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- German
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eBook - ePub
7 Menschen auf Jesu Weg zur Hinrichtung
Über dieses Buch
"Wenn wir uns auf die Menschen einlassen, die Jesus auf seinem Weg zur Hinrichtung begleiten, werden wir selbst zu Passionsfiguren."Seit 2019 werden die Herzogenrather Passionspredigten einer breiteren Öffentlichkeit bekannt gemacht. Immer steht die Predigtreihe unter einem gemeinsamen Thema. Nach den 7 Todsünden und den 7 Worten Jesu am Kreuz setzten sich 2021 die Predigenden mit 7 Menschen auseinander, die Jesus auf dessen Weg zur Kreuzigung begegneten.
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Information
1 Nikodemus
Liebe Gemeinde,
stellen Sie sich bitte einmal vor, Sie hätten eine erwachsene, unverheiratete Tochter, die seit kurzem einen neuen Verehrer hat.
Der junge Mann würde Ihren Nachwuchs zuhause abholen, und Sie stünden am Küchenfenster hinter der Gardine, um die Szene unbemerkt zu beobachten.
Sie würden sehen, mit welchem freudestrahlenden Lächeln er Ihre Tochter anschaut, sie in den Arm nimmt und nach Ihrem Geschmack etwas zu lange küsst. Anschließend würden die beiden in das Auto steigen und davonfahren. Sie beruhigt ein wenig der Aufkleber auf dem Heck seines Autos, der ihn als Fan Ihres Lieblingsfußballvereins ausweist.
Anschließend gingen Sie ins Wohnzimmer, wo Sie zu Ihren Beobachtungen befragt würden. Man möchte von Ihnen wissen, ob der junge Mann ein geeigneter Kandidat wäre, Vater Ihrer zukünftigen Enkelkinder zu werden. Die einzig mögliche Antwort wäre vermutlich ein Schulterzucken. Wie sollten Sie auch eine so weitreichende Frage auf Grundlage einer so punktuellen Beobachtung beantworten?
So ähnlich geht es uns häufig, wenn wir aus der Entfernung von zweitausend Jahren biblische Personen beobachten und uns entscheiden sollen, welche Relevanz diese Betrachtung für unser zukünftiges Leben hat.
Wenn man von einigen wenigen Hauptpersonen absieht, die häufiger in unseren biblischen Texten vorkommen, haben viele Protagonisten nur einen einzigen Auftritt. Wir erfahren etwas über sie in genau einer Situation; eine innere Entwicklung, eine Tiefe im Charakter wird man dann vergeblich suchen.
Bei unserer ersten Person in der diesjährigen Passionspredigtreihe ist dies etwas anders. Nikodemus, der dreimal im Johannesevangelium Erwähnung findet, zeichnet sich dadurch aus, dass sein Verhalten variiert. Und es ist diese Vielschichtigkeit, diese Komplexität, die ihm einen Vorbildcharakter im Glauben verleiht.
Zum ersten Mal begegnet er uns im dritten Kapitel des Johannesevangeliums.
1 Unter den Pharisäern gab es einen, der Nikodemus hieß. Er war einer der führenden Männer des jüdischen Volkes.
2 Eines Nachts ging er zu Jesus und sagte zu ihm: »Rabbi, wir wissen: Du bist ein Lehrer, den Gott uns geschickt hat. Denn keiner kann solche Zeichen tun, wie du sie vollbringst, wenn Gott nicht mit ihm ist.«
3 Jesus antwortete: »Amen, amen, das sage ich dir: Nur wenn jemand neu geboren wird, kann er das Reich Gottes sehen.«
4 Darauf sagte Nikodemus zu ihm:»Wie kann denn ein Mensch geboren werden, der schon alt ist? Man kann doch nicht in den Mutterleib zurückkehren und ein zweites Mal geboren werden!«
5 Jesus antwortete: »Amen, amen, das sage ich dir: Nur wenn jemand aus Wasser und Geist geboren wird, kann er in das Reich Gottes hineinkommen.
6 Was von Menschen geboren wird, ist ein Menschenkind. Was vom Geist geboren wird, ist ein Kind des Geistes.
7 Wundere dich also nicht, dass ich dir gesagt habe: ›Ihr müsst von oben her neu geboren werden.‹
8 Auch der Wind weht, wo er will. Du hörst sein Rauschen. Aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er geht. Genauso ist es mit jedem, der vom Geist geboren wird.«
9 Nikodemus fragte Jesus noch einmal: »Wie kann das geschehen?«
10 Jesus antwortete: »Du bist Lehrer Israels und verstehst das nicht?
11 Amen, amen, das sage ich dir: Das, was wir wissen, davon reden wir. Und das, was wir gesehen haben, das bezeugen wir. Aber das, was wir bezeugen, nehmt ihr nicht an.
12 Ihr glaubt mir schon nicht, wenn ich zu euch von weltlichen Dingen spreche .Wie werdet ihr mir dann glauben, wenn ich zu euch von himmlischen Dingen rede?«
Johannes 3, 1-12, Basisbibel
Nikodemus, ein Pharisäer und führender Repräsentant des jüdischen Volkes, kommt im Schutze der Nacht zu Jesus.
Vermutlich möchte er nicht öffentlich mit Jesus in Verbindung gebracht werden, da der Rabbi aus Nazareth nicht in das Bild der religiösen Jerusalemer Führungsschicht passt. Zu eigen sind Jesu Ansichten, zu wenig Rücksicht nimmt er auf den realpolitischen Kurs, den die Tempelaristokratie im Verhältnis zur römischen Besatzungsmacht eingeschlagen hat.
