Beiträge zu einer Kritik der Sprache
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Beiträge zu einer Kritik der Sprache

  1. 2,200 Seiten
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Beiträge zu einer Kritik der Sprache

Über dieses Buch

"Im Anfang war das Wort." Mit dem Worte stehen die Menschen am Anfang der Welterkenntnis und sie bleiben stehen, wenn sie beim Wort bleiben. Wer weiter schreiten will, auch nur um den kleinwinzigen Schritt, um welchen die Denkarbeit eines ganzen Lebens weiter bringen kann, der muß sich vom Worte befreien und vom Wortaberglauben, der muß seine Welt von der Tyrannei der Sprache zu erlösen versuchen.

Häufig gestellte Fragen

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Anmerkungen

1) Im Spanischen hechizo und hechioero; wäre es nicht möglich, daß unser »Hexe«, dessen Kantsche Herleitung aus h. e. c (hoc est corpus) phantastisch, dessen Erklärung als Flurschädigerin oder Waldreiterin im Grunde nicht wissenschaftlicher ist, sich an das spanische hechizo (irgend ein germanisches Wort, dessen Anfang »hag« lautete, muß allerdings schon viel früher bestanden haben) in der Bedeutung angelehnt hätte? Die Sache, die christliche Hexe nämlich, kam uns aus Spanien und Südfrankreich. Sollte die Gleichung hechiceria — Hexerei wirklich nur Zufall sein?

