Astronomische Anspielungen in der Bibel, direkte und indirekte, sind nicht wenige an der Zahl. Der berühmte Astronom und Bibelforscher Edward Walter Maunder stellt mit dieser interessanten Arbeit in hervorragender Weise heraus, wie die hebräischen Überlieferungen zu Sternen, Sonnenfinsternis, Zeitmessung und anderen Naturphänomenen in der Bibel nicht unbedeutende Erzählungsdetails sind sondern sinnvoll verstanden werden können, geht auf Übersetzungsdetails biblischer Texte ein und erwähnt dabei zahlreiche Bibelstellen. Älteste, bis heute überlieferte Schriften der Hebräer, Babylonier und anderer Urvölker werden verglichen um Ursprünge und Alter astronomischer Kenntnisse zu bestimmen. Einige biblische Erzählungen, allgemein als "Wunder" überliefert, werden genauer untersucht und mit astronomischen und geographischen Kenntnissen erklärbar. Der Stern von Bethlehem schließlich wird erwähnt, ohne aber eine endgültige Erklärung für dieses Phänomen zu geben. Auf jeder Seite zeigt sich die Professionalität des Autors, der innerhalb seiner wissenschaftlichen Grenzen bleibt und selbst über 100 Jahre später immer noch eine lohnenswerte Lektüre darstellt. Mit dieser Übersetzung wird Maunders interessantes Werk auch dem deutsch-sprachigen Leser erstmals zugänglich.

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Astronomie der Bibel
Ein astronomischer Kommentar zur Bibel
- 280 Seiten
- German
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Information
BUCH 1 DIE HIMMELSKÖRPER
KAPITEL I DIE HEBRÄER UND ASTRONOMIE
Die moderne Astronomie begann vor etwas mehr als drei Jahrhunderten mit der Erfindung des Teleskops und Galileis Anwendung auf das Studium der Himmelskörper. Dieses neue Instrument enthüllte ihm sofort die Berge auf dem Mond, die Jupiter-Satelliten und die Flecken auf der Sonne und brachte die Himmelskörper unter Beobachtung, wie es noch niemand vorher geträumt hatte. Aus unserer heutigen Sicht sind die Planeten des Sonnensystems Welten. Wir können ihre Oberflächen untersuchen und beurteilen worin sie unserer Erde ähneln oder sich von ihr unterscheiden. Für die Alten waren sie nur Lichtpunkte, für uns sind es gewaltige Körper die wir messen und wiegen könnten. Das Teleskop hat es uns ermöglicht, auch tief in den Weltraum vorzudringen. Wir haben von anderen Systemen neben denen unserer eigenen Sonne und ihrer Angehörigen erfahren, viele davon weit komplexer. Gruppierungen und Wolken von Sternen wurden uns offenbar; mysteriöse Nebel, die durch ihre Formen andeuten, dass sie Systeme von Sonnen sind, die in der Entstehung sind. In letzter Zeit hat die Erfindung des Spektroskops uns viel über die Elemente gelehrt, die zur Komposition dieser zahllosen Sterne gehören und wir können diejenigen unterscheiden, die unter ähnlichen Bedingungen wie unsere Sonne bestehen oder auch ganz anders. Die Fotografie, unterstützt von dem mächtigsten Teleskop, zeigt uns Objekte die zu schwach leuchten als dass wir diese mit bloßem Auge erkennen, zu detailliert und kompliziert für die geschickteste Hand um es darzustellen.
Galileis Freund und Zeitgenosse Kepler legte etwa zur selben Zeit den Grundstein für eine weitere Abteilung der modernen Astronomie. Er studierte die scheinbaren Bewegungen der Planeten bis sie ihm ihr Geheimnis so weit offenlegten, dass er sie in drei einfachen Gesetzen ausdrücken konnte. Gesetze, die Sir Isaac Newton zwei Generationen später als das Ergebnis eines großen und einfachen Gesetzes der universellen Reichweite, des Gravitationsgesetzes, darstellte. Auf diesem Gesetz beruhen die wunderbaren mathematischen Errungenschaften der Astronomie.
