Fragen der KörperSprache
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Fragen der KörperSprache

Antworten zur non-verbalen Kommunikation.

  1. 80 Seiten
  2. German
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Fragen der KörperSprache

Antworten zur non-verbalen Kommunikation.

Über dieses Buch

Sabine Mühlisch versteht KörperSprache als ganzheitliches Geschehen, als einen Weg der Seele, unbalancierte innere Geschehnisse auf der Bühne des Körpers ins Bewusstsein zu bringen. Der Körper transportiert dabei die Seele nach außen und zeigt die jeweilige Identität und Persönlichkeit.Die Leser erhalten eine pragmatische Übersicht über die symbolischen Bedeutungen der einzelnen Körperbereiche, um so die Botschaften der KörperSprache selbstständig zu übersetzen und zu deuten. Diese Hilfe ermöglicht es, sich selbst und andere besser zu verstehen und auf der grundlegenden Ebene des Denkens und Fühlens adäquat zu handeln. Die Autorin beantwortet zahlreiche Fragen, die immer wieder im Zusammenhang mit KörperSprache auftreten.

Information

Jahr
2012
ISBN drucken
9783873876620
eBook-ISBN:
9783873878136

1. Was ist KörperSprache?

Unsere Körper setzen in ihrer ganz eigenen Sprache das um, was in unserem Denken vorherrscht, welche Energie vorhanden ist, welche Ängste regieren und welche Programme gelebt werden. Unsere verbale Sprache ist nur ein Teil der Kommunikation. Mehr als 50 Prozent werden durch den Körper und seine Verhaltensweisen ausgedrückt. Ganzheitliche Information und Kommunikation entstehen aus verbalen und nonverbalen Anteilen.
 
Heißt das, wir sprechen immer mit unseren Körpern?
KörperSprache „sprechen“ wir immer und überall, allerdings weitgehend unbewusst. Wer mit seinem gesamten Potenzial sprechen und handeln will, muss um seine KörperSprache wissen – sich ihrer bewusst sein (Bewusstsein = im Wissen sein). Wenn Sie daher das Wissen um Ihre persönlichen körpersprachlichen Ausdrucksformen nutzen, verstehen Sie Mitarbeiter, Kunden, Nachbarn, Freunde, Vorgesetzte ... kurz: Mitmenschen und auch sich selbst und insbesondere im „Ungesagten“. Sie erweitern damit Ihr „Handwerkszeug“ um die ursprünglichste menschliche Komponente: KörperSprache. Wer sich authentisch, frei und flexibel seinen Gesprächspartnern offenbart, kann echte Dialoge mit „neuen“ Ergebnissen führen.
Nur so können Sie sich jederzeit – nach innen und außen – auch nonverbal, individuell und authentisch darstellen.
 
Authentisch wird im Zusammenhang mit KörperSprache oft verwendet, und wohl jeder versteht etwas anderes darunter. Was bedeutet „authentisch“ für Sie?
Authentisch bedeutet sich-selber-sein. Wir sind authentisch, wenn wir vollkommen wahrhaftig, uns selbst treu und ehrlich sind! (Was nicht bedeutet, nicht zu lügen!) Dazu brauchen wir absolutes Vertrauen in uns selbst (Selbst-Vertrauen). Äußere Einflüsse, wie sich darüber zu sorgen, was andere denken, was andere von mir erwarten, sollten nicht der Motor für mein Sein und Tun sein. Etwas tun, um zurechtzukommen, zu gefallen (und dann fällt man irgendwann!) ... diese Verhaltensweisen verhindern, dass andere sich über einen ärgern (können). Folglich ist solch ein Verhalten nicht authentisch.
Nur weil mir etwas wichtig ist, mir entspricht, tue ich das Entsprechende. Nur wer auf sich selbst fokussiert ist, wahrnimmt, was jetzt IST, und diesen eigenen Impulsen folgt, wer Dinge tut, die für ihn richtig und angemessen sind, ist authentisch.
 
