Lehmann, Alfred → Lemm, Alfred.
Lehmann, Alfred (Ernst Richard) (Ps. Peter Peppermint; Fritz Blume), * 12. 2. 1891 Leipzig, † 15. 4. 1955 Dresden; Puppenspieler, Schriftst., Red., Ethnologe, lebte in Leipzig u. Solingen-Gräfrath; Sohn eines Rechtsanwalts, wuchs in Leipzig auf, besuchte das König-Albert-Gymnasium ebd., 1910 Abitur, studierte 1910–14 Germanistik, Kunstgesch., Völkerkunde u. Gesch. an der Univ. Leipzig, 1914 Dr. phil. ebd., ab 1915 freier Mitarb. bei Ztg. u. Zs., Angestellter beim Messeamt der Stadt Leipzig, 1925–27 Feuill.dir. des Verkehrsver. Leipzig, 1925–31 Hg. von «Das Puppentheater. Zs. für die Interessen aller Puppenspieler u. für Gesch. und Technik aller Puppentheater», 1930–33 Abt.leiter bei der Mitteldt. Rundfunk AG, 1941–45 Abt.leiter im Völkerkundemus. Leipzig. – Puppensp., Erz., Ess., Kdb., Sachbuch.
Schriften: Dreiheit und dreifache Wiederholung im deutschen Volksmärchen. Ein Beitrag zur Technik des Märchens überhaupt (Diss. Leipzig) 1914; Kasperl und der Astronom. Kasperl fährt Raketenauto. Kasperl beim Photographen (Puppensp.) 1930 (Bilder A. Duntze); Maler Knille putzt die Märchenbrille (Ged.) 1931; Kasperl will schlank bleiben. Kasperl dreht einen Film. Kasperl als Hungerkünstler (Puppensp.) 1932 (Bilder A. H. Fischer); Drei Kasperliaden. Lustige Handpuppenspiele, 1939; Unsterblicher Zirkus. Manegengeschichte und Manegegeschichten, 1939; 50 Würfelspiele (Bearb.) 1950; Wie die Völker schreiben. Aus der Entwicklungsgeschichte der Schrift, 1951; Wie die Völker sprechen. Aus der Entwicklungsgeschichte der Sprache, 1951; Zwischen Schaubuden und Karussells. Ein Spaziergang über Jahrmärkte und Volksfeste, 1952; Der größte Zwerg der Welt. Ein heiteres Spiel, 1952; Die Reise nach Tripsdrill. Ein Kasperl-Stücklein für Kinder (Puppensp.) 1952; Der Onkel aus Afrika. Eine lustige Verwechslung (dass.) 1952; Tiere kamen zu uns (Jgdb.) 1953 (Illustr. L. Finke-Poser); Kleine Völkerschau (Jgdb.) 1954 (dass. H. Happach); Tiere als Artisten. Eine kleine Kulturgeschichte der Tierdressur (Vorw. K. M. Schneider) 1955.
Herausgebertätigkeit: Genoveva, die schöne Pfalzgräfin am Rhein. Ritterschauspiel in sechs Akten und einem Nachspiel. Nach einer alten Puppenspieler-Handschrift, 1929.
Nachlass: Teilnachl. in der Puppentheaterslg. Dresden.
Literatur: J. BÜCK, ~, ‹Kasperl und der Astronom. Kasperl fährt Raketenauto. Kasperl beim Photographen› (in: Das Puppentheater 4, H. 12, S. 193) 1931; Lit. u. Kultur der Arbeitswelt. Inventar zu Arch. u. Bibl. des Fritz-Hüser-Inst. (hg. R. NOLTENIUS) 2005; M.WEGNER, ~ (in: Hdb. zum künstler. Puppensp. 1900–1945. Dtl., Öst., Schweiz, hg. DERS., S. 107f.) 2019.
KK
Lehmann, Andreas, * 1977 Marburg; Red., lebt in Leipzig; Ausbildung zum Verlagskaufmann, studierte Buchwiss., Amerikanistik u. Komparatistik an der Univ. Mainz, Red. u. Lektor bei einem Leipziger Fachbuchverlag. – Stipendium der Jürgen Ponto Stiftung u. des Lit. Coll. Berlin. – Rom., Erz., Lit.kritik, Lyrik.
Schriften: Ein großes Spiel, das alles (Ged., hg. R. MÖNKEMEIER) 2009 (= Der Dreischneuß Sonderh. 3); Erntezeit (Erzn.) 2016; Über Tage (Roman) 2018.
