Vorträge der Detlefsen-Gesellschaft 21
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Vorträge der Detlefsen-Gesellschaft 21

  1. 206 Seiten
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Vorträge der Detlefsen-Gesellschaft 21

Über dieses Buch

Die Detlefsen-Gesellschaft legt nun zum 21. Mal ihre Vorträge dem geneigten Leser vor.Inhalt: Joachim Stüben, Heidrun Buitkamp: Glaubensflüchtlinge an religiösen Freistätten in Schleswig-Holstein: Altona, Glückstadt, Friedrichstadt (ca. 1600 - ca. 1650) Elke Witt: Die Höhere Töchterschule in GlückstadtUlf Evers: Glückstadt im Namen Eine Reise bis in die Anfänge der Stadtgründung (auf den Spuren einer Ansichtskarte)Johannes Schwartkop: Unser Hof in der ersten Hälfte des 20. JahrhundertsChristian Boldt: Das Glückstädter ApothekenwesenHans-Peter Widderich: Zu Besuch in Glückstadt und Umgebung -Max Karstens und Albert FeserHans-Peter Widderich: Der verlorene Sohn - Johann Valett

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Information

Jahr
2021
ISBN drucken
9783752692396
eBook-ISBN:
9783753450735
Auflage
1

Die Höhere Töchterschule in Glückstadt

Elke Witt

Vorgeschichte, Aufbau und Blütezeit

Eine Jungenschule, die anfangs hinter dem Rathaus untergebracht war, wird im Archiv schon früh erwähnt, und auch die Geschichte des Gymnasiums ist gut dokumentiert. Über den Unterricht für die Mädchen erfahren wir dagegen wenig. In der Geschichte der Pädagogik tauchen auch Nachrichten über Mädchenbildung erst im 19. Jahrhundert auf, abgesehen von den Klosterschulen. Fenelon in Frankreich und Pestalozzi in der Schweiz brachten das Thema in das Bewusstsein der Menschen.
Im Stadtarchiv Glückstadt findet sich das „Regulativ für die Stadtschule in Glückstadt“ vom 27. Juni 1826. Darin heißt es in §2:
„Die ganze Schulanstalt besteht aus einer hinreichenden Anzahl von Aufsichtsschulen, zwei Elementarschulen, in denen Knaben und Mädchen gemeinsam unterrichtet werden, und einer Hauptschule in zwei Abteilungen, einer für Knaben und einer für Mädchen, von denen jede wieder zwei Klassen hat.“
In Paragraf §11 heißt es:
„Beide Klassen der Hauptmädchenschule werden, bis ein zweiter Lehrer angestellt werden kann, in 36 Stunden unterrichtet, so dass jede Klasse 18 Stunden erhält. Die Gegenstände des Unterrichts in beiden Klassen sind im Ganzen dieselben wie in der Knabenschule. Es wird indes manches gedrängter und kürzer behandelt, und beim Unterricht überall auf die besonderen Bedürfnisse des weiblichen Geschlechts weise Rücksicht genommen. So bedarf es z.B. beim Rechnen das weibliche Geschlecht nicht den weiterführenden Unterricht in der Arithmetik, sondern vorzüglich Anleitung zum Kopfrechnen und zu allerhand Haushaltsrechnungen.“140
Über ein Gebäude für die Hauptmädchenschule findet sich die erste Spur in einem Dokument vom 22. August 1833. Darin heißt es:
„Pro memoria! Einem hochlöblichen Schulkollegium nehme ich mir die Ehre ergebenst folgende Vorstellung zu machen als: Da bei der jetzigen Reparatur des Schulhauses, der Mädchenschule am Fleth, bemerkt worden ist, daß die Dächer von dem nebenstehenden Pastorat und dem Schulhause so nahe aneinander liegen, daß die Rönne des Schulhauses nicht gereinigt werden kann, indem selbige unter der Rönne des Pastoratshauses liegt und das Schulhaus dadurch sehr viel Nachteil erleidet. So wage ich das hochlöbliche Collegium zu ersuchen, gefälligst veranlassen zu wollen, daß eine gemeinschaftliche Rönne zwischen den verzahnten Häusern gelegt werde, indem jetzt doch eine neue Rönne für das Schulhaus erforderlich ist, welche jedoch fernerhin gemeinschaftlich für die Dächer der beiden Häuser unterhalten werden müßte und welche Umänderung sehr zum Vorteil der gedachten beiden Häuser sein wird, weil diese neue Rönnen als dann sehr leicht vom Schmutz rein zuhalten ist.
Glückstadt, den 22. August 1833 ergebenst H. Peters Schulvorsteher“141
Es folgt eine lange Stellungnahme zu diesem Problem, weitere schwer leserliche Ausführungen, aus denen sich nicht sicher entnehmen lässt, ob die Reparatur wie gewünscht durchgeführt wurde.
Die zweite Nachricht aus dem Jahre 1863 findet sich unter der Überschrift:
„Bürgerschule am Kirchhof (Elementarschule) später Mädchenschule. Gutachten und Kostenanschlag über die Veränderung in der Mädchenschule am Kirchhofe behufs Einrichtung eines dritten Schulzimmers nach Anleitung umliegender Skizze. Die oben angedachte Einrichtung würde am zweckmäßigsten sein, wenn in der Etage an dem Ende gegen Westen die daselbst befindlichen Zimmer A und B zu einem Raum vereinigt, die Scheidewand um circa 26 Zoll versetzt und vorspringende Schornstein heruntergenommen und auf dem Corridor verkleinert angelegt würde.“142
Es liegt ein sauber ausgeführter Plan bei, dazu Kostenanschläge, Materialbeschreibungen und Bedingungen; außerdem finden sich auch Reparaturarbeiten, sehr schwer lesbar, aus dem Jahre 1847. Der Umbau ist wahrscheinlich nicht ausgeführt worden, denn 1866 wird ausführlich von einem weiteren Bauprojekt berichtet. Die dritte Nachricht ist vom Mai 1866 datiert. Hier geht es um den Plan, in der Namenlosen Straße eine Mädchenschule einzurichten.
„Betr. Ankauf des Elias Philippischen Hauses in der Namenlosen Straße seitens der Schulkommüne, die Einrichtung dieses Gebäudes zur Mädchenschule und den Verkauf das alten Mädchenschulhauses am Fleth an die Marga Laackmann. Das Schulkollegium beabsichtigt, das zur Zeit von dem Lehrer Herrn Egge bewohnte am Fleth gelegene Mädchenschulhaus, bei welchem auch ein Garten und ein Regenbach vorhanden sind unter der Hand zu verkaufen. Die Verkaufsbedingungen liegen in den Vormittagsstunden von acht bis elf Uhr im Stadtsekretariat zur Einsicht aus.“143
Das Haus ist am 13. November 1866 unter der Hand an die Witwe Laackmann verkauft worden, Kaufpreis 3.000 Mark. Bereits am 23. Januar 1863 hatte man den Kaufvertrag mit den Erben des Elias Philipp für das Grundstück 11a68 im 2. Quartier 11 abgeschlossen. Lange Auseinandersetzungen über die Höhe der Kosten und auf acht Seiten schwer lesbare Arbeitsbeschreibungen und die Vertragsbedingungen auf vier Seiten finden sich in der Akte. Die Genehmigung aus Kiel wurde 1866 erteilt. Es folgen in der Akte Rechnungen verschiedener Handwerker auch für Schulmöbel und Pläne für ein Abortgebäude hinter dem Haus. Der Umbau wurde dann überraschend schnell durchgeführt, der Zimmermeister Timm meldete am 31. August 1866 die Beendigung der Arbeiten. Eine Besichtigungskommission nahm alles in Augenschein, und es ist zu vermuten, dass der Schulbetrieb zu Michaelis, wie geplant, aufgenommen werden konnte. Informationen über eine Einweihung, über die Lehrer oder die Schülerinnen ließen sich nicht finden.
Diese Mädchenschule war eine städtische Einrichtung, die von den Mädchen bis zur Erfüllung ihrer Schulpflicht besucht wurde. Sie wechselten nach der gemeinsam mit den Knaben verbrachten Zeit von der Elementarschule auf die Hauptschule für Mädchen. Dort gab es zwei Klassen in einem eigenen Gebäude, wo die Mädchen bis zur Konfirmation unterrichtet wurden. Eine höhere Bildungseinrichtung für Mädchen gab es in Glückstadt nicht. Nur die Jungen konnten die Gelehrtenschule besuchen.

