Der Fahrende Schüler als prekärer Typus
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Der Fahrende Schüler als prekärer Typus

Zur Genese literarischer Tradition zwischen Mittelalter und Neuzeit

  1. 721 Seiten
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Der Fahrende Schüler als prekärer Typus

Zur Genese literarischer Tradition zwischen Mittelalter und Neuzeit

Über dieses Buch

Fahrende Schüler und Scholaren des Mittelalters erwecken die Vorstellung junger, lustiger Wandersleute. Doch dieser Zusammenhang erweist sich als Imagination, die auf lange wirkmächtigen literarischen Traditionen beruht. Nachdem der 'Fahrende Schüler' als historischer Mythos enttarnt und in die Zuständigkeit der Literaturgeschichte verschoben wurde, fragt die Studie weniger nach der historischen Existenz studentischer Mobilität als nach ihren narrativen Formen und Funktionen.

Den Ausgangspunkt der Untersuchung markiert ein Stereotyp, das sich im frühneuzeitlichen Gauner- und Bettlerdiskurs manifestiert. Als literarisches Muster ist es jedoch bereits im Mittelalter sichtbar, z. B. in der Darstellung von Vaganten in den Carmina Burana, in Versnovellen oder im Universitätsrecht. Auf diesen Konstellationen beruhen die Transformationen des Figurenmusters in gelehrten und schwankhaften Texten des 16. und 17. Jahrhunderts (z. B. Hans Sachs), bis der Historismus dann eigene 'mittelalterliche' Traditionen erfindet.

Durch die Analyse einer longue durée vom 12. bis ins 19. Jahrhundert entwirft die Studie ein facettenreiches Panorama eines komplexen Phänomens und ermöglicht einen Brückenschlag zwischen Literatur- und Geschichtswissenschaft.