Woher wissen wir mit unseren Körpern zu sprechen?
Das primäre und damit einfachste Kommunikationssystem, welches uns mit in die Wiege gelegt worden ist, ist unsere Ur-Muttersprache „Körper“. Sie ist nur im Laufe unserer Entwicklung und Konditionierung in Vergessenheit geraten. Dabei hätten wir kaum eine Überlebenschance, wenn wir uns nicht sofort nach unserer Geburt durch Stimmlaute, Mimik sowie eine bestimmte Gestik und Bewegungen verständlich machen würden.
 
Nur, woher kommen diese Informationen, und wie werden sie gesteuert? Wieso drückt der Körper Informationen einer momentanen, inneren Gefühlssituation aus, wie am Beispiel eines Säuglings: „Ich habe Hunger“?
Der Körper tut nichts aus sich selbst heraus. Der Körper eines (lebenden!) Menschen bezieht seine Aktionen aus den nichtstofflichen Bereichen, die wir Bewusstsein oder auch Seele nennen, und dem Leben, auch als Geist bezeichnet. Aus dem Bewusstsein stammen die Informationen, die sich im Körper verkörpern oder manifestieren und damit sichtbar werden. Das Bewusstsein ist dabei einem Radioprogramm, der Körper dem Empfänger vergleichbar. Was in oder durch einen Körper geschieht, ist daher immer Ausdruck (es drückt nach außen!) einer entsprechenden Information aus einem geistigen Bild. Alles ist zunächst neutrale Energie, der wir eine Ladung, eine Wertung und eine Form geben.
Verhaltensänderungen, Bewegungen, Spannungen oder Entspannungen finden immer zunächst auf der Ebene der Seele oder des Bewusstseins statt. Sie finden auf der körperlichen Ebene ihre Verwirklichung und schaffen damit die Wirklichkeit. Der Körper ist die Bühne für die Bilder des Bewusstseins, der Seele und des Geistes.
 
Sind dann alle Bewegungen, Aktionen oder Handlungen geistigen Ursprungs?
Ja. Wir sind geistige Wesen, die eine körperliche Erfahrung in einer selbst erschaffenen Realität machen. Jegliche Abweichung aus einer harmonischen, ausgeglichenen Körperhaltung und -bewegung ist immer eine Abweichung oder Störung der seelischen Ordnung. Das entstehende innere Ungleichgewicht drückt sich mithilfe des Körpers durch entsprechende Äußerungen aus. – Diese äußeren Signale geben uns den Hinweis, dass die Seele des Menschen einen bestimmten Mangel leidet und durch die Kompensation in die Körperlichkeit uns selbst und jedem Betrachter deutlich sichtbar dies zu verstehen gibt.
 
Sichtbar vielleicht, aber wie deutet man?
Um von diesem holistischen Ansatz her die KörperSprache zu deuten und zu bedeuten, helfen uns die bildhafte Sprache und ein gutes Ohr für die Hintergründe und Doppeldeutigkeit der Worte. Besonders auffällige Worte werden daher zur Verdeutlichung kursiv gedruckt.
Die verbale Sprache ist in der Abfolge der Evolution der Menschheit eine der letzten Errungenschaften. Auch am Beispiel der Einzelmenschwerdung können wir dies erkennen: Zuerst bestimmt die nonverbale, körperliche Sprache über Leben oder Sterben, dann erst kommt die verbale Sprache, langsam und mühsam erarbeitet, hinzu: Sprache beschreibt KörperSprache, sie weiß um die Zusammenhänge zwischen Körper und Seele, wenn wir gewillt sind, hinter dem physischen Körper den Ausdruck eines geistig-seelischen Prinzips zu erkennen. Wenn wir also beschreiben, was wir an körperlichen Ausdrücken vorfinden, so redet unsere Seele über die äußeren Erscheinungen mit uns. Wir müssen nur wieder hinhören und verstehen lernen.
 
