Das Leben ist gelb
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Das Leben ist gelb

Gedankenkram und Liebeszeugs

  1. 180 Seiten
  2. German
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Das Leben ist gelb

Gedankenkram und Liebeszeugs

Über dieses Buch

Jürgen Urigs Vita ist 28 DIN A4 Seiten lang. Er schreibt seit über 30 Jahren für TV und Radio und hat im wahrsten Sinne des Wortes Fernsehgeschichte mitgeschrieben. Urig war u.a. Headwriter der revolutionären "RTL Samstag Nacht". Die Begrüßung "Hallo, liebe Liebenden!" schrieb er seinem Kind Brisko Schneider für die "Wochenshow" auf den Leib. Aus seiner Tastatur klackerten Texte für "Clever - Die Show, die Wissen schafft", "Hitgiganten", "Vorsicht, Kamera", "Switch", "Mensch, Markus", "TV Kaiser", "Ladykracher", "The Voice of Germany" und etlichen weiteren Lach- und Unterhaltungsshows. In "Das Leben ist gelb" findet der*die Leser*in erstmals seine unverkauften wilden Gedanken, seine notierten Gefühle, seine Liebe zum Reim. Wigald Boning schreibt in seinem Vorwort zu diesem Buch: "Jürgen ist eine Maschine, ein Spieler, ein Kind. Er dichtet nicht, es dichtet in ihm; er ist lediglich Hülle, der Füllfederhalter seines Schaffens, seines Lebens, die Tinte schwappt, spritzt, durchfließt ihn, und alles, was Jürgen tun muss, ist dieser, seiner Tinte den Weg auf die Bütten zu bahnen, beziehungsweise, wie er behauptet, Worte in Zellengummis zu treten......auf diesen Seiten finden sich Jürgens eherne Spinnereien, teuer getrüffelter Tand, geistiges Schlammcatchen im Superschwergewicht, und im aufspritzenden Schlamm blitzen alle Augenblicke Preziosen auf, Seifenblasen, Massagebälle, oft auch Perlen voller Schläue, die im hohen Bogen den Kampfplatz verlassen und vor der Säue, vor meinen Füßen zu liegen kommen. Also: Mit dem Inhalt des vorliegenden Almanachs habe ich nichts zu tun, und das ist einerseits tragisch, andererseits kann ich nunmehr umso unbefangener die Spritzer, Schlieren, Spektakel genießen und empfehlen, was ich hiermit tue. Möge dieses Buch in jeder deutschen Nachttischschublade verschwinden, hätte ich fast geschrieben, aber das ist missverständlich und unangemessen. Nein. Völker der Welt, schaut auf dieses Buch! Und lese es, wer lesen kann! Viel Vergnügen.Jacky Dreksler, Produzent "RTL Samstag Nacht", während einer ehrlichen Kölschrunde zu Urig: Jürgen, ich hab dich ja nicht zum Headwriter gemacht, weil Du die besten Gags schreibst, sondern weil Du die besten Depressionen hast.Hugo Egon Balder, Executive Producer RTL Samstag Nacht, nachdem er einen Sketch von Urig las: "Urig, Du hast echt ´n Knall."

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Information

Jahr
2020
ISBN drucken
9783752674378
eBook-ISBN:
9783752637694
Auflage
1
Thema
Poetry

