Geldreform
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Geldreform

Vom schlechten Staatsgeld zum guten Marktgeld

  1. 288 Seiten
  2. German
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Geldreform

Vom schlechten Staatsgeld zum guten Marktgeld

Über dieses Buch

Ob US-Dollar, Euro, chinesischer Renminbi, japanischer Yen oder Britisches Pfund: Sie alle sind ungedecktes Papiergeld, genauer: staatliches Zwangsgeld. Das staatliche Zwangsgeld leidet unter schwerwiegenden ökonomischen und ethischen Defiziten. Es ist inflationär, es ist ein Fremd- und Störfaktor im Gefüge freier Märkte und verursacht Finanz- und Wirtschaftskrisen. Zudem sorgt es für immer größere Schuldenlasten und bereichert in ungerechtfertigter Weise einige wenige auf Kosten aller anderern.Dieses Buch will aufklären und zeigen, was gutes Geld ist. Wie wichtig gutes Geld für die produktive und friedvolle gesellschaftliche Entwicklung ist und auf welchen, für viele nicht unmittelbar erkennbaren Wegen das staatliche Zwangsgeldsystem die Grundpfeiler einer freien Gesellschaft zerstört.Die komplett überarbeitete 3. Auflage des Buches soll einen konstruktiven Beitrag leisten, um eine der wohl größten gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit zu bewältigen: das staatliche Zwangsgeldsystem zu beenden und durch eine marktwirtschaftliche Geldordnung zu ersetzen.

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Information

Jahr
2014
eBook-ISBN:
9783862486298

Rückkehr zu gutem Geld

Sound money and free banking are not impossible; they are merely illegal.
Hans F. Sennholz (1922–2007)
Das staatliche Zwangsgeldsystem wird, wenn man es nicht beendet, die bürgerlichen und unternehmerischen Freiheiten immer weiter zerstören. Wenn eine freiheitliche marktwirtschaftliche Ordnung erhalten werden soll, kommt man um eine Geldreform nicht herum: Das staatliche Zwangsgeld, das schlechte Geld, muss durch ein freies Marktgeld, durch gutes Geld, ersetzt werden. Für eine Rückkehr zu gutem Geld stehen verschiedene Wege offen.

Scheideweg

Freie Währungswahl und freie Geldproduktion, verbunden mit Free Banking, sind die natürlichen Bausteine eines marktwirtschaftlichen Geldwesens. Das heute in allen bedeutenden Wirtschafts- und Währungsräumen anzutreffende Geldsystem, in dem die staatliche Zentralbank das Geldproduktionsmonopol hält und Geld durch Kreditvergabe geschaffen wird, ist ein Gegenentwurf zum freien Marktgeldsystem. Mehr noch: Es ist ein unheilbringender Fremdkörper im System der freien Märkte – auch wenn das staatliche Zwangsgeldmonopol von der Mainstream-Ökonomik als State of the Art gelobt wird.
Das staatliche Zwangsgeldsystem provoziert Wirtschafts- und Finanzkrisen, das weisen die Ökonomen der Österreichischen Schule der Nationalökonomie überzeugend nach. Der Grund: Die Geldmenge wird per Kreditexpansion sprichwörtlich »aus dem Nichts« geschaffen, ohne dass dafür eine entsprechende Ersparnis vorhanden ist. Durch die verzerrten Zinssignale stellen sich Fehlinvestitionen ein. Es kommt anfänglich zu einem Boom, der aber in einer Bereinigungskrise, dem Bust, endet. Die jüngste, bisher schwerste Krise des ungedeckten Papiergeldes hat die Volkswirtschaften an einen Scheideweg geführt.
Der eine Weg ist, die Fehlentwicklungen, für die das staatliche Zwangsgeldsystem gesorgt hat, mit immer mehr Eingriffen in das Marktgeschehen beheben zu wollen; also auf die Schäden, die der Interventionismus verursacht hat, mit noch mehr Interventionismus antworten zu wollen. Das wird jedoch immer tiefer in das Gestrüpp der Staatseingriffe führen und damit die Grundlage für Wachstum und Wohlstand zerstören. Am Ende stünde eine wie auch immer geartete Form eines planwirtschaftlich-totalitären Regimes, wie es im 20. Jahrhundert bereits vielerorts zu beobachten war.
Denn der Interventionismus ist nichts anderes als eine Politik, die das Privateigentum unterwandert. Ludwig von Mises formulierte diese Einsicht bereits 1922 wie folgt: »Die Entwicklung zum Sozialismus hat sich nicht nur durch formelle Übertragung des Eigentums an den Staat vollzogen. Auch die Beschränkung der Befugnisse des Eigentümers ist ein Mittel der Sozialisierung. Wenn ihm die Verfügungsmöglichkeit stückweise genommen wird, indem der Staat sich immer mehr Einfluß auf die Bestimmung der Richtung und der Art der Produktion sichert und von dem Ertrag der Produktion einen immer größeren Anteil heischt, so wird dem Eigentümer immer mehr und mehr entzogen, bis ihm schließlich nur der leere Name des Eigentums bleibt, das Eigentum selbst aber ganz in die Hände des Staates übergegangen ist.«
Der andere Weg ist, die Geldproduktion zu privatisieren und das Geld wieder zu dem zu machen, was es ursprünglich einmal war: ein Phänomen des freien Marktes. Friedrich August von Hayek formulierte die Forderung nach einem Währungswettbewerb bereits 1976 in seinem Buch Entnationalisierung des Geldes: »Der konkrete Vorschlag für die nahe Zukunft (…) besteht darin, dass sich die Länder des gemeinsamen Marktes (…) gegenseitig durch formalen Vertrag binden, weder dem Handel in ihren gegenseitigen Währungen (inklusive Goldmünzen) noch einer in gleicher Weise freien Ausübung von Bankgeschäften seitens jeder in einem ihrer Territorien gesetzlich niedergelassenen Bank irgendwelche Hindernisse in den Weg zu legen.«

