Glück auf, Glück auf, der Steiger kommt & er hat sein helles Licht bei der Nacht Das Magazin Sagen und Märchen als Weggefährten von Sagenhafter Harz, widmet sich in der Winterausgabe 2020 ganz einem Thema, dass das Gesicht des Harzes maßgeblich veränderte, dem über tausendjährigen Bergbau! Wir erzählen Geschichte und Geschichten, berichten von den Harzer Erfindungen, die es zu Weltruhm brachten, stellen die Top-Highlights von Besucherbergwerken bis Schauhöhlen dar und entführen in die Besonderheiten der Bergmannsprache, aber nicht nur das: Kaum einer mag sich heute wirklich vorstellen, wie mühselig und gefährlich das Leben unter Tage einst war, weshalb wir für euch einen alten Bergmann interviewten. Wir hören von schweren Schicksalsschlägen aber auch davon, was ihm geholfen hat aus der tiefen Dunkelheit wieder ans Tageslicht zu kommen. Welches Brauchtum, vor allem über die Raunächte, gab den Bergmännern Kraft? Waren sie gläubig oder abergläubig? Und, glaubten sie an die mysteriösen Erscheinungen, die sie unter Tage manchmal hörten und sahen? Sprich: Gibt es Berggeister und Schätze hortende Zwerge wirklich? Apropos: Welche Schätze kann man im Harz eigentlich finden und wo? Du wirst staunen, was das alte Thema Bergbau mit unseren Ängsten, Sehnsüchten und unserer Hoffnung, das Glück selbst schmieden zu können, zu tun hat - Glück auf!
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Einblick in unseren Wochenendworkshop „Kraftplätze erleben“
Kaum ein Tourist ahnt, welch altheiligen Pfade er betritt, wenn er Hexentanzplatz & Rosstrappe erklimmt. Wir sprechen nicht umsonst von der bedeutsamsten vorchristlichen Kultstätte Europas, von Kraftorten, die unsere Vorfahren schon vor 7.000 Jahren aufsuchten & immerhin vor ca. 2.500 Jahren die keltischen Höhenfestungen „Homburg & Winzenburg“ auf den Bergrücken errichteten. Mich faszinieren die Thalenser Sagen schon seit Ewigkeiten, nicht nur, weil ich meine, dass viele von ihnen Überbleibsel der germanischen Mythologie sind. Sagen erzählen vom alten Glauben, vom Denken unserer Vorfahren, von alten Jahreskreisfesten & davon, wie sie ganz individuell ihr Glück schmiedeten.
Mit einer kleinen Gruppe waren wir unterwegs, die Kraftplätze Thales kennenzulernen & achtsam zu erspüren. Bei herrlichem Sonnenschein wanderten wir durchs Bodetal, bewunderten eingemeißelte Steinskulpturen, das Teufels- oder Taufbecken unserer Ahnen & erlebten an-hand der Sagenwelt eine kleine Initiation. Wer meint, die Altvorderen hätten uns nichts hinterlassen, irrt gewaltig. Neben den alten Wällen (Sachsenwall etc.), erzählen Runen- & Opfersteine, sowie Felseinritzungen vom alten Ritualen, die unsere Ahnen an bestimmten Tagen abhielten. Solche Rituale haben auch heute noch die Kraft, uns zu uns selbst zu führen. Jeder Schritt auf einem alten Kraftort kann uns bewusster machen, unser Bewusst-sein vertiefen. So war diese Reise im Spätherbst, in der uns auch die Natur an etwas Wesentliches erinnert, ein gute Erinnerung dafür, uns selbst zu betrachten:
Welche alte Themen (Sorgen, Schuldgefühle etc.) wollen losgelassen werden, wie eben die Bäume ihr Laub abwerfen? Die Natur ist im Wandel! Welche Abschiede, Veränderungen musste ich in diesem Jahr hinnehmen &, welche Emotionen stauen sich noch im Körper, wie dort unten im Tal die Bode? Was bedarf es, diese Energien zum Fließen zu kriegen? Mut, Zuversicht, den geschützten Raum, eine gute Gemeinschaft? Die Runen am Opferstein & dessen Geschichten, erzählen von den alten Pfaden, die viele Menschen vor uns gegangen sind, um sich mit Hilfe der Natur, mit der Kraft von Ort & Zeit & liebevoller Zuwendung, bewusster zu werden & sich am Ende selbst zu heilen. Heilung durch Dankbarkeit & dem Entschluss, durch den alten Schmerz zu gehen, die Dunkelheit anzuerkennen, zu durchleben & sich durch achtsame, liebevolle Selbstbegegnung am Ende wieder dem Licht zuzuwenden. Das war teils ganz schön innere Arbeit, bei der Ort, Zeit, Gruppe & Sage halfen. Besonders eindrucksvoll für mich, war der Moment, an dem die gesamte Gruppe den Mut aufbrachte, sich am Sargstein der Teufelsmauer, in den Tod & anschließend ins Leben hineinzustellen – welch ein Frieden, welch eine Befreiung, den Wandel in der Natur, als Teil von mir zu begreifen, zu durchleben!
