Durch Gewohnheit dem Perfektionismus entgehen
Gewohnheiten bzw. Routinen zu schaffen, ist ein Lösungsmodell gegen zu stark ausgeprägten Perfektionismus. Wie kann man Gewohnheit nutzen, um neurotische Perfektion zu verhindern? Lassen sich Gewohnheiten überhaupt verändern, und wie kann man durch veränderte Gewohnheiten ein gelasseneres und glücklicheres Leben führen?
»Da Perfektion im Auge des Betrachters liegt,
wird sie je nach Betrachter nie perfekt sein.«
Ilja Pohl, Vertriebstrainer
Blickwinkelveränderung steigert den Energiefluss
Übermäßiger Perfektionismus kann schnell dazu führen, dass du dich in unwichtige Kleinigkeiten verstrickst und damit deine Leistungsmöglichkeit einschränkst. Ideenvielfalt und Einfallsreichtum werden verhindert, da du zu sehr mit Details beschäftigt bist. Außerdem lässt dich der Drang nach übermäßiger Perfektion dein Umfeld oft falsch wahrnehmen und einschätzen. Dann schieben sich die eher nebensächlichen Aspekte eines Vorhabens in den Vordergrund, und Dinge, die das Erreichen deines Ziels vorantreiben könnten, werden vernachlässigt, da die Breite der Sichtweise meist nicht mehr gegeben ist.
Der Perfektionsdrang führt ebenfalls zu übersteigerten Erwartungen an dich selbst. Du erhöhst den Druck auf dich deutlich, und oft führt dies zu inneren Blockaden und Lustlosigkeit.
Wenn es dir gelingt, den Blick auf das Positive zu richten, auf das, was du bei der Umsetzung bereits erreicht hast, dann entsteht eine Kraft, die dazu führt, dass du auftretende Rückschläge und Hindernisse nicht mehr so negativ empfindest. Du spürst Motivation und Freude an dem, was du tust. Die Entwicklung findet jetzt nicht mehr durch Druck, sondern durch Antrieb statt. Du hast mehr Freude an dem, was du tust, hast Lust, dich zu entwickeln, bist glücklicher.
Das ist, da wirst du mir zustimmen, ein ganz anderer, ein gesünderer Antrieb als der von selbsterzeugtem Druck. Am Ende geht es doch immer darum, wie es uns gelingt, mehr Glück in unser Leben zu lassen und dabei vielleicht noch effektiver und leistungsstärker zu werden.
Gewohnheiten als Schlüssel gegen übermäßigen Perfektionismus
Wie aber gelingt es dir, dich nicht mehr so sehr auf Kleinigkeiten zu versteifen und dein Augenmerk mehr auf das Wesentliche zu richten? Zur Schwächung des übermäßigen Perfektionismus helfen uns Gewohnheiten. Routinen unterstützen uns dabei, Abläufe so in uns zu verankern, dass wir nicht mehr über jeden Schritt nachdenken müssen und Handlungen daher nahezu automatisiert ablaufen. Ein Großteil dessen, was wir tun, wird allein durch unsere Gewohnheiten gesteuert. Wir tun vieles also nicht mehr bewusst; wir führen Aufgaben und Handlungen aus, ohne überhaupt darüber nachzudenken. Oder denkst du noch nach, wenn du dir die Zähne putzt? Du stellst dich vor den Spiegel, nimmst dir die Zahnbürste, schraubst den Deckel der Zahnpastatube auf, trägst Zahnpasta auf die Zahnbürste auf und fängst an zu bürsten. Alles, ohne ...