Samuraischwerter für die Materialschlacht
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Samuraischwerter für die Materialschlacht

Gendaito der Taisho- und frühen Showa-Periode (1912 - 1945)

  1. 224 Seiten
  2. German
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Samuraischwerter für die Materialschlacht

Gendaito der Taisho- und frühen Showa-Periode (1912 - 1945)

Über dieses Buch

Mit dem Ersten Weltkrieg hatten auf den europäischen Schlachtfeldern durch die Einführung von Maschinenwaffen und Tanks Infanteriedegen oder Kavalleriesäbel praktisch ausgedient. Zur gleichen Zeit erlebte in Japan das Samuraischwert durch die wachsende Nachfrage japanischer Offiziere nach traditionell geschmiedeten Schwertern eine beeindruckende Renaissance.Samuraischwerter für die Materialschlacht erzählt die Geschichte der letzten für die Schlacht geschmiedeten Samuraischwerter und gibt Antworten auf die Frage, warum Japans Soldaten im Inferno der Materialschlachten ihr Schicksal diesen Schwertern anvertrauten. Beeindruckende Bilddokumente künden von den damaligen Ereignissen und lassen den Betrachter die Hölle erahnen, durch die die Soldaten aller Kriegsparteien gingen.Anhand persönlicher Schicksale japanischer Soldaten beschwört der Autor den Geist der letzten Samurai. Für den Leser wird nachvollziehbar, wie der japanische Schwertmythos und der Ehrenkodex der Samurai die japanische Gesellschaft bis in die Zeit des Zweiten Weltkriegs hinein prägten und in ihrem Handeln maßgeblich beeinflussten.Am Beispiel der Arbeiten zeitgenössischer Schmiede belegt der Autor nicht nur den Kunststatus dieser Schwerter. Unvoreingenommen geht er auch der Frage nach, ob nur Schwerter aus Tamahagane echte Nihonto sein können. Puristen wird dabei das Urteil eines führenden zeitgenössischen Schwertschmieds schockieren, der dem japanischen Kriegsministerium empfahl, alle Schwertschmiede mit mandschurischem Stahl zu versorgen. Genauso dürfte das Urteil japanischer Schwertkämpfer, die mit ihren Schwertern auf Leben und Tod kämpften, die Vorstellung vieler Budo-Jünger vom idealen Kampfschwert auf den Kopf stellen.Indem die Schwerter nicht losgelöst betrachtet, sondern in den Fokus der damaligen Ereignisse gerückt werden, unterscheidet sich dieses Buch von vielen Sachbüchern dieses Genres und ergänzt die vorhandene Literatur in einzigartiger Weise. Kompetent und sorgfältig recherchiert, ist es für den Kenner der Materie genauso wie für Einsteiger oder den zeitgeschichtlich interessierten Leser eine wahre Fundgrube und spannende Lektüre bis zum Schluss.

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Information

Jahr
2021
ISBN drucken
9783753435756
eBook-ISBN:
9783753455259
Auflage
1

Gunto, ihr Stellenwert in der Kaiserlichen Armee
und ihre Bedeutung in der Schlacht