Ich freue mich schon auf unsere nächste gemeinsame Reise, die wir auf alten Pfaden an heiligen Orten antreten! Fühl dich von Herzen gegrüßt, dein Sagen- & Märchenerzähler Carsten
Wie der Bergbau im Harz seinen Anfang nahm
Der Name Rammelsberg
Als Kaiser Otto I. auf der Harzburg Hof hielt und im unwegsamen Harzgebirge jagen ließ, begab es sich, dass sein vornehmster Jäger, Ramm mit Namen, ausgeschickt ward, um einem weißen Hirsch nachzustellen. Das war wahrlich eine sagenumwobene und darum kostbare Trophäe. Dieser Hirsch ließ sich aber nur manchmal im Vollmond blicken, worauf man dessen silbernes Fell trotz dunkler Nacht von weitem schimmern sehen könne.
Einmal ritt der Ritter Ramm nun in einer weißen Winternacht bei vollem Monde einen steilen Berg empor und sah inmitten zwischen den Klippen das silberne Fell des begehrten Tieres aufblitzen. Da spornte er sein Ross zu immer schnellerem Lauf den Berg hinauf, bis das Pferd am Steilhang keinen Schritt mehr in die Höhe steigen wollte. Kurzerhand band er es an einem Baume fest und folgte dem Hirsch zu Fuß. Ramm sah dessen Fährte ganz deutlich im Schnee, watete hintendrein und war kurz davor, den Hirsch einzuholen, sah ihn schon, hatte seinen Bogen gespannt, als das Tier doch wieder und wieder schnell im Unterholz verschwand. Geduldig stellte Ritter Ramm dem Hirsch noch nach, bis die Sonne im Osten über die Berge lugte, da war es Zeit, zurück zum Ross zu eilen, aber siehe da …
… sein Pferd hatte ungeduldig auf seinen Herren wartend den Schnee zu den Vorderfüßen weggescharrt. Zum Vorschein kam viel silbernes Gestein, ja, ein ganzer Erzgang ward so freigelegt, wovon Ramm dem Kaiser eine Stufe Silber mit an die hohe Tafel brachte. Was das für eine Freude war, kann man sich wohl denken. Gleich ließ der Kaiser erfahrene Bergleute aus dem Frankenlande kommen, die aus dem großen Berg tatsächlich viel kostbares Gestein zu Tage förderten. Man verkündete dem Kaiser gar, dass die unterirdischen Reichtümer so gewaltig wären, dass man tausend Jahre graben könne und sie doch nicht dem Ende zugingen. Am Fuße des Berges begründete Otto I. eine Ansiedlung mit fester Burg, die später den Namen Goslar tragen sollte. Dem Ritter ward die Ehre zuteil, dass man den Berg nach ihm benannte. Noch heute trägt die Anhöhe bei Goslar den Namen „Rammelsberg“.
Noch oft sah man den Ritter Ramm in den Vollmond-nächten auf den Rammelsberg reiten, nicht aber um den Hirsch zu schießen, vielmehr um dem Tier zu danken.
(aufgeschrieben von Carsten Kiehne in „Sagenhafter Nordharz“, - spannende Geschichten & Hinweise zu exklusiven, erwanderbaren Geheimtipps!
Das Buch ist überall dort erhältlich, wo es eben Bücher gibt!)
