Ökonomie ohne Geld?
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Ökonomie ohne Geld?

Warum ZEIT und WERT das Geld als dominierendes Medium der Gesellschaft ablösen werden

  1. 302 Seiten
  2. German
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Ökonomie ohne Geld?

Warum ZEIT und WERT das Geld als dominierendes Medium der Gesellschaft ablösen werden

Über dieses Buch

Unsere Gesellschaft wird in zunehmendem Maße von Angst durchzogen. Angst sozial abgehängt zu werden. Angst den Arbeitsplatz zu verlieren. Angst vor Überfremdung. Angst vor Klimakatastrophen und terroristischen Attacken. Schon in der Schule beginnt die Angst vor den Noten, die sich in der Hochschule fortsetzt. Die Reaktion hierauf ist Kontrolle und Überwachung als Steuerungsinstrument der Gesellschaft. Hinzu kommt ein weiteres Steuerungsinstrument, das GELD, das immer weitere Bereiche der Gesellschaft erfasst. Das Medium GELD hat aber keinerlei direkten Zugriff zum wirklichen ökonomischen Geschehen. Dass GELD dies leisten könnte, ist ein tiefsitzendes Vorurteil des Mainstreams der Ökonomik. Nur in den Medien ZEIT und WERT ist überhaupt ein direkter Zugriff auf die Realwirtschaft möglich. Der Autor zeigt in diesem Buch: (1) Wie es zu diesem eindimensionalen Blick auf die Ökonomie im Medium GELD kommen konnte (2) Wie sich die Ökonomie in die zusätzlichen Medien ZEIT und WERT ausdifferenzieren konnte (3) Dass erst mit Hilfe dieser zusätzlichen Medien die Ökonomie als Ganzes verstanden werden kann (4) Dass sich erst durch die Medien ZEIT und WERT das Finanzsystem im Medium GELD verselbständigen konnte und nun die Gesellschaft als ganze bedroht (5) Dass sich zugleich durch die Ausdifferenzierung von ZEIT und WERT aber auch die Ökonomie wieder in die Gesellschaft integrieren lässt (6) Dass das GELD dann nicht mehr das die Gesellschaft dominierende Medium sein wird, sondern von ZEIT und WERT abgelöst werden kann (7) Dass sich so erst das Soziale bilden kann, das sich dann auch sozial anfühlt (8) Dass dies ein Transformationsprozess unserer Gesellschaft ist, der nur vergleichbar ist mit dem der Neolithischen Revolution vor 12.000 Jahren