All diese wundervollen Resultate wurden durch die freie Ausübung der geistigen Fähigkeiten der Menschen erreicht und es ist nicht vorstellbar, dass Gott eingegriffen hätte um ihr Wachstum in der intellektuellen Macht zu behindern indem er den Menschen Fakten und Methoden preisgab für die zu entdecken ihre eigenen Fähigkeit ausreichten. Die mentalen
Kräfte der Menschen haben sich durch ihre Übung entwickelt. Sie wären vernachlässigt worden, wenn man die Menschen dazu gebracht hätte eher nach Offenbarung zu suchen anstatt mit fleißiger Anstrengung ihre Neugier befriedigen zu können. Wir finden daher in der Bibel keinen Hinweis darauf, was uns die moderne Astronomie gelehrt hat. Es ist jedoch anzumerken, dass einige Ausdrücke, die zu jeder Zeit angebracht waren, im Licht unseres heutigen Wissens viel angemessener, viel aussagekräftiger geworden sind.
Das Zeitalter der Astronomie, das der Moderne vorausging und das klassische Zeitalter genannt wird, war in seinem Anfang fast so scharf festgelegt wie sein Nachfolger. Sie dauerte etwa zweitausend Jahre und begann mit den Untersuchungen der Planetenbewegungen einiger früher griechischer Mathematiker. Die klassische, wie die moderne Astronomie, hatte ihre zwei Seiten, die instrumentale und die mathematische. Auf der instrumentalen Seite war die Erfindung von abgestuften Instrumenten zur Bestimmung der Positionen der Himmelskörper; auf der mathematischen, die Entwicklung von Geometrie und Trigonometrie für die Interpretation dieser Positionen, wenn so bestimmt. Unter den großen Namen dieser Periode sind diejenigen von Eudoxus von Knidus (408-355 v. Chr.) und Hipparchus von Bithynia, der etwas mehr als zwei Jahrhunderte später lebte. Unter ihren ersten Anführern begann die Astronomie in der klassischen Zeit schnell voranzukommen, aber sie erlebte bald eine tödliche Schande. Männer begnügten sich nicht damit, die Himmelskörper als das zu betrachten was sie waren. Sie waren bestrebt, sie zu Quellen der Weissagung zu machen. Die große Schule von Alexandria (gegründet um 300 v. Chr.), das Hauptquartier der Astronomie, wurde vom Geist der Astrologie überfallen, der Bastardwissenschaft, die immer versucht hat – parasitenartig – ihr Leben aus der Astronomie zu saugen. Von den Tagen des Claudius Ptolemäus bis zum Ende des Mittelalters wurde das Wachstum der Astronomie gestoppt, und es trug nur wenige Früchte.
Es wird bemerkt werden, dass das Klassische Zeitalter nicht vor Vollendung der letzten Bücher des Alten Testaments begonnen hat. So finden wir in der Heiligen Schrift keinen Hinweis auf die astronomischen Errungenschaften jener Zeit, unter denen die ersten Versuche, die scheinbaren Bewegungen von Sonne, Mond, Sternen und Planeten zu erklären, die bedeutendsten waren.
Wir haben eine vollständige Geschichte der Astronomie in den modernen und klassischen Perioden, aber es gab eine frühere Astronomie, nicht unbeträchtlich in Umfang, von der keine Geschichte überliefert wird. Denn als Eudoxus seine Arbeit begann, war die Länge des Jahres bereits bestimmt, die Äquinoktien und Sonnenwenden waren erkannt, die Ekliptik, der
Himmelsäquator und die Pole beider Großkreise waren bekannt, und die fünf Hauptplaneten waren vertraute Objekte. Diese frühe Astronomie muss ihre Geschichte, ihre Entwicklungsstadien gehabt haben, aber wir können sie nur schwer verfolgen. Sie kann nicht ausgewachsener gewesen als die anderen Wissenschaften, muss von Null angefangen haben und die Menschen müssen sich langsam von einer Beobachtung zur nächsten durchgekämpft haben, mit sich allmählich erweiternden Konzeptionen, bevor sie es sogar zu jenem Stadium der Entwicklung bringen konnten, in der es war als die Beobachter des Museums von Alexandria ihre Arbeit begannen.