KK
Lehmann, Arno (Erich), * 23. 5. 1901 Kaitz (später zu Dresden), † 21. 4. 1984 Halle/S.; verh. m. Gertrud → L., Vater von Joachim → L. u. Theo → L., Großvater von Christine → L.; Theologe, lebte in Halle; Vater des Journalisten Johannes L.; Sohn eines Versicherungsangestellten, Rechtsanwaltsgehilfe u. ztw. Beamtenanwärter, studierte 1921–25 Theol. am Seminar der Evangel.-luther. Mission in Leipzig, 1925/26 Vikar in Corbach (später Hansestadt Korbach/Hessen), absolvierte Engl.- und tropenmedizin. Kurse in Birmingham u. Tübingen, 1926–34 Missionar in Südindien (u. a. in Madras), 1934–50 Pfarrer u. Missionsinspektor in Dresden, 1947 Dr. phil. an der Univ. Leipzig, 1950–66 (emeritiert) Prof. für Rel.- u. Missionswiss. an der Theolog. Fak. der Univ. Halle, lehrte dort zudem Südind. Gesch. u. Dravidologie, geriet vielfach in Konflikt m. den DDR-Behörden.– 1957 Dr. theol. h. c. der Univ. Jena, 1966 Dr. theol. h. c. der Missouri-Synode in St. Louis/MO. – Fachschr., Erz., Erbauungslit., Übers. (aus dem Tamil. u. Dravidischen).
Schriften (Ausw.): In der indischen Dorfkirche (Erz.) 1935; Indische Jugend (Erz.) 1936; Jochen geht seinen Weg (Erz., m. Gertrud L.) 1946; Tangam erlebt etwas (dass.) 1946; Der Start über die Altersgrenze. Die vergnügliche Geschichte um einen Ruheständler, 1942; Die sivaitische Frömmigkeit der tamulischen Erbauungsliteratur. Nach eigenen Quellenübersetzungen des Tâyumânavar und aus dem Dêvâram, 1948 (Diss. 1947); Es begann in Tranquebar. Die Geschichte der ersten evangelischen Kirche in Indien, 1955; Pfingsten in den Bergen. Taiwanesen bauen ihre Kirche, 1955.
Übersetzungen: Die Hymnen des Tayumanavar. Texte zur Gottesmystik des Hinduismus, 1925.
Herausgebertätigkeit (Ausw.): Missionare, Neger, Christen in Afrika, 1936; Missionarsfrauen erzählen, 1937; Licht für Fernost, 1937; Missionsärzte helfen!, 1938; Gottes Volk in vielen Ländern. Ein missionarisches Lesebuch, 1955 (Neuausg. m. dem Untert.: Ein Lesebuch mit 99 Texten aus der Weltchristenheit, 1981); B. Ziegenbalg, Alte Briefe aus Indien. Unveröffentlichte Briefe 1706-1719, 1957.
Literatur: F. STENGEL, Die theolog. Fak. in der DDR als Problem der Kirchen- u. Hochschulpolitik des SED-Staates bis zu ihrer Umwandlung in Sektionen 1970/71 (Diss. Halle/S.) 1998; N. HOPSTER u. a., Kinder- u. Jugendlit. 1933–1945. Ein Hdb., Bd. 1, 2001; S. GERSTENGARBE, H. HENNIG, Opposition, Widerstand u. Verfolgung an der Martin-Luther-Univ. Halle-Wittenberg 1945–1961. Eine Dokumentation, 2009; Catalogus professorum halensis (Internet-Edition).
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Lehmann, Arthur-Heinz (Ps. A. H. Lester; Peter Sell), * 17. 12. 1909 Leipzig, † 28. 8. 1956 Bernau am Chiemsee; Verleger, Schriftst., lebte in Niederndorferberg-Eiberg (Tirol); Soldat im 2. Weltkrieg, ztw. Inhaber des Schwingen-Verlags in Kufstein, kam bei einem Autounfall auf der Reise zur Premiere des n. seinem Rom. ‹Hengst Maestoso Austria› gedrehten Films ums Leben. – Erz., Rom., Kdb., Sachb., Humoreske.
