
Geistliche Liederdichter zwischen Liturgie und Volkssprache
Übertragungen, Bearbeitungen, Neuschöpfungen in Mittelalter und Früher Neuzeit
- 309 Seiten
- German
- ePUB (handyfreundlich)
- Über iOS und Android verfügbar
Geistliche Liederdichter zwischen Liturgie und Volkssprache
Übertragungen, Bearbeitungen, Neuschöpfungen in Mittelalter und Früher Neuzeit
Über dieses Buch
Welchen Beitrag haben die geistlichen Liederdichter des Mittelalters und der Frühen Neuzeit zur volkssprachlichen Aneignung lateinischer Hymnen und Sequenzen in Mittelalter und Früher Neuzeit geleistet? Auf diese Frage antwortet der Sammelband mit dreizehn exemplarischen Fallstudien zu so unterschiedlichen Verfasserinnen und Verfassern wie Walther von der Vogelweide, dem Kanzler, Mechthild von Magdeburg, Mechthild von Hackeborn, Gertrud von Helfta, dem Mönch von Salzburg, Hugo von Montfort, Oswald von Wolkenstein, Heinrich Laufenberg, Michael Beheim, Sebastian Brant und Hans Sachs, die sich im Medium der deutschen Sprache produktiv mit der Tradition des lateinischen liturgischen Lieds auseinandersetzten und so zur Vorgeschichte des Kirchenlieds beitrugen. Der Band fragt nach den rezeptions- und produktionsästhetischen Bedingungen und Leistungen der geistlichen Lieder, ihrer Position im Spannungsfeld von Liturgie und Volkssprache, ihren vielfachen intertextuellen Bezügen untereinander sowie nach den sozialen Milieus, in denen sie gedichtet und gesungen wurden. Der Band richtet sich nicht nur an die germanistische Mediävistik, sondern auch an die Liturgie-, Musik- und Geschichtswissenschaft.
Häufig gestellte Fragen
- Elementar ist ideal für Lernende und Profis, die sich mit einer Vielzahl von Themen beschäftigen möchten. Erhalte Zugang zur Basic-Bibliothek mit über 800.000 vertrauenswürdigen Titeln und Bestsellern in den Bereichen Wirtschaft, persönliche Weiterentwicklung und Geisteswissenschaften. Enthält unbegrenzte Lesezeit und die Standardstimme für die Funktion „Vorlesen“.
- Pro: Perfekt für fortgeschrittene Lernende und Forscher, die einen vollständigen, uneingeschränkten Zugang benötigen. Schalte über 1,4 Millionen Bücher zu Hunderten von Themen frei, darunter akademische und hochspezialisierte Titel. Das Pro-Abo umfasst auch erweiterte Funktionen wie Premium-Vorlesen und den Recherche-Assistenten.
Bitte beachte, dass wir Geräte, auf denen die Betriebssysteme iOS 13 und Android 7 oder noch ältere Versionen ausgeführt werden, nicht unterstützen können. Mehr über die Verwendung der App erfahren.
Information
Sebastian Brants Übertragung des Mariengrußes Ave, salve, gaude, vale und ihre Aneignung durch den Basler Kartäuser Ludwig Moser
1 Brant oder Moser? Zum Problem der Urheberschaft
- Das Original stammt von Sebastian Brant. Ergänzend zu Schmidt sei bemerkt, dass die eigenhändige Niederschrift Brants in Cod. A IX 27 der Universitätsbibliothek Basel zu finden ist,12 einer Sammelhandschrift aus dem Besitz der Basler Kartause St. Margarethental.13
- Die „Aenderungen von anderer Hand“14 stammen von Ludwig Moser,15 der in Brants Text verschiedentlich inhaltlich und formal eingegriffen hat. Diese Modifikationen bleiben allerdings so dezent, dass von einer konsequenten Umformung der Ursprungsversion nicht die Rede sein kann. Das Resultat ist daher keine eigenständige Fassung, wohl aber eine Bearbeitung des Brantschen Autographs.16
- Von dieser zurückhaltenden Abwandlung des originalen Wortlauts unterscheidet sich die zum Druck gelangte Version der Mariengruß-Dichtung eklatant. Hier artikuliert sich durchgängig ein eigenständiger „Formulierungs- und Gestaltungswille“,17 der Brants Übertragung zwar nicht vollständig verdrängt, aber gleichwohl eine neue Textfassung hervorbringt.
Inhaltsverzeichnis
- Title Page
- Copyright
- Contents
- Einleitung
- Geistliche Liederdichterinnen? Mechthild von Magdeburg, Mechthild von Hackeborn, Gertrud von Helfta
- Leich und Sequenz. Walther von der Vogelweide als geistlicher Liederdichter
- Die Gebetsstrophen des Kanzlers im Goldenen Ton – ein ‚geistliches Sangspruchlied‘?
- Ein ‚volles Lied‘. Übertragung und Klang am Beispiel der geistlichen Lieder des Mönchs von Salzburg
- Kann denn Minne Sünde sein? Poetische Gratwanderungen zwischen Marien- und Frauenverehrung bei Hugo von Montfort und Oswald von Wolkenstein
- Die Performanz des Schmerzes. Poetische Inszenierungsstrategien von passio und compassio bei Oswald von Wolkenstein
- Das Ich im Fokus. Sprecher-Inszenierungen in den geistlichen Liedern Oswalds von Wolkenstein
- Muscatblut, trefflich gut? Zur Konventionalität als Interpretament mittelhochdeutscher Lyrik am Beispiel von Muskatbluts Marienlied Na lust reit ich (Groote 18)
- Kanonische Texte in poetischer Form Zur Versifikation von Evangelienabschnitten im Berliner Hans Sachs-Autograph
- Geschichten über Lucifer im anonymen Meistergesang des fünfzehnten und sechzehnten Jahrhunderts. Unter besonderer Berücksichtigung der Lieder in Regenbogens ‚Langem Ton‘
- Ars memorativa und Strategien der Heilssicherung in lyrischen Texten Heinrich Laufenbergs. Drei exemplarische Lektüren
- Sebastian Brants Übertragung des Mariengrußes Ave, salve, gaude, vale und ihre Aneignung durch den Basler Kartäuser Ludwig Moser
- Autorschaft im frühen Druckhymnar Zum Selbstverständnis von Petrus Tritonius und Leonhard Kethner
- Index
- Abkürzungsverzeichnis
- Autorenverzeichnis