Sie werden an die Wand gespielt? Frech umdribbelt oder gar gefoult? In der Vergangenheit haben Sie erlebt, wie es ist, wenn man die Spielregeln des kleinen und großen Machtpokers nicht kennt. Sie wollen Fair Play? Nun, mit netten Bitten und gutem Zureden kommen Sie nicht weiter. Und jetzt ist guter Rat teuer? Keineswegs! Machtspiele folgen einfachen Regeln, und klaren Strukturen. Je nach Spieltyp reduzieren sich die Spielzüge zu einem übersichtlichen Set an Varianten. In diesem Buch erhalten Sie Übersicht über: die gängigen Machtspiele, deren Spielregeln, Spiel(er)-Typen, Machtspiel-Stopper, Joker zum Bluffen, galante Paraden und Kooperationsvarianten.Kurz: Nach der Lektüre dieses Buches sind Sie fit für die Arena, denn Sie können jetzt nicht nur mithalten, sondern selbst das Spiel fair bestimmen.

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Die Tricks der Trickser
Immunität gegen Machenschaften, Manipulation und Machtspiele
- 128 Seiten
- German
- ePUB (handyfreundlich)
- Über iOS und Android verfügbar
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Die Tricks der Trickser
Immunität gegen Machenschaften, Manipulation und Machtspiele
Über dieses Buch
Information
Manipulation
Der Beginn und das Grundprinzip allen Übels ist die Manipulation – das Machtspiel an sich ist ,nur‘ eine chronische Verhärtung. Es geht darum, wie man schnell und gezielt das Denken, Fühlen und Verhalten anderer beeinflusst.
Sie wissen, wie Manipulation funktioniert, nur haben Sie vielleicht noch nie genau auf das System geschaut. Das System ist überall. Auf der Straße, in den Häusern und vor allem in den Fernsehern der Menschen (Stichwort ,Vorabendserie‘).
Welches ist Ihre Lieblingsserie? Oder gern auch Ihr Lieblingsfilm, ob ein Klassiker von einst oder hipper Blockbuster – alle erzählen die gleiche Geschichte: Guter rettet Opfer vor Bösem. Und das ist auch schon alles. Okay, dieses einfache Prinzip lässt sich beliebig und unendlich ausschmücken, doch es bleibt immer das gleiche Spiel.
Drama, Baby, Drama!
Für ein richtiges Drama brauchen wir drei Positionen, in denen sich alle und alles Mögliche tummeln kann: Partner, Parteien, Medien, Bürger, Länder, Menschen ... egal.
Das Wichtigste zuerst: Wir brauchen unbedingt ein Opfer, das natürlich ganz und gar unschuldig ist und ganz furchtbar (oder wenigstens ein bisschen) arm dran. Dann brauchen wir einen Täter. Der Täter ist natürlich böse, das gehört sich so. Rund wird das Drama dann mit dem dritten Element, dem Guten, dem Helden, dem Retter.
Opfer Der einsame Opi im Pflegeheim.
Opi sitzt gern ganz allein am Fenster, ist auch wenig mit den anderen Bewohnern im Kontakt. Als Hauptbeschäftigung tut er sich selbst leid.
Opi sitzt gern ganz allein am Fenster, ist auch wenig mit den anderen Bewohnern im Kontakt. Als Hauptbeschäftigung tut er sich selbst leid.
Täter Die undankbaren Kinder, die ihren Vater maximal zu den großen Feiertagen kurz besuchen kommen.
Sohn und Tochter verabreden sich grundsätzlich zu Weihnachten, um in geballter Familienformation, hinter der Deckung der zum Zwangssingen verpflichteten Enkel, den eigenen Vater maximale 30 Minuten zu besuchen. Der Besuchsrekord lag bei 53 Minuten in Opis erstem Jahr im Pflegeheim – dieser zeitliche Spitzenwert wurde nie wieder erreicht.
Sohn und Tochter verabreden sich grundsätzlich zu Weihnachten, um in geballter Familienformation, hinter der Deckung der zum Zwangssingen verpflichteten Enkel, den eigenen Vater maximale 30 Minuten zu besuchen. Der Besuchsrekord lag bei 53 Minuten in Opis erstem Jahr im Pflegeheim – dieser zeitliche Spitzenwert wurde nie wieder erreicht.
Retter Die Pflegekräfte im Pflegeheim.