Die Bücher des Alten Testaments wurden zu verschiedenen Zeiten während des Fortschritts dieses frühen Zeitalters der Astronomie geschrieben. Wir sollten daher natürlich erwarten, die astronomischen Anspielungen vom Standpunkt eines solchen wissenschaftlichen Wissens zu finden, das damals erworben wurde. Wir können keinen Augenblick erwarten, dass übernatürliche Offenbarungen rein materielle Tatsachen an die Schriftgelehrten, zwei- bis dreitausend Jahre bevor der Fortschritt der Wissenschaft diese Tatsachen ans Licht brachte, vermittelt wurden. Und wir sollten uns nicht wundern wenn gelegentlich Ausdrücke verwendet wurden, die wir heute auch verwenden, wenn wir über die Naturphänomene aus technischer Sicht schreiben. Es ist ferner zu bedenken, dass die astronomischen Referenzen nicht zahlreich sind, dass sie meist in poetischen Bildern vorkommen und dass die Heilige Schrift nicht dazu gedacht ist, einen Überblick über die wissenschaftlichen Errungenschaften der alten Hebräer zu geben. Sein Zweck war davon ganz verschieden: er war religiös, nicht wissenschaftlich; es sollte geistige, nicht intellektuelle Erleuchtung geben. Ein außerordentlich wertvolles und interessantes Werk wurde kürzlich von dem bedeutendsten italienischen Astronomen, Prof. Giovanni Virginio Schiaparelli, zu diesem Thema der "Astronomie im Alten Testament" veröffentlicht, zu dem ich hier meine hohe Wertschätzung mitteilen möchte. Dennoch halte ich das erklärte Ziel seines Buches "zu entdecken, welche Ideen die alten jüdischen Weisen über die Struktur des Universums hielten, welche Beobachtungen sie von den Sternen machten und wie weit sie sie für die Messung und Zeitteilung nutzten“1 nicht für erreichbar, weil dazu nicht genügend Material zur Ausführung zur Verfügung steht. Wenn wir schon implizit den Hinweis auf das Schweigen der Schrift akzeptieren müssen, sollten wir dazu bemerken, dass die Hebräer – obwohl ihr Kalender im Wesentlichen an der Beobachtung des Mondes basierte – nie Bemerkungen dazu machten, dass der Mond im Verlaufe eines Monats seine scheinbare Form ändert. Denn in der Bibel werden keine Mondphasen erwähnt. Die Verweise auf Himmelskörper in der Schrift sind nicht zahlreich und dienen entweder als Zeitmesser oder als Themen für fromme Anspielung, poetische Umschreibung oder zur symbolischen Bedeutung. Aber es gibt ein gemeinsames Merkmal all dieser Verweise auf die Erscheinungen der Natur, das man nicht ignorieren sollte. Keiner der Antike erreichte jemals die großen hebräischen Autoren in spiritueller Höhe; keiner glich ihnen in poetischer Erhabenheit; und wenige, wenn überhaupt, übertrafen sie in Eifer der Beobachtung oder in unmittelbarer Sympathie für jedes Werk des Schöpfers. Diese Merkmale bedeuten eine natürliche Begabung der Hebräer für erfolgreiches wissenschaftliches Arbeiten und wir haben das Recht zu glauben, dass sie unter günstigeren Umständen herausragendes gezeigt haben würden auf dem Gebiet der physikalischen Forschung, ebenso markant wie die Überlegenheit ihrer religiösen Vorstellungen über die der umgebenden Völker. Wir können natürlich davon ausgehen, dass der durchschnittlich-gebildete Jude wie ein Jesaja nicht mehr dazu wusste als ein durchschnittlich-gebildeter Engländer wie ein Shakespeare. Dennoch ist der eine wie der andere ein Maßstab zur Weiterentwicklung und Kapazität für sein Volk. Auch könnten Jesajas Schriften nicht erhalten bleiben, ebenso die von Shakespeare, ohne tatsächliche Wertschätzung von Seiten vieler seiner Landsleute.
Aber die notwendigen Voraussetzungen für große wissenschaftliche Entwicklungen fehlten für Israel. Als ein kleines Volk, zwischen mächtigen und aggressiven Imperien gegründet, war seine Geschichte zum größten Teil die Aufzeichnung eines Kampfes um die nackte Existenz. Und nach drei oder vier Jahrhunderten des ungleichen Konflikts war zuerst das eine und dann das andere der beiden Schwester-Königreiche überwältigt. In diesen Sturm- und Stressjahren gab es nur wenig Gelegenheit für Männer, sich neugierig auf die Geheimnisse der Natur einzulassen.
