Trostlose Vernunft?
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Trostlose Vernunft?

Vier Kommentare zu Jürgen Habermas' Konstellation von Philosophie und Geschichte, Glauben und Wissen

  1. 244 Seiten
  2. German
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  4. Über iOS und Android verfügbar
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Trostlose Vernunft?

Vier Kommentare zu Jürgen Habermas' Konstellation von Philosophie und Geschichte, Glauben und Wissen

Über dieses Buch

Als Aufklärer will Habermas nicht zu jenen »leidigen Tröstern« gehören, über die schon Kant seinen Spott aus gegossen hat. Vielmehr bekennt er sich wie bereits Hegel zur »prinzipiellen Trostlosigkeit« philosophischen Denkens und gibt auch jede Aussicht auf finale Versöhnung eines Geistes preis, der aus der Asche jeglicher Vernichtung »verjüngt« hervorgehen können sollte, um so Kapital aus dem Tod zu schlagen. Darüber hinaus verzichtet Habermas auch auf Glücks­, Sinn­ oder Erlösungsversprechen, die sublunare Wesen ›letztlich‹ vielleicht allein interessieren. Er legt einen weiten Weg der Ernüchterung zurück, an dessen vorläufigem Ende wir heute stehen, wo Philosophie durch rigorose Aufklärung da rüber, was sie vermag – und was nicht –, ihre eigene Auflösung zu gewärtigen hat. Burkhard Liebsch und Bernhard H. F. Taureck gehen in vier historisch und sozial­philosophisch ausgerichteten, reichhaltigen Kommentaren den Stationen dieser Ernüchterung nach und verdeutlichen, welche Potenziale Habermas' eigentümliche Konfiguration von Glauben und Wissen, Philosophie und Geschichte opfert.

Häufig gestellte Fragen

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ANMERKUNGEN

1 F. Ewald, Der Vorsorgestaat, Frankfurt/M. 1993, 484, 489.
2 I. Kertész, Die exilierte Sprache. Essays und Reden, Frankfurt/M. 2004, 131.
3 I. Kertész, Letzte Einkehr. Ein Tagebuchroman, Reinbek 22016, 289.
4 C. Wolf, Voraussetzungen einer Erzählung: Kassandra. Frankfurter Poetik-Vorlesungen, Darmstadt, Neuwied 81984, 105.
5 »Caminante, son tus huellas / el camino, y nada más; / caminante, no hay camino, / se hace camino al andar. / Al andar se hace camino, / y al volver la vista atrás / se ve la senda que nunca / se ha de volver a pisar. / Caminante, no hay camino, / sino estelas en la mar.«
6 B. H. F. Taureck, B. Liebsch, Drohung Krieg. Sechs philosophische Dialoge zur Gewalt der Gegenwart, Wien, Berlin 2020.