Erste Privatschulen für Mädchen

Ein früher Hinweis findet sich in einer Anzeige, die später in der Glückstädter Fortuna nachgedruckt wurde, auf ein Angebot, an fünf Nachmittagen für junge Mädchen Unterricht in feinen Handarbeiten und guten Sitten erteilen.
Der Kandidat der Theologie, Meins, gründete ein „eigentliches Institut für Mädchen mit mehreren Klassen, das 1848 von der verwitweten Frau Pastor Valentiner übernommen wurde. Die Schule hatte guten Erfolg. Sie war zuerst am Hafen, später im Hause Schlachterstraße 23 untergebracht. Daneben bestand eine zweite Schule am Kirchhof, geleitet von Frl. Panum und Kandidat Reimers, Kandidat der Theologie.“144 Für diese Schule liegt ein Stundenplan für die 1. Klasse aus dem Sommerhalbjahr 1849 vor (Anlage 1).145
„Es gab noch eine dritte Schule geleitet von Fräulein Johannsen aus Lübeck, die eine Mittelstellung zwischen Volksschule und höherer Mädchen...

Inhaltsverzeichnis

  1. Inhaltsverzeichnis
  2. Vorwort
  3. Joachim Stüben, Heidrun Buitkamp : Glaubensflüchtlinge an religiösen Freistätten in Schleswig-Holstein: Altona, Glückstadt, Friedrichstadt (ca. 1600 – ca. 1650)
  4. Elke Witt : Die Höhere Töchterschule in Glückstadt
  5. Ulf Evers : Glückstadt im Namen – Eine Reise bis in die Anfänge der Stadtgründung (auf den Spuren einer Ansichtskarte)
  6. Johannes Schwartkop : Unser Hof in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts
  7. Christian Boldt : Das Glückstädter Apothekenwesen
  8. Hans-Peter Widderich : Zu Besuch in Glückstadt und Umgebung – Max Karstens und Albert Feser
  9. Hans-Peter Widderich : Der verlorene Sohn – Johann Valett
  10. Impressum

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