Bildteil

Die folgenden Bilddokumente korrespondieren mit den Thesen Mori Masahiros. Sie stammen aus Presse- oder Staatsarchiven und Fotoalben japanischer Soldaten und legen Zeugnis ab vom hohen Stellenwert, den das Samuraischwert bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs in Japans Kaiserlicher Armee besaß. Sie zeigen den Sonnenkaiser mit seinem Samuraischwert in Gunto-Montierung in nahezu mystischer Verklärung auf seinem Hengst Shirayuki und den jungen Leutnant, der mit seinem Gunto stolz und nicht weniger symbolträchtig für den Fotografen posiert, vermitteln aber auch beklemmende Eindrücke aus der Hölle der Materialschlachten, durch die die Soldaten aller Kriegsparteien gingen.
Die Bilder künden von der brutalen Wucht, mit der der Krieg auf Menschen und Material traf. Sie lassen uns nur erahnen, welche gewaltigen Kräfte es waren, die ganze Städte ausradierten, Flugzeuge vom Himmel holten, schwer gepanzerte Schlachtschiffe auf den Grund des Meeres schickten und eben noch blühende Landstriche unter der Feuerwalze der Artillerie in trostlose Kraterlandschaften verwandelten. Wir wissen, dass die Schwerter gegen diese Zerstörungskraft nicht bestehen konnten. Der Autor selbst hat von Schrapnells und Granatsplittern schwer beschädigte oder zerschossene Schwerter gesehen. Dennoch glaubten die Soldaten aller Waffengattungen fest an die spirituelle Kraft ihrer Schwerter und vertrauten ihnen im Inferno der Materialschlacht ihr Leben an.
Wir wissen, dass die Schwerter nicht nur die Soldaten des Heeres in die Schlacht begleiteten; auch Piloten gingen nicht ohne ihre Schwerter auf Feindflug ebenso wie die Offiziere der Kaiserlichen Marine, die ihre Schwerter mit an Bord nahmen, wenn es auf Feindfahrt ging. Diese Schwerter kamen anders als die Schwerter der Landstreitkräfte selten oder nie zum praktischen Einsatz. Und obwohl sie auf den Fotos unseren Blicken verborgen bleiben, begleiteten sie in den Kanzeln der Flugzeuge und an Bord der Schiffe ihre stolzen Träger und halfen ihnen, die Furcht vor dem Tod zu überwinden und den Weg des Kriegers entschlossen zu gehen.
Der Bildteil erinnert auch an den „Tiger von Malaysia“, General Yamashita Tomoyuki, für den sich der Weg des Kriegers mit der Verurteilung zum Tod durch den Strang auf tragische Weise erfüllte. Die Gelassenheit, mit der er den Galgen bestieg, verdient größten Respekt. Ohne Furcht vor dem Tod und in der Überzeugung, sich vor den Göttern nicht schämen zu müssen, bittet er sie darum, seinen Henker zu segnen. Das Kriegsgeschehen und das Urteil durch ein US-Militärtribunal offenbaren die Doppelmoral und die Willkür des Siegers, der den Besiegten trotz erheblicher Zweifel an seiner Schuld schuldig spricht, um ein Exempel zu statuieren, während der Sieger ohne Not und bis heute ungesühnt durch zwei Atombombenabwürfe über Hiroshima und Nagasaki rund eine Viertelmillionen Zivilisten umbrachte, die entweder unmittelbar bei den Abwürfen ums Leben kamen oder unter den atomaren Spätfolgen grausam litten und starben.106
Kaiser Hirohito auf seinem Hengst Shirayuki (Weißer Schnee). Der Tenno trägt ein Samuraischwert in Shin-Gunto-Montierung. Die Pose symbolisiert in geradezu mystischer Verklärung die Verschmelzung des Göttlichen Sonnenkaisers mit dem Geist des Bushido. Die Strahlkraft und die Wirkung auf die Soldaten der Kaiserlichen Armee und das japanische Volk werden bei näherer Beschäftigung mit dem Thema auch für Menschen anderer Kulturkreise nachvollziehbar.
Ein folgenschwerer Besuch: Kaiser Hirohito in Begleitung von Hajime Sugiyama (links hinter dem Tenno) und Nara Takeji (rechts hinter dem Tenno) beim Besuch des Yasukuni-Schreins. Der Kaiser und seine Begleiter tragen Uniformen und ihre Gunto. Kurz nach diesem Besuch fiel Japan in China ein (Zweiter Japanisch-Chinesischer Krieg vom 7. Juli 1937 bis 9. September 1945). Das vorliegende Foto stammt aus dem Fotoalbum eines japanischen Soldaten.
Hajime Sugiyama wurde am 1. Januar 1880 als Spross einer Samuraifamilie in Kokura, Präfektur Fukuoka geboren und machte militärisch und politisch eine steile Karriere. In der Kaiserlichen Armee stieg er bis zum Gensui (Generalfeldmarschall) auf und war mehrmals Heeresminister. Als Heeresminister betrieb er den Ausbruch und die Eskalation des Zweiten Japanisch-Chinesischen Kriegs (Zwischenfall an der Marco-Polo-Brücke)107. Im Dezember 1938 erhielt er den Oberbefehl über die Regionalarmee in Nordchina. Nach seiner Rückkehr nach Japan war er zunächst Leiter des Yasukuni-Schreins. Im September 1940 wurde er zum Chef des Heeresgeneralstabs berufen und setzte sich in dieser Funktion nachdrücklich für einen Präventivschlag gegen die Vereinigten Staaten ein. „Er versprach im Kriegsfall einen schnellen Erfolg Japans, wurde jedoch am 5. September 1941, nur zwei Monate vor Ausbruch des Pazifikkriegs, von Kaiser Hirohito dafür gescholten, dass er als Heeresminister im Jahr 1937 einen Sieg über China innerhalb von drei Monaten versprochen hatte. Der Tenno stellte in diesem Zusammenhang sein Vertrauen in einen schnellen Sieg über die Westmächte in Frage.“108 Nach der Kapitulation Japans am 2. September 1945 trieb er noch die von den Alliierten geforderte Demobilisierung der unter seinem Kommando stehenden Truppen voran. Dann setzte er seinem Leben am 12. September ein Ende, indem er sich an seinem Schreibtisch viermal mit einem Revolver in die Brust schoss. In ihrem Haus beging seine Ehefrau ebenfalls Suizid. Sein Grab befindet sich auf dem Friedhof Tama in Fuchu, Tokio.
Nara Takeji wurde am 28. April 1868 in der Nähe der heutigen Stadt Kanuma, Präfektur Tochigi, als Sohn einer Bauernfamilie geboren. Er besuchte die Japanische Militärakademie und die Armee-Artillerie-Schule. Von 1894 bis 1895 nahm er am Ersten Japanisch-Chinesischen Krieg teil und setzte nach seiner Rückkehr seine militärische Karriere erfolgreich fort. Er diente im Generalsstab der Kaiserlichen Armee und wurde als Militärattaché nach Deutschland entsandt. Während des Russisch-Japanischen Kriegs (1904 - 1905) war Nara Takeji Kommandeur der Unabhängigen Schweren Artillerie-Brigade. Nach dem Krieg und einem weiteren Besuch in Deutschland stieg er zum Stellvertretenden Kriegsminister auf. 1918 nahm er als Vertreter der japanischen Delegation an den Verhandlungen zum Versailler Vertrag teil. Im Anschluss wurde Nara Takeji Persönlicher Adjutant Kronprinz Hirohitos und wurde nach dessen Krönung zum Kaiser zum Chefadjutanten seiner Majestät des Kaisers ernannt. Er überwachte die Ausbildung des Kronprinzen in militärischen Angelegenheiten in Theorie und Praxis. 1921 gehörte er zum Gefolge Hirohitos auf dessen offizieller Europareise. 1924 wurde er zum General befördert, ab 1933 gehörte er dem Privaten Rat des Kaisers (Privy Council) an.109 Nach seinem Ausscheiden aus dem Militärdienst wurde er in den Stand eines Barons erhoben. Im Nachkriegsjapan war er Präsident (Chairman) des „Dai Nippon Butoku Kai“.110 Baron Nara Takeji starb am 21. Dezember 1962. Seine bis dahin wohlgehüteten Tagebücher aus der Zeit als Persönlicher Adjutant des Kaisers ermöglichten der Nachwelt bis dahin unbekannte Einblicke in die Gedanken und die Rolle des Tenno während des zweiten Weltkriegs.111
„Das Schwert ist die Seele des Samurai.“: Links Kaiser Hirohito mit Samuraischwert in prunkvoller Galauniform. Nicht weniger stolz posiert ein Leutnant der Kaiserlichen Armee mit seinem Gunto für den Fotografen, bevor er für Kaiser und Reich in den Krieg zieht. In der Schlacht vertrauten die Offiziere ihren Schwertern ihr Leben an, genauso, wie die Soldaten ihren Offizieren vertrauten und ihnen folgten, wenn die „letzten Samurai“ mit dem Schwert in der Hand ihre Männer zum Sturm auf die gegnerischen Stellungen anführten.
Pearl Harbor, Hawaii: Am Morgen des 7. Dezember 1941 greifen japanische Marineflieger die in Pearl Harbor vor Anker liegende Pazifikflotte der USA an. Bei dem Angriff wird ein Großteil der Flotte vernichtet oder zum Teil schwer beschädigt. Gleichzeitig beginnt die japanische Offensive gegen die britischen und niederländischen Kolonien in Südostasien. Damit weitet si...