Schriften: Neue Streiche von Reineke Fuchs. Lustige Tierfabeln für große und kleine Kinder, 1933 (Bilder H. Rammelt); «... aber die richtige Frau ist Isotta!» (Rom.) 1935; Der tobende Hurrikan. Ein komischer Roman, 1935; Al Mix ging unter die Banditen. Abenteuer-Roman, 1935; Die lebende Mumie [...], 1935; Harter Kampf um Ehre und Recht [...], 1936; Al Mix. Die Ranch der Gangster [...], 1936; Der Teufel ist los in Klinkerton. Roman aus dem wilden Westen, 1937; Methusalem auf Rädern. Humoristischer Roman, 1937 (veränd. Neuausg. m. dem Untert: Ein heiterer Roman, 1952); Winke, Winke aus dem Handgelenke. Vergnüglicher Wegweiser für Ferienreisende, 1938 (Zeichn. H. W. Möller); Rauhbautz will auch leben. Fröhliches Buch von Pferden und Menschen, 1938; Die edlen Lipizzaner und die Spanische Reitschule (Sachb.; m. F. Ackerl) 1939 (Fotos S. Schaffelhofer; gek. Neuausg. 1952); Die Piraten von Flundernheide. Eine lustige Jungengeschichte, 1938 (Zeichn. G. Brinkmann; überarb. Neuausg. 1960); Schieß, Ranger, oder stirb! Abenteuer-Roman aus Texas wildester Zeit, 1938; Wir sind ganz unter uns! Fröhliche Tiergeschichten, 1939 (Zeichn. H. Rammelt; Neuausg. 1959, Illustr. K. Schmischke); Die edlen Lippizaner und die Spanische Reitschule (m. F. Ackerl) 1939 (Illustr. S. Schaffelhofer); Mensch, sei positiv dagegen!, 1939; Hengst Maestoso Austria. Liebesgeschichte zweier Menschen und eines edlen Pferdes, 1939 (verfilmt 1956, Regie H. Kugelstadt); Die geteilte Wohnung (Rom.) 1939; Blauer Dunst macht Weltgeschichte. Kurzweiliger Lebenslauf des Tabaks (m. P. G. Zeidler) 1939; Rauhbautz wird Soldat, 1940; Rauhbautz hilft mit siegen, 1941 (Illustr. H. Malchert); Die Unschuld zu Pferde, 1943 (Illustr. D. von der Heide); Die Roßheiligen (Leg.) Brüssel 1943; Das Höchste ist ein Schnalzer! Fröhliche Erlebnisse mit Wagenpferden und mit uns Menschen selber, 1944 (Zeichn. D. von der Heide); Außenseiter. Seltsame Geschichten von Menschen und Pferden, 1948; Campi, der Berghengst, 1948 (Fotos Steffi L.); Die Stute Deflorata. Des Hengstes Maestoso Austria Gefährtin. Die weitere Liebesgeschichte zweier Menschen und ihrer edlen Pferde, 1949 (dass.) 1949; Der Narr im Mond. Ein Roman von zweien in einem Bande in Fortsetzungen unter Beigabe sehr persönlicher Meinungen. Der weiße Rabe. Eine Schnurrpfeiferei, beziehungsweise Ein Kind der Laune (Doppelrom., m. H. Hömberg) 1949; Unteroffiziere, 1949; Tierzirkus Pipino (Jgdb.) 1950 (Illustr. S. Prem); Die ewige Herde (Rom.) 1950; Das Dorf der Pferde. Roman eines Jahres, 1951; Glück auf vier Beinen. Eine heitere, unbeschwerte Menschen- und Pferdegeschichte, 1953; Die heiter-ernste Roßweisheit. Ein erbauliches Lehr-, Trost- und Spottbüchlein für Züchter, Reiter, Fahrer und Pferdefreunde, 1954; Der Herrgott der Pferde. Die Streiche der sieben Roßnarren, 1956; Herz am langen Zügel (Rom.) 1958 (gek. Tb.ausg. 1965); Maestoso Orasa. Memoiren eines Lippizaner-Hengstes, 1958 (Tb.ausg. u. d. T.: Hengst Maestoso Orasa. Roman, 1980; Innenfotos D. von der Heide); Roß und Reiter und so weiter, 1959 (Zeichn. N. Thelwell); Xaver und Weibi. Ein lustiges Dackelbuch, 1961 (m. Steffi Lehmann).
Übersetzungen: G. Balch, King, der König der wilden Pferde (Rom.) 1949 (Illustr. P Crowell); ders., Der Tigerschimmel (Rom.) 1950 (Illustr. L. Townsend); C. D. Hogner, Die Geschichte eines Wildpferdes (Rom.) 1950 (Illustr. C. F. Bauer).
Herausgebertätigkeit: Das Glück dieser Erde (bearb. J. HAHN-BUTRY) 1949.
Ausgaben: Rauhbautz. Fröhliche Erzählungen von Pferden und Menschen (enth.: Rauhbautz will auch leben; Rauhbautz wird Soldat) 1952 (Zeichn. H. Malchert); Hengst Maestoso Austria. Die Stute Deflorata. Herz am langen Zügel. Drei Romane in einem Band, 1974; Das Höchste ist ein Schnalzer. Die Unschuld zu Pferde. Zwei heitere Romane, 1962 (Federzeichn. H. Malchert, D. v.d. Heide).
Literatur: Schmidt, Quellenlex. 18,294. – Lennartz 2,1069; Killy 7,191; GBE 2,1151; DBE 6,312; TIRLIT. – ~, ‹Das Dorf der Pferde›, ‹Hengst Maestoso Austria› (in: Der Rom.führer [...] 4, hg. J. BEER, S. 517–519), 1953; K. J. BECK, ~ (in: DERS., Prominente unserer Zeit, S. 232f.) 1...