Anmerkungen

1) Wenn aber Aristoteles einmal selbst sagt: »Die sich in Philosophie, Politik, Poesie oder Kunst ausgezeichnet haben, sind alle schwermütig gewesen,« so macht er eine feine Bemerkung, die freilich zu allgemein ausgedrückt ist und unsern Gegenstand nicht betrifft.
2) Ich bin gebeten worden, diese scheinbar geheimnisvolle Stelle deutlicher zu erklären. Ich will den Versuch wagen, trotzdem ich ja den Vorwurf des Geheimnisses (hinter dem sich wohl der Vorwurf der Sinnlosigkeit verbirgt) gleich beim ersten Aussprechen vermieden hätte, wenn ich für Mitteilung meiner Vorstellung eine gemeinsame Sprache zur Verfügung gehabt hätte. Ich will aber nur zwei Worte zur Vermeidung eines Mißverständnisses vorbringen. Die vierte und n-te Dimension ist ein Begriff, der seit Riemanns Schrift (1854, erst 1867 gedruckt; die Geometrie imaginaire geht über Bolyai, 1832, und Loabtschefskij, 1829, bis auf Gauß, seit 1799, zurück) den Mathematikern von Profession, der seit Helmholtz (Vortrag über den Ursprung u. Bedeutung d. geometrischen Axiome, 1870, Vortr. u. Red. II.) auch mir geläufig ist. Mit diesem Begriff hat meine Vorstellung nur das gemein, daß die Phantasie sich über den brutalen Glauben an die dreidimensionale Wirklichkeitswelt zu erheben sucht. Wir wissen nicht, was der Raum ist. Wir wissen aber auch nicht, was wir mit Dimension besagen. Dimension ist ganz gewiß nicht Richtung, wie es ordinär gedacht wird. Die Begriffe »Dimension«, »Richtung«, »Gerade« sind gleicherweise undefinierbar. Unser landläufiger Raum gestattet unendlich viele Richtungen anzunehmen. Wenn wir sagen, er habe drei Dimensionen, so meinen wir doch nur, daß jeder Raumpunkt sich durch drei Abmessungen oder Maße eindeutig bestimmen lasse. Die vierte bis n-te Dimension Riemanns bezieht sich nun auf den Raum. Einen Raum von vier und mehr Dimensionen stellen Riemann und Helmholtz in ihrer Phantasie her. Helmholtz nennt (Vorträge und Reden, II, 16) die Zeit eine einfache Mannigfaltigkeit, also eine Größe von einer Dimension. Was ist nun Dimension? Maß, Richtschnur, Ausdehnungsmaß, Maßregel. Ich finde das Wort nicht. Ich fasse das Wort Dimension etwa als Maßempfindung, Maßqualität. Da bleiben die bekannten drei Dimensionen des Raums für die Messung bestehen. Dazu tritt aber nun die Zeit als vierte Maßqualität mit einer eigenen vierten Koordinate. Oder Höhe, Breite und Tiefe werden als a, b, c der ersten Dimension oder Maßqualität, der des Raums, aufgezählt; dann zählt die Zeit als zweite Dimension oder Maßqualität. Meine Vorstellung ist: der dreidimensionale endliche Raum bewegt sich durch die eindimensionale unendliche Zeit und die endliche Zeit bewegt sich durch den ruhenden unendlichen Raum.
Ich sehe aber nicht, wie selbst aus der webenden Durcheinanderbewegung von Zeit und Raum die Wirklichkeitswelt entstehen könnte. Ich komme ohne eine noch weitere »Dimension« nicht aus. Auch Helmholtz verrät einmal, wider seinen Willen, daß er ohne Sprung nicht von der Geometrie in die Mechanik übergehen kann. Er sagt (s. 6), durch Bewegung eines Punktes entstehe die Linie, aus der Linie werde eine Linie oder Fläche, aus der Fläche eine Fläche oder ein Körper. Nein! Aus der Bewegung der Fläche (aus sich heraus) entsteht kein Körper. entsteht nur der dreidimensionale Raum, die räumliche Maßqualität für den Körper. Soll es eine Wirklichkeitswelt geben, so muß außer der Zeit und ihrer vierten Koordinate noch eine innere Bewegung hinzutreten, für deren Koordinate ich freilich kein Bild habe. Diese Bewegung wäre zu zählen als fünfte Dimension (wenn die Zeit nach ihrer Koordinate die vierte heißt), oder als dritte Dimension (wenn, wie ich oben versucht, die räumlichen Dimensionen als a, b, c der einen räumlichen Dimension gezählt werden) oder endlich als zweite Dimension (wenn man nämlich beliebt, Raum und Zeit als erste Maßqualität zusammenzufassen, den Raum mit seinen Dimensionen a, b, c als A. die Zeit als B dieser einen Dimension zu bezeichnen). Dann behielten wir für das Bild der Wirklichkeit zwei Maßqualitäten übrig, die raumzeitliche Dimension mit ihren Unterabteilungen und die Dimension der Kausalität. Das gäbe freilich eine neue Einteilung der Assoziationen.
3) Ich habe schon S. 653 darauf hingewiesen, wie der scheinbare Widerspruch (in der Lehre: daß die Erinnerung allein das principium individuationis sei) gelöst werden könne durch die Erfahrung, daß Gesamtindividuen wie Staaten und Völker, Familien und Regimenter ihre gemeinsame Erinnerung, also ein Ichgefühl besitzen. Nun möchte ich es wagen, das Ichgefühl des menschlichen Individuums noch näher mit dem offenbaren Ichgefühl der Bienen- und Ameisenstaaten zu vergleichen. Wir sehen, daß die einzelne Biene oder Ameise sich weit stärker von den Zwecken ihres Staates leiten läßt als von egozentrischen Gefühlen; das Ichgefühl des »Regiments« scheint lebhafter als das des einzelnen Tierchens. Der Bienenschwarm, der Ameisenstaat (Menschen nennen ihn einen »Haufen«) ist das Individuum. Wäre es nun undenkbar, daß auch der Mensch ein solches Gesamtindividuum wäre? Ein Zellenstaat, nicht nur im metaphorischen Sinne dieses bekannten Ausdrucks? Daß die unzähligen Blutkörperchen sich den Menschenleib bauen, wie die Bienen ihren Stock? Ich sehe deutlich die Gegeninstanzen, die Unähnlichkeiten: Daß nämlich die Bildungen des menschlichen Baues organisch bleiben. Die Bildungen des Bienenstocks sind mechanisch. Der Bienenstock hat kein Herz. Aber ich sehe auch die Ähnlichkeiten: Entstehen und Vergehen der Blutkörperchen, ihre kurze Lebensdauer von 3—4 Wochen, ihre individuellen amöboiden Bewegungen, ihre verschiedenen Arten (darunter die Phagozyten), endlich die Möglichkeit der Transfusion. (Vergl. Landois: 1. Physiol. 11. Aufl., 1905, S. 188 f., 2. Art. .Transfusion« in Eulenburgs Realenzyklopädie, wo die Lehre »die Seele wohnt im Blute« weit zurück verfolgt wird.) Ich sehe, wie bei einer Verwundung oder sonstigen Schädigung zahllose Blutkörperchen mit Selbstaufopferung herbeistürzen, den verletzten Bau auszubessern, — ganz so wie Ameisen zerstörte Teile ihres Baues ausbessern. Ich weiß, daß diese Vergleichung eben nur den Wert eines bildlichen Gesichtspunktes hat. Le moi c’est l’état. — Ganz anders als Transfusion lehrt auch Transplantation die Unbestimmtheit des Individualbegriffs. W. Roux kam schon 1895 (Ges. Abhandl. L 404) zu dem Satze: »Es gibt keine Individuen im strikten Sinne.« Und in der Schule der Entwicklungsinechanik ist es G. Born gelungen, zwei (auch drei) Froschlarven lebensfähig zu komponieren, physiologisch und zentral. »Unum vivum ex duobus ovis.« (Archiv f. Entwicklungsmech. IV. 610.)