Einmal nur gab es einen langen Zeitraum von Wohlstand und Frieden, nämlich von der Zeit da David das Königreich konsolidiert hatte bis zu der Zeit, als es unter seinem Enkel, Rehobeam, zerstört wurde. Und es ist bezeichnend, dass die Überlieferung zu Salomo und seiner Zeit genau solch eine wissenschaftliche Tätigkeit zugeschrieben hat, wie es uns die Fähigkeit und das Temperament des hebräischen Volkes erwarten lassen würde wenn die Bedingungen dafür günstig wären.
So werden im vierten Kapitel des ersten Buches der Könige nicht nur die Errungenschaften Salomos selbst beschrieben, sondern auch die anderer Menschen, Zeitgenossen entweder seines Vaters David oder seiner selbst, werden genannt, in gleicher Weise wenn auch in weniger starker Ausprägung:
"Und Gott gab Salomo viel Weisheit und Verständnis, und viel Herz, wie der Sand am Meer. Und Salomos Weisheit übertraf die Weisheit aller Söhne des östlichen Landes und die ganze Weisheit Ägyptens. Denn er war weiser als alle Menschen; als Ethan der Esrahite und Heman und Chalcol und Darda, die Söhne Mahols, und sein Ruhm war in allen Völkern ringsum. Und er sprach dreitausend Sprichwörter; und seine Lieder waren tausend und fünf. Und er redete von Bäumen, von der Zeder die im Libanon ist, bis zum Ysop der aus der Mauer sprießt; er redete auch von Bestien, von Geflügel, von kriechenden Tieren und von Fischen. Und vor alle Völker kam die Weisheit Salomos, zu allen Königen der Erde, die von seiner Weisheit gehört hatten.“ (1.Könige 4,29-34)
Die Tradition seiner großen Bedeutung in der wissenschaftlichen Forschung ist auch in den Worten erhalten, die ihm im Buch der Weisheit Salomos, das jetzt in den Apokryphen enthalten ist, in den Mund gelegt werden:
„Denn Gott gab mir selbst eine unfehlbare Kenntnis der Dinge, die die Verfassung der Welt und die Funktionsweise der Elemente betreffen; der Anfang und das Ende und die Mitte der Zeiten; die Wechsel der Sonnenwenden und die Wechsel der Jahreszeiten; die Kreisläufe der Jahre und die Positionen (Anmerkung: die Konstellationen) der Sterne; die Gewalten der Winde und die Gedanken der Menschen; die Verschiedenartigkeit der Pflanzen und die Heilkraft der Wurzeln: alles, was entweder geheim oder offenbar ist, habe ich gelernt, denn sie ist die Schöpferin die mich alle Dinge lehrte, sogar Weisheit.“ (Sprüche 7,17-22)
Zwei große Namen haben sich in jedem Teil des Ostens eingeprägt: der eine, der von Salomo, dem Sohn Davids, als der Meister jeder geheimen Quelle des Wissens; und der andere von Alexander dem Großen, als der mächtigste der Eroberer. Es ist nicht unvernünftig zu glauben, dass die Überlieferung, die den ersten respektiert, als glaubwürdige Grundlage der tatsächlichen Errungenschaften geschrieben wurden von denen, die den zweiten respektieren.
Aber zu solchen wissenschaftlichen Errungenschaften haben wir keine ausdrückliche Anspielung in der Schrift, wie sie uns durch die beiden eben angeführten Zitate ermöglicht wird. Natürliche Objekte, natürliche Phänomene werden nicht um ihrer selbst willen erwähnt. Jeder Gedanke führt zu Gott oder zu der Beziehung des Menschen zu Ihm. Die Natur als Ganzes und in allen Einzelheiten ist das Werk Jehovas: das ist die Wahrheit, die die Himmel immer verkünden. Und es ist seine Macht, seine Weisheit und seine Güte für den Menschen, nach der gesucht wird wenn die Schönheit oder das Wunder der natürlichen Gegenstände beschrieben wird.