Sie sehen den armen Opi immer nur alleine und können gut verstehen, dass die Einsamkeit selbst den besten Menschen grantig werden lässt. Ganz instinktiv, wenn nicht sogar vorsätzlich, patroullieren sie die Flure zur Feiertagszeit, um die Fernbleibe-Delinquenten abzupassen und ihnen ein angemessen schlechtes Gewissen einzureden: „Gell, der Vater ist aber auch immer so allein. Da wird es sich freuen. Er spricht ja immer so gut über Sie (dies ist eine faustdicke – aber vom Zweck geheiligte – Lüge). Und als Sie klein waren, da hat er ja auch alles für Sie getan.“
Sie sehen den armen Opi immer nur alleine und können gut verstehen, dass die Einsamkeit selbst den besten Menschen grantig werden lässt. Ganz instinktiv, wenn nicht sogar vorsätzlich, patroullieren sie die Flure zur Feiertagszeit, um die Fernbleibe-Delinquenten abzupassen und ihnen ein angemessen schlechtes Gewissen einzureden: „Gell, der Vater ist aber auch immer so allein. Da wird es sich freuen. Er spricht ja immer so gut über Sie (dies ist eine faustdicke – aber vom Zweck geheiligte – Lüge). Und als Sie klein waren, da hat er ja auch alles für Sie getan.“
Fehler im System Wie logisch ist es, dass ein netter Mensch keine Kontakte hat? Gar nicht! Psychologisch erklärbar ist ,Alterseinsamkeit‘ aber mit früherer Härte und Herrschsucht über die Kinder. Die sich jetzt, da sie selbst mächtiger geworden sind und Opi ohnmächtiger, endlich seinem Einfluss (wenigstens räumlich) entziehen können. Das rettende Licht für die Kinder am Ende des Tunnels der Erziehung ist für Opi dann halt das schwarze Loch, in das er (bei hoffentlich später Einsicht) blickt.
Prognose Endlosdrama, vielleicht sogar über Opis Tod hinaus.
Die Kinder halten sich fern, doch immer mal wieder meldet sich das schlechte Gewissen (gern auch in Form von Pflegekräften, Nachbarn ...). Es würde auch nichts bringen, die Gräuel der Kindheit zu benennen, denn die Grundsatzforderung aller Retter ist die Vergebung. Das bedeutet, dass die Kinder wahrhaftig einsam sind, mehr noch als Opi.
Die Kinder halten sich fern, doch immer mal wieder meldet sich das schlechte Gewissen (gern auch in Form von Pflegekräften, Nachbarn ...). Es würde auch nichts bringen, die Gräuel der Kindheit zu benennen, denn die Grundsatzforderung aller Retter ist die Vergebung. Das bedeutet, dass die Kinder wahrhaftig einsam sind, mehr noch als Opi.
Ausgelöst wird das Drama nicht selten durch ein scheinbares Opfer. Es schreit (laut oder leise) als Erstes herum, zeigt auf vermeintliche Täter (notfalls das Leben an sich und als solches) und aktiviert so den Retter.
Das Helfen an sich ist normal und üblich, es ist sogar zutiefst menschlich. Menschen sind ursprünglich gute Wesen. Sie sind hilfsbereit. Doch das Retten ohne Sinn und Verstand, das führt uns ins Drama. Und genau das nutzen Trickser gern aus. Sie wissen, wie sie undurchdachtes Helfen, also Retten, provozieren können. Dummerweise ist es eine unserer menschlichen Tugenden, die das Drama so überhaupt ermöglicht. Denn der Fehler im System liegt zum einen beim Retter und seiner Vorurteilsgläubigkeit, um nicht zu sagen Naivität, und zum anderen beim Trickser, der sich gekonnt als Opfer präsentiert und die Unbedachtheit des Retters hervorragend ausnutzt. Neben den kleinen und großen Schäden im jeweiligen Drama bedeutet das auch, dass Trickser durch ihre Manipulationen der gesunden Hilfsbereitschaft gesamtgesellschaftlich einen großen Schaden zufügen.
Bäumchen, wechsle dich!
Im Drama gibt es keinen festen Anfang und auch kein festes Ende. Schnell können sich die Positionen verändern – schnell kann sich alles ändern. Es sind die Rollenwechsel unter den Akteuren, die für ,instabile‘ Verhältnisse sorgen und zu system(at)ischen Verstrickungen führen.
Das funktioniert im Großen (Krieg und Frieden) wie im Kleinen (Kinderspiel und Alltagsbeziehung) und erklärt viele lang andauernde und | oder wiederkehrende Konflikte.
Häufig ist in diesem wilden Rollengewechsele nicht mehr klar, wer eigentlich für was verantwortlich ist und womit es angefangen hat. Sachlichkeit, Ziel und Aufgabe – alles verschwindet in diesem dramatischen ,Bermuda-Dreieck‘. Zurück bleibt das dynamische und verwirrende Hin- und Herschieben von Verantwortung, Schuld, Ärger, Wut, Enttäuschung und Ohnmacht. So wird enorm viel Energie in Konflikten gebunden und in unproduktiven Lösungsversuchen verbraucht, die dann an anderen Stellen fehlt. In diesem Drama ist man prima aktiv, aber wenig effektiv!