Trotz dieser vermuteten Vorbehalte ist Nikodemus jedoch innerlich offen. Er bezeichnet Jesus als Rabbi, der von Gott gesandt sei und Zeichen tue. Vermutlich wollte Nikodemus mehr von Jesu Botschaft erfahren, von ihm lernen. Und es gibt tatsächlich noch viel, was er nicht versteht.
Jesus verknüpft im Gespräch das Reich Gottes mit der Wiedergeburt des Menschen. Für Nikodemus bleibt diese Aussage zunächst unverständlich, da er sie wortwörtlich versteht. Kein Mensch könne in den Mutterleib zurückkehren, um ein zweites Mal geboren zu werden. Jesus macht ihm klar, dass Wiedergeburt spirituell zu verstehen sei.
Wir kennen in unserer Alltagssprache die Redewendung „Ein neuer Mensch werden“, was vermutlich Ähnliches meint. Der Glaube an Gott drückt sich eben nicht primär in einem Fürwahrhalten theologischer Lehrsätze aus, sondern hat immer auch praktische Konsequenzen im Alltag von uns Christinnen und Christen.
Das macht uns nicht automatisch zu besseren Menschen, weil wir immer wieder mit unserer menschlichen Schwäche ringen müssen. Aber jemand, der neu Christ geworden ist, kann vermutlich nicht 1:1 sein altes Leben fortsetzen, sondern muss ein neuer Mensch werden.
Das Gespräch zwischen Nikodemus und Jesus endet unbefriedigend. Es ist nicht zu erkennen, dass das Unverständnis von Nikodemus sich am Ende in Erkennen wandelt. Dies eint Nikodemus mit einer ganzen Reihe anderer Figuren im Johannesevangelium, die ebenfalls nicht in der Lage waren, den Transfer von Jesu Botschaft hin auf eine spirituelle Bedeutungsebene zu vollziehen.
Einige Kapitel später dürfen wir ein zweites Mal Bekanntschaft mit Nikodemus machen.
45 Die Tempelwache kehrte zu den führenden Priestern und den Pharisäern zurück. Die fragten sie: »Warum bringt ihr ihn nicht mit?«
46 Die Männer antworteten: »Noch nie hat jemand so geredet wie dieser Mensch.«
47 Da entgegneten ihnen die Pharisäer: »Habt ihr euch etwa auch irreführen lassen?
48 Ist denn ein Mitglied des jüdischen Rats oder ein Pharisäer zum Glauben gekommen?
49 Aber das Volk, das das Gesetz nicht kennt, ist es: Verflucht sind sie!«
50 Da sagte Nikodemus, einer von ihnen, der Jesus früher einmal aufgesucht hatte:
51 »Seit wann kann man nach unserem Gesetz einen Menschen verurteilen, ohne ihn vorher anzuhören? Erst muss man doch wissen, was er getan hat!«
52 Sie gaben ihm zur Antwort: »Kommst du etwa auch aus Galiläa? Forsche doch in der Heiligen Schrift nach. Sieh doch ein: Aus Galiläa kommt kein Prophet!«
Johannes 7, 45-52, Basisbibel
Führende Vertreter der einflussreichen jüdischen Gruppen der Sadduzäer und Pharisäer sind zusammengekommen, um über Jesus zu beraten. Sie sind besorgt über die große Popularität, die Jesus beim Volke hat, und beratschlagen, was sie dagegen unternehmen könnten.
Es wird deutlich, dass sie einen Einsatz der Tempelwachen mehrheitlich befürworten, um Jesus auszuschalten. Und es ist Nikodemus, der ihnen entgegentritt. Er verteidigt Jesus an dieser Stelle nicht inhaltlich, er fordert stattdessen ein faires Verfahren. Und zu diesem fairen Verfahren gehört eine ordentliche Zeugenvernehmung. Niemand darf verurteilt werden, ohne dass er die Chance hat, sich zu verteidigen und die Vorwürfe zu entkräften.
Aus dem interessierten, aber noch nicht verstehenden Nikodemus der ersten Geschichte ist ein vorsichtig agierender, für die gerechte Sache eintretender Sympathisant geworden. In beiden Geschichten tritt Nikodemus jedoch nicht offen als Unterstützer Jesu auf, sondern er hält sich noch inhaltlich bedeckt.
Dies ist der Hintergrund, warum in der Kirchengeschichte die Bezeichnung Nikodemiten geringschätzig für alle gewählt wurde, die zwar an die richtige Sache glauben, aber nicht den Mut aufbringen, dies auch offen zu bekunden. Dieses Taktieren wurde nicht als Form der Klugheit gewertet, in einer feindlichen Umgebung das Überleben zu gewährleisten, sondern als Zeichen der Schwäche, nicht notfalls für seinen Glauben auch den Märtyrertod in Kauf zu nehmen. Eine doch recht einseitige und unfaire Deutung, wenn wir die letzte Belegstelle für das Auftreten von Nikodemus berücksichtigen.
38 Danach ging Josef aus Arimatäa zu Pilatus. Er bat ihn, den Leichnam von Jesus vom Kreuz abnehmen zu dürfen. Josef war ein Jünger von Jesus, aber nur heimlich, weil er Angst vor den jüdischen Behörden hatte. Pilatus erlaubte es ihm. Da ging Josef zum Kreuz und nahm den Leichnam ab.
39 Auch Nikodemus kam dazu, der früher einmal Jesus bei Nacht aufgesucht hatte. Er brachte eine Mischung aus Myrrhe und Aloe mit, über 30 Kilogramm.
40 Die beiden Männ...
Inhaltsverzeichnis
- Motto
- Inhaltsverzeichnis
- Vorwort
- 1. Nikodemus
- 2. Pilatus
- 3. Maria
- 4. Petrus
- 5. Magd mit unbekanntem Namen
- 6. Römischer Hauptmann
- 7. Judas
- Impressum