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Notes

1
Die folgenden Angaben beziehen sich auf die historisch-kritische Ausgabe: Johann Wolfgang von Goethe: Faust. Eine Tragödie, hg. von Anne Bohnenkamp, Silke Henke und Fotis Jannidis, Bd. 1: Kontituierter Text, bearb. von Gerrit Brüning und Dietmar Pravida. Göttingen 2018.
2
Der Stoff war zu Goethes Zeit durch die populären Faustbücher, v. a. aber durch Wanderbühnen und Puppenspiele durchaus präsent. Vgl. Jochen Schmidt: Goethes Faust, erster und zweiter Teil. Grundlagen – Werk – Wirkung. München 32011, S. 29. Goethe schreibt selbst in „Dichtung und Wahrheit“ Teil 2, Buch 10: „Die bedeutende Puppenspielfabel […] klang und summte gar vieltönig in mir wider“; Johann Wolfgang von Goethe: Aus meinem Leben, Dichtung und Wahrheit, hg. von Klaus-Detlef Müller. Frankfurt a. M. 1986, S. 451.
3
Hans Arens: Kommentar zu Goethes Faust I. Heidelberg 1982, S. 156.
4
Zum ‚Widerfahrnis‘, das zuvorderst den Körper und erst nachrangig Geist und Bewusstsein affektiert, vgl. Bernhard Waldenfels: Das leibliche Selbst. Vorlesungen zur Phänomenologie des Leibes, hg. von Regula Giuliani. Frankfurt a. M. 2000.
5
Dazu Nietzsche: „Diesen Uebergang aus momentaner Angst in kurz dauernden Uebermuth nennt man das Komische“; Friedrich Nietzsche: Menschliches, Allzumenschliches I [1878], hg. von Giorgio Colli, Mazzino Montinari u. a. Berlin 1967, S. 159 f. Ähnlich auch Hans Rudolf Velten: Scurrilitas. Das Lachen, die Komik und der Körper in Literatur und Kultur des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit. Tübingen 2017, S. 21 – 46.
6
Goethe kannte wahrscheinlich das Faustbuch des Christlich Meynenden (1725), sicherlich aber das Faustbuch in der Bearbeitung von Pfitzer (1674), das er von 18. Februar bis 9. Mai 1801 aus der Weimarer Hofbibliothek entliehen hatte. Vgl. Elise von Keudell: Goethe als Benutzer der Weimarer Bibliothek. Ein Verzeichnis der von ihm entliehenen Werke, hg. von Werner Deetjen. Weimar 1931, S. 44. Zu Goethe und seinem Bezug zur Faustbuchtradition vgl. weiter Otto Pniower: Pfitzers Faustbuch als Quelle Goethes. In: ZfdA 57 (1920), S. 248 – 266.
7
Vgl. dazu grundlegend Walter Haug: Der Teufelspakt vor Goethe oder Wie der Umgang mit dem Bösen als felix culpa zu Beginn der Neuzeit in die Krise gerät. In: DVjs 75 (2001), S. 185 – 215, Leopold Kretzenbacher: Teufelsbündner und Faustgestalten im Abendlande. Klagenfurt 1968 und Christian Schneider: Das Motiv des Teufelsbündners in volkssprachlichen Texten des späteren Mittelalters. In: Faust-Jahrbuch 1 (2004), S. 165 – 198.
8
Zwar stellte man sich gerade das Flusspferd noch bis ins 18. Jahrhundert als schreckliches, kinderfressendes Untier vor. Die Beschreibung des exotistischen Kinderschrecks bei Goethe entbehrt jedoch nicht komischer Elemente. Vgl. Johann Wolfgang von Goethe: Faust. Kommentar, hg. von Albrecht Schöne. Frankfurt a. M. 1994, S. 247.
9
So nennen die Bearbeitungen von Widmann und von Pfitzer, die in diesem Kapitel sehr ähnlich sind, „einen grossen zotteten Hund“ namens Præstigiar, der rotglühende Augen hat und dessen Fell sich bei einer Berührung veränderte. Nicolaus Pfitzer: [Widmann, Georg Rudolf] Fausts Leben, hg. von Adalbert von Keller. Tübingen 1880, S. 212. Im zweiten Teil schenkt Faust den Hund dann einem Abt, mit dem er sich befreundet, da er auch die schwarzen Künste betreibt (vgl. Pfitzer: Fausts Leben, S. 397 f.). Zum Teufel in Gestalt eines Hundes vgl. Barbara Allen Woods: The Devil in Dog Form. A Partial Type-Index of Devil Legends. Berkeley 1959. Als prominenteste Verbindung von Magier und (schwarzem) Hund als spiritus familiaris gilt Cornelius Agrippa von Nettesheim, z. B. in den Anmerkungen bei Widmann/Pfitzer, der die Situation Agrippas mit Faust vergleicht (vgl. Pfitzer: Fausts Leben, S. 213 f.). Ohne den Bezug zu Faust auch bereits bei Jean Bodin 1580 (De la Démonomanie des Sorciers, hg. von Virginia Krause, Christian Martin und Eric MacPhail. Genf 2016, I, 3 (S. 122) und in einer Ergänzung Johann Fischarts 1581 (De magorvm daemonomania, hg. von Tobias Bulang und Nicolai Schmitt, in Vorb., II, 1).
10
Vgl. Woods: The Devil in Dog Form, S. 60 f.
11
Historia von D. Johann Fausten. Text des Druckes von 1587. Kritische Ausgabe. Mit den Zusatztexten der Wolfenbütteler Handschrift und der zeitgenössischen Drucke, hg. von Stephan Füssel und Hans Joachim Kreutzer. Stuttgart 2012, S. 16 f. Zu den zentralen Veränderungen der Faustbuch-Tradition in der Historia und den Bearbeitungen des englischen Faustbuchs, bei Widmann, Pfitzer und anderen vgl. Marina Münkler: Narrative Ambiguität. Die Faustbücher des 16. bis 18. Jahrhunderts. Göttingen 2011, S. 149 – 193.
12
Historia (1587), S. 17, Z. 12.
13
Regieanweisung in der erweiterten Fassung Christopher Marlowe: Dr Faustus B-Text. In: Doctor Faustus and Other Plays, hg. von David Bevington und Eric Rasmussen. Oxford, New York 1995, S. 184 – 246, hier: I, 3 vor v. 23 (S. 194).
14
Pfitzer: Fausts Leben, S. 107. Vgl. auch mit der Darstellung des Mephistopheles der Höllenzwänge in Johann Scheible (Hg.): Doktor Johannes Faust’s Magia naturalis et innaturalis oder Dreifacher Höllenzwang. Stuttgart 1849, Abb. 10, nach S. 46.
15
In der Historia von D. Johann Fauste...

Inhaltsverzeichnis

  1. Title Page
  2. Copyright
  3. Contents
  4. Erster Teil
  5. Zweiter Teil (um 1500)
  6. Dritter Teil (bis 1500)
  7. Vierter Teil (nach 1500) – ein Ausblick
  8. Fünfter Teil
  9. Anhang
  10. Literaturverzeichnis
  11. Autoren‐ und Textregister
  12. Sachregister
  13. Ortsregister