Die globale Erwärmung: natürlich oder vom Menschen verursacht? Die Antwort auf diese Frage ist für Klimawissenschaft und -politik von entscheidender Bedeutung. Der Autor erörtert neueste Entwicklungen dieser Kontroverse und diskutiert die durch die chaotische Natur des Klimas bedingten Unsicherheiten der Klimamodelle. Er legt dar, wie diese überwunden werden können, präsentiert Neues zu Klimagate und Hockeyschläger-Grafik und diskutiert, warum die offiziellen Temperaturdaten nach 1979 keine Erwärmung zeigen.

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Falsche Klimaprognosen
Langzeitbeobachtungen des Klimas und Klimamodelle des IPCC im Vergleich
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Falsche Klimaprognosen
Langzeitbeobachtungen des Klimas und Klimamodelle des IPCC im Vergleich
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Information
1. Kontroverse über die Ursachen des Klimawandels
Zweifellos ist die zu lösende Hauptfrage der Klimawissenschaft, ob der menschliche Beitrag zur Erwärmung im 20. Jh. signifikant ist oder nicht. Das ist ein schwieriges Problem. Es gibt keinen Grund für die Annahme, dass die natürlichen Klima-Antriebe plötzlich aufgehört hätten. Auch ist eine auf anthropogene Einflüsse zurückzuführende globale Erwärmung (AGW) plausibel: die Menge an Treibhausgasen in Folge menschlicher Aktivität nimmt ständig zu – hauptsächlich durch die Verbrennung von fossilen Brennstoffen zur Energieerzeugung. Aber wie kann man die "Klimasensitivität" der Treibhausgase bestimmen?
Das IPCC unentschlossen in der Methodenauswahl. Im Ersten Sachstandsbericht (FAR-1990) hieß es ganz einfach, dass sowohl die Treibhausgase wie auch die Temperaturen zugenommen hätten, dabei wurde die lange Abkühlungsperiode von 1940 – 1975 kaum beachtet. Der Zweite Sachstandsbericht (SAR-1990) versuchte aufzuzeigen, dass die beobachteten Muster von Erwärmungstrends („Fingerabdrücke") mit errechneten Mustern übereinstimmten. Im Dritten Sachstandsbericht (TAR-2001) wurde schlicht behauptet, das 20. Jh. wäre das wärmste innerhalb von 1000 Jahren gewesen (als ob das irgend etwas beweisen würde!). Im Vierten Sachstandsbericht (AR4-2007) hieß es im Grunde: Wir kennen alle natürlichen Klima-Antriebe – alles andere, was darüber hinaus wirkt, muss daher anthropogen sein.
Das NIPCC stimmt mit dem IPCC darin überein, dass die Fingerabdruck-Methode eine Aussage darüber zulässt, ob der anthropogene Beitrag signifikant ist – beim Ergebnis aber stimmen wir nicht mehr überein. Das IPCC (siehe Chapter 8 in IPCC SAR-1996) spricht von einer Übereinstimmung zwischen modellierten und beobachteten Trends. Vom NIPCC (2008) wird klar gestellt, dass diese Behauptung falsch ist; es gibt keine Übereinstimmung.
[Wie es dazu kam, siehe Singer 2011, http://multi-science.metapress.com/content/ kv75274882804k98/fulltext.pdf: Dort spricht er über die nachträglichen Textveränderungen durch die Chapter-8-Autoren nach der offiziellen Abstimmung, aber vor der Drucklegung. Auch über die Auswahl von Daten und Veränderungen an entscheidenden Grafiken – und wie dieser 1996er IPCC-Bericht zum 1997er Kyoto-Protokoll führte, welches bereits eine Verschwendung von mehreren hundert Milliarden Dollar verursacht hat.]
Obgleich der AR4 mit einer Sicherheit von 90 - 99 Prozent behauptet, dass die Erwärmung des ausgehenden 20. Jh. anthropogen sei, gibt es keine handfesten Beweise dafür. Sogar die IPCC-Daten zeigen eine große Unstimmigkeit. So zeigen einerseits alle IPCC-Klimamodelle eine Verstärkung der Trends in den Tropen mit einem "heißen Fleck" in der oberen Troposphäre [Abb. 1], während andererseits die Temperaturdaten der Radiosonden (in der Hadley Center-Analyse und in der RATPAC-Analyse der NOAA) diese Erscheinung nicht belegen [Abb. 2].
Keine Übereinstimmung zwischen modellierten und beobachteten Temperaturtrends
Die Begründung der beobachteten Erwärmungstrends miti der Zunahme von Treibhausgasen beruht großenteils auf einer angeblichen Übereinistimmung zwischen modellierten und beobachteten (tropischen) Troposphärentrends [Santer iet al., IJC 2008, Fig 6].
Die behauptete Übereinstimmung ist falsch.