Der gläserne Mensch? Möchten Menschen denn überhaupt so durchschaut werden oder sich durchschauen lassen?
Der Körper und seine (Seelen-)Sprache sind so eindrucksvoll ehrlich – manchmal mehr, als wir es uns wünschen! Die Wahrheit über unser oft so unterdrücktes, geheim gehaltenes und geschütztes Inneres wird „gnadenlos“ durch den Körper sichtbar gemacht. Kein Wunder vielleicht, dass wir uns so weit von diesem Wissen entfernt haben – ungeschminkte Wahrheit kann wehtun, muss sie jedoch nicht.
Doch auch wenn wir geübt sind, nur der Ebene der sogenannten rationalen Wirklichkeit und der Verlässlichkeit der gesprochenen Worte zu vertrauen: Wir können nicht immer Weg-Sehen, Weg-Hören und Nicht-Verstehen! Selbst wenn uns dies bei anderen Menschen schon sehr gut gelingt (technische Kommunikationsgeräte wie Telefon, Fax oder Mails helfen uns dabei) und wir den wahren, ganzheitlichen Informationen damit entfliehen können – jeden Morgen, beim Blick in den Spiegel, begegnen wir uns doch selbst, und unser Körper spricht über unser Seelenleben eine deutliche Sprache. Hilft es da, den Spiegel immer kleiner werden zu lassen oder nur noch für „technische“ Belange hineinzusehen?
 
Es geht also um Selbsterkenntnis – suchen Menschen wirklich danach?
Je bewusster wir die körperlichen Erscheinungen betrachten und deren – seelisch-geistige – Botschaften verstehen, umso eher sind wir in der Lage, uns zunächst selbst zu erkennen (bevor wir andere erkennen können) und wahrheitsgemäß darüber zu kommunizieren. Nur was ich in mir erkannt habe, erkenne ich dann bei anderen wieder!
Solange wir das Außen „nur“ als mechanisches Geschehen betrachten und keine Beziehung zum Inneren herstellen, werden unsere Kommunikationsversuche oberflächlich, verschleiernd und missachtend sein. Selbst die Signale von Störungen, Krankheit genannt, lassen sich auf Dauer nicht nur mechanisch, technisch zur Heilung bringen. Wir können entscheiden, wann wir auf die Suche zum Selbst gehen – irgendwann ist für jeden der Zeitpunkt gekommen. Meist helfen Leid, Katastrophen und Schicksal (zur Heilung geschickt!) zur Hinwendung nach innen und somit zum Selbst. Wie sagte schon das Orakel von Delphi: Erkenne dich selbst! Oder wie postulierte bereits Hermes Trismegistos ca. 3.000 v. Chr.: Wie oben, so unten, wie innen, so außen.