Der Verfolger (der als Einziger als Täter wahrgenommen wird), der anklagt, kritisiert (oft wenig konstruktiv), weist andere zurecht, macht Vorwürfe und findet ständig Fehler. Das kommunikative Verhalten des Verfolgers entwertet den Gesprächspartner und macht diesen zum Opfer.
Das Opfer, das sich verteidigt, ist enttäuscht und fühlt sich hilflos, wenn nicht sogar abhängig. Oft ignoriert das Opfer die eigenen Lösungsfähigkeiten und tut sich nur selbst leid. Bewusst oder unbewusst sendet das Opfer Signale an den Retter, der ihm rasch zu Hilfe eilt.
Der Retter, der dem Opfer (gern auch ungefragt und ungebeten) zu Hilfe eilt, gibt gerne Ratschläge und Tipps, übernimmt die Verantwortung und verstärkt so die Opfer-Rolle, wodurch sich manches Mal das Opfer dazu genötigt fühlt, wieder zum Verfolger zu werden, indem es den Retter zurechtweist. Darum ist die Mutation vom Retter zum Verfolger, ,von der Sentimentalität zur Brutalität‘, gar nicht so selten.
Wir sind uns sicherlich einig, dass jemand, der in diesem ,Dreieck springt‘, keineswegs vernünftig handelt oder eine realistische Problemlösung erzielt. Im Gegenteil handelt es sich hier um recht manipulative Machenschaften. Alle Positionen treiben es auf die Spitze.

Entdeckt hat man das Drama-Dreieck (Karpman, 1968) im Märchen. Und im Märchen ist ja das Schöne, dass das Gute gewinnt. Im Unterschied zum Märchen ist es im echten Leben aber so, dass das Drama-Dreieck nicht nur nicht immer im Guten ausgeht, sondern sogar extrem selten – und manchmal, aber nur manchmal gerät das Opfer in ein solches Drama, dass es einem Trauma gleicht.
So ist das Opfer der offenkundig Leidende, der Retter scheint zu helfen, wird aber subtil keine Verbesserung zulassen, und der Verfolger ist der offensichtlich Leid Schaffende. Verfolger und Retter arbeiten in gewisser Weise zusammen: Der Verfolger hält das Opfer durch Anklagen ,ohnmächtig‘. Der Retter kann dann besonders gut ,helfen‘, indem er das tut, was das Opfer unter normalen Umständen ganz allein schaffen würde. Dreh- und Angelpunkt im Drama-Dreieck ist also immer das Opfer.
Dummerweise sind alle drei so sehr in ihre dramatischen Rollen verstrickt, dass sie glauben, vollkommen erwachsen und logisch zu handeln. Sie meinen, ihr Verhalten sei angemessen und produktiv. Doch wenn Sie mit jemandem sprichwörtlich im Dreieck springen, dann sind Sie sich gegenseitig auf den Leim gegangen in der Vermeidung von Verantwortung. Wie eine heiße Kartoffel wird die Verantwortung hastig hin und her geworfen, und jeder fürchtet, sich die Finger zu verbrennen.
Noch ein Beispiel:
Opfer Frau Meier aus dem Großraumbüro.
Frau Meier sitzt mit großen feuchten Augen im Großraumbüro. Mit der Zeit bekommt auch der Unaufmerksamste mit, dass sie vor sich hinschnüffelt.
Frau Meier sitzt mit großen feuchten Augen im Großraumbüro. Mit der Zeit bekommt auch der Unaufmerksamste mit, dass sie vor sich hinschnüffelt.
Retter Frau Müller, auch aus dem Großraumbüro.
Endlich erbarmt sich Frau Müller, ihr weiches Herz schmilzt, und sie kann es einfach nicht mehr mitansehen. „Nun, Erika, was hast du denn?“ „Ach, nein, lass nur!“, gefolgt von einem unterdrückten Seufzer, den man bis in die h...
Endlich erbarmt sich Frau Müller, ihr weiches Herz schmilzt, und sie kann es einfach nicht mehr mitansehen. „Nun, Erika, was hast du denn?“ „Ach, nein, lass nur!“, gefolgt von einem unterdrückten Seufzer, den man bis in die h...
Inhaltsverzeichnis
- Titel
- Danke
- Einleitung
- Trickser
- Härtegrade
- Manipulation
- Manöver
- Machtspiele
- Saubere Gewalt
- Fair Play
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