Luzern entdecken
  1. 342 Seiten
  2. German
  3. ePUB (handyfreundlich)
  4. Über iOS und Android verfügbar
eBook - ePub

Über dieses Buch

Der Führer ""Luzern entdecken"" wurde von kompetenten Fachleuten für interessierte Einheimische sowie für entdeckungsfreudige Gäste aus nah und fern verfasst. Er liegt nun in aktualisierter Neuauflage in Deutsch und Englisch vor. Die Stadt wird mit 11 Rundgängen, einem Stadtporträt und einem informativen, komplett überarbeiteten Serviceteil umfassend dargestellt. Der handliche Stadtführer zeigt mehr als nur die Highlights von Luzern. Er begleitet die Besucherinnen und Besucher auch zu den verborgenen Winkeln der Stadt und porträtiert Luzern als historisch gewachsenen, kulturell und gesellschaftlich lebendigen Ort. - Ein Stadtporträt macht die Besucherinnen und Besucher mit Luzern vertraut. Seiner Geschichte, seinen Bewohnern und seinen Festen. - Elf Rundgänge und verschiedene Ausflüge bieten den Besuchern Gelegenheit, die Stadt und ihre Umgebung auf individuelle Art kennen zu lernen. - Der Serviceteil enthält aktuelle Informationen zu Kultur und Unterhaltung, ausgewählte Hotels und Restaurants sowie allgemeine Angaben zur touristischen Infrastruktur.

Häufig gestellte Fragen

Ja, du kannst dein Abo jederzeit über den Tab Abo in deinen Kontoeinstellungen auf der Perlego-Website kündigen. Dein Abo bleibt bis zum Ende deines aktuellen Abrechnungszeitraums aktiv. Erfahre, wie du dein Abo kündigen kannst.
Nein, Bücher können nicht als externe Dateien, z. B. PDFs, zur Verwendung außerhalb von Perlego heruntergeladen werden. Du kannst jedoch Bücher in der Perlego-App herunterladen, um sie offline auf deinem Smartphone oder Tablet zu lesen. Weitere Informationen hier.
Perlego bietet zwei Abopläne an: Elementar und Erweitert
  • Elementar ist ideal für Lernende und Profis, die sich mit einer Vielzahl von Themen beschäftigen möchten. Erhalte Zugang zur Basic-Bibliothek mit über 800.000 vertrauenswürdigen Titeln und Bestsellern in den Bereichen Wirtschaft, persönliche Weiterentwicklung und Geisteswissenschaften. Enthält unbegrenzte Lesezeit und die Standardstimme für die Funktion „Vorlesen“.
  • Pro: Perfekt für fortgeschrittene Lernende und Forscher, die einen vollständigen, uneingeschränkten Zugang benötigen. Schalte über 1,4 Millionen Bücher zu Hunderten von Themen frei, darunter akademische und hochspezialisierte Titel. Das Pro-Abo umfasst auch erweiterte Funktionen wie Premium-Vorlesen und den Recherche-Assistenten.
Beide Abopläne sind mit monatlichen, halbjährlichen oder jährlichen Abrechnungszyklen verfügbar.
Wir sind ein Online-Abodienst für Lehrbücher, bei dem du für weniger als den Preis eines einzelnen Buches pro Monat Zugang zu einer ganzen Online-Bibliothek erhältst. Mit über 1 Million Büchern zu über 1.000 verschiedenen Themen haben wir bestimmt alles, was du brauchst! Weitere Informationen hier.
Achte auf das Symbol zum Vorlesen bei deinem nächsten Buch, um zu sehen, ob du es dir auch anhören kannst. Bei diesem Tool wird dir Text laut vorgelesen, wobei der Text beim Vorlesen auch grafisch hervorgehoben wird. Du kannst das Vorlesen jederzeit anhalten, beschleunigen und verlangsamen. Weitere Informationen hier.
Ja! Du kannst die Perlego-App sowohl auf iOS- als auch auf Android-Geräten nutzen, damit du jederzeit und überall lesen kannst – sogar offline. Perfekt für den Weg zur Arbeit oder wenn du unterwegs bist.
Bitte beachte, dass wir Geräte, auf denen die Betriebssysteme iOS 13 und Android 7 oder noch ältere Versionen ausgeführt werden, nicht unterstützen können. Mehr über die Verwendung der App erfahren.
Ja, du hast Zugang zu Luzern entdecken von Paul Rosenkranz,Mathias Steinmann,Pirmin Bossart, Jürg Stadelmann,Josef Brülisauer,Jürg Schoedler,Ruedi Meier,Silvia Hess,Mathias Steinmann, Jürg Stadelmann, Josef Brülisauer, Jürg Schoedler, Ruedi Meier, Silvia Hess, Mathias Steinmann im PDF- und/oder ePub-Format sowie zu anderen beliebten Büchern aus Desarrollo personal & Viajes. Aus unserem Katalog stehen dir über 1 Million Bücher zur Verfügung.