Abb. 1: Vom Treihaus(GH)-Modell vorhergesagte Temperaturtrends versus geogr. Breite und Höhe [Dies ist Abb. 1.3F aus CCSP 2006, S.25]. Man beachte die zunehmenden Trends in der mittleren tropischen Troposphäre mit einem Maximum um 10 km.

Abb. 2: Beobachtete Temperaturtrends versus geogr. Breite und Höhe [dies ist Abb. 5.7E aus CCSP 2006, S.116]. Man beachte die Abwesenheit von zunehmenden Trends (d.h. kein „heißer Fleck" – hot spot") in der tropischen mittelhohen Troposphäre. Man beachte auch die stärkere Erwärmung auf der Nordhalbkugel und am Nordpol verglichen mit der Südhalbkugel (für das weiße Rechteck auf der Südhalbkugel liegen keine Radiosondendaten vor).
Diese Information aus IPCC-AR4-2007) befindet sich auch in Chapter 5 [BD Santer, Leitautor] des 2006er Berichts des US Climate Change Science Program CCSP-SAP-1.1 [2006]. Auf diese Unstimmigkeit wird besonders im NIPCC-Bericht von 2008 eingegangen. Ebenfalls wird dieser Punkt von Douglass et al. (DCPS in IJC 2007) genauer behandelt. Ihre Analyse [Abb. 3] zeigt Trends aus den Modellrechnungen, die mit der Höhe zunehmen. In den Beobachtungen nehmen die Trends dagegen ab.
Die Schlussfolgerung von DCPS (2007) wurde von Santer und 16 (!) Koautoren (in IJC 2008) angegriffen. Man behauptete, dass die modellierten Trends und die Trends aus den Beobachtungen „konsistent” wären. Gleichzeitig führen sie einen neuen Satz von Temperaturdaten ein und dehnen die Fehlerbalken der modellierten Trends aus. Damit suggerieren sie eine Überlappung zwischen den Modellen und den Beobachtungen [Abb. 4A]. Zwischenzeitlich konnte nachgewiesen werden (siehe Singer, E&E 2011), dass Santers neue Serie von atmosphärischen Temperaturtrends falsch ist und mit den Satelliten-Daten nicht übereinstimmt [Fig. 5], ganz im Gegensatz zu Santers Behauptungen [Abb. 4B]. Es wurde auch gezeigt, dass der behauptete Unsicherheitsbereich der Modelltrends (grau hinterlegt) auf einem künstlichen Konstrukt beruht [Fig. 6]. Die Verteilung der Trends aus den Modellrechnungen wird durch eine Gauß-Kurve repräsentiert, der gelb hinterlegte Bereich entspricht der Standardabweichung, während der grau hinterlegte die Extrema („Spannweite“) der Verteilung darstellt. Es ist evident, dass mit zunehmender Anzahl von Modell-Durchläufen der gelbe Bereich schrumpft, während der graue sich ausdehnt. Klar ist also, dass „Spannweite“ kein taugliches Maß zur Beschreibung der Unsicherheit der modellierten Trends ist.
Deshalb gilt: Die Trends aus Modellrechnungen und aus Beobachtungen sind nicht konsistent. Die Schlussfolgerung von DCPS (2007) wurde bestätigt: Es gibt einen deutlichen Widerspruch zwischen den beobachteten Trends und den aus den IPCC-Treibhausgasmodellen abgeleiteten – im Gegensatz zu Santer et al. (2008) – und somit ist die 2007er IPCC-Schlussf...
Inhaltsverzeichnis
- Deckel
- Titelblatt
- Urheberrecht
- Inhalt
- Einführung
- 1. Kontroverse über die Ursachen des Klimawandels
- 2. Zum chaotischen Verhalten von Klimamodellen
- 3. „Hockeyschläger“, „Klimagate“ und Klimaänderung im 20. Jahrhundert
- Über den Autor
- Hinweise auf Literatur und Referenzen
Häufig gestellte Fragen
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