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Essays über Identität und Heimat

  1. 162 Seiten
  2. German
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Essays über Identität und Heimat

Über dieses Buch

Viele Menschen sind auf der Suche nach einem doppelten Glück: Sie wollen ein eigenständiges Leben führen, dabei aber nicht vereinsamen. Sie suchen nach einem Platz im Leben, den ihnen niemand streitig macht. Den Chancen und Grenzen von Selbstfindung und -beheimatung geht Hans-Joachim Höhn im Stil einer theologischen Zeitdiagnose nach. Im Zentrum steht eine Analyse von gängigen Strategien, Identität und Heimat zum Projekt einer rigorosen Selbstbehauptung gegenüber Anderen und Fremden zu machen. Ihr Motto lautet: Endlich ich! Endlich unter uns! Aber gibt es Identität und Beheimatung nur auf dem Weg der Abgrenzung und Absicherung? Schränken diese Strategien ein endliches Leben nicht noch weiter ein? Höhn entwickelt ein Konzept kritischer Zeitgenossenschaft, das die Logik des Evangeliums ins Spiel bringt: Identität und Beheimatung findet der Mensch dort, wo er nicht nur ganz bei sich ist.

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Information

Jahr
2018
ISBN drucken
9783429044541
eBook-ISBN:
9783429063863
Anmerkungen
1. Vgl. H.-J. Höhn, Gut in der Zeit? Beschleunigung – Synchronie – Zeitverschiebung, in: ComSoc 48 (2015) 397–406.
2. Zur näheren Bestimmung dieses Genres siehe O. Dirnbath, Soziologische Zeitdiagnostik. Generation – Gesellschaft – Prozess, Paderborn 2016. Zeitdiagnosen werden über gesellschaftliche Verhältnisse und für ihre angemessene Deutung entwickelt. Sie operieren an der Schnittstelle von Wissenschaft und Öffentlichkeit. Sie überzeugen nur selten durch präzise empirische Datenerhebungen oder durch deren stringente Verknüpfung mit gesellschaftstheoretischen Reflexionen. Ihre Wirksamkeit hängt weitaus mehr davon ab, ob sie Deutungsmuster verwenden, die über wissenschaftliche Expertenzirkel hinaus anschlussfähig bleiben und einem breiten Publikum die Möglichkeit eröffnen, für eigene Beobachtungen und Eindrücke vom Lauf der Welt über ein passendes Interpretament zu verfügen.
3. Nur so kann sie „in einer der jeweiligen Generation angemessenen Weise auf die beständigen Fragen der Menschen nach dem Sinn des gegenwärtigen und des zukünftigen Lebens und nach ihrem gegenseitigen Verhältnis antworten“ (Vaticanum II/Pastoralkonstitution „Gaudium et spes“ nr. 4). Zur Interpretation dieser programmatischen Ansage siehe H. Waldenfels, Zeichen der Zeit, in: M. Delgado/M. Sievernich (Hg.), Die großen Metaphern des Zweiten Vatikanischen Konzils, Freiburg/Basel/Wien 2013, 101–119; P. Hünermann (Hg.), Das Zweite Vatikanische Konzil und die Zeichen der Zeit heute, Freiburg/Basel/Wien 2006, bes. 29–99.
4. Zu dieser Verknüpfung vgl. bereits B. Binder, Heimat als Begriff der Gegenwartsforschung, in: Zeitschrift für Volkskunde 104 (2001) 1–17.
5. Vgl. u.a. A. Treiber, Heimat und Religion, in: ThGl 105 (2015) 139–161.
6. Siehe dazu U. Krähnke, Die Zeitdiagnose als Fingerzeig der Sozialwissenschaftler. Zur Heuristik metaphorischer Gesellschaftsbeschreibungen, in: M. Junge (Hg.), Metaphern soziologischer Zeitdiagnosen, Wiesbaden 2016, 7–19.
7. Vgl. hierzu das Plädoyer von A. Kreutzer, Politische Theologie für heute. Aktualisierungen und Konkretionen eines theologischen Programms, Freiburg/Basel/Wien 2017, bes. 7–19, 32–72, 95–115.
8. Zu diesem Trend siehe Th. Edlinger, Der wunde Punkt. Vom Unbehagen an der Kritik, Berlin 2015. Eine differenzierte Bestimmung dieses Unbehagens findet sich bei U. Bröckling, Die Umkehrung des Genitivs. Thesen zur Kritik, in: Mittelweg 36 15 (2006) 93–100; Ders., Der Kopf der Leidenschaft. Soziologie und Kritik, in: Leviathan 41 (2013) 309–323.
9. Vgl. U. Beck (Hg.), Eigenes Leben. Ausflüge in die unbekannte Landschaft, in der wir leben, München21997; P. Gross, Ich-Jagd. Im Unabhängigkeitsjahrhundert, Frankfurt 1999.
10. Vgl. auf dieser Linie Th. Macho, Das Leben nehmen – Suizid in der Moderne, Berlin 2017; G. D. Borasio, Selbst bestimmt sterben, München 2016; S. Flaßpöhler, Mein Tod gehört mir. Über selbstbestimmtes Sterben, München 2013.
