Sonette an Heldinnen und Helden der Geschichte
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Sonette an Heldinnen und Helden der Geschichte

  1. 116 Seiten
  2. German
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Sonette an Heldinnen und Helden der Geschichte

Über dieses Buch

Was sind Helden, Heldinnen? Historisch-klassisch sind es Einzelkämpfer mit Schwert und schimmernder Rüstung. Im coronageprägten Heute sind es Pfleger auf Intensivstationen oder einfach Verkäuferinnen an der Kasse, die durchhalten.Der Autor hat einen subjektiven Blick auf Heldentum. Die von ihm ausgewählten historischen Gestalten folgen ihren Idealen, ihren Ideen, ihrem eigenen Weg, oft christlich inspiriert. Nicht wenige scheitern, werden ermordet, sterben früh.Jedem und jeder der 25 Männer und Frauen ist ein Gedicht gewidmet, in der strengen Form eines Sonetts. Kurze Lebensläufe werden vorangestellt, dazu Portraitskizzen, gezeichnet von Dietmar R. Horbach, die auf der Grundlage bekannter Fotos oder Gemälde die subjektiv empfundenen Charakteristika der Person hervorheben.

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Information

Jahr
2021
ISBN drucken
9783752668179
eBook-ISBN:
9783752699456
Auflage
2
Thema
Poesie

Inhaltsverzeichnis

  • Vorwort
  • Gudridur Thorbjarnardottir
  • Franz von Assisi
  • Elisabeth von Thüringen
  • Jeanne d’Arc
  • Thomas Müntzer
  • Thomas More
  • Giordano Bruno
  • Pocahontas
  • Friedrich Spee von Langenfeld
  • Olympe de Gouges
  • Franz Schubert
  • Robert Blum
  • Rosa Luxemburg
  • Auguste Kirchhoff
  • Janusz Korczak
  • Edith Stein
  • Cato Bontjes van Beek
  • Sophie Scholl
  • Leo Drabent
  • Dietrich Bonhoeffer
  • Mahatma Gandhi
  • Elsa Brandström
  • Camilo Torres
  • Martin Luther King
  • Nelson Mandela
  • Informationen zum Autor
  • Informationen zum Zeichner

Vorwort

Dieses Buch entstand in Corona-Zeiten. „Heldinnen und Helden“ hatten Konjunktur: Pflegekräfte, Verkäuferinnen. Welch eine begrüßenswerte Veränderung der Aura dieses Begriffs!
Das klassische Bild vom Helden, von Achill bis Zorro, ist der Einzelkämpfer mit Schwert oder Pistole. Die Geschichte wimmelt von solchen Gestalten, meist literarisch überhöht, oft für Propaganda missbraucht, selten so trefflich und ohne Häme karikiert wie der „Held Hogan“ beim trinkfesten irischen Schriftsteller Brendan Behan.
Als ich einmal Kriegserinnerungen der Vätergeneration las, stieß ich auf ein merkwürdiges Wort: „Heldenklau“. Es ging darum, dass in der deutschen Wehrmacht im Weltkrieg hohe Offiziere anderen Heeresabteilungen Soldaten wegnahmen, um sie bei eigenen militärischen Aktionen zu „verheizen“. Die Betroffenen reagierten darauf mit dieser verzweifelten Selbstironie.
Ein gefährliches Wort, schillernd, belastet, weit auslegbar. Und doch anziehend. Helden sind Sehnsuchtsbilder, schon für Kinder und Jugendliche (jedenfalls männliche), aber sie können uns ein Leben lang im psychischen Untergrund begleiten, als nagender Anspruch im ach so mäßigen Alltag. „So solltest du eigentlich leben!“
Irgendwann faszinierte mich eine historische Gestalt, es war Friedrich Spee von Langenfeld, und ich habe versucht, ein Gedicht über ihn zu schreiben. Dann und wann übertrug ich die Idee auf andere interessante Menschen der Geschichte, die Sammlung wuchs, und ich fragte mich: Warum habe ich diese Menschen ausgewählt? Gibt es einen Begriff für sie, eine griffige Überschrift?
Als sich mir das Wort Held, Heldin aufdrängte, wurde mir klar: Helden, das sind für mich nicht die mit dem Schwert. Viele in diesem Buch, nicht alle, meiden Gewalt, suchen Frieden. Gescheiterte sind darunter, früh Ermordete oder an einer Krankheit Verstorbene, manchmal von ihren Zeitgenossen oder später ausgenutzt, manche waren eigenwillige Charaktere, auch selbst nicht einwandfrei – aber immer solche, die mutig ihren Idealen folgten, ihrer Idee, ihrem eigenen Weg, oft christlich inspiriert.
Manche werden in ihrem Sonett auch kritisch gesehen, wie Jeanne d’Arc, die einzige „klassische“ Heldin. Franz Schubert fällt aus dem Rahmen, ein „Anti-Held“, der eine unglaublich kreative Fülle einem kurzen verkorksten Leben abtrotzen musste. Einige von Faschisten Ermordete sind dabei, vor denen ich, ein Nachkriegskind, mich verneige.
Gewiss – die Auswahl bleibt meinem Kulturkreis verhaftet: Deutschland, Europa.
Noch ein Wort zur Form der Gedichte. Es sind durchweg Sonette mit immer gleichem Reimschema und konsequent jambischer Rhythmik. Diese klassische, u.a. auf Petrarca und später Shakespeare zurückgehende lyrische Form hat mich angezogen; vielleicht ist gerade sie auch angemessen, um den Ernst des Themas auszudrücken.
In viele Sonette sind kleine Originalzitate der jeweiligen historischen Person eingestreut und durch Anführungsstriche gekennzeichnet.
Den Sonetten vorangestellt sind kurze Lebensläufe der betreffenden Personen, weil einzelne womöglich nicht jedem Leser bekannt sein dürften. Das erspart den Blick in das von mir auch hier als Quelle geschätzte Wikipedia.
Dietmar R. Horbach, selbst Buchautor, aber auch der bildenden Kunst verpflichtet, hat die Portraitskizzen zu jeder historischen Person gefertigt. Die Zeichnungen beziehen sich jeweils getreulich auf bekannte Fotos oder zeitgenössische Gemälde, bei einigen wenigen auf spätere, künstlerisch stilisierte Darstellungen, betonen aber subjektiv bestimmte individuelle Charakteristika.
Bremen, im November 2020,
Jochen Windheuser

