Blacktop Wasteland
eBook - ePub

Blacktop Wasteland

Kriminalroman

  1. 320 Seiten
  2. German
  3. ePUB (handyfreundlich)
  4. Über iOS und Android verfügbar
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Blacktop Wasteland

Kriminalroman

Über dieses Buch

Beauregard "Bug" Montage ist ein ehrlicher Automechaniker und liebender Familienmensch. Außerdem ist er von North Carolina bis Florida als bester Fluchtwagenfahrer der gesamten Ostküste bekannt. Bug saß aber lange genug im Gefängnis und weiß, dass er als Krimineller keine Zukunft hat. Als jedoch sein behutsam aufgebautes Familien- und Berufsleben aus finanziellen Gründen in Gefahr gerät, findet er sich schnell auf der schiefen Bahn wieder. Bei einem Banküberfall setzt er sich noch einmal hinters Steuer, weil er keine andere Wahl zu haben scheint, doch die Sache geht fürchterlich schief – und bald hat Bug nicht nur die Polizei im Nacken, sondern auch Gegner, die völlig unberechenbar sind...

Häufig gestellte Fragen

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1
Shepherd’s Corner, Virginia, 2012
Beauregard fand, dass der Nachthimmel wie ein Gemälde aussah. Lachen erfüllte die Luft, nur um sogleich von einer Kakofonie aufheulender Motoren übertönt zu werden, als der Mond hinter den Wolken hervorglitt. Der Bass des Soundsystems einer in der Nähe stehenden Chevelle schlug ihm so kräftig auf die Brust, als würde jemand eine Herzmassage bei ihm durchführen. Vor dem alten Mini-Markt parkten ungefähr ein Dutzend weitere Klassiker ohne erkennbares Muster: ein Maverick, zwei Impalas, mehrere Camaros und fünf oder sechs andere Exemplare aus der Blütezeit amerikanischer Muscle-Cars. Der Geruch von Benzin und Öl hing in der kühlen Luft. Und dann war da noch der schwere, beißende Gestank von Auspuffgasen und verbranntem Gummi. Ein Chor aus Grillen und Nachtschwalben versuchte vergeblich, sich Gehör zu verschaffen. Beauregard schloss die Augen und lauschte. Er konnte sie hören, aber nur so gerade eben. Sie schrien nach Liebe. Auch eine Menge Menschen verbrachten damit einen Großteil ihres Lebens, überlegte er.
Der Wind packte das Schild, das über seinem Kopf an der Querstange eines sechs Meter in die Höhe ragenden Pfostens hing. Es quietschte, als es in der Brise vor- und zurückschwang. Carter Speede Mart verkündete das Schild in großen schwarzen Buchstaben auf weißem Untergrund. An manchen Stellen war es bereits vergilbt. Die Buchstaben waren rissig und verschlissen. Die billige Farbe blätterte ab wie vertrocknete Haut. Das zweite E aus dem Wort Speedee war verschwunden. Beauregard fragte sich, was wohl aus Carter geworden war. Er fragte sich, ob auch er verschwunden war.
»Von euch Wichsern kann keiner gegen den legendären Olds anstinken! Eigentlich könnt ihr auch gleich nach Hause zu euren hässlichen Weibern abzwitschern. Wenn ihr Glück habt, kriegt ihr die Alte noch flachgelegt. Echt jetzt, gegen den legendären Olds habt ihr keine Chance! Der Wagen ist ratzfatz von null auf hundert. Fünfhundert Dollar, von einer Linie zur anderen. Ihr seid alle verdammt still. Kommt schon, der Olds hat schon viele Jungs nass gemacht. Mit dem Olds hab ich schon mehr Bullen abgehängt als die Duke Boys!«, krähte ein Typ namens Warren Crocker, der um seinen 76er Oldsmobile Cutlass stolzierte. Es war ein schönes Auto. Dunkelgrüne Karosse mit verchromten Mag-Felgen und Chrom-Zierleisten, die sich wie ein flüssiger Blitz über seine Oberfläche legten. Getönte Scheiben und Led-Lampen verliehen ihm ein ätherisch-bläuliches Schimmern wie bei einer biolumineszierenden Meereskreatur.