11. Siehe hierzu die Sammlung von Bausteinen zu einer Praxis gelingenden Lebens von B. Sill, Das gute Leben – Das Gute leben. Zur Ethik und Spiritualität, Regensburg 2017.
12. Zum Ganzen siehe auch J. Renn, Selbstentfaltung – Die Formen der Person und die Ausdifferenzierung des Subjektiven, Bielefeld 2016; C. Drobe, Menschsein als Selbst- und Fremdbestimmung. Eine theologische Reflexion philosophischer, literarischer und sozialwissenschaftlicher Zugänge zur Identitätsfrage, Berlin/Boston 2016; Ch. Zarnow, Identität und Religion. Philosophische, soziologische, religionspsychologische und theologische Dimensionen des Identitätsbegriffs, Tübingen 2010; H. Abels, Identität, Wiesbaden22010; R. Eickelpasch/C. Rademacher, Identität, Bielefeld32010; H. Keupp u.a., Identitätskonstruktionen. Das Patchwork der Identitäten in der Spätmoderne, Hamburg42008.
13. Vgl. hierzu ausführlich H. Joas, Glaube als Option. Zukunftsmöglichkeiten des Christentums, Freiburg/Basel/Wien 2012.
14. Vgl. hierzu die prägnante Beschreibung von Prozessen, auf denen sich die Projekte der Moderne anbahnen, von D. Diner, Aufklärungen. Wege in die Moderne, Stuttgart 2017.
15. Siehe hierzu auch U. Bröckling, Das unternehmerische Selbst. Soziologie einer Subjektivierungsform, Frankfurt 2007.
16. Einen instruktiven Überblick bietet M. Junge, Individualisierung, in: V. Steenblock (Hg.), Zeit diagnose (Kolleg Praktische Philosophie 3), Stuttgart 2008, 70–101. Vgl. auch die Auflistung von Wahrnehmungen, Einflüssen und Umständen, welche die Suche nach Identität tiefgreifend bestimmen, von V. Pirker, fluide und fragil. Identität als Grundoption zeitsensibler Pastoralpsychologie, Ostfildern 2013, 43: „(1) Menschen fühlen sich durch den Abbruch verlässlicher Traditionen ‚entbettet‘ in ihrer individuellen Lebensführung; (2) individuelle und kollektive Lebensmuster, die vormals als Schnittmuster der Lebensführung gelten konnten, wurden entgrenzt; (3) Erwerbsarbeit, eine der wesentlichen Säulen einer stabil empfundenen und ‚eingebetteten‘ Identität, wird zunehmend brüchig; (4) multiphrene Situationen, d.h. fragmentierte Erfahrungswelten, werden zur Normalerfahrung; (5) ‚virtuelle Welten‘ werden zunehmend zu neuen Realitäten (6); das Zeitgefühl der Individuen erfährt insgesamt eine ‚Gegenwartsschrumpfung‘, die Halbwertszeit von Wissen und das Verhältnis zu Vergangenheit und Gegenwart ändern sich; (7) die möglichen Lebensformen, beispielsweise in Familienstrukturen, sind radikal pluralisiert; (8) Geschlechterrollen haben sich dramatisch verändert; (9) die Individualisierung verändert das Verhältnis vom Einzelnen zur Gemeinschaft; (10) der Verlust des Glaubens an mächtige Deutungsinstanzen führt zu einer Individualisierung der Suche nach dem Sinn.“
17. Siehe hierzu ausführlich H. Keupp, Vom Ringen um Identität in der spätmodernen Gesellschaft, in: Ch. Cebulj/J. Flury (Hg.), Heimat auf Zeit. Identität als Grundfrage ethisch-religiöser Bildung, Zürich 2012, 13–40.
18. J. Kunstmann, Was ich geworden bin – was ich sein könnte, in: Ch. Cebulj/J. Flury (Hg.), Heimat auf Zeit, 218.
19. U. Beck, Eigenes Leben, 11.
20. Zu weiteren Beispielen und Belegen für den Prozess einer zunehmenden Verflechtung ökonomischer und politischer Sphären zu Lasten des Individuums siehe O. Nachtwey, Die Abstiegsgesellschaft. Über das Aufbegehren in der regressiven Moderne, Berlin 2016.
21. Als Erstinformation siehe J.-U. Martens...

Inhaltsverzeichnis

  1. Cover
  2. Titelblatt
  3. Urheberrecht
  4. Inhalt
  5. I. „Endlich ich!“ – oder: Identität und Heimat im Fokus theologischer Zeitdiagnose
  6. II. „Die Freiheit nehm’ ich mir!“ Identität – Selbstbehauptung – Unverfügbarkeit
  7. III. Das wahre Selbst – oder: Eigentlich bin ich ganz anders!
  8. IV. Alle gleich – alle eins! Identität durch Differenz?
  9. V. „Da gehör ich hin!” – oder: Identität und Heimat
  10. Anmerkungen
  11. Auswahlbibliographie
  12. Personenregister

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