Geschichtliches zum Bergbau im Harz
Definitiv bereits weit vor unserer Zeitrechnung …
… begann man, den Harzer Bergen, metallhaltiges Gestein abzuringen. Vorstellen müssen wir uns den einstigen Abbau der Erze hauptsächlich erst einmal im Unterharz. Hier wurde zunächst nur in Oberflächennähe, aus kleinen, natürlichen Gängen oder Pingen, Erze geschlagen, worauf man diese in Rennöfen auf den windumsausten Bergkuppen verhüttete. …
300 1. Nachweis von Buntmetallverhüttung bei Düna/Osterode
500 Bergbau am Rammelsberg
968 1. Urkundliche Erwähnung des Bergbaus am Rammelsberg
1000 Erzgewinnung & Verhüttung im Oberharz
1129 Gründung des Zisterzienserklosters Walkenried; Beteiligung am Harzer Montanwesen; bis ins 13. Jahrhundert führte das zur Blütezeit des Berg-baus & Hüttenwesens; Aufsuchen von Gangausbissen an der Erdoberfläche & Abbau von oberflächennahen Erzpartien mit Schlägel & Eisen
1166 Zerstörung der Goslarer Gruben durch Heinrich dem Löwen
1200 Kupferschieferbergbau, Grafschacht Mansfeld
1200 Gründung des Benediktinerklosters Cella im Gebiet der späteren Bergstadt Zellerfeld
1250 Nachweis erster Wasserräder zur Energieversorgung von Hüttenwerken bei Seesen
1287 1. urkundliche Erwähnung des Bergbau bei St. Andreasberg
1350 Schwere Pestepidemien bringen den Harzer Bergbau für 100 Jahre zum Erliegen
1480 Aufschwung in den Rammelsberger Gruben durch Sümpfung großer Teufen/Aufblühen Goslars
1495 Aufnahme des Straßberger Silberbergbaus
1509 Annaberger Bergordnung erlassen, Vorbild für spätere Berggesetzgebung im Harz
1530 Zuwanderung von Bergleuten aus dem Erzgebirge, Aufschwung des Silberbergbaus
1564 „Kunst mit krummem Zapfen“(Pumpen) zuerst am Rammelsberg eingesetzt, um Tiefbaue zu sümpfen; Beginnender Erztansport – schiebend oder ziehend – mit Hunten auf Holzbohlen
1601 Verlegung der Münze nach Zellerfeld
1620 Einführung des Kehrrads zur Erzförderung
1632 Einführung der Schießarbeit im Oberharz
1678 1. Versuche in Clausthal Windkraft zum Antrieb von Pumpen einzusetzen
1703 Gründung der Clausthaler Bergbaukasse
1714 Bau des Oderteiches für den St. Andreasberger Bergbau, älteste Talsperre Deutschlands
1722 Kornmagazin für Oberharz in Osterode
1748 Erfindung der Wassersäulenmaschine
1750 Der Harz ist fast baumlos, Holzkohlegewinnung
1773 Erfindung des Weiszeugs (Teufenanzeiger) von Oberbergmeister Stelzner in Clausthal
1775 Gründung der Bergschule Clausthals; 1. Gußeiserne Schienenstrecken für den Erztransport im Harz
1785 1. Deutsche Dampfmaschine Watt’scher Bauart bei Hettstett (Einsatz im Harz kaum möglich, da es an Steinkohle mangelt)
1803 Bau der 6,5 km langen „Tiefen Wasserstrecke“ (in 400 Metern Tiefe) unter Clausthal & Zellerfeld
bis 1892 Erztransport mit Schiffen; Langsames Ende des Erztransports bloß mit Körben, Kiepen & der Schubkarre
1830 Einsatz der weiterentwickelten Wassersäulenmaschine im Oberharz
1833 Erfindung der Fahrkunst durch den Clausthaler Bergmeister Dörell
1834 Erfindung des Drahtseils durch den Clausthaler Bergrat Albert
1838 Beginn des Schwerspatbergbaus im Lauterberger Revier
1849 Verlegung der Clausthaler Münze nach Hannover
1850 Beginn der Gewinnung von Zinkblende
1860 1. Einsatz von gewalzten Schienen, Ausbau eines Schienensystems
1864 Gründung der Bergakademie in Clausthal
1870 Beginn des Braunkohleabbaus bei Bomshausen, Südwestharz
1876 Bau der Eisenbahnstr...
Inhaltsverzeichnis
Glück auf …
Über die Autoren
Inhaltsverzeichnis
Einleitung: Der Zauber der Berge
Auswahl öffentlicher Termine
Themen
Schlusslicht: Sein Glück schmieden
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