Anmerkungen

1) Lilli Lehmann erzählte mir einmal, sie hätte — ebenfalls in Prag — ziemlich spät die Entdeckung gemacht, dass »küß‘t’hant« nicht ein zweisilbiges tschechisches Wort wäre.
2) Es ist dem Forscher passiert, dass wenigstens einer der Herren, die ihm psychologisches Material zu liefern hatten, sich über ihn lustig machte und ihm einen Bären nach dem andern aufband. Meringer führt diesen Spaßvogel ganz ernsthaft als seinen Freund Mu. ein. Es kann kein Zweifel sein. »Du leichst dir merk seinen Namen« (anstatt: du merkst dir leicht) oder »Mastrostochsbraten« (anstatt: Mastochs usw.) oder »Offiziere mit aufgespanntem Säbel« und andere Scherze des Freundes Mu.
3) Selbst Whitney kämpft noch gegen diese Annahme mit dem freilich ganz hübschen Scherze, ein kleines Mädchen habe einmal gesagt: »So groß (wie ein kleines Püppchen) hat mich Gott geschaffen; so groß (sie zeigt ihre übrige Länge) bin ich selbst gewachsen.«
4) Als ein kleiner Beitrag zu der Art, wie geflügelte Worte entstehen können, mag es hier verzeichnet werden, dass der arme Mendelssohn Kant »den alles zermalmenden« nannte in einem Satze (»Morgenstunden«, Vorrede), in dem er zugeben muß, keines der kritischen Werke Kants gelesen zu haben.
5) In seiner gründlichen Abhandlung »Hamanns Sprachtheorie« (1905) wendet sich R. Unger gegen meine Vermutung einer starken Einwirkung von Vico auf Hamann. Vielleicht mit Recht. Obgleich der Brief an Herder (22. Dez. 1777) offenbar gleich nach Lesen der Einleitung von Vicos Buche geschrieben ist und doch schon sprachphilosophisches Interesse verrät. Übrigens bestreitet auch Unger nicht die geistige Verwandtschaft beider Männer.
6) Seit dem Erscheinen der ersten Auflage ist bereits mehrfach der Versuch gemacht worden, den Phonographen in den Dienst des Sprachstudiums und des Eindringens in Aussprache und Melodik »wilder« Völker zu stellen.
7) Herr Gerichtsrat Hesse scheint bei einer neuen Kurzschrift auch die obigen Anregungen beachtet zu haben. (Jenaische Zeitung, 21. Juli 1911.)
8) Das Wort »Aeonen« ist selbst wieder ein anderes Beispiel für den Wandel im Maße der Zeitvorstellungen. Es bedeutete im Griechischen ursprünglich die Lebenszeit. Erst über die Tollhausideen der Gnostiker hinweg gewann es die Bedeutung ungemessener Zeiträume. In diesem Sinne wird es bei uns erst seit der Mitte des 18. Jahrhunderts gebraucht, anfangs unter dem Spotte der Zeitgenossen.

Anmerkungen

1)Ich finde eine Anregung zu diesem »System« bei S. Maimon in seiner »Lebensgeschichte« II. 19 u. 20 Anmerk. (s. 377 der von J. Fromer besorgten neuen Ausgabe); Maimon macht auf hebräische Worte aufmerksam, die z. B. solche Gegensätze wie zernichten und hervorbringen bedeuten, und nennt solche Worte »gemeinschaftliche Ausdrücke«.
2)Ich habe inzwischen, seit der Veröffentlichung der ersten Ausgabe, dem ehemaligen Autodidaktentum ein ordentliches Studium (bei J. Lüroth) folgen lassen dürfen; der verehrte Lehrer hat meiner alten Darstellung des Differentialbegriffs zugestimmt.
3)Man möchte unser gutes altes Relativpronomen »welcher« am liebsten völlig ausrotten; ich habe mich mit Vorteil daran gewöhnt, »der, die, das« zu schreiben, wenn der Relativsatz fast bedeutungslos nur ein Epitheton ersetzt, welcher« usw. jedoch, wenn der Relativsatz eine Begründung mitenthält. Ich empfehle diese Unterscheidung zur Nachahmung.

