Prototypen – Schemata – Konstruktionen
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Prototypen – Schemata – Konstruktionen

Untersuchungen zur deutschen Morphologie und Syntax

  1. 481 Seiten
  2. German
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Prototypen – Schemata – Konstruktionen

Untersuchungen zur deutschen Morphologie und Syntax

Über dieses Buch

Die Termini Prototyp, Schema und Konstruktion bezeichnen drei zentrale Konzepte, anhand derer im Rahmen funktional-kognitiv ausgerichteter Grammatiktheorien die mentale Repräsentation grammatischer Strukturen und Relationen modelliert wird. In diesem Band werden diese Konzepte durch neue linguistische Analysen zur Morphologie und Syntax des Deutschen aus anwendungsbezogenen Disziplinen wie der Spracherwerbs-, Sprachverarbeitungs- und Sprachwandelforschung unter der Anwendung eines breiten methodischen Spektrums, das von der Analyse authentischer Texte und Gesprächsdaten über Korpusanalysen hin zu experimentellen Künstwörtertests und Eye-Tracking-Experimenten reicht, überprüft und eröffnen damit neue Erkenntnisse zur Modellierung kognitiver Mechanismen der Organisation sprachlichen Wissens aus funktional-kognitiver Perspektive.

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Information

I Synchrone Systemanalyse

Von weiblichen Leserinnen und Frauenskispringerinnen. Tautologische Syntagmen auf dem Weg zu festen Konstruktionen

Rüdiger Harnisch
Deutsche Sprachwissenschaft, Universität Passau

Abstract

Nominalphrasen wie weibliche Mitbewohnerinnen sind Tautologien. Es gibt keine *männlichen Mitbewohnerinnen, wohl aber – vorausgesetzt, man lässt generische Maskulina zu – weibliche Mitbewohner. Genau in der Nichtzulassung solcher generischen Ausdrücke wird der Grund für das Entstehen dieser Tautologien gesehen, und es wird postuliert: Während der Herstellung der Äußerung werden die ursprünglich generisch geplanten Syntagmen einem Monitoring unterzogen und an der Bruchstelle „| … |“ doch noch moviert, damit der als ‚politisch unkorrekt‘ geltende generische Ausdruck nicht stehen bleibt. Da das sexierende Attribut bzw. Determinans da jedoch schon geäußert ist, wird die Gesamtphrase tautologisch: weibliche Mitbewohner | … | -innen. Es wird gegen die These argumentiert, es handle sich um eine Kongruenzbewegung vom Modifier zum Kopf (weiblich → -innen). Vielmehr wird angenommen, dass während des Processings eine Operation am Kopf selbst vorgenommen wird, die auf der Gleichsetzung von Genus und Sexus beruht: Mitbewohner |‚maskulin‘ = ‚männlich‘| → -innen, dann ‚weiblich‘. An Dutzenden von Beispielen kann gezeigt werden, dass hier feste Konstruktionen im Entstehen sind, deren Tautologizität immer weniger bemerkt wird.

1 Problemaufriss

Bemühungen um sprachliche sog. „Gendergerechtigkeit“ bringen häufig Konflikte zwischen politisch gewolltem progressivem Sprachgebrauch und dem tendenziell konservativen Sprachsystem hervor. Zum einen schleicht das generische Maskulinum1 ins System zurück (vgl. den Titel von Harnisch 2016), auch wenn eine gegenteilige Gebrauchsabsicht vorliegt:
(1)
Jeder Studierende hat ein Recht zu erfahren, was mit seinem Geld geschieht.2
Zum andern sind es „attributive Ausdrücke, die solitäre Wesen aus einem nicht gegebenen Kollektiv individuieren und in Verbindung mit weiteren Attributen [wie dem Relativsatz in (2)] zu Bedeutungsfehlern führen“ (Harnisch 2016: 171 mit Belegnachweis):
(2)
Sie [Angela Merkel] ist die erste deutsche Kanzlerin, die vor den versammelten Angehörigen beider Häuser des amerikanischen Kongresses reden durfte.3
Während Konflikttyp (1) nur pragmatisch falsch ist, weil er der Sprecherintention der Meidung generischer Maskulina zuwiderläuft, ist Konflikttyp (2) systemisch falsch, weil er einen semantischen Fehler hervorbringt. In anderer Weise systemisch falsch ist der Konflikttyp (3), wie er von Harnisch (2016: 170) angedeutet wurde:
(3)
Parallelen zwischen der ersten weiblichen Premierministerin von Großbritannien und der ersten deutschen Kanzlerin.
Der semantische Fehler bei der […] weiblichen Premierministerin ist Tautologie. Angenommen, dass die Movierung das redundante Element darstellt (und nicht die Attribuierung), bringt bei (3) die intendierte geschlechtliche Kennzeichnung des Substantivs einen Verstoß gegen die Norm hervor. Bei (1) hingegen stützt das System mit dem in ihm verankerten Prinzip des Generischen eine Fo...

Inhaltsverzeichnis

  1. Title Page
  2. Copyright
  3. Contents
  4. Einleitung
  5. I Synchrone Systemanalyse
  6. II Spracherwerb
  7. III Varietäten- und Sprachvergleich
  8. Index