Gudridur Thorbjarnardottir
980 - 1019

Gudridur Thorbjarnardottir war die Tochter eines Häuptlings und Godenpriesters auf der Snaefellsnes in Island. Die Saga von Erik dem Roten, dem Wikinger, der den Süden Grönlands besiedelte, beschreibt sie als schöne und außergewöhnliche Frau. Sie folgte ihrem Vater nach Grönland.
Ihren ersten Mann verlor sie durch eine Seuche, ebenso ihren zweiten, einen Sohn Eriks. Ihr Schwager Leif Eriksson nahm sie auf. Mit ihrem dritten Mann, einem Isländer königlichschwedischer Abstammung, organisierte sie eine dreijährige Expedition nach Vinland im heutigen Kanada. Dort gebar sie ihren ältesten Sohn Snorri, vermutlich der erste in Amerika geborene Europäer.
Fortan lebte sie mit ihrer Familie auf dem Hof ihres Mannes, Glaumbaer im nördlichen Island, recht bald erneut als Witwe.
Gudridur lebte in der Zeit des Umbruchs in Island von der nordischen Religion zum Christentum. Sie beherrschte die alten Riten, lebte aber als Christin. Wie ihr früh prophezeit wurde, unternahm sie nach der Heirat ihres Sohnes eine Pilgerreise nach Rom – damals höchst ungewöhnlich für eine Frau – und zog anschließend als Nonne in das Kloster, das ihr Sohn für sie in Glaumbaer errichtete.
Gudridur Thorbjarnardottir
Dein Vater, Sklavensohn, vererbt dir Stolz
und Mut. Ein Frauenleben ohnegleichen.
Nach Westen! Grönland! Junge Arme reichen
dem roten Erik sich entgegen, Holz
aus seinem Holz, gekerbt von Islands Wind,
gehärtet, als du Mann und Mann verlierst,
dem dritten endlich einen Sohn gebierst,
des neuen Landes, Vinland, erstes Kind!
Ein weiter Weg, auf Schiffen und im Geist,
von Eisesküsten bis zur ew’gen Stadt,
von Godenriten bis zu Christi Wille,
wie nie ein Mann, kein König je gereist,
ein Weg, vom Schicksal dir gewiesen, hat
am Ende heimgeführt in Klosterstille.

Franz von Assisi
1181 - 1226

Giovanni di Bernardone, Francesco gerufen, war der Sohn eines reichen Kauf...

Inhaltsverzeichnis

  1. Motto
  2. Inhaltsverzeichnis
  3. Vorwort
  4. Gudridur Thorbjarnardottir
  5. Franz von Assisi
  6. Elisabeth von Thüringen
  7. Jeanne d’Arc
  8. Thomas Müntzer
  9. Thomas More
  10. Giordano Bruno
  11. Pocahontas
  12. Friedrich Spee von Langenfeld
  13. Olympe de Gouges
  14. Franz Schubert
  15. Robert Blum
  16. Rosa Luxemburg
  17. Auguste Kirchhoff
  18. Janusz Korczak
  19. Edith Stein
  20. Cato Bontjes van Beek
  21. Sophie Scholl
  22. Leo Drabent
  23. Dietrich Bonhoeffer
  24. Mahatma Gandhi
  25. Elsa Brandström
  26. Camilo Torres
  27. Martin Luther King
  28. Nelson Mandela
  29. Hinweise
  30. Informationen zum Autor
  31. Informationen zum Zeichner
  32. Weitere Informationen
  33. Impressum

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