2. Was sagt KörperSprache?

Wer KörperSprache deuten will, muss sich Gedanken zur inhaltlichen Unterscheidung von Deutung, Wertung, Einschätzung oder Interpretation machen.
Eine Wertung bezieht sich immer auf ein subjektiv nachvollziehbares Wertungssystem. Und dies ist je nach Mensch, Einzelerfahrung und Lebenssituation ein anderes. Was zum Beispiel ist für Sie „warm“ und was ist „kalt“? Minus fünf Grad sind für einen Eskimo als warm zu bezeichnen, während einem Bewohner am Äquator dabei das große Zittern kommt. Ebenso verhält es sich mit „gut“ und „schlecht“. Im Grunde gibt es diese Wertung gar nicht, sind beide Aspekte doch nur Ausdruck in unserer polaren Welt für dieselbe Einheit, für die Einsicht. Wo auf dieser Skala von plus und minus sich ein Mensch mit seinen körperlichen Ausdrücken befindet, entscheidet auch hier nur das jeweilige Wertungssystem – und dies ist von Mensch zu Mensch und von Situation zu Situation eben verschieden.
Kann man denn ganz ohne Wertung auskommen? Geht das überhaupt?
Wir neigen alle dazu, uns unserer Bewertungssysteme, die meist aus alten Erfahrungen, übernommenen Werten anderer und den Konsensmeinungen entstanden sind, nicht mehr bewusst zu sein. Dabei sind wir ursprünglich Ausdruck eines nicht wertenden Bewusstseins. Diese Bewertungen übertragen wir dann ungeprüft auf andere. Erleben wir einen anderen Menschen durch sein Verhalten verbaler und nonverbaler Art, so bewerten wir sofort und ständig nach unseren Systemen. Zunächst gilt es anzuerkennen, dass ich ständig Bewertungen anwende.
Nur mit dieser Bewusstheit und der daraus folgenden echten Wahrnehmung können wir uns der Deutung eines körpersprachlichen Geschehens nähern. Bleiben wir sprachlich bei den wahrzunehmenden (Körper)Bildern und beschreiben mit Bezug auf seelisch-geistige Hintergründe das, was wir sehen, dann können wir ohne Bewertung und gar mögliche Schuldzuweisungen uns selbst und unser Gegenüber erkennen.
Wir würden uns allen guttun, wenn wir Bewertungen relativieren, am besten ganz weglassen würden. Das geht. Was heute für Sie „schlecht“ ist, wird sich mit zeitlichem Abstand als „gut“ herausstellen. Die folgende Parabel verdeutlicht dies:
Ein armer Bauer hat nur einen wertvollen Besitz, ein Pferd. Eines Tages läuft das Pferd davon. Der Nachbar kommt und beklagt den großen Verlust. Der Bauer hört es sich an und zuckt darauf mit den Schultern: „Ist es gut, ist es schlecht?“ Am nächsten Tag kehrt das Pferd zusammen mit einer ganzen Herde von Wildpferden zurück. Der Nachbar kommt erneut und begrüßt überschwenglich das unerwartete Glück. Der Bauer hört es sich an, zuckt mit den Schultern und sagt: „Ist es gut, ist es schlecht?“ Daraufhin bricht sein Sohn sich eines Tages beim Zureiten eines der Wildpferde ein Bein. Wieder kommt der Nachbar herbei, schimpft über das Unglück, und der Bauer antwortet mit: „Ist es gut, ist es schlecht?“ Ein Krieg bricht aus, der Sohn des Bauern wird als Einziger nicht eingezogen, da er untauglich ist aufgrund seines Beinbruchs. Der Nachbar lässt nicht lange auf sich warten, eilt herbei und beglückwünscht ihn zu diesem segensreichen Umstand. Der Bauer zuckt die Schultern und antwortet erneut: „Ist es gut, ist es schlecht?“
Wie sieht wertfreies Verhalten aus? Gibt es das überhaupt (schon)?
In Verhalten ausgedrückt bedeutet wertfrei, uns selbst und den anderen respektieren, was übersetzt heißt, den Blick zurückgeben. Wir alle sehnen uns nach diesem Respekt, ohne Bewertung nach gut oder schlecht. Er wird auch immer ei...

Inhaltsverzeichnis

  1. Titel
  2. Warum so viele Missverständnisse? Eine klärende Einleitung
  3. 1. Was ist KörperSprache?
  4. 2. Was sagt KörperSprache?
  5. 3. Was ist Ursache, was ist Wirkung in der KörperSprache?
  6. 4. Welche Regeln gibt es?
  7. 5. Welche Vokabeln gibt es in der KörperSprache zu lernen?
  8. 6. Was erzählt die Haltung eines Menschen?
  9. 7. Wie bewegt sich der Mensch und was bewegt ihn?
  10. 8. Warum sitzen nicht alle Menschen in gleicher Weise?
  11. 9. Was bedeutet Gestik?
  12. 10. Wie wird Mimik übersetzt?
  13. 11. Wieso Territorialverhalten in der KörperSprache?
  14. 12. Wie passen verbaler und nonverbaler Ausdruck zusammen?

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