Teil 1 – Sinn

Kapitel 1 – Nicht ohne meine Pfleger

Vorabhinweis des Dichters:
Die kursiv geschriebenen Worte sind meine persönlichen Anmerkungen.
Letzte Meldung
Italien – Heute morgen ist erneut der viel zitierte Besuch ausgebrochen. Weit mehr als 200 Familien kamen dabei um Kaffee und Kuchen.
Werte erhalten
Verrückt werden
ist nicht schwer.
Verrückt bleiben
sehr!
Morgendliches Einreimen
(oder Des Dichters tägliches Reim und Raus)
Das Einreimen vor dem Frühstück gehört zum Alltag des fleißigen Dichters wie das tägliche alte Stück Brot. Jedoch es ist kein leichtes Unterfangen. Und manchmal geht es um Leben und Tod.
Auf geht's.
Das Leben ist ganz schnell vorbei
isst du Arsen statt Erbsenpüree...
Ok, neu.
Das war's dann wohl mit deinem Leben
beisst du in Fliegenpilz statt Huhn.
Hm... Fast. Nochmal.
Vorbei ist mit der Leberei,
fällst Du am Schwimmbadrand vorbei...
Schon besser. Weiter.
Das Leben dir gleich schwerer fällt,
wenn dich ein Hund vor Wut anbellt.
Prima. Mehr davon.
Im Wald hast Du dich schlecht versteckt,
wenn einem Bär dein Bein gut schmeckt.
Ja, langsam kommt's.
Fällst du von oben auf den Boden,
verschiebt sich oft der linke Daumen...
Oh, Rückschritt. Mist. Anders...
Fällst Du mal weich in eine Frau,
dann liegt das meist am Körperbau...
Ja, ganz nett... Jetzt heißt es dranbleiben.
Ein Freund von mir, der war einmal
in Afrika in einem Tal.
Kein Mensch war weit und breit zu seh'n.
So konnte er ganz gut dort steh'n.
Er freute sich am vielen Platz,
bis ihn von hinten eine Tatz
einer fiesen Wüsten-Katz
eine knallte hintern Latz.
Das tat, soweit ich weiß, recht weh,
denn Katzen ham, statt weichem Zeh,
aus hartem Horn geformte Krallen,
die dann beim in-das-Fleisch-rein-prallen
das Fleisch zerschneiden.
So war mein Freund nicht zu beneiden.
Im Gegenteil, er musste leiden.
Man sollte sowas halt vermeiden,
wenn man an solchen Plätzen ruht.
Soweit ich weiß, floss auch viel Blut.
So starb der arme Freund im Mund
der Katze. Sonst war er gesund.
Hm... eine Möglichkeit für den Schluss wäre auch:
So starb der arme Freund im Mund,
das Gras um ihn herum war bunt.
Oder:
So ist mein Freund vor Ort verblutet,
Hat sich halt zu viel zugemutet.
Nee, geht gar nicht... freundlicher wäre:
Der Freund hat's trotzdem noch nach Haus gepackt,
die Katze später Arm gekackt.
Nee, nicht so gut... anders.
Mein Freund der hatte ziemlich Glück,
die Katze fraß von ihm nur'n Stück.
Oder doch lieber netter...?!?
Mein Freund kann wieder bei mir sitzen,
in Afrika die Katz muss schwitzen.
Nee, albern. - lieblicher:
Mein Freund wurd dann vor Ort noch Engel.
So wilde Katzen sind halt Bengel.
Aua, nein... Weg damit...
Ich mache jetzt zunächst mal Schluss
Nicht weil ich will, nein, weil ich... äh... einen Kaffee brauche.
Lebensgefahr durch Reimsucht 1
Auf alt
reimt sich kalt
und auf warm
passt der Darm.
Vorne an Xantippe
hängt ne dicke Lippe,
doch ich finde auf nix
keinen Reim so fix
Hoppla...
Lebensgefahr durch Reimsucht 2
Ich kratz mich unter'n Achseln
für einen Reim auf Kraxeln.
Ach nein, es ist mein Kopf,
da hängt ein langer Zopf
an dem da kann man zieh'n.
Doch sollte man dann flieh'n,
sonst schubst Dich meine Lippe
dort drüben von der Klippe.
ACHTUNG! Tagtäglich gehen mehrere tausend Reime mit ihren Reimern durch. Leinen Sie Ihren Reim also an, Sie Lurch.... Hilfe...
Die Reime bessern sich
Ich würd mir gern das Leben
mit einem Kopfschuss geben.
ACHTUNG! Wir unterbrechen das Gedicht an dieser Stelle für eine erfreuliche Meldung: Immer mehr suizidgefährdete Dichter werden von ihren Reimen gerettet.
Es war einmal... 1
Es war einmal ein Walzertakt,
der fühlte sich total beknackt.
Er hatte einen Schlag zu viel,
weswegen er als Marsch auffiel
Es war einmal... 2
Es war einmal ein Fleischwurstreim
den brachte Helga Meier heim
doch Helgas Mann hat sie erschlagen
kann er doch Fleischwurst nicht ertragen
Zu diesem unappetitlichen Vierzeiler kam es, weil der Kollege Georg Weyers unbedingt einen Reim mit Fleischwurst haben wollte. Ein Brötchen hätt's doch auch getan.
Gewichtdiskriminierung