Information

Jahr
2019
ISBN drucken
9783859329799
eBook-ISBN:
9783039220465
Rundgang A
Durch die Gassen der Altstadt
Peterskapelle – Kapellplatz – Kornmarkt – Rathaus – Am-Rhyn-Haus – Hirschenplatz – Süesswinkel – Weinmarkt – Metzgerrainle – Weinmarktbrunnen – Mühlenplatz
Dauer: ca. 1 ½ Std.
Ein Rundgang durch die Gassen und über die Plätze der Altstadt vermittelt vor allem einen Eindruck der politischen und wirtschaftlichen Geschichte Luzerns. Bereits der alte Name Grossstadt oder auch «meren stat» im Gegensatz zur linksufrigen Kleinstadt oder «minre stat» verweist auf die dominante Stellung dieses Stadtteils im Mittelalter.
Auch Johann Wolfgang von Goethe logierte bei seinem Aufenthalt in Luzern in diesem Hause.
An der Weggisgasse brannte 1444 eine Häuserzeile. Diebold Schilling berichtet (Chronik 1513) von diesem Grossbrand, der andernorts nicht nachgewiesen ist.
In der Grossstadt befanden sich die erste städtische Kirche, die Marktstätten und das Rathaus. Die ältesten Siedlungskerne der Stadt lagen bei der Peterskapelle und rund um den Marktplatz, Zentrum und Herz der werdenden Stadt im südwestlichen Teil des heutigen Weinmarkts. Bereits im 13. Jahrhundert bildete die Grossstadt ein von einer einfachen Befestigung umgebenes, geschlossenes Siedlungsgebiet. Mit dem Bau des zweiten Befestigungsrings ab 1367, der Museggmauer, erreichte die Grossstadt flächenmässig ihre heutige Ausdehnung.
Bis ins 15. Jahrhundert gab es in Luzern nur wenige Steinhäuser. Die meisten Wohnhäuser bestanden aus Holz und entsprechend gross war die Brandgefahr. Die Chroniken berichten immer wieder von verheerenden Feuersbrünsten; eines der verbrannten Tafelbilder der Kapellbrücke zeigte den Brand der Grossstadt von 1340. Mit Subventionen und Verboten förderte der Rat den Bau von Steinhäusern. Seit dem 16. Jahrhundert liessen sich die in fremden Staats- und Kriegsdiensten zu Ruhm und Reichtum gelangten Luzerner Patrizier grosszügige und repräsentative Wohnbauten errichten. Die heute noch nach den Namen der Familien benannten Häuser prägten mit ihrer üppigen Fassadenmalerei, mit architektonischen Verzierungen und bildhauerischem Schmuck die Gassen und Plätze der Grossstadt.
Mit der raschen städtebaulichen Entwicklung Luzerns im 19. Jahrhundert verloren die engen Gassen und die Plätze der Grossstadt ihre Bedeutung als politische, religiös-kultische oder wirtschaftliche Zentren. Viele gewerbliche Betriebe wurden an den Stadtrand verlegt und bauliche Eingriffe wie der Abbruch der Hofbrücke und die Aufschüttung der Uferanlagen, die Schleifung eines Teils der Befestigungsanlagen und der Neubau zahlreicher mehrgeschossiger Wohn- und Geschäftshäuser veränderten das Stadtbild massiv. Zu den wohl schmerzlichsten Verlusten zählt der Abbruch des spätgotischen Hertensteinhauses am Kapellplatz im Jahr 1825; das mit aussergewöhnlichen Fresken der beiden Hans Holbein, Vater und Sohn, geschmückte Haus war das herausragende Beispiel spätmittelalterlicher Fassadenmalerei in Luzern. Immerhin löste der Abbruch die Debatte um Bewahrung und Erneuerung von Alt-Luzern aus. Nachdem die Stadt Luzern als touristische Kulisse entdeckt war, setzten sich die Heimatschutzbewegung und Fremdenverkehrskreise für den Erhalt ihres mittelalterlichen Charakters ein. Zahlreich sind die neugotischen Umbauten um 1900. Mit gotisierenden Giebeln und Erkern sowie historistischen Fassadenmalereien sollte der mittelalterliche Charakter Luzerns im Zeitalter der Modernisierung bewahrt werden.
Heute zeigt sich die Grossstadt als buntes Neben- und Durcheinander von Alt und Neu, von Echt und Falsch. Wertvolle historische Substanz und Neubauten von hoher Qualität stehen neben ausgekernten Bauten mit kaschierenden Fassaden und anderen Bausünden der Nachkriegszeit.
Vom Kapellplatz zum Kornmarkt