Kapitel I: Geschichtliche Perspektiven ›heil‹-loser Vernunft

S. 15

1 M. Eliade, Kosmos und Geschichte. Der Mythos der ewigen Wiederkehr [1949], Frankfurt/M. 1986, 173.
2 P. Härtling, »Wer vorausschreibt, hat zurückgedacht«. Essays, Frankfurt/M. 1990, 62.
3 J. Habermas, Auch eine Geschichte der Philosophie. Bd. 1/2, Berlin 32019. Verwiesen wird auf diese beiden Bücher hier und im Folgenden mit Band- und Seitenangabe nach einem Schrägstrich.
4 Neue Jerusalemer Bibel, Freiburg i. Br. 1985, 894; G. W. F. Hegel, Vorlesungen über die Philosophie der Weltgeschichte. Bd. I. Die Vernunft in der Geschichte, Hamburg 1994, 51 (= VG); B. Chaouat, Is Theory Good for the Jews? French Thought and the Challenge of the New Antisemitism, Liverpool 2017, 85.
5 R. Koselleck, Vergangene Zukunft. Zur Semantik geschichtlicher Zeiten, Frankfurt/M. 1989, 130.
6 Vgl. H. White, Die Bedeutung der Form. Erzählstrukturen in der Geschichtsschreibung, Frankfurt/M. 1990, 11–39; A. Momigliano, Wege in die alte Welt, Frankfurt/M. 1995.
7 J. G. Droysen, Historik, Stuttgart-Bad Cannstatt 1977.
8 R. Brinkman, Abriß der Geologie, Bd. I, Stuttgart 1965, 79; Vf., »Menschen: Reste, Zeugnisse und Spuren. Ricœur mit und gegen Foucault gelesen«, in: Renaissance des Menschen? Zum polemologisch-anthropologischen Diskurs der Gegenwart, Weilerswist 2010, Kap. VIII.
9 Vf., »Kritische Kulturphilosophie als restaurierte Geschichtsphilosophie? Anmerkungen zur aktuellen kultur- und geschichtsphilosophischen Diskussion mit Blick auf Kant und Derrida«, in: Kantstudien 98 (2007), Heft 2, 183–217.
10 Vgl. mit Blick auf Polybios, die Stoa und Augustinus A. Funkenstein, Jüdische Geschichte und ihre Deutungen, Frankfurt/M. 1995, 22 ff.; K. Jaspers, Vom Ursprung und Ziel der Geschichte [1949], Hamburg, Frankfurt/M. 1955.
11 Vf., Verzeitlichte Welt. Zehn Studien zur Aktualität der Philosophie Karl Löwiths, Stuttgart 22020; vgl. VG, 87.
12 K. Löwith, Weltgeschichte und Heilsgeschehen. Die theologischen Voraussetzungen der Geschichtsphilosophie [1953], Stuttgart, Berlin, Köln, Mainz 71979.
13 J. Habermas, Philosophisch-politische Profile. Erweiterte Ausgabe, Frankfurt/M. 21984, 195–216.
14 H. Vretska, »Einleitung«, in: Thukydides, Der Peloponnesische Krieg, Stuttgart 1990, 3–39, hier: 37 f.
15 E. Morin, A. B. Kern, Heimatland Erde, Wien 1999, 189.
16 E. Hornung, Geist der Pharaonenzeit, München 1992; J. Assmann, Herrschaft und Heil. Politische Theologie in Altägypten, Israel und Europa, München, Wien 2000; P. Antes u. a., Der Islam. Religion – Ethik – Politik, Stuttgart 1991.
17 P. L. Berger, Auf den Spuren der Engel. Die moderne Gesellschaft und die Wiederentdeckung der Transzendenz, Frankfurt/M. 1981.
18 Vgl. R. Langthaler, Geschichte, Ethik und Religion im Anschluss an Kant, 2 Bde., Berlin 2014.
19 Beide insistieren gegen Gottfried Wilhelm Leibniz darauf, dass es einen alles umfassenden Über-Blick genauso wenig geben kann wie einen view from nowhere (T. Nagel, Der Blick von nirgendwo, Frankfurt/M. 1992, Kap. IV), auf den Habermas mehrfach Bezug nimmt. Vgl. 2/232, 238, 311, 337.
20 Wie Johann C. Gatterer, Isaak Iselin u. a.; vgl. zum Kontext U. Muhlack, Geschichtswissenschaft im Humanismus und in der Aufklärung. Die Vorgeschichte des Historismus, München 1991.
21 J. G. Herder, »Auch eine Philosophie der Geschichte zur Bildung der Menschheit« [1774]; zit. n. Herders Werken in fünf Bänden, Berlin, Weimar 1982, 39–137. In diesem Abschnitt zitiert mit bloßer Seitenangabe im Text.
22 Wie wenig später auch Goethe, von dem Eckermann sinngemäß berichtet, er habe befürchtet, vor lauter Aufklärung nicht einmal mehr »nach Amerika flüchten« zu können, »denn auch dort wäre es schon zu helle«, und »ich würde nicht zu bleiben wissen«. J. P. Eckermann, Gespräche mit Goethe in den letzten Jahren seines Lebens, Stuttgart 19...

Inhaltsverzeichnis

  1. Cover
  2. Titel
  3. Impressum
  4. INHALT
  5. Vorwort
  6. Kapitel I · Geschichtliche Perspektiven ›heil‹-loser Vernunft
  7. Kapitel II · Philosophie und religiöser Glaube
  8. Kapitel III · Rückhaltlos verweltlicht?
  9. Kapitel IV · Beantwortung der Frage: Welche verborgene Rolle spielt Habermas’ demokratisches Projekt in seinem Opus magnum von 2019?
  10. Anmerkungen
  11. Namenregister