Anforderungen an eine Geldreform

Was sind die Anforderungen, die an eine Reform des Geldwesens zu stellen sind, um zu gutem Geld zu gelangen? Die Antwort lautet: Die Geldreform muss sich auf eine solide ökonomische Theorie stützen und zudem ethisch begründet sein. Freies Marktgeld erfüllt diese beiden Anforderungen, ein staatliches Währungsmonopol hingegen nicht. Wie Jörg Guido Hülsmann in seinem Buch Die Ethik der Geldproduktion (2007) aufzeigt, lassen sich keine belastbaren ökonomisch-ethischen Argumente finden, mit denen ein staatliches Zwangsgeldwesen zu rechtfertigen wäre: »Es gibt keine haltbare wirtschaftliche, rechtliche, moralische oder spirituelle Rechtfertigung von Papiergeld und Teilreserve-Banken.«
Ein zentraler Aspekt einer ökonomisch-ethisch überzeugenden Geldreform, die zu gutem Geld führt, betrifft die Eigentumsfrage. Die Produktion des Geldes muss den Anforderungen genügen, der auch die Produktion aller anderen Güter in der Marktwirtschaft genügen muss: dem uneingeschränkten Respekt des Privateigentums. Das Geld muss im Wettbewerb produziert werden, der in einer Marktwirtschaft unter der uneingeschränkten Achtung der privaten Eigentumsrechte abläuft.
Gutes Geld erfordert nicht nur den freien Eintritt in die Geldproduktion, es muss auch eine gänzlich freie Nachfrage nach Geld gewährleistet sein. Ein jeder darf das Geld, das seinen Zwecken am besten entspricht, frei auswählen. Keine Geldart darf privilegiert werden. Zahlkraftgesetze (»Legal Tender Laws«) sind nicht zulässig beziehungsweise abzuschaffen. Steuerliche Regeln, die das Verwenden von Gütern zu Tauschzwecken behindern, müssen fallen.
Wäre in einem freien Marktgeldsystem durch Kreditvergabe geschaffenes Geld akzeptabel? Die Antwort auf diese Frage wird, darauf wurde bereits hingewiesen, zwischen Ökonomen kontrovers diskutiert, und sie soll hier nicht noch einmal aufgegriffen werden. Nur so viel sei hier betont: Wenn der Geldhalter mit der Bank einen Depositenvertrag (Depositum irregulare) und keinen Leih- oder Kreditvertrag abgeschlossen hat, wäre die Ausgabe von Geldsubstituten, die nicht vollständig gedeckt sind, eigentumsrechtlich inakzeptabel und daher abzulehnen; sie käme einer Veruntreuung gleich.
Das Durchführen einer Geldreform – all die Tätigkeiten, die mit ihr verbunden sind – muss selbst im Einklang mit dem privaten Eigentum stehen. Sie darf daher nicht die Reformer – wie Zentralbank- und Finanzministerausschüsse oder den ihnen zuarbeitenden Helfern und Helfershelfern – auf Kosten der Steuerzahler und Geldhalter bereichern.
Eine Geldreform, die gutes Geld bringen soll, darf die Frage nach Wiedergutmachung nicht unberücksichtigt lassen. Wie ist mit den Umverteilungswirkungen umzugehen, für die das ungedeckte Papiergeld in der Vergangenheit gesorgt hat? Die eine Position lautet, dass die aufgelaufenen Einkommens- und Vermögensumverteilungen, soweit sie nachvollzogen werden können, rückgängig gemacht werden müssen. Die andere Position wäre, die bereits erfolgten Umverteilungen unangetastet zu lassen, sie nicht zu korrigieren; man lässt das Geschehene auf sich beruhen (»Let bygones be bygones«).
Eine weitere Frage betrifft den Zeitpunkt: Wann soll die Geld­reform beginnen? Eine Geldreform, die das schlechte Geld durch gutes Geld ersetzt, sollte sofort und unmittelbar angegangen werden. Es gibt keine Gründe für ein zeitliches Aufschieben. Das Staatszwangsgeldsystem ist schließlich ein Verstoß gegen die privaten Eigentumsrechte vieler zugunsten weniger, und jeder Tag, an dem das Zwangsgeldsystem fortgeführt wird, vergrößert die Schäden, die es verursacht.
Eine Geldreform, die für gutes Geld sorgt, läuft auf ein marktwirtschaftliches Geldwesen hinaus. Das Geld kann hier von den Geldnachfragern frei ausgewählt werden, und jedem steht es frei, Geldangebote bereitzustellen. Das Bankgeschäft wäre ein Free Banking, in dem das Einlagen- und Kreditgeschäft rechtlich getrennt sind. Im Einlagengeschäft agieren Banken als Geldlagerhäuser, im Kreditgeschäft leiten sie vorhandene Ersparnisse vom Sparer an den Investor weiter. Bei einer Volldeckung von Banknoten und Giroguthaben werden Kredite nicht länger, wie dies derzeit der Fall ist, durch Kundeneinlagen finanziert. Im Free Banking bieten Kreditbanken Kredite an, durch die die Geldmenge nicht mehr ausgeweitet wird. Das im staalichen Zwangsgeldsystem mögliche Geldschaffen »aus dem Nichts«, ursächlich für Finanz- und Wirtschaftskrisen, hört auf. Banken genießen keine Privilegien mehr.
Um das staatliche Zwangsgeldmonopol durch eine private Geldproduktion zu ersetzen, wurde eine Vielzahl von Vorschlägen erarbeitet. Bei Unterschieden im Detail stimmen jedoch alle von ihnen in ihren Kernaspekten überein: Die Zentralbanken und mit ihnen das Zwangsgeldmonopol müssen abgeschafft werden; der Status des gesetzlichen, staatlich ­oktroyierten Zahlungsmittels muss beendet werden; die Geldproduktion muss privatisiert werden; und sämtliche staatlichen Regulierungen im Bankgeschäft sind zu beenden.