"Wenn ich an deine Himmel denke, das Werk deiner Finger, den Mond und die Sterne, die du bestimmt hast: Was ist der Mensch, dass Du seiner gedenkst? Und der Menschensohn, dass du ihn besucht hast?“ (Ps 8,3)
Der erste Zweck der hier folgenden Untersuchung der Astronomie der Bibel ist es daher nicht, die Astronomie der Hebräer zu rekonstruieren, eine Aufgabe, für die das Material offensichtlich unvollständig ist. Sondern solche astronomischen Anspielungen zu untersuchen, wie sie in Bezug auf ihre Angemessenheit zu der Lektion beiträgt, die der Schreiber darlegen möchte. Danach wird es von Interesse sein zu untersuchen, welche Verbindung zwischen den Schriften des Alten Testaments und den Konstellationen gefunden werden kann. Die Anordnung der Sterne zu Sternbildern war die hauptsächliche astronomische Arbeit, die während der Jahrhunderte ausgeführt wurde und als jene Schriften einzeln verfasst wurden. Die Verwendung der Himmelskörper als Zeitmesser unter den Hebräern wird eine dritte Unterteilung dieser Schrift bilden, während es in der Geschichte Israels zwei oder drei Vorfälle gibt, die aus astronomischer Sicht zu prüfen wären und in geeigneter Weise in einem vierten und abschließenden Abschnitt behandelt werden.
KAPITEL II DIE SCHÖPFUNG
Vor ein paar Jahren zog eine große Sonnenfinsternis, die als Ganzes entlang eines breiten Landstreifens quer durch Indien gesehen wurde, Astronomen von den äußersten Enden der Erde an. Nicht nur viele englische Beobachter reisten dorthin, sondern die Vereinigten Staaten von Amerika im äußersten Westen und Japan im Fernen Osten schickten ihre Kontingente, und die gesamte Länge des Landes, das durch den Weg des Schattens bedeckt würde, war übersät mit den temporären Observatorien von Wissenschaftlern.
Es war ein wundervoller Anblick, der diesen Reisenden auf der Suche nach Wissen gewährt wurde. In einem Himmel ungebrochener Reinheit, der für einen Augenblick von Nebel oder Wolken getrübt war, schien die feurige indische Sonne herab. Nach und nach drang ein dunkler geheimnisvoller Kreis in seinen unteren Rand ein und bedeckte seine Helligkeit. Kühle ersetzte die brennende Hitze, langsam bewegte sich die dunkle Deckung weiter, langsam nahm das Sonnenlicht ab bis schließlich die ganze Sonnenscheibe verborgen war. Dann in einem Augenblick blitzte eine wundervolle sternartige Form hervor, eine edle Form von leuchtendem Silberlicht am dunkelvioletten Himmel.
Es gab jedoch keine Zeit für die Astronomen sich nur der Bewunderung für die Schönheit der Szene oder zum Genuss von Rhapsodien zu widmen. Nur zwei kurze Minuten standen ihnen zur Verfügung um alles zu notieren, all ihre Fotos zu machen, alle Fragen zu stellen und alle Antworten zu erhalten, für die diese seltsame Verschleierung der Sonne und noch seltsamere Enthüllung seiner Heiligenschein-Umgebung Gelegenheit gab. Es waren zwei Minuten von höchster Anstrengung, von hastiger, obwohl geordneter Arbeit. Und dann setzte ein plötzlicher Sonnenstrahl ein Ende für alles. Die geheimnisvolle Vision hatte sich zurückgezogen, die Farbe eilte zurück in die Landschaft, die im Schatten wie abgestorben aussah. Der schwarze Schleier gab schnell die Sonne frei und die Hitze kehrte in die Luft zurück. Die Finsternis war vorbei.
Aber die Astronomen aus fernen Ländern waren nicht die einzigen, die die F...
Inhaltsverzeichnis
- Hinweise
- Inhaltsverzeichnis
- Vorwort des Übersetzers
- Vorwort von E. W. Maunder
- Buch 1: Die Himmelskörper
- Buch 2: Die konstellationen der Tierkreiszeichen
- Buch 3: Zeiten und Jahreszeiten
- Buch 4: Drei Astronomische Wunder
- Buchindex
- Bibelstellenverzeichnis
- Bibelstellentexte
- Impressum
Häufig gestellte Fragen
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