Information

Jahr
2018
eBook-ISBN:
9783959635448

1. Einleitung


Unsere Gesellschaft wird in zunehmendem Maße von Angst durchzogen. Angst, sozial abgehängt zu werden. Angst, den Arbeitsplatz zu verlieren. Angst vor Überfremdung. Angst vor Umweltkatastrophen. Angst vor Terror- und Cyber-Attacken. Schon in der Schule beginnt die Angst vor den Noten, die sich in der Hochschule fortsetzt. Die Reaktion hierauf ist Kontrolle und Überwachung als Steuerungsmedium der Gesellschaft.
Hinzu kommt ein weiteres Steuerungsmedium, das Geld, das immer weitere Bereiche der Gesellschaft erfasst. Das Medium Geld hat aber keinerlei direkten Zugriff zum wirklichen ökonomischen Geschehen. Dies ist nur in den Medien Zeit und Wert möglich. In diesen Medien hat sich die Ökonomie intern nochmals ausdifferenziert, in die Systeme Logistik und Qualitätswesen. Diese beiden Systeme sind dabei, sich autopoietisch zu schließen, neben dem in Geld operierenden Finanzsystem. Weil die Realwirtschaft sich in den Medien Zeit und Wert ausdifferenziert hat, existiert heute ein im Medium Geld operierendes Finanzsystem bzw. eine Geldwirtschaft. In diesem System kann aus Geld Geld gemacht werden, ohne in der Realwirtschaft Werte schaffen zu müssen.
Dass es im Medium Geld unmöglich ist, Herstellprozesse zu steuern, zeigen der VW-Diesel-Betrug, der Bau des Berliner Flughafens, der Bau der Hamburger Elbphilharmonie. Hier fehlt es an Logistik und Qualität. Aber dies ist nur die Spitze eines Eisberges. Unsere ganze Gesellschaft ist hiervon durchdrungen. In definitorischer Begrifflichkeit ist dies jedoch nicht zu erkennen. Sie macht ein Verstehen systematisch unmöglich. Und hier verbindet sich nun Geld mit Angst. Denn Unverstandenes aber bedrängendes Geschehen macht Angst: Finanzkrise, selbstverursachte Umweltkatastrophen, Migration, sich unaufhaltsam öffnende Schere zwischen Arm und Reich, drohender sozialer Abstieg etc.
Da in unserer definitorischen Begrifflichkeit Arbeit = Einkommen = Geld = Ware = Eigentum = Kapital gilt, ist es möglich ohne Werte zu schaffen zu Eigentum = Kapital zu kommen. Über die Möglichkeit im Finanzsystem aus Geld Geld zu machen und der definitorischen Bestimmung Geld = Eigentum ist es dann möglich, ohne Werte zu schaffen, sich aus der Realwirtschaft Eigentum anzueignen.
Das ist aber noch nicht die ganze Wirklichkeit. Denn durch die definitorische Begrifflichkeit der Ökonomik haben wir es nur mit der „Geltung“ zu tun, nicht mit ihrer Genesis. Durch die definitorische Begrifflichkeit wird die Herkunft der Begriffe und damit die Zeit stillgestellt. Das Ergebnis ist das, was Hartmut Rosa „rasender Stillstand“ nennt. D. h. geistiger Stillstand bei rasender wirklicher Veränderung. Begrifflich können wir das nicht mehr erfassen, was sich in der Wirklichkeit ereignet. Das macht Angst vor jeder Veränderung. Die Menschen spüren, dass das, was ihnen die Eliten in ihrer definitorischen Begrifflichkeit, die jede Entwicklung und damit die Zeit stillstellt, erzählen, nicht mehr stimmen kann. Durch das Stillstellen der Zeit wird uns eine selbstbestimmte Entwicklungsmöglichkeit genommen.
Die – in definitorischer Begrifflichkeit unerkennbareinterne Ausdifferenzierung des Wirtschaftssystems in den Medien Zeit und Wert zeigt uns jedoch, dass die wirkliche Wertschöpfung schon immer in diesen Medien stattfand. Nun können wir dies erst erkennen, weil sich in diesen Medien Logistik und Qualitätswesen als Systeme schließen. D. h., die Medien Zeit und Wert haben das Medium Geld freigelegt. Es ist nun als OBJEKT erkennbar. Bisher ist Geld lediglich ein „Übergangsobjekt“. Als OBJEKT bleibt uns das Geld auch in Zukunft erhalten. Es wird jedoch nicht mehr das dominierende Medium der Gesellschaft sein. Dies übernehmen in Zukunft die Medien ZEIT und WERT. Nur sie haben eine direkte Verbindung zum empfindsamen Individuum, zur Gesellschaft und zur Natur.
Geld kann den Produkten im Prozess der Herstellung erst nachträglich zugeordnet werden. Jedes Ereignis in der Ökonomie ist erst vollständig beschrieben in den drei Medien Zeit, Wert und Geld. Da der Mainstream der Ökonomen ihren Gegenstand jedoch nur im Medium Geld erfasst, sieht er die Wirklichkeit nicht. Aufgrund seiner definitorischen Begrifflichkeit kann er sie gar nicht sehen. Aber er versucht das Unmögliche, ein Geschehen in einem Medium zu steuern, das keinen Zugriff zu diesem Geschehen hat.
Aber die Geschichte, die ich erzähle, geht noch weiter. Da nur die Reichen die Möglichkeit haben, aus Geld Geld zu machen, um sich so aus der Realwirtschaft Eigentum anzueignen, öffnet sich die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter, ohne dass dies aufgrund der definitorischen Begrifflichkeit verstanden werden kann. Produktiv ist aber nur die Realwirtschaft. Vor ca. 100 Jahren begann mit Taylor die wissenschaftliche Betriebsführung. Zu jener Zeit begann erst die in den Medien Zeit und Wert betriebene Ausdifferenzierung von Logistik und Qualitätswesen. Dies ist jedoch die Bedingung der Möglichkeit eines im Medium Geld ausdifferenzierten Finanzsystems. So ist es tatsächlich möglich, ohne Werte zu schaffen, aus Geld Geld zu machen und sich damit Eigentum anzueignen.
Zu Beginn dieses Ausdifferenzierungsprozesses konnte in der betrieblichen Kosten- und Leistungsrechnung noch jedem Ereignis Geld über die Medien Zeit und Wert zugeordnet werden. Dieser klassische Bereich der industriellen Fertigung schrumpft aber immer mehr, so dass das Geld keinen Zugang mehr zu den „wirklichen Treibern“ (Horváth) der ökonomischen Entwicklung hat. Denn dies sind Zeit und Wert. Unsere Eliten in Ökonomie, Politik und Wissenschaft steuern aber die Ökonomie immer noch über das Medium Geld. Also einem Medium, das keine Verbindung mehr zur Wirklichkeit des Geschehens hat. Diese Hilflosigkeit und Orientierungslosigkeit der Eliten spüren die Menschen, ohne es jedoch geistig fassen zu können. AFD, Pegida, Brexit etc. sind die Folgen.
Die Geschichte, die ich erzähle, geht jedoch noch weiter. Das Eigentum, das sich die Reichen über das Medium Geld aneignen, sind Gebäude, Maschinen, Automaten, Roboter, Informationssysteme etc. Es ist nun nicht nur so, dass dieses Eigentum = Kapital nur über ein Medium eines Systems angeeignet wird, in dem es unmöglich ist, Werte zu schaffen. Dieses angeeignete Kapital in Form von Maschinen etc. ist wiederum nichts anderes als die in der ZEIT hochverdichtete Produktivität der gesamten Menschheit vor uns. Wir sind heute nicht deshalb so produktiv, weil wir dies geschaffen haben. Es ist das Ergebnis der Arbeit unserer gesamten Vorfahren, die sich heute die Reichen im Medium Geld aneignen.
Einsichtig wird dies nur...

Inhaltsverzeichnis

  1. 1. Einleitung
  2. 2. Ausdifferenzierung der Begriffe: Wahrnehmung, Vernunft, Wille
  3. 3. Der Ursprung von ZEIT und WERT ist der Ursprung des SOZIALEN
  4. 4. Die WIRKLICHKEIT der Ökonomie
  5. Literatur

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