Wirtschaftskrise ohne Ende?
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Wirtschaftskrise ohne Ende?

US-Immobilienkrise | Globale Finanzkrise | Europäische Schuldenkrise

  1. 176 Seiten
  2. German
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Wirtschaftskrise ohne Ende?

US-Immobilienkrise | Globale Finanzkrise | Europäische Schuldenkrise

Über dieses Buch

Von der Blase auf dem US-amerikanischen Immobilienmarkt bis zur Eurokrise - die zahlreichen weltwirtschaftlichen Erschütterungen der letzten Monate und Jahre sind nicht zufällig etwa zur gleichen Zeit aufgetreten, sondern haben gemeinsame Ursachen. 'Wirtschaftskrise ohne Ende? ' geht diesen Gemeinsamkeiten nach und erklärt die wichtigsten Zusammenhänge. Das Buch ist eine leicht lesbare Orientierungshilfe, die es erlaubt, sich in begrenzter Zeit einen Überblick über die komplexen und vielschichtigen Hintergründe der globalen Finanz-, Wirtschafts- und Verschuldungskrise zu verschaffen.

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Information

Jahr
2012
eBook-ISBN:
9783039058969
anhang

Anmerkungen

I Ablauf und Hauptdarsteller der Krise
1 Barry Eichengreen und Kevin O’Rourke (2010): A Tale of Two Depressions, VoxEu.org. Online: www.voxeu.org/index.php?q=node/3421 (Abruf: 3.4.2011).
2 Man spricht hier von Eigenhandel, weil die Papiere Eigentum der Bank sind; deshalb erscheinen sie auf der Aktivseite der Bankbilanz. Davon zu unterscheiden ist das wichtige Geschäft der Vermögensverwaltung, bei dem die Bank Vermögen von Kunden bewirtschaftet. Auch wenn sie bei der Anlage dieser Vermögen oft Wertpapiere kauft und verkauft, gehören ihr diese Papiere nicht – sie tauchen deshalb auch nicht in der Bilanz auf. Die Bank verdient hier an der Gebühr, die sie von der Kundschaft für die Vermögensverwaltung erhält.
3 Die Bank wird in dieser Situation versuchen, andere Aktiven (also Wertpapiere und Kredite) zu verkaufen, um an Liquidität zu kommen. Bei anerkannten Wertpapieren, die auf Märkten gehandelt werden, ist dies in der Regel gut möglich; es sei denn, viele andere Banken hätten das gleiche Problem. Dann nämlich wird eine Verkaufswelle ausgelöst, wodurch die Preise der Papiere ins Bodenlose fallen. Bei Problemen einer einzelnen Bank wird dies kaum der Fall sein, wohl aber bei einer Systemkrise. Dann müssen die Wertpapiere zu viel tieferen Preisen verkauft werden, als sie in den Büchern stehen. In einer Finanzkrise wird deshalb Liquidität plötzlich sehr knapp und teuer. Dazu kommt, dass die anderen Aktiven, insbesondere die Kredite, sehr schwer kurzfristig verkäuflich sind, was sich in einer Krise noch verschlimmert. Man sieht: Das Liquiditätsmanagement gehört – insbesondere in Krisenzeiten – zu den wichtigsten Aufgaben einer Bank.
4 Genauer läuft der Prozess wie folgt ab: Die Bank muss Wertberichtigungen bilden, die dann mit den Gewinnen verrechnet werden. Reichen die Gewinne nicht aus, um die Wertberichtigungen zu decken, wird das Eigenkapital dadurch um die entsprechende Differenz reduziert.
5 So wurde etwa in den USA vor der Krise die Vorschrift eliminiert, die es Banken verbot, gleichzeitig in der Kreditvergabe und im Investmentbanking (inklusive Eigenhandel) tätig zu sein. Dieser berühmte sogenannten Glass-Steagall-Act war nach der Großen Depression eingeführt worden, um die Gefahren zu dämpfen, die aus der Risikofreude der Banken entstehen können.
II Der US-Häusermarkt als Auslöser der Krise
6 Carmen Reinhart und Kenneth Rogoff (2010): Diesmal ist alles anders: Acht Jahrhunderte Finanzkrisen, München: Finanzbuch Verlag.