Inhaltsverzeichnis

  1. Vorwort
  2. Inhaltsverzeichnis
  3. Widmung
  4. Besonderer Dank
  5. Schreibweise, Formatierung
  6. Bildmaterial, eigene Fotos
  7. Samuraischwerter für die Materialschlacht
  8. Minamoto Yoshichika Shodai und Nidai
  9. Minamoto Yoshichika Shodai
  10. Minamoto Yoshichika Nidai
  11. Krönungstachi von Minamoto Yoshichika
  12. Tamahagane oder „Juwelenstahl“ Eine historische Betrachtung
  13. Das Sinnbild vom zerbrochenen Schwert
  14. Das japanische Schwert als Kunstobjekt
  15. Kunstschwerter für den härtesten Nahkampf
  16. Minamoto Yoshichika, Shodai und Nidai Bildteil
  17. Shodai Minamoto Yoshichika mit Schneidetest von Hakudo Nakayama
  18. Nidai Minamoto Yoshichika in Gunto Koshirae
  19. Nidai Minamoto Yoshichika in Kai-Gunto Koshirae
  20. Der Yasukuni-Schrein
  21. Yasuoki
  22. Gunto, ihr Stellenwert in der Kaiserlichen Armee und ihre Bedeutung in der Schlacht
  23. Gunto, ihr Stellenwert in der Kaiserlichen Armee und ihre Bedeutung in der Schlacht Bildteil
  24. Kamikaze
  25. Shimpu Tokkotai
  26. Missionen der Shimpu Tokkotai – Bildteil
  27. Glossar
  28. Literaturverzeichnis Printmedien
  29. Literaturverzeichnis Wikipedia
  30. Weitere Internet-Quellen
  31. Impressum

Häufig gestellte Fragen

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