Anmerkungen

1) Sein Gedicht »Gingo biloba« im Buche Suleika entnimmt das schöne Bild von der Blattform der Pflanze, die nicht mit Sicherheit bestimmt werden könne.
2) Essentia kommt allerdings schon bei den vorchristlichen Römern vor, wird aber noch von Augustinus als ungebräuchlich entschuldigt (De Trinitate VIII).
3) Ich meine das so: solange man von Vorstellungen redet und psychologische Fachausdrücke gebraucht, solange ist es auch ein Ich, das apperzipiert; läßt man aber die Psychologie und das Ich beiseite, redet man physiologisch von Bewegung, so darf man nicht an Vorstellungen denken.
4) »Antäus« heißt das bedeutende, fast sprachkritische Buch gegen Hegel (1831) von O. f. Gruppe; ich hoffe, bald einen Neudruck veranstalten zu können.
5) Inzwischen habe ich erfahren, dass Kepler bezüglich der Ptolemäischen Gesetze den gleichen Scherz gemacht habe: der Planet müßte eigentlich Mathematik verstehen, um diese ideellen geometrischen Kategorien sich vorstellen zu können. (Goebel: Keplers astronomische Anschauungen S. 12.) — Die Vorstellungen Keplers sind »richtiger« als die Vorstellungen der Alten; aber das Verhältnis zwischen den Erscheinungen und ihren »Gesetzen« hat sich eben nicht verändert.
6) Wenn ich die kühne Phantasie neuester »transzendenter« Physiker recht verstehe, so soll diese Lichtgeschwindigkeit teils als relativ, teils als die äußerste, in der Welt vorstellbare Geschwindigkeit aufzufassen sein. Dann wäre aber (ich kann mir nicht helfen) 300000 km = unendlich schnell. Doch nicht die Zahl? Warum just Kilometer? Wie die Temperatur von 273° unter Null für die absolute Kälte erklärt wird. Warum just Grade? Auch wäre es dann (wieder für den Relativismus) schlecht bestellt um die Hoffnung, durch die Länge der Lichtwelle den Raum, durch ihre Schwingungsdauer die Zeit »absolut« messen zu können.
7) Der herrliche Kepler wird nicht verkleinert, wenn ich leugne, dass er seine Astronomie »ohne Hypothesen« (Goebel: »Keplers astronomische Anschauungen«) errichtet habe; das wäre am wenigsten für den fast dichterischen Geist Keplers möglich gewesen. Er hat übrigens durch seine induktiv erschlossene Deutung der Planetenbewegung einem Newton das Problem der Kontinuität und damit die Aufgabe der Infinitesimalrechnung hinterlassen.
8) Haller war durchaus nicht der Pedant, als der er in den tollen, leider nicht ganz unverdienten Satiren des prächtigen Lamettrie erscheint; was er gegen die neue Terminologie einzuwenden hatte, mochte außer dem Physiologen auch der Dichter Haller diktiert haben. (Über das Verhältnis von Haller und Lamettrie vergleiche man das lesenswerte Büchlein »Die Satiren des Herrn Maschine« von E. Bergmann.)
9) Die biblische Erzählung (Moses I. 2), dass Adam den Geschöpfen ihre Namen gegeben habe, erwähne ich nur, um die tollen orientalischen Legenden anknüpfen zu können, zu denen der kindliche Bericht sich ausgestaltet hat. Satan war zornig über den Vorrang des Menschen; er wollte sich vor dem Herrn an Klugheit...

Inhaltsverzeichnis

  1. Inhaltsübersicht
  2. ERSTER BAND: ZUR SPRACHE UND PSYCHOLOGIE
  3. ZWEITER BAND: ZUR SPRACHWISSENSCHAFT
  4. DRITTER BAND: ZUR GRAMMATIK UND LOGIK
  5. Anmerkungen zu I,1
  6. Anmerkungen zu I,2
  7. Anmerkungen zu II
  8. Anmerkungen zu III,1
  9. Anmerkungen zu III,1
  10. Inhaltsverzeichnis