Der Rundgang beginnt bei der ältesten innerhalb der Stadtmauern gelegenen Kirche, der Peterskapelle (Nr. 1). Das Alter der erstmals 1178 erwähnten Kapelle ist ungewiss, man nimmt jedoch an, dass hier bereits im frühen Mittelalter eine karolingische Kirche stand. Obwohl die Peterskapelle nie eine eigenständige Pfarrkirche war, bildete sie den religiösen Mittelpunkt der werdenden Stadt. Der Leutpriester war für die Seelsorge der Stadtbevölkerung verantwortlich. Die Peterskapelle diente aber auch als Versammlungsort der weltlichen Gemeinde. Hier schwor die Bürgerschaft jeweils den Eid und wählte den Rat. Nach einer Sanierung und Neugestaltung des Innenraums wird die Peterskapelle seit 2019 als City-Pastoral-Kirche genutzt. Neben den Gottesdiensten finden hier auch kulturelle Veranstaltungen wie Lesungen, Konzerte oder Ausstellungen statt.
Stilistisch ist die seit dem 12. Jahrhundert immer wieder veränderte Peterskapelle nur schwer einzuordnen. Ihre heutige Form erhielt sie im Wesentlichen durch eine Umgestaltung zwischen 1746 und 1751. An der Südfassade zur Reuss ist ein Steinrelief mit Christus am Ölberg aus dem frühen 16. Jahrhundert eingelassen. Das Innere wird durch die weite, fast quadratische Halle des Schiffs mit einer leicht gewölbten Decke bestimmt. Im kleinen Altarraum stehen drei um 1840 geschaffene klassizistische Altäre mit Gemälden des Stanser Malers Melchior Paul von Deschwanden. Zur Ausstattung gehört ein gotisches Kruzifix aus dem 14. Jahrhundert und das Arbedo-Gedenkwappen, eine Engelsfigur mit den beiden Wappenschildern Luzern und Uri, die an die Waffenbrüderschaft in der Schlacht um Arbedo 1422 erinnert.
Bei der Peterskapelle, auf dem Kapellplatz (Nr. 2), lag der erste urkundlich erwähnte Friedhof der Stadt. Eine Bestattungsverordnung aus dem 13. Jahrhundert erwähnt Kinder, Unverheiratete, Knechte, Mägde und Fremde, die hier beerdigt wurden. Im 16. Jahrhundert hob der Rat den Friedhof auf und errichtete die Sust, ein Kornmagazin und Warenlager der Kaufleute. Das heutige Erscheinungsbild erhielt der Platz mit dem Abbruch des Sustgebäudes 1862. An den Kapellplatz grenzen verschiedene stattliche Bürger- und Patrizierhäuser. Das Engelbergerhaus (Kapellplatz 2) und das Haus Schwytzer von Buonas (Kapellplatz 3), beide im späten 18. Jahrhundert umgebaut, sind typische Beispiele für das barocke Reihenhaus. Auf der anderen Platzseite befindet sich das zu Beginn des 17. Jahrhunderts errichtete und später mehrmals umgestaltete Balthasarhaus (Kapellplatz 7). Der Fritschibrunnen im Stil der Neurenaissance stammt aus dem Jahr 1918. Er erinnert an die legendäre Fasnachtsgestalt des «Bruders Fritschi» (s. auch S. 60).
Kornmarkt und Rathaus
Durch die Kapellgasse gelangt man zum Kornmarkt (Nr. 3). Dieser fast quadratische Platz hat seinen Namen von den mittelalterlichen Kornhäusern, die sich hier befanden. Mit dem Neubau des Rathauses (Nr. 4) erhielt er sein heutiges Aussehen und wurde zum politischen Zentrum der Stadt.
Bereits vor 1300 besass die Stadt Luzern ihr erstes Rathaus. Das beim Fischmarkt gelegene, 1318 erstmals erwähnte Gebäude war Ausdruck des Selbstbewusstseins der Bürgerschaft und der zunehmenden Emanzipation gegenüber den Stadtherren. Zwischen 1429 und 1447 wurde auf dem Kornmarkt in drei Etappen ein neues, gotisches Rathaus errichtet, das indessen bereits gegen Ende des 16. Jahrhunderts wegen eines mangelhaft ausgeführten Umbaus wieder abgebrochen werden musste und durch den heutigen Bau ersetzt wurde. Dieses zwischen 1602 und 1606 vom Werkmeister Anton Isenmann aus Oberitalien erbaute Rathaus gehört zu den wichtigsten profanen Renaissancebauten der Schweiz. Der repräsentative Bau zeigt eine eigenwillige Verschmelzung einheimischer und italienischer Bautradition; während das weit ausladende, abgewalmte Satteldach und die Raumordnung lokale und vor allem auch bäuerliche Elemente aufweisen, ist der einem Palazzo ähnliche Charakter mit den Rustikaquadern der Sockelgeschosse von der italienischen Renaissance beeinflusst. Die zweigeschossige, zur Reuss hin dreigeschossige Fassade ist reich verziert; Fruchtgehänge und antikisierende Büsten schmücken die Friese über den Fenstern. Im Portal des Treppenturms sitzen, flankiert von zwei korinthischen Säulenpaaren, zwei Relieffiguren als Allegorie der Gerechtigkeit und Mässigkeit – wenn auch nur als Kopien. Ebenfalls eine Rekonstruktion ist das von zwei Löwen gehaltene Luzerner Wappenschild über dem Fries.