Beauregard lehnte an seinem Duster, während sich Warren über die Unbesiegbarkeit des Oldsmobile ausließ. Er ließ ihn reden. Gerede hatte nichts zu bedeuten. Gerede fuhr kein Auto. Gerede war nur Lärm. Er hatte tausend Dollar in der Tasche. Das war alles, was von den letzten beiden Wochen in der Werkstatt übrig geblieben war, nachdem die meisten Rechnungen bezahlt waren. Mit der Miete für das Gebäude, in dem sich seine Werkstatt befand, war er achthundert Dollar im Rückstand. Am Ende war’s auf die Wahl zwischen der Miete und der Brille für seinen Jüngsten hinausgelaufen. Und eigentlich war das keine echte Wahl. Also hatte er seinen Cousin Kelvin angesprochen und ihn gebeten herauszufinden, wo in der Nähe ein Straßenrennen lief. Kelvin kannte noch immer ein paar Typen, die wiederum ein paar Typen kannten, die wussten, wo die Rennen um echte Beträge gefahren wurden.
Und so waren sie kurz hinter der Grenze des Dinwiddie County gelandet, rund fünfzehn Kilometer von dem Messegelände entfernt, wo legale Beschleunigungsrennen stattfanden. Beauregard schloss wieder die Augen. Er lauschte auf Warrens im Leerlauf schnurrenden Wagen. Hinter all dem Geprahle und Machogerede hörte er ein unverwechselbares Ticken – mit einem der Ventile in Warrens Motor war etwas nicht in Ordnung.
Es gab zwei Möglichkeiten: Warren wusste davon, hielt es aber für einen zu vernachlässigenden Schaden, der durch die schiere Power des Motors mehr als ausgeglichen werden konnte. Vielleicht hatte er einen Nitro-Booster eingebaut und scherte sich nicht weiter um ein klapperndes Ventil. Oder aber er wusste nicht, dass es defekt war, und redete einfach nur einen Haufen Scheiße.
Beau nickte Kelvin zu. Sein Cousin war ein bisschen herumgeschlendert und hatte versucht, ein lukratives Rennen an Land zu ziehen. Vier Rennen waren bereits gelaufen, aber niemand hatte mehr als zweihundert Dollar setzen wollen. Das würde nicht reichen. Beau benötigte mindestens einen Einsatz von tausend Dollar. Er brauchte jemanden, der einen Blick auf den Duster mit seiner aufs Wesentliche reduzierten Karosserie warf und leicht verdientes Geld witterte.
Er brauchte ein Arschloch wie Warren Crocker.
Crocker hatte bereits ein Rennen gewonnen, aber das hatte stattgefunden, bevor sie eingetroffen waren. Im Idealfall hätte Beauregard den Mann gern fahren sehen, bevor er seinen Einsatz machte. Hätte gern gesehen, wie er am Steuer saß. Wie er mit der schlechten Asphaltdecke auf diesem Abschnitt der Route 83 zurechtkam. Aber Bettler können nicht wählerisch sein. Sie hatten die anderthalb Stunden hierher auf sich genommen, weil Beauregard wusste, dass im Red Hill County keiner mit ihm ein Rennen fahren würde. Nicht mit dem Duster.
Kelvin stellte sich Warren in den Weg, als dieser um seinen Wagen stolzierte. »Mein Kumpel da drüben hat zehn Freunde, die behaupten, er kommt im zweiten Gang auf hundertzehn, während du noch damit beschäftigt bist, deinen Arsch aus dem ersten zu ziehen«, sagte er. Seine dröhnende Stimme erfüllte die Nacht. Alles Geplapper verstummte. Die Grillen und Nachtschwalben steigerten sich in einen Rausch.
»Oder kannst du nur Sprüche klopfen?«, fragte Beauregard.
»Oooooooh Scheiße«, sagte jemand in der Menge, die sich nun um sie herum eingefunden hatte. Warren hörte mit seiner Prahlerei auf und stützte sich aufs Dach seines Wagens. Er war groß und dünn. Seine dunkle Haut schimmerte bläulich im Mondschein.