Ludwig von Mises: Rückkehr zum Goldgeld

Im Jahr 1952 arbeitete Ludwig von Mises einen Vorschlag aus, durch den das staatliche ungedeckte Papiergeld wieder in ein goldgedecktes Geld zurückgeführt werden kann (erstmalig 1953 veröffentlicht als vierter Teil der Neuauflage von The Theory of Money and Credit, der englischen Ausgabe seines Buches Theorie des Geldes und der Umlaufsmittel): Mises’ Vorschlag sieht die Re-Etablierung eines Goldgeldes mit 100 Prozent Deckung für die zusätzlich geschaffenen Sichteinlagen der Banken vor.
Mises formulierte sein Reformkonzept mit Blick auf die amerik...

Inhaltsverzeichnis

  1. Cover
  2. Titel
  3. Impressum
  4. Zitate
  5. Inhalt
  6. Vorwort zur 3. Auflage
  7. Vorwort zur 2. Auflage
  8. Einleitung
  9. Was Geld ist
  10. Über die Kaufkraft des Geldes
  11. Wie Geld entstanden ist
  12. Inflation – immer und überall ein Übel
  13. Freies Marktgeld und Free Banking
  14. Der leidvolle Weg vom Sach- zum Papiergeld
  15. Warum Geld verstaatlicht ist
  16. Wie der Staat Geld produziert
  17. Was man über Zentralbanken wissen sollte
  18. Zeitpräferenz, Zins und Zinsfeindschaft
  19. »Boom und Bust«
  20. Überschuldung
  21. Hyperinflation
  22. Kollektive Korruption
  23. Trügerische Rettungspolitiken
  24. Rückkehr zu gutem Geld
  25. Zum Abschluss
  26. Literatur

Häufig gestellte Fragen

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