Neulich ist mir aufgefallen: Der Doppelzentner ist die am meisten vernachlässigte Gewichtseinheit in Kochrezepten.
Feuerzyklus 1
"Feuer!", schrie der alte Wachmann.
Aber es war nur ein „A“. Ja er brauchte tatsächlich eine Brille.
Feuerzyklus 2
"Feuer!", schrie der alte Wachmann.
Aber es war nichts. Nur seine Frau war durchgebrannt.
Feuerzyklus 3
"Feuer!", schrie der alte Wachmann.
Dann fiel ihm ein, dass er sich schon vor Jahren das Rauchen abgewöhnt hatte.
Feuerzyklus 4
„Feuer!“, schrie der alte Wachmann.
Doch es waren nur Schall und Rauch.
Lebenswichtige Frage
Wenn eine Kuh,
auf Papier gemalt,
im Rahmen
an der Wand
hängt,
steht sie dann,
liegt sie
oder hängt auch sie?
Das gefällt mir nicht.
Tierliebe Gedanken
Die Kuh auf dem Bild
an meiner Wand
hat keinen Schwanz,
keine Euter.
Selbst wenn es ein Stier sein sollte,
fehlen ihm die Eier,
der Schwanz,
die Hörner.
Kann man nur hoffen,
dass der Künstler
kein Modell hatte
oder einfach nur Hunger.
Schlafzyklus 1
Im Schlaf war ich
Professor
mit Nobelpreis,
weil es mir gelang,
Kaffee zu teilen.
Und tatsächlich:
morgens beim
Frühstück lag da
dieses Kaffeeteilchen.
Mir wurde schlecht,
weil ich
Wortspiele
so früh am Morgen nicht
vertrage.
Dann schon eher Sex.
Schlafzyklus 2
Im Schlaf war ich
Bundeskanzler.
Jedoch:
Ich konnte kein Wort Deutsch.
Immer wenn ich
eine Rede halten sollte,
sang ich bloß
"I can't get no satisfaction"
oder "Beat it"
und alle lachten
mich in erster Linie aus.
Im nächsten Schlaf
werde ich Rockstar
und singe Böll.
Schlafzyklus 3
Im Schlaf traf ich einen
Rottweiler.
Er sang
eine Arie
aus „Nabucco“,
zitierte zeitgleich
Erich Fromm
und faltete dazu
eine Origami-Taube.
Dann biss er zu.
So hinterlistig sind
Rottweiler.
Im nächsten Schlaf
nehm' ich mein Gebiss
aus dem Glas.
Schlafzyklus 4
Im Schlaf backte ich
Pfannkuchen.
Dabei dachte ich drüber nach,
ob ich nicht
grammatikalisch
richtiger schlief,
als ich noch
Pfannkuchen buk.
Später kratzte ich
die Pfanne
von der Decke.
Im nächsten Schlaf
gibt's Suppe.
Oder doch lieber
Püree.
Den kann man in Förmchen tun.
Fliegende Berliner 1
„Fliegen de Berliner?“
ist eine Frage,
die sich nur
der stellen kann,
der nie dort war.
Denn de Berliner
stehen auch nur rum
oder gehen…
Fliegende Berliner 2
„Fliegen de Berliner?“
ist eine Frage
der Berliner.
Denn de Berliner
vergessen schon
mal ganz gerne
'n Vokal.
Icke nich.
Ich hab nur
schon wieder
vergessen,
Klopapier zu kaufen.
So'n Scheiß.
Wichtige Osterwarnung
Wenn ein Hase dich übers Ohr haut, achte auf deine Löffel.
Denn nur wer Löffel hat, denkt am Sonntag auch an die Suppe.
Neulich
Neulich, als die Sonne auf mich fiel, brachen die Strahlen. Riesensauerei rings um mich rum...
Lecker
Ein Gummibärchen
fliegt durch die
Luft.
Gleich links
neben
meinen Gedanken.
Ich greife danach
halte es fest,
führe es zum Mund
und schlucke es
herunter.
Mit Gummibärchen
kann man das machen.
Die wehren sich nicht.
Der Tag, die Nacht und das Bärenfäll
(aus "Eselsbrücken für Nachtschwärmer)
Die Nacht verschwindet, wenn es hellt
und Sonne auf den Bären fellt.
Verschrieben ist verschrieben
Immer wenn ich traurog bin,
schreib ich "o" statt "i" dahin
Ganz schön verschroben, was?!?
Karneval
Dies ist das kürzeste Karnevalslied
Globalität
Sensation! Umlaut rettet die Welt. Das Ende näht.
Lokales
Die Bar „Mizwa“ heißt jetzt „Bei Ruth“.
Frühjahrsmäntelchengedicht
(nach dem Besuch einer sehr modebewussten jungen Dame erreimt)
Ach, armes Ding aus leichten Stoffen,
im Winter hängst Du nutzlos rum,
kannst nichts, als nur aufs Frühjahr hoffen.
Ach, armer Stoff, zu kurz zum Sitzen,
im Sommer ein Martyrium,
weil unter dir die Mädchen schwitzen.
Ach, luft'ger Hauch an halbwegs Reichen,
im Herbst ziehst Du nach Ghana um
musst neuen Modefarben weichen.
Warum schrieb ich das Frühjahrsmäntelchengedicht?
Ganz klar: Ich mag das Ding halt nicht.
Ermutig...

Inhaltsverzeichnis

  1. Widmung
  2. Inhaltsverzeichnis
  3. Vorwort
  4. Teil 1 – Sinn
  5. Teil 2 – Unsinn
  6. Teil 3 – Liebe
  7. Teil 4 – Nichtliebe
  8. Teil 5 - Bonusworte
  9. Danksagung
  10. Über den Autor
  11. Impressum

Häufig gestellte Fragen

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