»Tja, das ist ja mal ne krasse Ansage, Arschloch. Hast du auch die nötige Kohle?«, fragte er.
Beauregard zückte seine Brieftasche und fächerte in seinen großen Händen zehn Hundertdollarscheine wie Spielkarten auf.
»Die Frage ist doch, ob du die Eier hast, mitzuhalten?«, sagte Kelvin und grinste Warren Crocker an wie ein Verrückter. Crocker schob seine Zunge in die Wange.
Sekunden verstrichen, und Beauregard spürte, wie sich ein Loch in seiner Brust auftat. Er sah die Rädchen in Warrens Kopf arbeiten und dachte einen Moment, er würde passen. Aber er wusste im Grunde, dass Warren das nicht tun würde. Wie könnte er auch? Er hatte sich weit aus dem Fenster gelehnt, und sein Stolz würde nicht zulassen, dass er jetzt kniff. Außerdem sah der Duster nicht besonders beeindruckend aus. Er war sauber, die Karosserie war rostfrei, aber die Kandierter-Apfel-Lackierung war nicht gerade showroomreif, und die Ledersitze waren hier und da spröde und rissig.
»Alles klar. Von hier bis zu der Eiche da vorn, die in der Mitte gespalten ist. Sherm passt auf die Kohle auf. Es sei denn, du willst um die Wagen selbst zocken«, sagte Warren.
»Nein. Er soll das Geld nehmen. Wer entscheidet, wer gewonnen hat?«, fragte Beauregard.
Sherm deutete mit einem Kopfnicken auf einen anderen Typen. »Jaymie und ich übernehmen das. Soll dein Mann mit?« Er piepste beim Reden.
»Ja«, sagte Beauregard.
Kelvin, Sherm und Jaymie sprangen in Sherms Wagen, einen mit Haftgrund überzogenen Nova, und fuhren zu der vierhundert Meter entfernten Eiche. Beauregard hatte seit ihrer Ankunft keine anderen Autofahrer gesehen. Die meisten Leute mieden diesen Streckenabschnitt und nahmen stattdessen die vierspurige Schnellstraße, die sich von der Interstate durch Shepherd’s Corner schlängelte. Der Fortschritt hatte diesen Teil der Stadt hinter sich gelassen. Die Gegend war so verlassen wie der Laden. Blacktop wasteland – eine Asphaltwüste, heimgesucht von den Geistern der Vergangenheit.
Er drehte sich um und stieg in den Duster. Als er den Wagen anließ, erklang der Motor wie ein Rudel wütender Löwen, und seine Vibrationen übertrugen sich auf die Lenksäule. Beauregard tippte einige Male aufs Gas, und aus den Löwen wurden Drachen. Er schaltete die Scheinwerfer ein. Die doppelte gelbe Mittellinie erwachte zum Leben. Er packte den Schaltknüppel und legte den ersten Gang ein. Warren rollte vom Parkplatz, und Beauregard zog neben ihn. Einer der Typen aus der Menge kam herbei und stellte sich zwischen sie. Er hob einen Arm und reckte ihn zum Himmel. Beauregard warf erneut einen Blick hinauf zu den Sternen und dem Mond. Aus dem Augenwinkel sah er, wie Warren sich anschnallte. Der Duster hatte keine Sicherheitsgurte. Sein Vater hatte immer gesagt, sollten sie jemals einen Unfall bauen, würden Sicherheitsgurte es dem Leichenbestatter nur unnötig schwer machen, sie aus dem Auto zu holen.
»Seid ihr bereit?«, brüllte der Typ zwischen ihnen.
Warren hob den Daumen.
Beauregard nickte.
»Eins, zwei … drei!«, schrie der Typ.
Das Geheimnis ist nicht der Motor. Natürlich gehört er dazu, aber er ist nicht das Wichtigste. Das Wichtigste,...

Inhaltsverzeichnis

  1. Cover
  2. Inhalt
  3. 1
  4. 2
  5. 3
  6. 4
  7. 5
  8. 6
  9. 7
  10. 8
  11. 9
  12. 10
  13. 11
  14. 12
  15. 13
  16. 14
  17. 15
  18. 16
  19. 17
  20. 18
  21. 19
  22. 20
  23. 21
  24. 22
  25. 23
  26. 24
  27. 25
  28. 26
  29. 27
  30. 28
  31. 29
  32. 30
  33. 31
  34. 32
  35. 33
  36. DANKSAGUNGEN