn. Die Menschheit kann gerettet werden.
Die katastrophale Situation, in der die Menschheit sich befand, war schon seit einiger Zeit bekannt.
Vor einer Selbstzerstörung der Menschheit wurde wiederholt im 20. Jahrhundert gewarnt. Jürgen Habermas schrieb sie einer „Verschlingung von Mythos und Aufklärung“ zu und forderte zu ihrer Vermeidung eine „Selbstbesinnung“ (Habermas, 1985, S.130 ff.). Stephen Hawking brachte d...

Inhaltsverzeichnis

  1. Inhaltsverzeichnis
  2. Vorwort
  3. Die Frage nach Gott
  4. Inquisition und Hexenverbrennungen
  5. Die weiblich werdende Welt
  6. Ist Gott männlich oder weiblich?
  7. Die Dezentralisierung der Welt
  8. Warum brauchen wir Gott?
  9. Die Evolution
  10. Das Sakrament der Beichte
  11. Wunder
  12. Rückkehr zum Urvertrauen
  13. Die Gemeinde
  14. Gebet
  15. Momente des Glücks
  16. Literaturverzeichnis
  17. Impressum