Am Fritschibrunnen neben der Peterskapelle (Nr. 1) sind die Masken der Fritschifamilie angebracht.
Das Rathaus war ein Mehrzweckgebäude. Über dem Keller befand sich im Erdgeschoss eine grosse Korn- und Kaufhalle. Diese so genannte Kornschütte wird heute hauptsächlich als Ausstellungs- und Empfangsraum genutzt. Die eigentlichen Ratsstuben befinden sich im Obergeschoss. Der äusseren Erscheinung entsprechend sind auch diese Räume sehr repräsentativ und prunkvoll gestaltet, so der im Stil Louis XVI gehaltene Tagsatzungssaal (um 1785) mit den Porträts der Schultheissen der Stadt Luzern und Gemälden zur Schweizergeschichte, der Rats- und Gerichtssaal von 1605 mit einer aussergewöhnlichen Kassettendecke und prachtvoller Täferung sowie das Vorzimmer zum Ratssaal, einer der bedeutendsten Renaissancesäle der Schweiz, mit prunkvoller Wand- und Deckentäferung. In diesen Räumen, die heute noch von sechs prunkvollen Kachelöfen aus dem 18. Jahrhundert erwärmt werden, tagten bis zum Zusammenbruch des Ancien Régime die verschiedenen Räte der Stadt und des Standes Luzern. Die Verwaltung ist inzwischen längst umgezogen, doch der Rat der Stadt Luzern, der Grosse Stadtrat, tagt heute noch im historischen Ratssaal und im Porträtsaal finden die zivilen Trauungen statt.
Der 41 Meter hohe, mittelalterlich wirkende Rathausturm war noch Teil des alten, gotischen Rathauses und wurde als Wacht- und Beobachtungsturm von 1501 – 1503 auf den Resten eines sehr frühen Steinhauses errichtet. Nach dem Neubau wurde er erhöht und mit einer neuen Kuppel und vier Ausguckerkern für die Feuerwachen versehen. Im obersten Turmgeschoss befindet sich die Rathausuhr von 1788. Das erste Uhrwerk des Rathausturms stammt aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts und befindet sich heute im Historischen Museum (Nr. 107). Der Rathausturm war bis ins 20. Jahrhundert mit immer wieder erneuerten Wandmalereien ausgestattet. 1924 wurde auf eine erneute Bemalung verzichtet, der Turm vom Verputz befreit und das Mauerwerk roh belassen. Im Turminneren ist vor allem die 1485 eingerichtete Kanzlei, das so genannte Cysat-Stübli, zu erwähnen, ein fast quadratischer Raum mit einem gotischen Sternengewölbe und barocken Archivschränken. Daran schliesst die neue Kanzlei von 1698 an, ein aussergewöhnlicher Barockraum in der Art einer Klosterbibliothek mit Deckengemälden, darunter einer Allegorie der Leuchtenstadt Luzern.
Im Keller des Rathauses und des angrenzenden Am-Rhyn-Hauses wurde 1998 eine Schaubrauerei mit Restaurant eingebaut. In den eindrucksvollen Gewölben befindet sich heute eine stimmungsvolle Wirtschaft. Das Rathaus-Bier wird über eine unterirdische Pipeline vom Gärkeller an der Eisengasse zugeführt. An dieser Gasse befindet sich auch das Restaurant Magdalena oder «s’Magdi», wie es die Luzerner liebevoll nennen. Die Eisengasse gehört zum ältesten Siedlungsbereich der Stadt, es konnten Spuren eines Steingebäudes aus der Zeit um 1200 nachgewiesen werden...

Inhaltsverzeichnis

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Inhalt
  4. Vorwort
  5. Luzern – Porträt einer Stadt
  6. Spuren der Geschichte
  7. Luzern erleben
  8. Rundgänge
  9. Spaziergänge
  10. Luzerns «Hausberge»
  11. Kulturstadt – Nährboden und Weltklasse
  12. Quellen und Literatur
  13. Bildnachweis
  14. Register