7 Das Beispiel stammt aus Daniel Mohr (2008): Das Elend der New Economy, in: Gerald Braunberger und Benedikt Fehr (Hrsg.): Crash: Finanzkrisen gestern und heute, Frankfurt am Main: Verlag Frankfurter Allgemeine Zeitung.
8 Eine Einführung zur Geldpolitik findet sich in Aymo Brunetti (2009): Volkswirtschaftslehre – Eine Einführung für die Schweiz (2. Auflage), Bern: hep verlag, Kapitel 10; Erläuterungen zu Deflationen finden sich in Kapitel 9.
9 Der heutige Chef der US-Zentralbank, Ben Bernanke – damals noch einfaches Mitglied des Fed-Boards – spielte dabei eine entscheidende Rolle. In einer inzwischen berühmten Rede zitierte er 2002 das Beispiel von Japan in den 1990er-Jahren, um vor einem zu starken Einbruch der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage zu warnen, der eine normale Rezession in eine Deflationsspirale verwandeln könnte. Bernanke war als Wissenschaftler der wohl führende Spezialist für die Analyse der Großen Depression, weshalb seine Befürchtungen sehr ernst genommen wurden. Die Rede von Bernanke findet sich auf der Internetseite des Fed unter: www.federalreserve.gov/boardDocs/speeches/2002/20021121/default.htm.
10 Der «normale» Zinssatz wird übrigens als «Taylor-Regel» bezeichnet. Der amerikanische Makroökonom John Taylor hatte sie zu Beginn der 1990er-Jahre für die Gestaltung der Geldpolitik vorgeschlagen. Die Regel leitet sich aus einer Formel ab, die es erlaubt, auf Basis der Erfahrungen in der Vergangenheit genaue Werte für das der jeweiligen Wirtschaftslage angemessene Zinsniveau festzulegen. Vereinfacht ausgedrückt, besagt sie, dass die Zinsen erhöht werden sollten, wenn die Inflation anzusteigen beginnt, und gesenkt, wenn die Wirtschaft zu wenig ausgelastet ist.
11 Eine ausführlichere Diskussion der hier nur kurz angetönten Zusammenhänge zwischen Geldpolitik, Handelsströmen und Wechselkursen findet sich in Brunetti (2009), Kapitel 11.
12 Der Begriff «Innovation» ist hier in Anführungszeichen gesetzt, da es sich sowohl bei der Verbriefung als auch bei der Strukturierung nicht um völlig neue Instrumente handelte. Innovativ war allerdings die derart breite Anwendung und starke internationale Verbreitung der daraus resultierenden Papiere.
13 «Durch ein reales Objekt gesichertes Wertpapier», so eine wenig elegante Übersetzung. Das reale Objekt kann irgendeine Wertanalage sein, die einen regelmäßigen, fixen Ertrag bringt. Im hier relevanten Fall waren diese Wertanlagen Hypotheken.
14 Es ist wichtig, die «Konstruktion» dieser Papiere von den Investitionen in solche Papiere zu unterscheiden. Konstruiert wurden sie meist von Tochtergesellschaften der Investmentbanken – sogenannten special purpose vehicles (SPV). Die Auslagerung in solche Gesellschaften erlaubte es den Investmentbanken, Investitionen in diese Papiere zu vermitteln oder zu tätigen, ohne die Papiere mit Eigenkapital unterlegt zu haben. Die SPV finanzierten sich also zu 100 Prozent mit Fremdkapital und bildeten deshalb ein unreguliertes Schattenbankensystem. Diese Möglichkeit zur Vermeidung von eigentlich vorgeschriebener Eigenkapitalunterlegung risikobehafteter Geschäfte war aus heutiger Sicht ein weitreichender Regulierungsfehler. Die Tatsache, dass die Banken diese Papiere nic...

Inhaltsverzeichnis

  1. Vorwort
  2. Einführung
  3. Ablauf und Hauptdarsteller der Krise
  4. Der US-Häusermarkt als Auslöser der Krise
  5. Die Krise wird global
  6. Die Reaktionen der Wirtschaftspolitik
  7. Ausblick: Grosse Herausforderungen
  8. Anhang

Häufig gestellte Fragen

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