Der Staufer-Kaiser Friedrich der II. und seine Zeit
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Der Staufer-Kaiser Friedrich der II. und seine Zeit

Geschichte/Mittelalter

  1. 14 Seiten
  2. German
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  4. Über iOS und Android verfügbar
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Der Staufer-Kaiser Friedrich der II. und seine Zeit

Geschichte/Mittelalter

Über dieses Buch

Kaiser Friedrich II. (1212 - 1250) wurde bereits von Zeitgenossen als "Staunen der Welt" oder "Verwandler der Welt" bezeichnet. In einer Zeit, in der die Wissenschaften ihren ersten großen Aufschwung in Europa nahmen, in der die höfische Kultur ihren Höhepunkt erreichte und gleichzeitig die Armutsbewegungen die Menschen ergriff, herrschte Friedrich II. in seinem Königreich Sizilien mit strengen Gesetzen. Die Vorlesung bietet ein Panorama der vielfältigen religiösen, kulturellen und politischen Komponenten, von denen Europa in neuartiger Weise befruchtet wurde.

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Information

1. Das „Staunen der Welt“

Der Staufer Friedrich II. galt zu allen Zeiten als ein Kaiser ungewöhnlicher Art. Bei seinem Tod im Jahre 1250 vermerkte ein englischer Chronist (Matthäus Parisiensis), Friedrich sei geradezu das „Staunen der Welt“ gewesen: stupor mundi. Er habe als „Verwandler der Welt“ gewirkt, als immutator mundi. Alle Herrscher Europas hätten auf diesen Kaiser geblickt.
Friedrich II., der Sohn des Staufers Heinrich VI. und der normannischen Königstochter Konstanze, wurde 1194 geboren. In Palermo, einer von arabischer Kultur geprägten, reichen Stadt wuchs er auf. 1212, als 17jähriger, kam er ins Reich nördlich der Alpen und wurde zum deutsch-römischen König gewählt. Doch schon wenige Jahre später, 1220, verließ er Deutschland und ließ sich in Rom zum Kaiser krönen. Die folgenden Jahre verbrachte er damit, das Königreich Sizilien, das er als Erbe mütterlicher-seits ansah, zu einer straff organisierten Monarchie umzugestalten. In Süditalien und Sizilien entstanden zahlreiche Kastelle und Verwaltungszentren. Mit Gesetzen und einer – in der 1224 gegründeten Universität Neapel – juristisch geschulten Beamtenschaft schuf er eine Art frühmoderner Verwaltung.
Zum Verhängnis wurde ihm sein Kampf mit dem Papst. Weil er sein Kreuzzugsgelübde lange Zeit nicht erfüllte, belegte ihn das Oberhaupt der Kirche mit dem Bann. Als Friedrich II. 1228 aber dann doch ins Heilige Land aufbrach und dort mit dem Sultan al-Kamil im Jahr darauf einen zehnjährigen Waffenstillstand vereinbarte, wuchs die Empörung des Papstes und seines Anhangs ins Grenzenlose. Wie konnte ein christlicher Kaiser einen Vertrag mit den Gottlosen, mit den Ungläubigen, mit den Heiden schließen? Welch ein Verrat an der Christenheit!
Das Verhältnis zwischen Kaiser und Papst war fortan zerrüttet. Bald begann ein beispielloser Propaganda-Krieg, in dem Friedrich II. als Vorbote des Antichristen oder als Antichrist selbst gebrandmarkt wurde.
Die päpstliche Seite konnte dabei auf das außerordentliche wissenschaftliche Interesse des Staufers verweisen. Friedrich II. umgab sich mit herausragenden Gelehrten, mit denen er tiefgründige Erörterungen über das Wesen und die Unsterblichkeit der Seele, über die Weite des Firmaments, über die Ewigkeit der Welt und über den Zweck der Theologie führte.
Auch die Beobachtung, dass ein Stern bei seinem Aufgang am Himmel größer erscheint als im Zenit oder dass ein Ruder als gekrümmt wahrgenommen wird, sobald man es teilweise ins Wasser taucht, beschäftigte ihn. Besonders intensiv widmete er sich der Dressur der Falken, die ihn zu einer genauen Beobachtung der gesamten Vogelwelt seiner Zeit veranlasste. Mit seinem „Buch über die Kunst mit Vögeln zu jagen“ (Liber de arte venandi cum avibus) schuf er selbst ein naturwissenschaftliches Werk von größter Präzision.
Diese Wissbegier wurde ihm aber von seinen Gegnern als menschenverachtende und gotteslästerliche Einstellung verübelt. Man verbreitete abscheuliche Geschichten von Experimenten an Männern und Kindern. Außerdem warf man ihm vor, er neige dem muslimischen Glauben zu, verkehre mit muslimischen Mädchen und bezeichne Jesus Christus als einen der drei großen Betrüger der Menschheit. Auf dem Konzil von Lyon 1245 wurden alle diese Vorwürfe gebündelt und zur Grundlage gemacht für die Absetzung des Kaisers und seinen Ausschluss aus der Kirche. In Reaktion darauf entfaltete Friedrich II. eine Schreckensherrschaft, die dem päpstlichen Ziel, das gesamte Staufergeschlecht zu vernichten, noch weitere Rechtfertigung bot.
So entstand das Bild von einer einzigartigen Kaiserpersönlichkeit, die in grenzenloser, ja unfassbarer Weise neue Dimensionen politischer und gesellschaftlicher Ordnung sowie wissenschaftlicher Umdeutung traditioneller Werte eröffnete.
Von einer derartigen Übersteigerung individueller Wirkmächtigkeit geht die moderne Forschung heute freilich ab. Sie richtet den Blick vielmehr auf die Rahmenbedingungen der Zeit – und hier lässt sich sogleich erkennen, dass man an Kaiser Friedrich II. vieles nur dann verstehen kann, wenn man sich der Spannungen und der Dynamik bewusst wird, von denen die Epoche um 1200 bestimmt war.

2. Kreuzzug als „Leitidee“ der Epoche

Die Jahre um 1200, so kann man die Entwicklungen zusammenfassen, leiteten geistige, religiöse, wirtschaftliche, soziale und politische Umwälzungen von enormer Tragweite ein. Von ihnen wurde das künftige Bild des ganzen europäischen Kontinents geprägt. Die Jahrzehnte von etwa 1180 bis 1250 bedeuten geradezu eine Schlüsselepoche für die weitere Ausformung der politischen und ge-sellschaftlichen Ordnung, auch wenn die Wurzeln der neuen Denk- und Ordnungsmodelle vielfach weiter zurückreichten.
Als eines der Kennzeichen dieser Epoche wird man die Kreuzzugsbewegung nennen müssen. Am 4. Juli 1187 hatte das Heer Sultan Saladins (1169-1193) bei den „Hörnern von Hattin“ nördlich von Nazareth dem Kreuzfahrerheer eine vernichtende Niederlage zugefügt. Die Schlacht, die zu den folgenreichsten des Mittelalters...

Inhaltsverzeichnis

  1. 1. Das „Staunen der Welt“
  2. 2. Kreuzzug als „Leitidee“ der Epoche
  3. 3. Fürstenherrschaft, Macht und Geld
  4. 4. Das Königreich Sizilien und die Strenge des Gesetzes
  5. 5. Alternative Lebensentwürfe und die Kraft des Fegefeuers
  6. 6. Der „Hammer der Welt“
  7. 7. Literaturhinweise